150 Leute in Ahaus - Proteste gehen weiter

SOFA Münster 16.11.2009 18:06 Themen: Atom
Gestern demonstrierten 150 AtomkraftgegnerInnen in Ahaus gegen die angekündigten neuen Atommülltransporte nach Ahaus und für den sofortigen Atomausstieg. Die bunte Demo zog vom Bahnhof durch die Innenstadt zum Bahnübergang Schorlemerstraße, begleitet von Polizei und Bundespolizei - zusätzlich "schützte" Bereitschaftspolizei das Zwischenlager. In Ahaus geht es wieder rund und der Widerstand geht in die nächste Runde. Diese Woche ist jeden Abend Action am Zwischenlager und am 20. Dezember eine große Demo am Zwischenlager.
Die ruhigen Zeiten in Ahaus sind vorbei. AtomkraftgegnerInnen und Polizei bereiten sich intensiv auf die anstehenden Atommülltransporte vor. Die Bundespolizei und die Gelsenkirchener Bereitschaftseinheit kamen schon in voller Kampfmontur, sogar die Bahnsicherheit war mit Knüppeln angerückt. Die Ahauser Polizei lief in einem lockeren Kordon Spalier, um die Ahauser Fensterscheiben zu schützen ...
Doch die DemonstrantInnen ließen sich nicht einschüchtern und die Stimmung auf der Demo war sehr gut. In mehreren Redebeiträgen wurde zum Widerstand gegen die Atommüllkarawane aufgerufen, die da auf Ahaus zurollt. Großen Beifall erhielt Peter Dickel von der AG Schacht Konrad, der über das Scheitern der Endlagerung an der ASSE und in Morsleben berichtete. Er forderte deshalb, Schacht Konrad und Gorleben aufzugeben. Die Münsterländer Initiativen werden in Zukunft noch enger mit den Endlager-Standorten zusammenarbeiten, u. a. weil die Bezirksregierung Münster plant, den neuen Atommüll für Ahaus in spätestens zehn Jahren in den Schacht Konrad zur Endlagerung zu kippen.
Großen Beifall gab es auch für das kämpferische Grußwort der Morsleben-Kampagne. Wir rufen ebenfalls dazu auf, gegen die geplante "Stilllegung" des DDR-Endlagers bis zum 21. Dezember Einwendungen zu erheben (www.bi-morsleben.de).

Mittlerweile gibt es auch erste Hinweise, wo der neue Atommüll aus Ahaus u. a. herkommen soll. Die Ahaus-Betreiberin GNS (Gesellschaft für Nuklear Service) betreibt in Duisburg-Wanheim am Rande eines Wohngebiets eine Konditionierungsanlage (Friemersheimer Str. 40), wo nach GNS-Angaben auch Atommüll für Ahaus verpresst wird.
In Duisburg wurde u.a. Anfang des Jahres indischer Atomschrott zur Lagerung "für ein halbes Jahr" angeliefert. Die GNS darf ihren eigenen verpressten Atommüll sogar "zwei bis vier Jahre" auf dem Werksgelände in Duisburg lagern. Es ist also gut möglich, dass die GNS aus Duisburg Atommüll direkt nach Ahaus weiterschickt - quasi firmenintern.

Weitere Kandidaten in NRW sind das Kernforschungszentrum Jülich, wo ein munteres und saugefährliches Abreißen der Atomanlagen im Gange ist, sowie das ebenfalls im Rückbau befindliche AKW Würgassen, wo die GNS vor Ort eine eigene Konditionierungsstraße aufgebaut hat. Aber die geheime Genehmigung der Bezirksregierung gilt prinzipiell für alle deutschen AKWs. Der GNS-Pressesprecher erwartet die ersten Atomtransporte nach Ahaus - per Bahn und LKW - noch in 2009 !!

Deshalb geht der Widerstand in Ahaus munter weiter. Ab heute findet bis Freitag jeden Abend von 18 bis 20 Uhr eine Mahnwache vor dem Zwischenlager statt.

Tag X: Am Samstag, nachdem der erste Atommülltransport nach Ahaus bekannt wird, findet um 14 Uhr vor dem Zwischenlager eine Demo statt. Motto: "Wir machen das Zwischenlager dicht!"

Und am 20. Dezember findet um 14 Uhr eine große Zwischenlager-Demo statt. Zu der Demo rufen viele Initiativen auch überregional auf, denn wir wollen zum Jahresende ein starkes Zeichen gegen die Atomtransporte und gegen die sog. "Renaissance" der Atomenergie setzen. Gleichzeitig markiert die Demo den 15. Geburtstag der Sonntagsspaziergänge in Ahaus - der Widerstand vor Ort hat einen langen Atem.

Die BI Ahaus organisiert für den 20. Dezember Shuttle-Busse vom Ahauser Bahnhof zum Zwischenlager.

Aber es tut sich noch viel mehr in der Region, denn der Tag X kann sehr schnell vor der Tür stehen. Flexibilität und Wachsamkeit sind Trumpf! Macht mit!

Aktuelle Infos:
www.kein-castor-nach-ahaus.de
www.bi-ahaus.de
www.contratom.de
www.sofa-ms.de
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

siehe unten

kopierer 16.11.2009 - 18:32

aus dem open posting kopiert:



sonntagsspaziergang ahaus, nachbereitung
fiasko 16.11.2009 15:04 die aufarbeitung einer aktion solte nicht unbedingt öffentlich geführt werden, in diesem fall gibt es zumindest an einem punkt die notwendigkeit.
Die sonntagsspaziergänge in ahaus haben eine jahrelange und meißt friedliche tradition, am
15.11.09 war es mal wieder soweit!
über indymedia wurde von wechselnen autorInnen auf aktionen die rahmen des sonntsgsspaziergang stattfinden sollen aufmerksam gemacht. wenn das keine counterstrategie der behörden war, dann war das, milde gesagt, ein sehr unbeholfener versuch öffentlichkeit zu schaffen.


reden ist silber schweigen ist gold, oder anna und arthur haltens maul! wie auch immer
so geht das nicht!


pressebericht der polizei:


"Ahaus - Versammlung der Anti-Atom-Bewegung

Ahaus - 15.11.2009 - 17:56 - Die genehmigte Versammlung begann mit einer Auftaktkundgebung am Ahauser Bahnhof. Im Anschluss formierte sich ein Aufzug in Richtung Ahauser Innenstadt. Nach einer Zwischenkundgebung am Ahauser Rathaus bewegte sich der Aufzug zum Bahnübergang Schorlemer Straße. Der Aufzug verharrte kurzweilig auf dem Bahnübergang, bevor er einige Meter weiter zog und in unmittelbarer Nähe zu diesem Bahnübergang die Abschlusskundgebung stattfand. Für die Dauer der Abschlusskundgebung wurde durch Polizeikräfte der Bahnübergang gesichert. In der Spitze nahmen 140 Personen an der Versammlung teil. Es wurden themenbezogene Transparente („Atomanlagen stilllegen! Atomkonzerne auflösen!“; „Atomkonzerne zerschlagen! Atomtransporte stoppen!“; „der Natur verpflichtet! Wir sorgen uns!“) gezeigt. Symbolisch für einen Castorbehälter wurde am Ende des Aufzuges ein gelber Behälter mitgeführt. Die Teilnehmer setzten sich aus den regionalen Anti-Atom-Bündnissen zusammen. Die Versammlung verlief im Ganzen störungsfrei."


nach den großen ankündigungen ein sehr trauriger bericht.

am 20.12.09 demo in ahaus! castor stoppen! no pasaran!

Am 20.12.09 gehts erst richtig los

Hamburger Junge 17.11.2009 - 10:19

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 3 Kommentare an

Nur 150 Leute? — Grobi

Zahlen — xxx

Das Wetter war sau schlecht — muss ausgefüllt werden