Unibesetzungen in der BRD

Wladek Flakin 09.11.2009 16:51 Themen: Bildung Soziale Kämpfe

Eigentlich sollte es erst am 17. November richtig losgehen mit dem Bildungsstreik. Nun rumort es an den Universitäten aber bereits seit einer Woche. Beeindruckt von den seit mehr als zwei Wochen anhaltenden Besetzungen in Österreich, gingen Studierende in verschiedenen Städten spontan dazu über, Hörsäle zu okkupieren. Sie protestieren damit gegen schlechte Lernbedingungen und vor allem den sogenannten Bologna-Prozeß, der die Bildungspolitik in Europa angleichen soll.


Der Bildungsstreik in der BRD nimmt Fahrt auf bevor es am 17. November richtig losgehen soll: 3 Unis in Bayern streiken. Besetzungen von Unis und deren Hörsäälen fanden statt zwischen dem 9. und 13. November an der FU, an der ASH und an der HU Berlin, an der Uni Bielefeld, in Mainz, in Essen und Duisburg, in Münster, in Dresden, an der Dualen Hochschule in Schwenningen, in Hamburg, in Coburg, in Tübingen, in Aachen, in Landau (Pfalz), in Hildesheim und in Mönchengladbach. Schon am 7.11. fand eine Demonstration in Berlin und am 11.11. eine Sozialismus?-Veranstaltung an der FU Berlin statt. Solidarisch zeigten sich u.a. AktivstInnen aus in Lublin (Poland), Hildesheim und Wiesbaden. Erste Räumungen gab es am 12.11. in Tübingen (2) sowie dagegen eine Solidemo. Es gibt auch eine kritische Zusammenfassung der Proteste.
Unter Uni-Besetzung in Wien... finden sich laufend aktualisierte Ergänzungen...
Die Besetzungswelle begann am Dienstag abend an der Universität Heidelberg, wo rund 150 Studierende zwei Hörsäle übernahmen, gefolgt von Besetzungen an den Universitäten in Münster am Mittwoch mittag und Potsdam am Abend. Am Donnerstag wurden Räume der Technischen Universität Darmstadt, der Universität Marburg, der Akademie der bildenden Künste München und der Universität Tübingen besetzt.

Bereits am Freitag räumte die Polizei in den frühen Morgenstunden das Audimax in Münster und stellte die Personalien von rund 50 Studierenden fest; am Samstag ließ die Unileitung in Marburg ihr Audimax von der Polizei räumen. Auch die Verantwortlichen in Potsdam haben gegen ihre Studierenden Strafanzeige gestellt und drohen mit einer Räumung am heutigen Montag. "Die Kanzlerin, Frau Obst-Hantel, erklärte uns gegenüber, daß die Bereitschaft für einen konstruktiven Dialog nicht mehr gegeben sei, wenn am Montag keine Lehre stattfinden könne. Das Zeichen ist klar, wir müssen nun mit einer Zwangsräumung rechnen", erklärte eine Besetzerin auf Anfrage. Im kaiserlich aussehenden Audimax in Potsdam schliefen am ersten Abend der Besetzung rund 60 Studierende, am zweiten über 100. Es wurden Film- und Diskussionsabende organisiert. Trotz der Räumungsdrohung hat das täglich stattfindende Plenum der BesetzerInnen am Sonntag entschieden, in jedem Fall zu bleiben. Parallel zur Drohung hat die Unileitung auch ein Verhandlungsangebot gemacht – wenn die Studierende die Besetzung freiwillig beenden und damit ihr einziges Druckmittel aufgeben.

Die Besetzungen waren spontan. "Wir vom Bildungsstreik-Komitee haben das überhaupt nicht erwartet", sagte Katja Klebig, eine Aktivistin der Uni Potsdam. "Die Vollversammlung am Mittwoch dauerte vier Stunden lang und die Leute wollten immer noch nicht gehen. So entschlossen wir uns, die Nacht hier zu verbringen." Nicht zuletzt war es eine Liveschaltung nach Wien, die die Anwesenden zu dieser Protestform ermutigte.

In Berlin kam es am Wochenende zu einer ersten Bildungsstreik-Demo. Unter dem Motto "Unser Hahn heißt Schawan" (in Anspielung auf die BildungsministerInnen Johannes Hahn in Österreich und Annette Schawan in der BRD) solidarisierten sich rund 300 SchülerInnen und Studenten mit den Besetzern in beiden Ländern. Auch eine Grußbotschaft von einer ungarischen LehrerInnengewerkschaft wurde verlesen. Auf dem Weg zum Bildungsministerium in Berlin-Mitte hörten die Demonstranten Redebeiträge über die Besetzung in Potsdam, den vor kurzem beendeten Streik der Gebäudereiniger und die Proteste gegen die drohende Schließung von Jugendzentren in den Berliner Bezirken.

Eigentlich sollte der Bildungsstreik erst in der kommenden Woche starten: Am 17. November sind im ganzen Land Demonstrationen angekündigt, und am 10. Dezember soll die Kultusministerkonferenz in Bonn blockiert werden. Bereits für die nächsten Tage sind weitere Unibesetzungen in Planung – selbstverständlich wird sich niemand über konkrete Orte und Termine auf Indymedia äußern.

Termine:


Vollversammlung an der HU Berlin: Mittwoch, 11. November, 16 Uhr, Audimax im HauptgebäudeVollversammlung an der FU Berlin: Mittwoch, 11. November, 12 Uhr, Hörsaal 1a in der Silberlaube

Bericht und Bilder von Wladek Flakin, von der unabhängigen Jugendorganisation REVOLUTION

eine kürzere Version dieses Artikels erschien in der jungen Welt am 9. November 2009

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Ergänzungen

Bald auch an der Uni Köln

unikölnstudi 09.11.2009 - 18:49
morgen den 10.11.09 gibts erstmal ne vollversammlung und am 17.11.09 die demo vorm hauptgebäude. mal sehen obs morgen schon ne hörsaalbesetzung gibt. also alle zur vollversammlung wenn ihr in köln studiert!

Feature zu den allgemeinen Entwicklungen

Expropriateur 09.11.2009 - 18:53

erfolge des bildungsstreiks

jep 09.11.2009 - 20:31
von wegen inhalten, die forderungen finden sich unter:
www.bildungsstreik2009.de

@tagmata, schade dass eure aktionen deiner meinung nach nichts gebracht haben. Der bildungsstreik im juni hat durchaus was gebracht. Lokales beispiel ist dei "abschaffung" der anwesenheitspflicht an der tu dresden. bundesweit wurde der bachelor vorher verteidigt, schavan nannte den protest gestrig, nach dem bs hat niemand mehr den bachelor in seiner form verteidigt...

also der doofe kapitalismus ist zwar immer noch da, aber der bildungsstreik ist die einzige wichtige soziale bewegung in der Brd im jahr 2009 (bisher gewesen)

also arsch hoch kriegen, es geht gerade erst los, unis und schulen besetzen, die letzte warmupwoche hat begonnen!!!

Auch in Dresden

Dresdnerin 09.11.2009 - 20:58
Soeben wurde auch in Dresden ein Hörsaal besetzt. Es handelt sich um den POT81 an der TU.
Es werden noch Mitstreiter_innen benötigt!

ergänzung

marburgerin 09.11.2009 - 22:16
Warum wird die Kritik ("toll toll") versteckt? Selbstzensur?!

In Marburg wurde übrigens am Freitag Nachmittag geräumt, obwohl vom Präsidium offiziell verkündet wurde, dass die Besetzung am Wochenende geduldet wird. Wahrscheinlich hatten sie Schiss, dass es noch mehr Studis werden; eine Bekanntmachung durch Flyern, Schulbesuche etc. ist nämlich shcon angelaufen, weswegen zur Zeit der Räumungsaufforderung nur wenige Leute da waren....

Uni Greifswald besetzt Audimax

Anne 10.11.2009 - 13:46
Seit dem 9.11. ist auch der Audimax in Greifswald besetzt.
Hier wird nun fleißig über die derzeitigen Bildungsverhältnisse informiert und diskutiert.
Mehr Informationen unter:  http://bildungsstreikhgw.wordpress.com/

Organisationsstruktur

Ignanz 10.11.2009 - 16:11

Audimax HU wird gerade besetzt

hu-studi 11.11.2009 - 19:18
nach vv mit 800 studierenden und dem beschluss der besetzung (nur wenige gegenstimmen und enthaltungen) beginnt gerade die besetzung des audimax der hu - ca. 200 menschen da, ein reges kommen und gehen, kommt vorbei, um 21 uhr plenum,

Mobilisierungsvideo zum Bildungsstreik

- 12.11.2009 - 12:43

Bielefeld

Mophux 13.11.2009 - 10:43
Das Audimax der Uni Bielefeld wurde heute (13.11.) morgen um 6 Uhr von der Polizei geräumt.

Besetzungen bereits seit dem 3.11.

m.b. 13.11.2009 - 11:41
Der Text ist nicht ganz richtig, die erste Besetzung in Deutschland (nach denen in Österreich) fand am Di, 3.11. in Heidelberg statt, am 4.11. folgten Münster und Potsdam, Mittwoch drei weitere Unis und am 9./10.11. die oben angeführten. Bitte korrigiert das doch.
(siehe auch www.bildungsstreik2009.de)

Solidarität mit den Bielefeldern - gibt es heute noch eine Demo?
Wir lassen uns nicht unterkriegen.

Audimax Hamburg Update

Besetzter_in 13.11.2009 - 12:51
Update für die Besetztung in Hamburg:
Um 13 uhr ist Plenum --> Alle hin da!
Um 15 uhr bekommen wir Besuch von der Unileitung in Person von Prof.Dr. Gabriele Fischer und/oder Prof.Dr. Holger Fischer. Sie wollen mit uns darüber diskutieren was nach dem Wochenende wird, mit Fokus auf Montag und Dienstag, da dann Unitage sind und einige tausend Schüler_innen die Uni besuchen werden. Wir wünschen uns natürlich ein kultur und Alternativ programm. Was bei der Diskussion rauskommt erfahrt ihr später hier. Wer in Hamburg wohnt unbedingt kommen!!! Es geht uns alle an!

17N: Die Zeit der Forderungen ist vorbei!

ARAB 13.11.2009 - 16:42
17. November: Die Zeit der Forderungen ist vorbei!

Ein Gespenst geht um in Europa. Und überall wo es auftaucht, macht sich Panik breit. In den französischen Banlieues, in den griechischen Großstädten und auf den Straßen Neuköllns wurde es schon gesichtet. Ein Heer von Sozialarbeiter_innen, Lehrer_innen, Soziolog_innen, Aufstandsbekämpfungsbullen, Stadtentwickler_innen, Talkshowmoderator_innen, Schmieren-Journalist_innen, Wirtschaftsvertreter_innen und Politiker_innen zerbricht sich den Kopf darüber, wie es gezähmt werden kann. Ihrer Meinung nach ist dort, wo es auftaucht, der gesellschaftliche und soziale "Friede" in Gefahr. Mal heißt das Gespenst "Jugendgewalt", mal "Integrationsdefizit", doch gemeint ist immer die Angst vor einer ständig wachsenden Schicht perspektivloser und wütender Jugendlicher.

Eine Schicht junger Menschen, die in einem maroden Schulsystem ihre Strafstunden absitzen muss, obwohl ihnen jede Hoffnung, durch Bildung die soziale Leiter heraufzuklettern, längst genommen worden ist. Nicht einmal mehr die Vertreter_innen des Schulsystems glauben noch daran, dass die Schule ihnen helfen wird, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Er steht für die meisten von vornherein fest: unten. Das einzige, was die Schule ihnen noch beibringt, ist, ihre Träume zu begraben und ihre Bedürfnisse herunterzuschrauben. Vom Zugang zu den Fleischtöpfen der kapitalistischen Reichtumsproduktion weitgehend ausgeschlossen halten sie sich durch einer Mischung aus Hartz-IV und Kleinkriminalität über Wasser. Oder sie rackern sich zu Hungerlöhnen für ein kleines Stückchen vom Reichtumskuchen den Arsch ab. Aber kaum jemand glaubt noch an das liberale Märchen, nach dem der kapitalistische Arbeitsmarkt für alle, die sich nur genug anstrengen, Wohlstand und Glück bereithält. Vom kapitalistischen Produktionsprozess als "überflüssig" wieder ausgekotzt, vegetiert Mensch in sogenannten "Problemkiezen" vor sich hin, wird von Bullen verprügelt und von Sozialpädagog_innen für sein angebliches Scheitern selbst verantwortlich gemacht. Das macht natürlich sauer. Und zwar richtig sauer.

Damit die Sicherungen nicht durchknallen, wird diese immer größer werdende Masse für den kapitalistischen Markt "unprofitabler" Jugendlicher von einer regelrechten Armee aus Lehrer_innen, Sozialarbeiter_innen, Quartiersmanager_innen, Polizist_innen, Richter_innen, Staatsanwält_innen und Gefängnisswärter_innen dizipliniert und ruhig gehalten. Scheinheilige Integrationsangebote und Sozialprogramme auf der einen, brutale Polizeigewalt, Knast und staatliche Repression auf der anderen Seite sollen einen dazu bringen, die eigene Situation als naturgegeben hinzunehmen und die Fresse zu halten. Doch europaweit häufen sich die Anzeichen dafür, dass dieses System aus "Zuckerbrot & Peitsche" nicht mehr so Recht funktionieren will. Im Herbst 2005 explodierte die Wut der Jugendlichen in den französischen Banlieues, im Winter 2008 erschütterte eine militante Jugendrevolte Griechenland. Und auch anderswo brodelt es. Immer öfter wird deshalb gleich zur "Peitsche" gegriffen. Statt "erzieherische" Maßnahmen für die Jugend zu fordern, ist in Medien und Politik immer häufiger von erweiterten Polizeibefugnissen und dem Wegsperren des "asozialen Gesindels" die Rede. Und auf Worte folgen leider Taten: Für immer mehr proletarische Jugendliche enden die bürgerlichen Glücksversprechen direkt in Jugendknästen, Heimen oder Psychatrien.

Im Zuge der kapitalistischen Weltwirtschaftskrise werden sich die Lebensbedinungen junger Menschen noch weiter verschlechtern. Immer mehr Jugendlichen wird die Perspektivlosigkeit der eigenen Existenz innerhalb kapitalistischer Marktgesetze deutlich. Doch ein Ausweg aus dem Irrsinn eines Wirtschaftssystems, das nicht für die Bedürfnisse der Menschen sondern für den Profit privater Eigentümer_innen produziert, scheint undenkbar. Das einzige, was den Gewerkschaften und der gesellschaftlichen Linken angesichts der aktuellen Krise einfällt, ist, soziale Reformen, Konjunkturpakete und eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte zu fordern. Eine Gesellschaft jenseits von Märkten, Waren, Preis und Mehrwert steht dort leider nicht zur Debatte. Adressat aller Forderungen und Begehrlichkeiten ist der kapitalistische Staat. Die Jugendlichen aus den Vororten von Paris und den "gefährlichen Bezirken" in Athen sind da schon einen Schritt weiter. Sie haben die Sinnlosigkeit des Appellierens an den Staat verstanden. Während der Revolten verzichteten sie auf Formen politischer Repräsentation, stellten keine "konstruktiven" Forderungen sondern artikulierten ihren Unmut über ihre Lebenssituation indem sie sich ein paar "Freudenfeuer" genehmigten. Die Botschaft war eindeutig: "Es geht uns beschissen, wir haben die Schnauze voll!" Die Kraft der Aufstände lag darin, den Schwindel repräsentativer Politikformen begriffen zu haben und sie nicht nachzuahmen. An kein mythisches Kräfteverhältnis appelliert, sondern auf der Straße ein reelles geschaffen zu haben, es selbst zu sein. In den Angriffen auf Polizeistationen, Schulen, Öffentlichen Nahverkehr und Privatautos gaben sie ihrer Wut Ausdruck. Zwar fehlte ihnen eine revolutionäre politische Perspektive, jedoch haben sie begriffen, dass sie sich auf niemand anders verlassen können, als auf ihre eigene Stärke und die ihrer Klasse. Und die Revolten in Frankreich und Griechenland waren nur die Vorboten kommender Aufstände.

