Studiproteste: Elite oder Emanzipation
Eine weitere Welle von Studierendenproteste rollt über Europa, oder zumindest über den deutschsprachigen Raum. Waren die letzten Protestwellen eher geprägt, von elitären StudentInnen, die die Mittel für ihre elitäre Ausbildung nicht gekürtzt haben wollte, finden sich diesesmal auch emanzipatorische Elemente bei den Protesten.
In Österreich ist Antisexismus ein großes Thema innerhalb der Proteste, und auch antikapitalistische Tendenzen lassen sich öfters durchblicken. Insgesamt stehen die Proteste also im Spannungsfeld zwischen Elite und Emanzipation.
Hier sollen Anregungen formuliert werden, für eine emanzipierte StudentInnenbewegung.
In Österreich ist Antisexismus ein großes Thema innerhalb der Proteste, und auch antikapitalistische Tendenzen lassen sich öfters durchblicken. Insgesamt stehen die Proteste also im Spannungsfeld zwischen Elite und Emanzipation.
Hier sollen Anregungen formuliert werden, für eine emanzipierte StudentInnenbewegung.
1. Freie Bildung statt Verwertungslogik
Das Bildungssystem in seiner Gesamtheit muss als Reproduktion von verwertbarer Arbeitskraft erkannt werden. Nicht die Interessen der einzelnen Individuen, bestimmte Dinge zu lernen, stehen im Mittelpunkt, sondern das Interesse des Marktes, auf genormte und genau auf die Anforderungen zugeschnittene „Arbeitskräfte“ aus der Bildungsfabrik geliefert zu bekommen.
Das Dreigliedrige Schulsystem soll Menschen je nach den verschiedenen Anforderungen auf den Arbeitsmarkt zuschneidern, und zwar durchgesetzt mit der Schulpflicht. Sich der Verwertungslogik zu entziehen wird hart bestraft.
Für die Elite sollen dann jene ausgewählt werden, deren Familie bereits zur Elite gehört, oder die am Durchsetzungsfähigsten sind, und bereit sich nebenbei kaputtzuschufften.
Diese Logik der Verwertung von Menschen ist unvereinbar mit Emanzipation. In dieser steht im Mittelpunkt das Interesse der Einzelnen Menschen bestimmte Dinge zu lernen, und sich dieses selber zu organisieren.
2. Eine Analyse des Zusammenhangs von Bildung und Herrschaftsverhältnissen
Es greift zu kurz, lediglich Studiengebühren oder Aufnahmeprüfungen, oder Kürzungen zu kritisieren. Die Grundlogik des Bildungssystems ist faul. Das Bildungssystem ist nicht reformierbar, sondern Teil der bestehenden Herrschaftsverhältnisse, die es anzugreifen gilt.
Konkrete Forderungen an die Unileitung, oder an BildungsministerInnen sind deßhalb Kontraproduktiv. Viel eher sollten die Besetzungen dazu genutzt werden, ein eigenes offenes Bildungsangebot für alle zu gestalten, welches nicht ausgerichtet ist an den Verwertungsinteressen des Systems, sondern an den Interessen, der konkreten Menschen.
Hier konkurieren die Interessen vieler Studierenden mit einer emanzipatorischen Perspektive: Wollen sie doch selber ihre elitäre Stellung durch ihr Studium sichern.
3. Eine Ausweitung der Proteste auf andere Gesellschaftsbereie ist notwendig.
SchülerInnen sollten sich den Protesten anschließen, um gegen die Schulpflicht zu kämpfen.
ArbeiterInnen sollten sich anschließen, und gegen die Ausbeutung der Lohnarbeit kämpfen, u.s.w.
Denn die Logik ist überall die gleiche: Fremde Interessen bedienen sich der Menschen für ihren Profit. Die Selbstentfaltung der Einzelnen wird zerstört und unmöglich gemacht, wo die Unterwerfung unter Marktlogik die Vorraussetzung für alles ist.
4. Die Aktionsformen müssen sich ausweiten.
Jedes halbe Jahr mal die Uni zu besetzten ist ja ganz nett, reicht aber nicht aus, um als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Veränderungen zu dienen. Weitreichendere Aktionsformen müssen her, wie zum Beispiel die dauerhafte Besetzung der Unis und das organisieren von alternativen Bildungsangeboten. Bei Räumung: Dauerhafter Streik!
