Röttgen zu Atommüll - Sarkasmus oder Einfalt?

Wolfgang Ehmke 12.11.2009 09:45 Themen: Atom
In der Wochenzeitung ZEIT äußert sich der neue Umweltminister Nobert
Röttgen erstmals öffentlich zum Themenkomplex Atomkraft und nukleare
Entsorgung: Die nicht gelöste Entsorgungsfrage stelle sich unabhängig
davon, "ob einzelne Kernkraftwerke möglicherweise ein paar Jahre länger
laufen als von der rot-grünen Regierung beschlossen", meint Röttgen. Er
wolle einen schon befriedeten gesellschaftlichen Konflikt nicht wieder
aufflammen lassen.
Für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-
Dannenberg (BI) ist die Äußerung des CDU-Politikers ein desaströser
Einstand. "Wachsende Atommüllberge sind nicht schlimm, die nukleare
Entsorgung ist ohnehin nicht lösbar, oder? - Sarkasmus oder Einfalt - das ist
hier die Frage", kontert die BI, die seit 32 Jahren den Dauerkonflikt um die
ungelöste Atommülllentsorgung und den Standort Gorleben führt.

"Vier Wochen hatten CDU/CSU und FDP Zeit, um sich über die künftige
Energiepolitik zu verständigen. Herausgekommen ist ein Torso. Statt eines
belastbaren Konzepts, wie Energie- und Klimapolitik zusammengehen,
wurde lediglich die Aufhebung der Laufzeitbegrenzung für Atomkraftwerke
beschworen, "kritisieren die Atomkraftgegner." Doch das erschrickt uns
nicht, denn in den acht Jahren, in denen unter Rot-Grün und Schwarz-Rot
der angebliche Atomausstieg stattfinden sollte, hat es nur zwei kleinere
Kraftwerke gegeben, die stillgelegt wurden, Obrigheim und Stade, unter
anderem weil deren Nachrüstung viel zu teuer geworden wäre." Von der
Wahlaussage, dass die AKW-Betreiber von ihren Extragewinnen bei
verlängerten Laufzeiten einen Abgabe zur Förderung der Erneuerbaren
Energien zu entrichten hätten, sei ohnehin nichts Konkretes geblieben, erst
recht nicht mehr die Aussicht auf die Senkung von Strompreisen.
"Jetzt stehen aber einige "Brocken" an, denn ob die Nachrüstung der
Reaktoren aus den siebziger Jahren - dazu gehören die
Siedewasserreaktoren Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg und Krümmel sowie
die Druckwasserreaktoren Biblis A und B, Neckarwestheim 1 und
Unterweser - sich rechnet, ist mehr als zweifelhaft. Wir wagen die
Prognose: der Atomausstieg wird unter Schwarz-Gelb Fahrt aufnehmen. So
wie die Proteste gegen den blanken Lobbyismus der neuen Regierung
schon lange in Fahrt gekommen ist", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20 29439 Lüchow

Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
 buero@bi-luechow-dannenberg.de
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen