Nbg.: Über 4000 bei Bildungsstreik
Ab 10.00h machten sich die ersten kleinen Demozüge einzelner Schulen auf den Weg zur Lorenzkirche. Um 11.30h startete dort die Kundgebung. In Redebeiträgen wurde hauptsächlich die Abschaffung des G8 und der Studiengebühren sowie die Rücknahem das Bologna Prozess gefordert. Es wurde aber auch das Bildungssystem in den gesamtgesellschaftlichen Kontext gestellt. Die Kritik richtete sich deshalb in weiten Teilen gegen das kapitalistische System bzw. Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien dieses Systems. Auch wurden Forderungen von Azubis nach Übernahme und qualitativ guter Ausbildung gestellt. Hierzu gab es auch ein Grußwort der Jugendauszubildenden Vertretung der AEG Rothenburg. Die Orientierung des Bildungsstreikbündnisses lautete: Heute streiken und morgen in Schule, Uni und Betrieb Kleinarbeit leisten, denn nur dort wo man lebt, lernt oder arbeitet kann man am effektivsten kämpfen und zusammen mit anderen Druck aufbauen.
Die kämpferische und lautstarke Demo zog zum Weißen Turm hier gab es einen Redebeitrag der GEW und vor der Polizeidirektion einen gegen Repression. Dies kam nur teilweise bei den Grünen an denn es gab im laufe des Tages 3 festnahmen. Allerdings wurde auf Pfefferspray und Schlagstockeinsatz, wie beim letzten Bildungsstreik, gegen friedliche Demonstranten verzichtet. Über den Hauptbahnhof gings dann weiter zur Ohm-Uni. Dort hatte eine Vollversammlung am Vormittag beschlossen einen Trakt zu besetzen. Spontan schlossen sich die Demonstranten den Studenten in der Uni an. Dies wurde anfangs von der Polizei unterbunden. Warum wusste wohl nur die Einsatzleitung denn keiner der Hausrechtsinhaber hatte ein Problem damit.
In der besetzen Uni gab es dann ein Plenum auf dem Regeln für den besetzten Teil aufgestellt wurden. Es wurden AGs zur Versorgung, und Pressearbeit eingerichtet. Am Abend wurden Forderungen erarbeitet und es fanden die ersten Workshops statt. Ein Highlight war die Veranstaltung mit einen österreichischen Genossen des KJÖ aus Graz der von der dortigen, über 20 Tägigen, Unibesetzung berichtete und erzählte wie die Organisation dort ablief.
Allen Bildungsaktivisten ist klar das Streik, Demo und Besetzung nur der Auftakt für weitere Aktionen sein können. Heute wird nun Diskutiert wie es weiter geht.
Die kämpferische und lautstarke Demo zog zum Weißen Turm hier gab es einen Redebeitrag der GEW und vor der Polizeidirektion einen gegen Repression. Dies kam nur teilweise bei den Grünen an denn es gab im laufe des Tages 3 festnahmen. Allerdings wurde auf Pfefferspray und Schlagstockeinsatz, wie beim letzten Bildungsstreik, gegen friedliche Demonstranten verzichtet. Über den Hauptbahnhof gings dann weiter zur Ohm-Uni. Dort hatte eine Vollversammlung am Vormittag beschlossen einen Trakt zu besetzen. Spontan schlossen sich die Demonstranten den Studenten in der Uni an. Dies wurde anfangs von der Polizei unterbunden. Warum wusste wohl nur die Einsatzleitung denn keiner der Hausrechtsinhaber hatte ein Problem damit.
In der besetzen Uni gab es dann ein Plenum auf dem Regeln für den besetzten Teil aufgestellt wurden. Es wurden AGs zur Versorgung, und Pressearbeit eingerichtet. Am Abend wurden Forderungen erarbeitet und es fanden die ersten Workshops statt. Ein Highlight war die Veranstaltung mit einen österreichischen Genossen des KJÖ aus Graz der von der dortigen, über 20 Tägigen, Unibesetzung berichtete und erzählte wie die Organisation dort ablief.
Allen Bildungsaktivisten ist klar das Streik, Demo und Besetzung nur der Auftakt für weitere Aktionen sein können. Heute wird nun Diskutiert wie es weiter geht.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Solierklärung
Für einen „ZeitenWechsel“ in der Bildungspolitik
Vor fast genau einem Jahr hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die „Bildungsrepublik Deutschland“ ausgerufen. Ein Jahr nach dem Dresdner Bildungsgipfel müssen wir feststellen: Es ist bisher wenig geschehen!
· Noch immer haben 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren keine abgeschlossene Ausbildung. Das sind immerhin 15 Prozent dieser Altersgruppe.
· Noch immer verlassen jedes Jahr mehr als 65.000 junge Menschen die Schule ohne einen Abschluss.
· Noch immer leben in unserem Land rund vier Millionen Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können.
· Noch immer landen Jahr für Jahr mehr als 400.000 Jugendliche in Warteschleifen – im Übergangssystem ohne Chance auf eine voll qualifizierende Ausbildung.
· Noch immer sind unsere Hochschulen chronisch unterfinanziert – und Arbeiterkinder in den Hörsälen wieder drastisch unterrepräsentiert.
· Außerdem gibt es kein europäisches Land, in dem Bildung so massiv von der sozialen Herkunft und vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist wie in Deutschland. Dies gilt erst recht für Bayern.
Das deutsche Bildungswesen ist Weltspitze in sozialer Auslese.
Solidarität mit dem Bündnis Bildungsstreik
Die DGB Jugend unterstützt ausdrücklich die Ziele und Forderungen der Bildungsstreikenden. Bildung ist ein Schlüssel für soziale Gerechtigkeit und für den Wohlstand in unserer Gesellschaft.
Gute Bildung für Alle
Wir brauchen endlich ein Bildungssystem, das alle Begabungen fördert.
Wir fordern einen „ZeitenWechsel“ in der Bildungspolitik:
· Eine Schule für alle. Schluss mit der frühen Selektion an Bayerns Grundschulen.
· Kostenfreie Bildung für alle. Bildung ist ein öffentliches Gut und darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.
· Nach der Abschaffung des unsäglichen Büchergeldes müssen die Studiengebühren auch beseitigt werden.
· Eine flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen.
· Mehr Demokratie an Bayerns Schulen.
Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen
Die Demokratie lebt von der Beteiligung der Menschen. Nur wer sich für seine Interessen und berechtigten Forderungen einsetzt, verschafft sich Gehör und ist durchsetzungsfähig. Das Recht auf Versammlungsfreiheit bildet dafür die notwendige Grundlage. Alle Bürgerinnen und Bürger können davon Gebrauch machen. Das gilt auch für Schülerinnen und Schüler. Wir fordern deshalb alle verantwortlichen Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Lehrerinnen und Lehrer auf, die Bildungsstreikenden in der Wahrnehmung ihrer demokratischen Rechte zu unterstützen.
Solidarität mit den Bildungsstreikenden-
Für einen „ZeitenWechsel“ in der Bildungspolitik!
HRK Demo Leipzig 24.11.
unter: www.stura.uni-leipzig.de gibt es noch mehr Infos.
Alles immer ein Superfolg, yeah, yeah!!!
1) Grottige Redebeiträge/ Moderation, die im eigenen ideologischen Blendfeuer schlicht falsche Tatsachen behaupteten (z.B.: "alle etablierten Parteien (ausgerechnet gemünzt auf die marginalisierte Pauli-Partei) seien schuld am Bildungszustand" oder durch schlichte Unkenntnis ("Gewerkschaft Erziehungswissenschaft") sich und uns als Teilnehmer blamierte.
2) Das - gelinde gesagt - oberflächliche Niveau, auf dem die Frage, warum sich das Bildungssystem in einem derartigen Zustand befindet, beantwortet wurde. Klar ist natürlich: Vom Ozonloch bis RTL2 ist "das kapitalistische System bzw. Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien dieses Systems" oder welches kapitalistische Irgendwas auch immer an allem schuld - also auch an der Bildungsmisere.
Wer unter politischer Kritik nur noch versteht, auf alle Probleme der Welt "Der Kapitalismus isses!" zu rufen, macht sich völlig unglaubwürdig.
Um nicht mißverstanden zu werden: Auch ich glaube, dass die Form, in der eine Gesellschaft ihre künftigen Arbeitskräfte ausbildet, unmittelbar geknüpft ist an ihre (hier: kapitalistische) Produktionsweise. Wie und warum sich dies vollzieht, müsste ab detailiert dargelegt werden, um nicht in dieses (vielleicht ja nicht nur für mich) völlig abschreckende Parolengedresche zu verfallen, das gestern das Gros der Redebeiträge, wie auch des Erscheinungsbilds der Demo ausmachte (Ok - eine Demo/Versammlung ist kein Disskusionsseminar. Aber grade, wenn's um Fragen der akademischen "Geisteselite" (hihi) geht, kann man doch auf plausible Argumente hoffen, oder?)
3) An diesen Punkt geknüpft ist die (gestern auch völlig unbeantwortete) Frage, wie sich eigentlich diese (sicher noch sehr heterogene) Bewegung eigentlich selbst sieht. Was ist das Ziel? Abschaffung der Warenproduktion, um Platz zu machen für eine Gesellschaft, in der Wissenserwerb frei ist vom Zwang, nach ihm seine Arbeitskraft möglichst teuer verkaufen zu können? Rückkehr zu alten Studien- und Finanzierungsmodellen? Eine an humanistischen Idealen ausgerichteten Bildungsanstalt innerhaln einer kapitalistischen Gesellschaft? Rückverwandlung der eben eingeführten Erwachsenenschulen zurück zu Universitäten (eine Geschichtsdozentin hat unlängst die sehr schlaue + richtige Bemerkung gemacht, dass allein die Benennung des Bologna-Prozesses Bände spräche. Wäre es nur um eine Internationalisierung des (Universiäts!-) Studiums gegegangen, das Ding müsste Paris-Prozess heißen)?
Oder ist diese Bewegung für eine "bessere Bildung" (wie's heißt) nur ein Korrektiv hin zu einer besseren Ausbildung von Arbeitkräften, eine Abwehrhaltung gegen die Überforderung bei gleichzeitiger Kompromissbereitschaft hinsichtlich der prinzipiellen Ausrichtung des Studiums an Inhalten, die nicht der Emanzipation von Individueen dienen, sondern der Zurichtung von Objekten.
Die (sicher bald zu beobachtende) Horrorvorstellung, dass die Argumentation der Studierenden degeneriert zu einem "Bessere Bildung für einen besseren Wirtschaftsstandort" würde eine solche Entwicklung unterstreichen.
Auch zu dieser Frage nahm gestern niemand Stellung (korrigiert mich, falls doch und ich's überhört haben sollte)
Das angeblich im Erlanger Audimax Diskussionen über die Distanzierung zu "linken" (was immer das heißen mag) Forderungen und Organisationen geführt werden, weist übrigends in diese Richtung (eine Tendenz, die wohl an Stärke gewinnen wird, je mehr sich die "Linke" in bequemen, unreflektierten Parolen ergeht. Schon um konservativen und reaktionären Positionen entgegentreten zu können, wäre es an der höchsten Zeit, die Bildungsfrage nicht als einen weiteren Bewegungszug zu benutzen, auf den man eine zeitlang aufspringt, weil sich halt was bewegt, aber sich jeder tiefergehenden Beschäftigung verweigert.)
ea-telefon weiterhin angeschaltet
da die Besetzungen in Nürnberg und Erlangen weiterhin andauern werden, wird auch das EA-Telefon einen 24 h Dienst bis zum Ende der Besetzungen anbieten. 0175 3715159
Aber von wegen Polizei mit Samthandschuhen. Heute meldete sich der erboste Vater eines 15-jährigen, der auch für 2 1/2 Stunden einkassiert war, weil auf seinem Sweatshirt ACAB gedruckt war. Der durfte in der Wanne, die ihn zum Bullenpräsidium brachte, noch nicht mal im Autositz Platz nehmen und musste sich im Präsidium nackert ausziehen. Und das mit 15 - jetzt weiß er vielleicht, was "ACAB" abkürzt.
Wir bitten um Rückmeldung, wenn die Besetzungen beendet werden.