Das Bildungssystem in seiner Gesamtheit muss als Reproduktion von verwertbarer Arbeitskraft erkannt werden. Nicht die Interessen der einzelnen Individuen, bestimmte Dinge zu lernen, stehen im Mittelpunkt, sondern das Interesse des Marktes, auf genormte und genau auf die Anforderungen zugeschnittene „Arbeitskräfte“ aus der Bildungsfabrik geliefert zu bekommen.
Das Dreigliedrige Schulsystem soll Menschen je nach den verschiedenen Anforderungen auf den Arbeitsmarkt zuschneidern, und zwar durchgesetzt mit der Schulpflicht. Sich der Verwertungslogik zu entziehen wird hart bestraft.
Für die Elite sollen dann jene ausgewählt werden, deren Familie bereits zur Elite gehört, oder die am Durchsetzungsfähigsten sind, und bereit sich nebenbei kaputtzuschufften.
Diese Logik der Verwertung von Menschen ist unvereinbar mit Emanzipation. In dieser steht im Mittelpunkt das Interesse der Einzelnen Menschen bestimmte Dinge zu lernen, und sich dieses selber zu organisieren.
2. Eine Analyse des Zusammenhangs von Bildung und Herrschaftsverhältnissen
Es greift zu kurz, lediglich Studiengebühren oder Aufnahmeprüfungen, oder Kürzungen zu kritisieren. Die Grundlogik des Bildungssystems ist faul. Das Bildungssystem ist nicht reformierbar, sondern Teil der bestehenden Herrschaftsverhältnisse, die es anzugreifen gilt.
Konkrete Forderungen an die Unileitung, oder an BildungsministerInnen sind deßhalb Kontraproduktiv. Viel eher sollten die Besetzungen dazu genutzt werden, ein eigenes offenes Bildungsangebot für alle zu gestalten, welches nicht ausgerichtet ist an den Verwertungsinteressen des Systems, sondern an den Interessen, der konkreten Menschen.
Hier konkurieren die Interessen vieler Studierenden mit einer emanzipatorischen Perspektive: Wollen sie doch selber ihre elitäre Stellung durch ihr Studium sichern.
3. Eine Ausweitung der Proteste auf andere Gesellschaftsbereie ist notwendig.
SchülerInnen sollten sich den Protesten anschließen, um gegen die Schulpflicht zu kämpfen.
ArbeiterInnen sollten sich anschließen, und gegen die Ausbeutung der Lohnarbeit kämpfen, u.s.w.
Denn die Logik ist überall die gleiche: Fremde Interessen bedienen sich der Menschen für ihren Profit. Die Selbstentfaltung der Einzelnen wird zerstört und unmöglich gemacht, wo die Unterwerfung unter Marktlogik die Vorraussetzung für alles ist.
4. Die Aktionsformen müssen sich ausweiten.
Jedes halbe Jahr mal die Uni zu besetzten ist ja ganz nett, reicht aber nicht aus, um als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Veränderungen zu dienen. Weitreichendere Aktionsformen müssen her, wie zum Beispiel die dauerhafte Besetzung der Unis und das organisieren von alternativen Bildungsangeboten. Bei Räumung: Dauerhafter Streik!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
"Wer braucht hier welche Bildung?"
Der kritischen Bildung und Wissenschaft bläst in Zeiten der neoliberalen Umgestaltung ganzer Gesellschaftsbereiche ein harter Wind entgegen. Bildungsinstitutionen werden in funktionalistische Qualifizierungsagenturen überführt und Lernprogramme nach arbeitsmarktbezogenen Verwertungskriterien konzeptualisiert. Der neoliberale Bildungsdiskurs macht sich dabei ehemals kritische Begriffe wie ‚Autonomie‘ und ‚Selbstbestimmung‘ zu eigen, entledigt sie aber ihrer gesellschaftsverändernden Implikationen. Vor diesem Hintergrund ist nach politischen Perspektiven kritischer Bildung und nach kritischen-psychologischen Ansätzen von emanzipatorischen Lernverhältnissen zu fragen, die nicht das Handeln unter bestehenden Bedingungen trainieren, sondern auf Selbstverständigungsprozesse zur Überwindung von Fremdbestimmung und Handlungsbehinderungen zielen.
Radikaler
Hört auf zu studieren - fangt an zu begreifen!
Die Langeweile? Sie trägt jede_r Einzelne von uns mit sich. Das ganze Leben werden wir von ihr berichten können, außer wir machen verrückte Dinge. Doch was scheint uns schon als verrückt? Verrückt ist das was abweicht? Nein, das ist der Moment in dem wir uns fühlen als wären wir frei, sorgenlos und ohne jegliche Pflichten. Es wäre verrückt das zu glauben, doch manchmal verspüren wir ein solch eigenartiges Gefühl, was uns veranlasst für eine kurzen Moment ein Hauch von Freiheit in unser gegenwertiges Gemüt aufzunehmen, manchmal scheint es, als können wir es verinnerlichen. Der Schein trügt.
Und es trügt auch, wenn du in diesem Moment für eine scheinbare bessere Bildung auf die Straße rennst. Die Langeweile schleppst du mit, sie ist in dir, in dem neben dir, in dem hinter dir und dort oben auf dem Lautsprecherwagen ohnehin. Wenn die Studentenvertretung auch dies mal aufruft den eigenen Standort zu schützen, nicht einsieht von der kapitalistischen Warengesellschaft zu sprechen doch im gleichen Zug die Ökonomisierung des Bachelor-Studienganges anprangert, dann wissen wir der Bildungsstreik ist in Würzburg und in allen anderen Städten angekommen. Sich die scheinbar fehlenden Kosten für die Renovierung der Hörsäle am Hubland bei Banken (dem geglaubten alleinigen Verschulder der derzeitigen Finanzkrise einzufordern, ohne das System zu hinterfragen), wie es in der Vergangenheit geschehen ist, zeigt von der regressiven Sichtweise mancher, auch dem der SDS, der Linken und allen anderen – in euren Augen – vielleicht noch zu tragenden Parteien. Den Staat um eine bessere Bildung zu bitten, sollte eigentlich nicht das Anliegen sein, sondern die Forderung nach einem besseren Leben ohne Staat. Kurz gesagt: Ein Leben in dem Produktionsmittel in den Händen der Produzierenden sind und die kapitalistischen Verhältnisse der Vergangenheit angehören. Das ist jedoch nicht der Sinn und Zweck der Reformer/der Parteien, sondern es sollte Bedürfnis aller Menschen sein „[...] alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist." (Marx).
Auch wer sich zum außerparlamentarischen Lager zählt und diese Proteste wie beispielsweise gewisse „Antifas“ oder „Post-Gruppen“ mittragen möchten, bedienen sich doch nur der üblichen ausgelutschten Kampagnenpolitik der Linken Praxis, die nicht reflektiert. Würde sie es, wäre man schon lange zu den Ansichten gekommen diese Demonstration zu verlassen und den Weg mit den spontanen revolutionären proletarisierenden Massen zu finden um für einen wirkliches Begehren einzutreten, das in uns aller liegt! Dieses Verhalten zeigt lediglich die Verzweiflung Vieler, die „etwas machen wollen“.
Dem revolutionären Begehren das wir (die Lohnabhängigen und kommenden Lohnabhängigen, also auch Student_innen und Schüler_innen) vergessen, verdrängt und verloren haben. Dieses Begehren lässt sich wieder finden, in subversiven Praxen innerhalb der spektakulären Warengesellschaft. Lasst uns verrückt sein! Lasst uns ungehorsam sein.
Nutzen wir Menschenansammlung um Unwiderrufliches zu schaffen und den zahlreichen Spinner_innen zu zeigen, das wir die Subjekte sind, die bereits begriffen haben, die wild und wütend sind. Wir sind nicht zu zähmen, nicht durch den Staat, nicht durch die Handlanger_innen und nicht durch eine Studentenvertretung oder irgendwelche Parteien.
Wir begeben uns nicht auf eine Ebene um mit diesen zu diskutieren, wir nehmen nicht ihre legitimierten Mittel an. Wir kritisieren, wenn auch destruktiv, denn die Theorie als Kritik sollte das höchste Gut sein, das wir haben. Die Praxis die sich daraus entwickeln könnte, wäre die einzig wohl angemessene.
gez.
Die Wütenden
17N: Die Zeit der Forderungen ist vorbei!
Ein Gespenst geht um in Europa. Und überall wo es auftaucht, macht sich Panik breit. In den französischen Banlieues, in den griechischen Großstädten und auf den Straßen Neuköllns wurde es schon gesichtet. Ein Heer von Sozialarbeiter_innen, Lehrer_innen, Soziolog_innen, Aufstandsbekämpfungsbullen, Stadtentwickler_innen, Talkshowmoderator_innen, Schmieren-Journalist_innen, Wirtschaftsvertreter_innen und Politiker_innen zerbricht sich den Kopf darüber, wie es gezähmt werden kann. Ihrer Meinung nach ist dort, wo es auftaucht, der gesellschaftliche und soziale "Friede" in Gefahr. Mal heißt das Gespenst "Jugendgewalt", mal "Integrationsdefizit", doch gemeint ist immer die Angst vor einer ständig wachsenden Schicht perspektivloser und wütender Jugendlicher.
Eine Schicht junger Menschen, die in einem maroden Schulsystem ihre Strafstunden absitzen muss, obwohl ihnen jede Hoffnung, durch Bildung die soziale Leiter heraufzuklettern, längst genommen worden ist. Nicht einmal mehr die Vertreter_innen des Schulsystems glauben noch daran, dass die Schule ihnen helfen wird, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Er steht für die meisten von vornherein fest: unten. Das einzige, was die Schule ihnen noch beibringt, ist, ihre Träume zu begraben und ihre Bedürfnisse herunterzuschrauben. Vom Zugang zu den Fleischtöpfen der kapitalistischen Reichtumsproduktion weitgehend ausgeschlossen halten sie sich durch einer Mischung aus Hartz-IV und Kleinkriminalität über Wasser. Oder sie rackern sich zu Hungerlöhnen für ein kleines Stückchen vom Reichtumskuchen den Arsch ab. Aber kaum jemand glaubt noch an das liberale Märchen, nach dem der kapitalistische Arbeitsmarkt für alle, die sich nur genug anstrengen, Wohlstand und Glück bereithält. Vom kapitalistischen Produktionsprozess als "überflüssig" wieder ausgekotzt, vegetiert Mensch in sogenannten "Problemkiezen" vor sich hin, wird von Bullen verprügelt und von Sozialpädagog_innen für sein angebliches Scheitern selbst verantwortlich gemacht. Das macht natürlich sauer. Und zwar richtig sauer.
Damit die Sicherungen nicht durchknallen, wird diese immer größer werdende Masse für den kapitalistischen Markt "unprofitabler" Jugendlicher von einer regelrechten Armee aus Lehrer_innen, Sozialarbeiter_innen, Quartiersmanager_innen, Polizist_innen, Richter_innen, Staatsanwält_innen und Gefängnisswärter_innen dizipliniert und ruhig gehalten. Scheinheilige Integrationsangebote und Sozialprogramme auf der einen, brutale Polizeigewalt, Knast und staatliche Repression auf der anderen Seite sollen einen dazu bringen, die eigene Situation als naturgegeben hinzunehmen und die Fresse zu halten. Doch europaweit häufen sich die Anzeichen dafür, dass dieses System aus "Zuckerbrot & Peitsche" nicht mehr so Recht funktionieren will. Im Herbst 2005 explodierte die Wut der Jugendlichen in den französischen Banlieues, im Winter 2008 erschütterte eine militante Jugendrevolte Griechenland. Und auch anderswo brodelt es. Immer öfter wird deshalb gleich zur "Peitsche" gegriffen. Statt "erzieherische" Maßnahmen für die Jugend zu fordern, ist in Medien und Politik immer häufiger von erweiterten Polizeibefugnissen und dem Wegsperren des "asozialen Gesindels" die Rede. Und auf Worte folgen leider Taten: Für immer mehr proletarische Jugendliche enden die bürgerlichen Glücksversprechen direkt in Jugendknästen, Heimen oder Psychatrien.
Im Zuge der kapitalistischen Weltwirtschaftskrise werden sich die Lebensbedinungen junger Menschen noch weiter verschlechtern. Immer mehr Jugendlichen wird die Perspektivlosigkeit der eigenen Existenz innerhalb kapitalistischer Marktgesetze deutlich. Doch ein Ausweg aus dem Irrsinn eines Wirtschaftssystems, das nicht für die Bedürfnisse der Menschen sondern für den Profit privater Eigentümer_innen produziert, scheint undenkbar. Das einzige, was den Gewerkschaften und der gesellschaftlichen Linken angesichts der aktuellen Krise einfällt, ist, soziale Reformen, Konjunkturpakete und eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte zu fordern. Eine Gesellschaft jenseits von Märkten, Waren, Preis und Mehrwert steht dort leider nicht zur Debatte. Adressat aller Forderungen und Begehrlichkeiten ist der kapitalistische Staat. Die Jugendlichen aus den Vororten von Paris und den "gefährlichen Bezirken" in Athen sind da schon einen Schritt weiter. Sie haben die Sinnlosigkeit des Appellierens an den Staat verstanden. Während der Revolten verzichteten sie auf Formen politischer Repräsentation, stellten keine "konstruktiven" Forderungen sondern artikulierten ihren Unmut über ihre Lebenssituation indem sie sich ein paar "Freudenfeuer" genehmigten. Die Botschaft war eindeutig: "Es geht uns beschissen, wir haben die Schnauze voll!" Die Kraft der Aufstände lag darin, den Schwindel repräsentativer Politikformen begriffen zu haben und sie nicht nachzuahmen. An kein mythisches Kräfteverhältnis appelliert, sondern auf der Straße ein reelles geschaffen zu haben, es selbst zu sein. In den Angriffen auf Polizeistationen, Schulen, Öffentlichen Nahverkehr und Privatautos gaben sie ihrer Wut Ausdruck. Zwar fehlte ihnen eine revolutionäre politische Perspektive, jedoch haben sie begriffen, dass sie sich auf niemand anders verlassen können, als auf ihre eigene Stärke und die ihrer Klasse. Und die Revolten in Frankreich und Griechenland waren nur die Vorboten kommender Aufstände.
Auch in Berlin kommt es in den letzten Jahren immer häufiger zu Protesten, die schwer von der Zivilgesellschaft und der reformistischen Linken zu vereinnahmen sind. Proteste, die der Gesellschaft nichts weiter sagen wollen als ein lautes "Fickt euch". Am 31. Dezember 2008, wenige Tage nach der Revolte in Griechenland, griffen über 1000 Jugendliche eine Polizeiwache im Prenzlauer Berg mit Steinen und Feuerwerkskörpern an, am 1. Mai 2009 kam es in Berlin-Kreuzberg zu den schwersten Ausschreitungen seit langem und Nacht für Nacht gehen Autos in Brand auf. Auch in den vergangenen Schüler_innen- und Studierendenprotesten war eine neue Wut zu spüren. Während die jeweiligen Bündnisse meist klassische Forderungen nach Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, bessere Lernbedingungen und mehr Geld aufstellten, manifestierte sich auf den Straßen und in den bestreikten Schulen die Lust auf konkrete Akte der Verweigerung. In einigen Städten kam es zu Besetzungen öffentlicher Gebäude, Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Lektionen, die uns die französischen und griechischen Jugendlichen erteilt haben, sollten wir für den kommenden Schulstreik beherzigen: Nicht mehr so sehr auf seriöse politische Forderungen zu setzen und sich Medien und Politik als "konstruktiver" Gesprächspartner anzudienen, sondern auf den unvereinnehmbaren, subjektiven und wilden Widerstand. Denn ihr Interesse an unseren Schulstreiks und Forderungen ist geheuchelt. In ihrem System gibt es für uns und unsere Bedürfnisse keinen Platz. Alles was zählt ist unsere Wut.
Wir werden nicht mehr still sein.
Wir werden nicht mehr zuhören.
Pure Hate! Wir sind wütend!
Die Zeit der Forderungen ist vorbei: Schulstreik am 17. November 2009
Unterstützer des Aufrufs: Antifaschistische Jugendaktion Kreuzberg [AJAK], Antifaschistische Initiative Reinickendorf [AIR], Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [arab], Antifaschistische Linke Berlin [ALB]
Weitere Infos: www.schulstreik-berlin.de
Flyer und Plakate können im RedStuff (Waldemarstr. 110, U Görlitzer Bahnhof), Schwarze Risse PBerg (Kastanienallee 85, U Eberswalder Str.) und Schwarze Risse Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, U Mehringdamm) abgeholt werden.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Euere neue Gesellschaft ist bestimmt so toll — wie eure Vorbildfunktion, ADIS!
asdf — fas