Gedenkkundgebung in Essen-Borbeck

AFA 10.11.2009 20:38 Themen: Antifa
Anlässlich des 71. Jahrestages der Reichspogromnacht fand am Montag, dem 9.11.2009, eine von Essener Antifaschist_innen organisierte Kundgebung auf dem Borbecker Platz statt, an der sich etwa 70 Personen beteiligten.
Die Örtlichkeit war dabei nicht ohne Grund gewählt worden, denn erstens wurden 1938 auch in Borbeck Jüd_innen tätlich attackiert und ihre Geschäfte demoliert, wie überall im deutschen Reich. Zudem ist Borbeck nicht erst seit einiger Zeit eine Hochburg der Essener Neonaziszene: Hier wohnen nicht nur zahlreiche Mitglieder der JN/NPD Essen wie Marcel Haliti, sondern es kam auch in den letzten Jahren immer wieder zu rassistisch motivierten Straftaten oder direkten Übergriffen auf vermeintliche oder tatsächliche Linke. Hinter der Wahl des Kundgebungsortes steckte also auch die Motivation, ein klares Zeichen für eine starke antifaschistischen Bewegung zu setzen.

Im Verlauf der Kundgebung wurden Redebeiträge mit unterschiedlichem thematischem Schwerpunkt verlesen, so beschäftigten sich die Redner_innen unter anderem mit dem historischen Verlauf der Reichspogromnacht am Beispiel des Stadtteils Borbeck, mit der Struktur der heutigen Neo-Naziszene in diesem Stadtteil und seiner Umgebung, mit kritikwürdigen Aspekten bundesdeutscher Gedenkkultur und mit modernen Erscheinungsformen des Antisemitismus, der sich heute vor allem in einer vorgeblich "kritischen Haltung" zum Staat Israel zu artikulieren versucht, dabei jedoch allzu oft nur altbekannte Ressentiments wieder auffrischt.

Die Kundgebung selbst verlief friedlich und ohne weitere Zwischenfälle, einzig der Versuch der eingesetzten Polizeihundertschaft, die TeilnehmerInnen abzufilmen, wurde als störend empfunden. Zeitgleich hielten etwa 20 Neonazis in nur rund 100 Meter Entfernung am Germaniaplatz eine Mahnwache in Gedenken an die "Mauertoten" ab, in deren Verlauf es auch zum Einsatz von brennenden Fackeln kam. Hatte die Essener Polizei den Versuch des aus dem Spektrum der "Autonomen Nationalisten" stammenden Essener Neonazis Patrick Friese, vor drei Jahren einen Fackelmarsch anlässlich des Jahrestags der Pogromnacht anzumelden, noch unterbunden, schien es diesmal für die anwesenden Polizist_innen kein Problem darzustellen, den Organisatoren diesen offensichtlich positiven Bezug auf die Ereignisse der Reichspogromnacht zu erlauben. Zu einer irgendwie gearteten Intervention der Polizeikräfte kam es nicht.

Weitere Berichte und die Redebeiträge finden sich unter
http://antifaessen.blogsport.de


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Ergänzungen

Essen Borbeck 9.11

Antifaschist aus essen 14.11.2009 - 13:37
habe die nazis von meiner haustür aus beobachtet anwesend war Claus Cremer Wattenscheid,Andre Zimmer Wattenscheid,Marcel Haliti essen,Lukas schweihoff essen mehr konnte ich leider nicht erkennen weil die polizei mich weggebracht hat

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 5 Kommentare an

es waren 40 — ikke wol

anderswo — Mein Name

wenn das 70 — waren

gähn — hmg