Auch in Berlin kommt es in den letzten Jahren immer häufiger zu Protesten, die schwer von der Zivilgesellschaft und der reformistischen Linken zu vereinnahmen sind. Proteste, die der Gesellschaft nichts weiter sagen wollen als ein lautes "Fickt euch". Am 31. Dezember 2008, wenige Tage nach der Revolte in Griechenland, griffen über 1000 Jugendliche eine Polizeiwache im Prenzlauer Berg mit Steinen und Feuerwerkskörpern an, am 1. Mai 2009 kam es in Berlin-Kreuzberg zu den schwersten Ausschreitungen seit langem und Nacht für Nacht gehen Autos in Brand auf. Auch in den vergangenen Schüler_innen- und Studierendenprotesten war eine neue Wut zu spüren. Während die jeweiligen Bündnisse meist klassische Forderungen nach Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, bessere Lernbedingungen und mehr Geld aufstellten, manifestierte sich auf den Straßen und in den bestreikten Schulen die Lust auf konkrete Akte der Verweigerung. In einigen Städten kam es zu Besetzungen öffentlicher Gebäude, Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Lektionen, die uns die französischen und griechischen Jugendlichen erteilt haben, sollten wir für den kommenden Schulstreik beherzigen: Nicht mehr so sehr auf seriöse politische Forderungen zu setzen und sich Medien und Politik als "konstruktiver" Gesprächspartner anzudienen, sondern auf den unvereinnehmbaren, subjektiven und wilden Widerstand. Denn ihr Interesse an unseren Schulstreiks und Forderungen ist geheuchelt. In ihrem System gibt es für uns und unsere Bedürfnisse keinen Platz. Alles was zählt ist unsere Wut.

Wir werden nicht mehr still sein.
Wir werden nicht mehr zuhören.
Pure Hate! Wir sind wütend!

Die Zeit der Forderungen ist vorbei: Schulstreik am 17. November 2009

Unterstützer des Aufrufs: Antifaschistische Jugendaktion Kreuzberg [AJAK], Antifaschistische Initiative Reinickendorf [AIR], Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [arab], Antifaschistische Linke Berlin [ALB]

Weitere Infos: Berliner SchülerInnen-Initiative "Bildungsblockaden einreißen!" (Aufruf), Bundesweite Bildungsstreik-Website

Flyer und Plakate können im RedStuff (Waldemarstr. 110, U Görlitzer Bahnhof), Schwarze Risse PBerg (Kastanienallee 85, U Eberswalder Str.) und Schwarze Risse Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, U Mehringdamm) abgeholt werden.

und anderswo:

Entdinglichung 13.11.2009 - 17:08
der Kampf an der UC Santa Cruz in Kalifornien geht ebenfalls immer noch weiter:  http://occupyca.wordpress.com/

2.Bundesweiter Bildungsstreik am 17. November

die soziale bewegung am anfang des 21. jhd. 13.11.2009 - 18:28
Am 17.11. gibt es in der gesamten Bundesrepublik den 2. großen Bildungsstreik. Auch in Hessen solidarisiert man sich weiterhin mit den bundesweiten und weltweiten Protesten. Der 17.11. wird es dann auch sein, an dem Universitäten und hoffentlich auch Schulen bundesweit wieder angeeignet werden. Der 17.11. ist also der zentrale Tag X für jede weitere B.

Hier ein Rundschreiben, das verbreitet werden möchte:

2. Bundesweiter Bildungsstreik - Landesweite Demonstration „education is not for sale!“ am 17.11.2009 in Wiesbaden, 11 Uhr Hauptbahnhof

Die Verhältnisse an allen Bildungseinrichtungen werden durch die derzeitige Bildungspolitik immer weiter verschlimmert und sind so nicht länger hinzunehmen. An den Hochschulen machen die Verschulung durch Einführung der starren sowie fremdbestimmten Bachelor- und Masterstudiengänge, damit institutionalisierter Zeitmangel, schlecht ausgestattete Infrastruktur, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und der finanzielle Druck durch bestehende bzw. überall immer wieder drohende Studiengebühren ein freies, selbstbestimmtes Lernen und Leben für Studierende, Lehrende und Angestellte unmöglich.

Viel zu große Klassen, zu wenig und teils nicht pädagogisch ausgebildetes Lehrpersonal, steigender Leistungsdruck, soziale Selektion und fehlende Entfaltungsmöglichkeiten machen zudem die Schule zu einer unbeliebten Institution, die sich massiv auf die Psyche und den Lebensstandard der Schüler_innen auswirkt. Freien Zugang zu Bildung gibt es kaum, an der Schule wird bereits nach der 4. Klasse selektiert und eine Ausbildungsplatzgarantie fehlt vollständig.

Um diese nicht hinnehmbaren Missverhältnisse im ganzen Bildungssystem zu verbessern, demonstrierten bereits im Juni 2009 bundesweit mehr als 270.000 Schüler_innen, Studierende, Auszubildende und weitere von der Bildungsmisere Betroffene gemeinsam.

Einige Monate sind seitdem in Deutschland vergangen, geändert hat sich jedoch nichts. Eine neue Koaltion glaubt mit der Vergabe von Stipendien oder der Deklarierung von Kindergeld als Bildungsausgaben etwas für die Bildung zu tun. Das Motto ist jedoch wieder Elitenförderung statt Bildung für alle. Die Kultusminister_innen haben zwar erkannt, dass der Bologna-Prozess auf viel Ablehnung stößt, haben aber wieder nur schwammige Versprechen und vertröstende Ausreden zur Hand.

Seit über einer Woche haben Studierende in Deutschland begonnen, zentrale Hörsäle in Hochschulen wie Potsdam, Münster, Heidelberg, Marburg, München, Paderborn, Darmstadt, Mönchen-Gladbach, Greifswald, Dresden, Osnabrück, Berlin und Tübingen zu besetzen. (Infos und Organisation auf unsereunis.de) Weitere Besetzungen sind geplant und passieren täglich. Schon davor wurden in ganz Österreich Universitäten besetzt, allen voran das AudiMax in Wien. Die diversen Bildungsstreikbewegungen solidarisieren und internationalisieren sich somit zusehends.

Um sich diesen internationalen Demokratisierungsprozessen anzuschließen und den jeweiligen Forderungen Nachdruck zu verleihen, fordern wir zusammen: Bildung muss selbstbestimmt, demokratisch und für alle frei zugänglich sein, und zwar auf allen Ebenen des Bildungssystems! Landesweit, Bundesweit und Weltweit!

Konkreter fordern wir:

• selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungsdruck und Konkurrenzdruck
• freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren
• öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft unter anderem auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
• Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen, unter anderem durch die gleichberechtigte Besetzung aller Entscheidungsgremien durch die Statusgruppen in allen Bildungseinrichtungen.

Wir rufen daher Studierende, Schüler_innen, Lehrer_innen, Dozent_innen Erzieher_innen, Professor_innen, Auszubildende, Eltern und andere von der Bildungsmisere Betroffene auf, am 17.11. gemeinsam mit Menschen in ganz Deutschland auf die Straße zu gehen und für die Umsetzung dieser Forderungen zu demonstrieren.
Kommt am Dienstag, den 17.11. um 11 Uhr zum Hauptbahnhof Wiesbaden und protestiert kreativ mit bzw. informiert euch über Aktionen vor Ort durch die Bildungsstreik-Internetseiten! (siehe Links unten)

Zusätzlich bzw. alternativ besteht an dem Tag lokal die Möglichkeit, den Bildungsstreik durch die Unterstützung des Frankfurter Sternmarsches der Schüler_innen schon früher und intensiver beginnen zu lassen. Nähere Infos gibts auf der Seite des Jugendbündnisses (  http://www.jugendbuendnis-ffm.de ), auf dem sich auch eine wunderschöne Demo-Routenkarte finden lässt.

Schlussendlich möchte dieses digitale Flugblatt weiterverbreitet werden. Sagt also euren Freund_innen, Kommoliton_innen, Mitschüler_innen, anderen Aktiven und Betroffenen Bescheid, verteilt den Aufruf in Verteilern, in sozialen Netzwerken, auf den Streikseiten, den Straßen und klebt ihn an alle Wände.

gezeichnet:

- Die dezentrale Klebestelle für digitale Plakate und Flugblätter zum Bildungstreik 2009_Hoch2 Plus X

Que vadis, Bildungsstreik?

Taz-Leser 13.11.2009 - 18:43
Entweder der Protest schläft bald ein, oder er wird militanter. So wie ich die deutschen Studierenden kenne eher das erstere. Wer freiwillig aus dem Hörsaal geht ist einfach nur peinlich, wer sich von den Cops wegtragen lässt ist zwar glaubwürdiger, aber immer noch naiv. Ihr müsst die Hörsälle MILITANT gegen Angriffe verteidigen, erst dann wird euch (wirklich) zugehört. Aber denn meisten reicht es woll mal in der Presse erwähnt zu werden. Bleibt zu hoffen das die Schüler härter rangehen...

selbst die bürgerlichen Soziologen empfehlen, mehr militanz:

" Viel Sympathie also - doch wie geht es bei den Protesten weiter? "Es gibt zwei Möglichkeiten", sagt der Sozialwissenschaftler Dieter Rucht der vom Wissenschaftszentrum Berlin der taz: "Entweder, die Studenten demonstrieren ein paar Tage, bekommen von der Politik Recht und am Ende passiert wieder nichts", sagt Rucht, "oder der kritische Punkt ist erreicht und die Proteste bekommen eine neue, militantere Qualität".

Welche der Optionen es am Ende wird, könne er nicht sagen. Jedoch spürten nach seiner Beobachtung viele Studierende, dass man sich bisher leise hinter Banken und Konzerne anstellen musste. Deshalb, sagt Rucht, "würde ich mich nicht wundern, wenn die Proteste heftiger werden".

der ganze Artikel:
 http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/stille-signale-lauter-protest/

Ein guter Aufruf:
 http://www.air.antifa.de/news_091109_schulstreik_171109.html

usa: communique aus einer abwesenden zukunft

übersetzerInnensucher 13.11.2009 - 19:56
Cooler Text von und über Studis in den USA, die am Ende ihrer Ausbildung die gleichen Jobs vorfinden, die sie während dem Strudium auch schon gemacht haben: Nur dass sie kein Geld mehr dafür kriegen, weil sie über alle Ohren verschuldet sind. Ergo trainiert studieren in erster Linie eine guter ProduzentIn und KonsumentIn zu werden, auch ohne Versprechen auf ein besseres, oder auch nur ein ausgesorgtes Leben. Weshalb es keinen Grund mehr gibt, nicht zu kämpfen...

Vielleicht finden sich ja welche, die den Text nicht (so gut) englisch lesenden zugänglich machen könnten. Der ein oder andere Gedanke darin hat auch hierzulande zusehends Relevanz.

 http://www.revolutionbythebook.akpress.org/communique-from-an-absent-future-the-terminus-of-student-life/

Besetzung Audimax Hamburg

Martina Alhinn 13.11.2009 - 21:41

Am Samstag, den 21.11.09 soll ab 16:30 ein Benefizkonzert zugunsten der Fördergemeinschaft des Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V. stattfinden. Siehe www.kinderkrebs-hamburg.de
Ich selbst spiele in dem Orchester mit, das dort unentgeltlich auftreten möchte. Siehe www.hamburg-orchester.de

Können sich die Besetzer des Audimax mit dieser guten Sache solidarisch erklären? Und zwar dahingehend, dass das Konzert stattfinden kann?
Dazu müssten natürlich Bühne und Zuhörerbereich ab 14:00 wegen den Orchesterproben frei zugänglich sein.

Es gab lange Vorbereitungen für das Konzert, dass die Benefizveranstaltung überhaupt stattfinden kann. Es wäre wirklich sehr zu bedauern, wenn wir nach vielen Monaten der Vorbereitung alles abblasen müssten.

Es sind alle Streikenden herzlich zu diesem schönen Konzert eingeladen !!

Ein paar Worte der Kritik

antifa 14.11.2009 - 13:41
Text zur Kritik des Bildungsstreiks:
 http://de.indymedia.org/2009/11/265727.shtml?c=on#c610193

bildungs- und forschungsministerium berlin

eingefärbt 14.11.2009 - 18:36
Pressemeldung
Eingabe: 14.11.2009 - 15:55 Uhr
Hausfassade eines Bundesministeriums beschädigt
Mitte

# 3081

Unbekannte Täter haben vergangene Nacht die Hausfassade des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in der Hannoverschen Straße in Mitte beschmiert.
Der Mitarbeiter einer Wachschutzfirma hatte gegen 5 Uhr mehrere Farbflecken an der Hauswand entdeckt und die Polizei alarmiert. Offensichtlich hatten die Unbekannten die Flaschen mit Farbe gefüllt und an die Wand geworfen. Dadurch ging auch eine Fensterscheibe zu Bruch.
Da eine politische Tatmotivation nicht auszuschließen ist, hat der Polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

(Bullenticker)

Berlin: Gegen das Führungstreffen Wirtschaft!

alle 14.11.2009 - 19:39
Treffen der Ent-Führungskräfte
Fr. 20.11. // 16 Uhr // Innenhof der Humboldt-Universität // Dorotheenstr. 24 // 10099 Berlin //
Bringt Rettungsschirme, Charaktermasken, Pappe, eure Wut und eure FreundInnen mit! //

Zum Thema "Ver-Führung zur Revolte" spricht Antonio Negri (Autor und Aktivist)

Homepage Heidelberg

UnsereUniHD 14.11.2009 - 22:03
Homepage Besetzung Uni Heidelberg

aktuelle termine für bildungsstreik-hessen

neues gespenst 15.11.2009 - 19:15
aktuelle Termine für den Bildungsstreik in Hessen:

- 17. November 2009: Dezentrale, bundesweite Bildungsstreik-Demonstrationen
ab 11 Uhr an allen Hauptbahnhöfen, in allen Städten und überall in ganz Deutschland

für Hessen gilt an diesem Tag zentral: Wiesbaden, 11 Uhr Hauptbahnhof

für Mainz gilt: 11 Uhr Hauptbahnhof

für Darmstadt gilt: 9.30 Uhr Luisenplatz; 10.35 Uhr Hauptbahnhof und von dort nach Wiesbaden Hauptbahnhof

für Marburg gilt: Treffpunkt & Abfahrt 9.​35 Hauptbahnhof (Zug Richtung Frankfurt)

Links:

 http://www.asta.uni-frankfurt.de/aktuell/_node/show/3023775.html
 http://www.unsereunis.de/
 http://www.asta.tu-darmstadt.de/cms/de/news/singlenews/ansicht/aufruf-zur-demonstration-am-17-november-im-rahmen-des-bildungsstreiks/corts/
 http://mainz.akprotest.de/termine/
 http://www.bildungsstreik-marburg.de/education-is-not-for-sale-landesweite-demo-am-17-november

Berufsverband unterstützt Studierende

BDB 16.11.2009 - 16:00
Die neuerlichen Proteste der Studentenschaften finden auch Widerhall
bei den Berufsverbänden. Am 14.11.2009 verabschiedete die
NRW-Landesverbandstagung[1] des größten Berufsverbandes für
Architekten und Ingeniere, dem "Bund Deutscher Baumeister –
Architekten und Ingenieure (BDB)" einstimmig eine Resolution zur
Unterstützung der Studentenproteste. In der Resolution unterstützt
der BDB ausdrücklich die Ziele der Proteste und begrüßt das
Engagement der Studierenden.


Siehe Artikel bei Telepolis:
 http://www.heise.de/tp/blogs/8/146567

Stuttgart und Freiburg auch!

Studi 16.11.2009 - 20:51
Auch Stuttgart und Freiburg ist besetzt! Siehe: http://linksunten.indymedia.org/de/node/13453#comment-3301

Demonstranten stürmen Landtag

antifa.sozialbetrug 17.11.2009 - 14:51
Mit tausenden Demonstranten haben die Studentenproteste gegen Missstände im Bildungswesen einen Höhepunkt erreicht. In Mainz haben Protestler sogar den Landtag gestürmt.


Im Zuge der bundesweiten Proteste gegen Bildungsabbau haben Demonstranten das Abgeordnetenhaus des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz gestürmt und erhebliche Schäden angerichtet. Insgesamt beteiligten sich an den Demonstrationen am Mittwoch in über 70 Städten nach Angaben der Veranstalter rund 240.000 Schüler und Studenten. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bezeichnete die Proteste als gestrig.

Der Sprecher des rheinland-pfälzischen Landtags, Dieter Lang, sagte: "Das sieht aus wie nach einer kleinen Schlacht." Die Eindringlinge hätten Wände mit Parolen beschmiert und Teile einer Ausstellung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls entwendet. Er gehe davon aus, dass Landtagspräsident Joachim Mertes Strafanzeige stellen werde.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) verurteilte die Ausschreitungen: Mit dem Eindringen sei die Demonstrationsfreiheit missbraucht und das öffentliche Eintreten für bessere Bildung diskreditiert worden.
"Geld für Bildung statt für Banken"

Die bundesweiten Demonstrationen unter dem Motto "Geld für Bildung statt für Banken" markierten den Höhepunkt des fünftägigen Bildungsstreiks, der am Freitag mit einer Kundgebung gegen die in Berlin tagende Kultusministerkonferenz enden soll. Die Proteste richten sich gegen Studiengebühren, die Verschulung des Studiums durch Bachelor- und Masterstudiengänge sowie die Schulzeitverkürzung bis zum Abitur. Organisiert werden sie vom Bündnis "Bildungsstreik 2009", das unter anderem von den Gewerkschaften GEW, ver.di und dem DGB unterstützt wird.

Auch in Jena kam es zu Zwischenfällen, als Demonstranten ein Studien- und Prüfungsamt sowie ein Schulamt stürmten. Dabei sind laut Kultusministerium Stühle und Tische umgeworfen und Plakate von den Wänden gerissen worden. In Bielefeld besetzte eine Gruppe von rund 200 Demonstranten zeitweise die Gleise der Stadtbahn, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei der Demonstration in Münster verlangte eine Gruppe von 150 Schülern und Studierenden im Haus der Bezirksregierung ein Gespräch mit Regierungspräsident Peter Paziorek, der Vertreter der Gruppe auch empfing. Darüber hinaus gab es in einigen Städten Sitzblockaden.

Ansonsten verliefen die Demonstrationen größtenteils friedlich. Die größte Veranstaltung fand in Berlin mit 27.000 Teilnehmern statt. Die Polizei zählte allerdings nur 13.000 Menschen. Weitere große Demonstrationen gab es nach Veranstalterangaben in Stuttgart (15.000), Hamburg (13.000) und Göttingen (10.000).
HRK räumt Defizite ein

Bundesbildungsministerin Annette Schavan bezeichnete die Proteste als «gestrig». Denn wer sage, «wir müssen Bachelor- und Master-Studiengänge wieder abschaffen, der nimmt nicht zur Kenntnis, dass Deutschland Teil des europäischen Bildungsraumes ist, dass der Bologna-Prozess alternativlos ist und übrigens mit vielen Chancen verbunden ist», sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk.

Die Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, räumte dagegen Versäumnisse bei der Hochschulreform ein. Im ZDF-Morgenmagazin kündigte sie an, Studiengänge zu überprüfen.
Symbolische Banküberfälle

Am Donnerstag sollen unter dem Motto "Tag des zivilen Ungehorsams" weitere Aktionen wie symbolische Banküberfälle stattfinden. Am Samstag ist eine Großdemonstration in Düsseldorf geplant.

Untersuchungen zufolge fehlen bundesweit rund 30.000 Lehrer. Rund zehntausend Klassen zählen mehr als 30 Schüler. 18 Prozent der Migrantenkinder machen keinen Schulabschluss. Auch an den Hochschulen und Universitäten ist die Situation schlecht: Professoren müssen Hunderte von Studenten betreuen.

BILDUNGSSTREIK-TICKER
 http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about3527-15.html

News des Tages
 http://antifanews.blog.de/2009/11/14/news-tages-7374522/

DRESDEN 13. FEBRUAR 2010
 http://www.myspace.com/506604455

Blogbericht & Fotos von der Demo in Berlin

Kuno 17.11.2009 - 15:09

Fotos aus Berlin

brenna 17.11.2009 - 17:20

Hier ein paar Fotos von der Demo in Berlin:

OSNABRÜCK AUCH BESETZT

fux 18.11.2009 - 14:06
Auch in Osnabrück ist seit dem 12.11.2009 das Gebäude 01 in der Kolpingstrasse in Osnabrück besetzt; da Osnabrück nirgendwo erwähnt wird, halte ich es für angebracht einen kurzen Artikel bei Indymedia rein zu setzten, damit die Leute die täglich vor ihrem Bildschirm hocken dass auch mal mitkriegen. Auf der Seite des Asta der Universität Osnabrück heisst es zur Besetzung am 12.11.2009:

„Gebäude 01 besetzt?! 12.11.2009 17:20
Seit der heutigen Studentischen Vollversammlung der Universität besetzten rund 50 Studierende den Hörsaal E01/E02 im Gebäude 01 (Kolpingstrasse). Ursprünglich war die Vollversammlung nur eine Informationsveranstaltung über den kommenden Bildungsstreik. Eine große Mehrheit der Studierenden sprach sich für einen größeren Aktionsrahmen aus und seit der Versammlung wird spontan der Hörsaal besetzt.
Um 20:00 tagt das Plenum aus allen Studierenden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.“

Die Besetzung wurde vom Präsidium geduldet und sogar bis Dienstag zu gesichert, allerdings wird es wohl länger dauern, da Pläne bis ende des Monats gemacht werden. Die „befreiten“ Hörsäle werden in der Regel von 300 Studieren regelmäßig besucht und es finden AK´s unterschiedlicher Themen statt, es gibt lecker vegane Vokü und genügend Anträge (^^) zum stellen.
An der Demonstration gestern in Osnabrück nahmen ca. 3000 Studenten und Schüler teil, welche lautstark durch die Innenstadt Richtung Rathaus liefen und an den Schulen die Schüler zum mit-demonstrieren bewegen wollten. Die Demo verlief friedlich, auch wenn die Polizei etwas nervös war. Das Rathaus, dass in der Vergangenheit regelmäßig besetzt wurde, war im Vorfeld mit Polizisten an den Eingängen besetzt worden und die netten Mitarbeiter von Stadt und Klau mussten jedesmal die Tür aufschließen und direkt hinter sich wieder zu schließen um aus ihrem Mief zu kommen. Die Gerüchte um eine Festnahme im Zuge der Demonstration konnten von offiziellen Seiten nicht bestätigt werden.
Abschließen bliebe noch die Kritik an Asta und Studierenden, vornehmlich letztere verhalten sich in Osnabrück wie eine ziemlich große StuPa Sitzung, bei der alle Schluckauf haben und lieber über das Einbringen von Anträgen diskutiert wird, anstatt den selbstverwalteten Raum zu nutzen und etwas gegen die Zustände in ihrem Leben, auch außerhalb ihres Studiums was zu ändern. In diesem Sinne besucht die Menschen die dort besetzen und bringt ihnen was zum denken mit ...

Falsche Logik, im falschen Ganzen - Es gibt kein richtiges Leben im Falschen!

A las barricadas!

regensburg zuendelt

barikada 18.11.2009 - 15:06
So eben findet in regensburg die erste vollversammlngs statt.
die erste wortmeldnug kam vom
RCDS-vorsitzenden der regensburger gruppe.
Seine wortmeldung wurde durch sehr kaempferischen
Zwischenrufen gestoert und schlisslich abgebrochen. Ueber besetzung wurde noch nicht abgestimmt,
Aber steht bevor!

Fuer freie bildung mit allen mitteln von und fuer alle!

Interessantes aus den USA

Bei den anderen Gelesen 21.11.2009 - 11:39

FAU Erlangen bessetzt

FAU_Brennt 21.11.2009 - 13:03
Seit Dienstag ist auch das Audimax in Erlangen besetzt und wir stehen in Kontakt mit vielen anderen besetzten Universitäten. Wir bieten Abendprogramm mit Bands und sind momentan auch von der Unileitung geduldet. Auch sorgen wir für Sichtbarkeit in Erlangen mit regelmäßigen Demos um Präsens auf der Straße zu sorgen. Aktuelle Infos gibt es auf  http://faubrennt.de/ und auch im twitteraccount @FAU_BRENNT

Mut Für euch!!!

Keine Ahnung 22.11.2009 - 16:39

Mut Für euch!!!

kaminfeuer 22.11.2009 - 17:12

Redebeitrag FH Erfurt auf Demo in Jena 17.11.

Redner_in 22.11.2009 - 22:16
Redebeitrag der Studierenden der FH Erfurt
zum Bildungsstreik 2009

4.500 Studierende – 150 Professor_innen – 56 Mitarbeiter_innen in der Lehre
keine Stimme im Hochschulrat
nur 3 Stimmen im Senat
nur je 3 Stimmen in den Fakultätsräten

Das ist die Demokratie die sich die Bildungsindustrie in der wir zugerichtet werden vorstellt.

Eine Demokratie und Mitsprache, die von Studierenden in den 68ern erkämpft wurde. Sie wollten keinen „Muff aus 1000 Jahren unter den Talaren“, so ein Ausspruch auf einem Transparent aus dieser Zeit. Damals wurden nach den Protesten die Entscheidungsgremien an den Hochschulen paritätisch, also zu gleichen Anteilen aus Studierenden, Professor_innen und Mitarbeiter_innen, besetzt. Wir Studierenden sahen uns an unserem Ziel - endlich ernst genommen werden. Dies bezog sich nicht nur auf die Mitsprache bezüglich struktureller und finanzieller Entscheidungen, sondern die Lehre begann zunehmends in einer anderen Form stattzufinden. Das Modell des „Nürnberger Trichters“, mit dem Lehrende ihren Schüler_innen Wissen implantierten, wurde abgelöst von einer kooperativen Lehre, diskutierenden Seminargruppen und offenen kritischen Gesprächskreisen, in denen sich Lehrende und Lernende auf einer Augenhöhe begegnen.

Was kann es schöneres geben als kritische Wissenschaft ohne Zeitdruck mit anderen Menschen zu diskutieren und Denkhorizonte zu erweitern? Warum denken wir dann eigentlich, dass diese Demokratie des Bildungssystems uns zurichtet?

Seit den 68ern gab es eine Entwicklung, die auf Abbau von Mitbestimmungs-rechten setzt. Der Zustand der erkämpft wurde konnte nicht gehalten werden. Die Gremien der Hochschulen in denen Entscheidungen getroffen werden sind längst nicht mehr paritätisch besetzt, sondern die Professor_innen haben eine im Hochschulgesetz verankerte Stimmen-Mehrheit zugesprochen bekommen.

Und die Neuausrichtung auf ein Bachelor- und Mastersystem, welches uns Studierenden mit dem Modulsystem mehr Flexibilität bringen sollte, war mit der Forderung nach einer Selbstverantwortung eng verknüpft. Wenn wir jetzt nicht in der Regelstudienzeit bleiben, unser Studium finanziert bekommen oder eine vielzahl von Prüfungen bestehen, sind wir selbst dafür verantwortlich. Diese Struktur soll für uns das Bestmögliche erreichen, alle Eventualitäten absichern und Ressourcen die wir haben eröffnen.
Doch genau das tut dieses demokratische Bildungssystem nicht. Sondern es verlangt von uns eine Unterwerfung unter eine neoliberale Selbstvermark-tungslogik. Nur wer sich Selbst am besten verkauft, am besten anpreist und die Erfordernisse einer marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft umsetzt kann im Bildungssystem durchkommen. All das wurde erst möglich, indem der Staat die Hochschulen, mit der Begründung des neoliberalen Credos der Selbstver-antwortlichkeit, der marktwirtschaftlichen Logik preisgegeben und sich aus der Verantwortung für Bildung zurückgezogen hat. In dieser von wirtschaftlichen Interessen bestimmten Welt hat studentische Mitbestimmung und die ehemals erkämpfte demokratische Hochschule keinen Platz.

Wenn die Demokratie die sie jetzt meinen ist, dass von 4.500 Studierende eine Handvoll Menschen ein Stimmrecht haben, dann wollen wir keine! An dieser Stelle sind wir uns einig – KEINE Demokratie! Sie machen keine und wir wollen keine!
Um aus dieser Falle herauszukommen, bleibt uns als einziger Weg die Erkämpfung von freien Räumen. Deshalb fordern wir freie, selbstbestimmte und emanzipatorische Räume an den Hochschulen, Schulen und überall zur Gestaltung des Lernens, Lehrens und Lebens. Des Weiteren fordern wir eine kritische Wissenschaft, die nicht von der Wirtschaft gelenkt und bestimmt ist und eine Bildung, in der sich jede und jeder selbst verwirklichen kann. Eine Bildung, die zur Autonomie führt und nicht für irgendwen oder für irgendwas konstruiert wird, um in dieser Gesellschaft zu funktionieren. An dieser Stelle senden wir solidarische Grüße an alle Menschen, die sich gegen diese herrschenden Verhältnisse auflehnen, konkret vor Ort an die Menschen des ehemals Besetzten Hauses, ihr sollt wissen, ihr seid nicht allein, wir bleiben immer noch ALLE!
An alle, die sich bundesweit am Bildungsstreik beteiligen, lasst uns gemeinsam für ein besseres Bildungssystem kämpfen, für Solidarität und eine Bildung die in unserer Hand liegt!

Demo in Leipzig

Rektor 22.11.2009 - 23:54
Anlässlich der HRK-Konferenz findet am Dienstag in Leipzig eine große Demo statt.

 https://www.stura.uni-leipzig.de/stura-cms/1458.html

GATS

Pat 24.11.2009 - 03:22
Nicht ganz uninteressant in diesem Zusammenhang ist das GATS-Abkommen.

Zwar nicht ganz neu, aus dem Jahre 2006 - aber noch immer aktuell:

"Bildung als Dienstleistung – das neue Gutachten der Max-Traeger-Stiftung

In einem aktuellen Gutachten der Max-Traeger-Stiftung analysieren Barbara Dickhaus und Christoph Scherrer die potenziellen Auswirkungen von GATS und der EU-Dienstleistungsrichtlinie auf den deutschen Bildungssektor.

Die Bestrebungen zur Deregulierung und Liberalisierung des Bildungswesens im Rahmen der GATS-Verhandlungen und der EU-Dienstleistungsrichtlinie bergen die Gefahr, dass staatliche Handlungsfähigkeit Schritt für Schritt eingeschränkt wird. Wenn sich das Bildungswesen mehr an Kriterien von Handelsfreiheit orientiert, anstatt den Zielen Qualitätssicherung und Chancengleichheit zu dienen, wird die zentrale Bedeutung der Bildung für eine demokratische Gesellschaft mittel- und langfristig untergraben.

Diese Tendenzen werden eindruckvoll in der neuen Studie von Prof. Christoph Scherrer dargelegt, die er im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung der GEW erstellt hat."

--->>  http://www.gew.de/Binaries/Binary29240/GATS_DLRL.pdf

Mini-Petition/Protestmail. Bitte helft mit!

Philsen 24.11.2009 - 09:07

Dortmund

Muli 24.11.2009 - 16:07
Seit Dienstag den 24.11.09 ca. 13h ist der Hörsaal 1 der Emil- Figge- Strasse 50 in Dortmund besetzt.

Kommentar eines der laenger dabei ist

Ya Basta! 25.11.2009 - 16:35
Sehr ausfuehrlicher Kommentar mit vielen Hintergrundinfos und Links gespickt findet sich unter  http://de.indymedia.org/2009/11/266734.shtml
Leider ists ja so, dass immer die eigene Geschichte vergessen wird.
Die Besetzungen haengen weniger mit dem Bildungsstreik als mit der internationalen Vernetzung zusammen. Schade, dass das die Protagonisten in Berlin nicht mitgekriegt haben.

Solidaritätgruss von Zengakuren / Japan

Bartholomäus Ibrahim Bronsteyn 26.11.2009 - 15:50
Zengakuren (jap. 全学連, Abkürzung von 全日本学生自治会総連合 Zen-nihon gakusei jichikai sō rengō, dt. Alljapanischer Allgemeiner Verband der studentischen Selbstverwaltungen) ist eine linke Dachorganisation von Studenten in Japan.

Zengakuren verfasste nun eine Grussadresse an die streikenden deutschen Studentinnen und Studenten, nachdem sie von den massiven Bildungsstreik hierzulande (nicht zuletzt durch den journalistischen Austausch zwischen LZ und verschiedenen japanischen Organisationen) erfuhren.
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Diese Grussadresse wurde auch in der Linken Zeitung veröffentlicht:
 http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7697&Itemid=1
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Ein Solidaritätsgruss von Zengakuren von Japan an die deutschen Kommilitoninen und Kommilitonen, die grossartige Bildungsstreiks kämpfen.

Die Zerstörung der Erziehung durch die neoliberale Offensive ist auch in Japan im vollen Gange so wie in der übrigen Welt.

Die Lage ist zum Beispiel so weit:

Universitätsleitungen sprechen offen vom "Recht des Gewerbes".

In welcher Situation befinden sich die japanischen Studenten dadurch?

Mit einem Satz: Die japanischen Studenten sind an den Rand des Abgrunds gebracht.

Studiengebühren kosten bis zu 1Million Yen pro Jahr (1 Euro = ca 135 Yen). Studenten, die Stipendien erhalten, müssen später das Geld zurückzahlen , das sich manchmal auf 7Millionen Yen beläuft. Das Stipendium, das eigentlich den Studenten helfen sollte, vertreibt sie von der Universität.

Das ist nicht alles.

Die japanischen Studenten sind der Ausdrucksmöglichkeiten beraubt.

Security-Schläger an der Hosei-Uni schlugen Studenten zusammenIn der Hosei-Universität (eine Privatuni) sind seit März 2006 insgesamt 110 Studenten verhaftet worden. Und was haben sie denn getan? Nur das Verteilen von Flugblättern und das Erheben von Proteststimmen gegen die Universitätsleitung.Gegenwärtig sind seit mehr als 6 Monaten 8 Studenten im Gefängnis (in U-Haft). Die Angestellten der Universitätsleitung stellen Tag für Tag den Studenten auf Schritt und Tritt nach:sie machen heimlich Videoaufnahmen und tun uns auch Gewalt an. Die Universitätsleitung arbeitet Hand in Hand mit der Staatsmacht /Staatsgewalt.

Kurz: Die Hosei-Universität verwandelt sich in ein Gefängnis.

Aber wichtig ist, das wollen wir betonen, dass diese hässliche Wirklichkeit der Universität auch das Ende der kapitalistischen Gesellschaft bedeutet. Und die heftige Repression ruft immer heftigere Widerstände der Studenten hervor. Wir betrachten die neoliberale Offensive, Privatisierung der Bildung als Zerstörung von "Danketsu" (Solidaritaet, Einheit, Zusammenhalt auf japanisch) zwischen den Studenten.

Präsentation vor der PresseUnter den Losungen "Nieder mit der Privatisierung der Bildung", "Zurückeroberung unserer Universität und Bildung" und "Wir lassen keinen einzigen Kommilitonen im Stich" kämpfen wir heftige Kämpfe überall in Japan.

Wir konnten im April dieses Jahres eine Kundgebung von 1500 Studenten und Arbeitern auf der Hosei -Universität (Gefängnisuniversität) realisieren. Im Juni konnten wir zusammen mit Doro-Chiba* eine Versammlung und Belagerungsdemonstration um Hosei-Uni veanstalten. Unseren Kampf sehen wir immer gemeinsam mit den Arbeitern und Studenten der ganzen Welt.

Unser Kampf hört nicht auf, bis wir den Kapitalismus endlich umgestürzt haben, letzten Endes.

Wir wollen uns mit den deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen solidarisieren, die grossartige Kämpfe führen. Wir wollen zusammen mit euch diese Gesellschaft verändern.

Hiermit erklären wir, Zengakuren, den Anfang des "Heissen Herbst" auch in Japan.

Mit kampferischen Grüssen von Yohei SAKANO (stellvertretender Vorsitzende von Zengakuren)

Tokio, 23.11.2009

PS:

1.) Dieser Text wurde eigentlich auf japanisch geschrieben und wurde von meinem älteren Freund ins deutsche übersetzt. Deshalb: Falls ihr uns eine Antwort-EMail (return e-mail) schreiben würdet, schreibt bitte auf englisch.Englisch können ein paar Leute einigermassen.

2)Unsere Web-Site ist :  http://www.zengakuren.jp
Unsere Email-Adresse ist : mail_cn001[at]zengakuren.jp)

* Doro-Chiba (National Railway Motive Power Union of Chiba) ist eine einzigartige japanische Lokomotivführergewerkschaft, die hartnäckig und erfolgreich gegen die neoliberale Offensive kämpft.

Weitere Fotos Bildungsstreik-Demo 17. Nov. 09

Umbruch Bildarchiv 27.11.2009 - 11:11

UNI OSNABRÜCK GERÄUMT

fox 27.11.2009 - 17:28
heute morgen gegen ca. 6uhr wurde der besetzte hörsaal e01 des gebäudes in der kolpingstrasse geräumt. präsi rollinger machte damit seine drohungen wahr und stahl sich den freiraum von den studenten zurück mit hilfe des büttels. allerdings verlief der abzug der studenten sehr friedlich, was sogar die polizei verwirrte. eine um 15uhr stattfindende solidemo für schüler und schulbesetzungen, die leider nur mit ca. 30 menschen lief, wurde ein wenig zu einer sponti gegen die räumung. auch hier blieben die osnabrücker ihrem friedensimage treu, auch wenn die weihnachtsmarkt besucher und der kaufwütige rest eher abfallende bemerkungen in richtunge der "bildungslosen" studenten warfen. bleib abzuwarten was die osnabrücker in naher zukunft so treiben ... ausser friedlich zu bleiben

Uni Frankfurt im Ausnahmezustand

(muss ausgefüllt werden) 05.12.2009 - 13:54
Nach drei Tagen erfolgreicher Besetzung und Selbstverwaltung des Casino-Gebäudes am I.G.-Farben Campus der Universität Frankfurt hat der Präsident Müller-Esterl am Mittwoch Abend gewaltsam durch die Polizei räumen lassen. Bereits zuvor hatte er sich gegen einen Dialog mit den Studierenden, und für die Kriminalisierung dieser ausgesprochen.

Seit der Räumung kommt Frankfurt nicht zur Ruhe. Täglich finden Plena mit über 100 Teilnehmenden statt, Donnerstag Abend gab es eine unangemeldete und kraftvolle Demonstration mit über 1000 Teilnehmenden durch die komplette Frankfurter Innenstadt, und für Montag den 7.12. ist eine weitere landesweite Demo um 18 Uhr am KoZ, Uni-Campus Bockenheim Frankfurt, angesetzt.

Aber lest selbst den hervorragend die Situation zusammenfassenden Artikel des Presse AKs vom Protestplenum:  http://de.indymedia.org/2009/12/267986.shtml

Eine Kritik an den Bildungsprotesten

egal 23.12.2009 - 15:33

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toll toll

tagmata 09.11.2009 - 19:17
Nur: was bringt's?

Hörsäle und sogar Verwaltungsgebäude zu besetzen läuft schon seit Jahren. Hab ich auch oft genug gemacht. Hat es *irgendetwas* gebracht? Ja: ein paar sehr engagierten Menschen wurde die politische Arbeit zumindest in Deutschland unmöglich gemacht, weil die Polizei sie irgendwann als "Rädelsführer" entdeckte und ihnen zeigte daß "Repression" bißchen mehr ist als mit OC in eine friedliche Demo nebeln.

Das wogegen ihr grad kämpft, ist das, wogegen ich mit meinen Leuten vor 10 Jahren 10 Jahre lang (sozusagen) gekämpft habe. Offensichtlich ist das, was wir gemacht haben, und wie wir es gemacht haben, zum größten Teil falsch gewesen. Ob grundlegend oder situativ falsch, kann ich nicht entscheiden. Tatsache ist aber, daß das Problem nicht geringer geworden ist, und die Gegenseite evtl stärker, auf jeden Fall nach der BTW halsstarriger geworden ist. Denn sie merkt: Setz auf Dummheit, und du gewinnst. Die Leut verlieren bigtime, aber Schwatz und Geld haben sich für den Menschen nie interessiert, wenn die Leute sie nicht gezwungen haben.

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Ein großes Problem ist Mentalität. Jetzt ist alles supertoll und mensch_Innen rocken den Campus. Aber real sieht es so aus, daß eine wie auch immer geartete Besetzung von was auch immer als "Druckmittel" ein völliger Rohrkrepiere ist. ("Einziges Druckmittel"? Ja habt ihr den Arsch offen? Niemals, NIEMALS solche Assessments in Berichte schreiben. Wenn sie nicht ungebetene Mitleser gezielt verwirren - was im übrigen auch für diesen gilt; have fun ihr Hurensöhne...).

Schaut euch einmal an, was mit den bestimmt mehreren 100 Besetzungsaktionen an den Hochschulen in den letzten >15 Jahren (so lange läuft die "aktuelle" Protestwelle nämlich im Prinzip schon) erreicht wurde.

Viel Spaß beim Suchen: es wurde nämlich ungefähr gar nichts erreicht.

Das größte Probem ist erst mal die Wahrnehmung. Ihr fühlt euch alle superstark wie ihr da zusammengebunkert herumsitzt, aber eins übersieht mensch in dieser Situation *immer*: wie viele Leute NICHT da sind.

Wieviel Studis hats bei euch an der Uni? Wieviele sind jetzt dabei? (Bestimmt haben selbst eure StuPa-Wahlen eine höhere Beteiligung... und damit die studentische Wahlbeteiligung höher ist als *irgendwas* muß schon so einiges passieren).

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Besetzungen als studentische Protestform können viel, aber sie wurden irgendwie ganz falsch angegangen.

Ich glaube, ihr könnt nicht aus dem Dünkel eures universitären Elitedenkens (ihr seid mehr Elite als ihr glaubt; macht euch da mal echt keine Illusionen) die Mißstände des Bildungssystems beseitigen. Das ist ein Prozeß, der draußen - auf der Straße, in der Gesellschaft - stattfinden muß. Denn selbst wenn die Regierung euch jetzt ein paar Milliönchen mehr in den Arsch blasen würde: von woher kommt denn das Geld? Aus der Kriegskasse? Aus den Atomstromsubventionen? Wohl kaum.

Was ihr allerdings definitiv könnt - und wo es mal ganz schwer Sinn macht, irgendwas an der Uni zu besetzen - ist, gegen KONKRETE Mißstände AN EURER UNI zu protestieren. Solche Mißstände finden sich immer, und normalerweise findet sich auch Zweckentfremdung von Geldern für eitlen Plunder und Prestigeobjekte durch die Univerwaltung, die angeprangert werden kann.

Schaut auch mal in den Hochschulordnungen und -gesetzen, was da drinsteht bezüglich der Pflichten eurer Hochschule (das ist ja an den meisten systemisch privatisiert, dh die müssen niemandem mehr wirklich Rechenschaft ablegen - *wenn* dies nicht eingefordert wird) gegenüber den (zahlenden) Studis AKA "KundInnen".

Mit solchen Sachen kriegten wir immer Leute. Haben es leider nie durchgehalten, weil wir glaubten dem Staat die Aufsicht zuzwingen zu können (wenn schon Staat, dann soll er wenigstens was tun...). Aber sie haben die strukturelle Entdemokratisierung durchgedrückt. Die Verantwortung einfach abgelehnt, "Hochschulen: schwimmt oder sauft ab. Aber laßt [Landeshauptstadt] in Ruhe."

Einfach Unterschriftenliste, und dann durch die Veranstaltungen tingeln. Fachsachften: Evaluationen machen. Selbst die gröbsten Daten - wenn sauber erhoben - lassen sich meist in eine formidable Anklageschrift umbauen. Eine Anklageschrift gegen die Bildungsdeform, am Beispiel der Hochschule XY. Bei der ihr mit etwas Aufwand sicher ein Drittel der Studis an eurer HS dazu kriegt, sich in der einen oder anderen Weise dahinterzustellen.

Haut Medien an und zeigt ihnen kaputte Hörsäle, fehlendes Equipment, veraltete Bibliotheken, unsichere Arbeits- und Lernbedingungen. Zeigt es ihnen: "20 Jahre Bildung kaputtgespart und neoliberale Ideologie vor Idealen, das kommt dabei heraus."

Ein Multimedia-Schwarzbuch Neoliberale "Bildungsreform", das wäre etwas fürs Winterhalbjahr (schummriges Fotolicht - optimal!). Und schwupps habt ihr das "System" in seiner ganzen "Pracht" dokumentiert. Und dann klappt's auch mit dem politisch werden und dann machen eure Theorietexte auch Sinn.
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Eine längerfristige Entwicklung, die ich live miterlebt habe, war, daß deutschlandweit die Studiproteste "kraftvoller" wurden, aber ihnen schneller der Atem ausging und die Teilnahmebereitschaft konstant sank. Also ein Trend zu "einmal kurz zuschlagen und das war's erstmal". Mal schauen wie lange es diesmal dauert. Das Wetter sagt: "fickt euch, Studenten". Wenns also der Protest durchkommt, ist er stark und es kann sich echt was bewegen.

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Ich habe ein bißchen den Eindruck, daß sie schneller mit Räumkommandos bei der Hand sind als früher. Sollte im Auge behalten werden; irgendeine Protestbewegung wird vermutlich in nächster Zeit - 15 Monate oder so - brachialst zusammengewichst werden. Es wäre schade, wenn's die Studis wären.

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Vergeßt nicht: ihr sitzt im neoliberalen Höllenschlund Westeuropas. In den USA lachen sie sich kaputt über die Germanen, Obama wiederum ist not amused wegen Afghanistan und so. Tja, Arschkarte gezogen. Andererseits: *wenn* es einen Wandel zum besseren gibt, seid ihr die die es angestoßen haben. Noch'n Grund, sich anzustrengen, es diesmal nicht so wie jedes Mal in lalala und "Vernetzung" die keine ist absaufen zu lassen.

Wie schon öfter erwähnt: "Vernetzung" beim Kurzbesuch und Kneipenbummel am Wochenende. "Strategiedebatten" bei einer Flasche Kaltgetränk im Stadtpark. Formelle Organisationsstruktur so flach wie möglich; nach Möglichkeit keine neuen "harten" Strukturen, und wenn nicht anders möglich dafür alte aufzulösen.

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Dessenungeachtet: Viel Erfolg! Rockt den Campus!

Bourgeoise Wissenschaft wofür ?

Jürgen Schröder 09.11.2009 - 20:07
Für welche Bildung wird da eigentlich gekämpft? Gibt es da auch Inhalte? Oder geht es nur um den freien Weg zum BWL-Master?

An den Universitäten wurde nur selten Freiheit oder irgendetwas Brauchbares gelehrt, sondern meist nur ideologischer Drill betrieben, der freie Zugang zu den Kadettenanstalten und Zuchtstätten des Führungsnachwuchses der Bourgeoisie wird da sicherlich wenig an den Zwecken ändern, auch wenn per Besetzung zeitweise gewaltsam erzwungen.

hehehe

studi 09.11.2009 - 21:53
na das wird der linkspartei ja garnicht schmecken, dass die proteste jetzt schon ausufern :)

bildungsstreik war doch eigentlich dazu da, die lage wieder unter kontrolle von staatlichen parteien zu kriegen - und nun kommt von oesterreich ein aufruf, der eher an den summer of resistance erinnert denn an einen "eintaegigen bildungsstreik"

lasst euch ja nicht vom SDS einlullen - macht was ihr fuer richtig haltet - wenn es sein muss auch strassenblockaden und alles was dazugehoert!
protest darf nicht lenkbar sein

meine solidaritaet habt ihr

die studis sind tatsaechlich schon seit einigen jahren die (leider) einzige ernstzunehmende soziale bewegung in deutschland

Bericht vers. Besetzung HU Berlin

d 10.11.2009 - 10:14
Am 06.11. misslang der Versuch genügend Sympathisanten und Studierende zu sammeln um eine Besetzung der Humboldt-Uni durchbringen zu können. Gegen 23 Uhr hielten sich noch rund 20-30 Personen im Hörsaal auf - ZU WENIG.

Wo ist der Widerstand wenn Freitag die Party ansteht? Wo zur Hölle wart ihr alle? Nichts mit Autonom, nichts mit Studentenmassen, nichts mit Sympathisanten.

Tolle Solidarität haben wir hier mittlerweile...

P.S.: Kommt mit jetze nich mit Repression und dem Argument der Sinnlosigkeit.

68

ziegenzuechter 10.11.2009 - 12:43
vielleicht solltet ihr mal drueber nachdenken woran solche bewegungen scheitern....an elitärem selbstherrlichen gehampel:
wirklich interessant dass euer bildungsstreik sich nur mit themen von hochschulen beschaeftigt....schon mal drueber nachgedacht dass es in jeder schule und in jeder ausbildung ähnliche probleme gibt.
aber is schon klar ihr seid ja die arbeitgeber von morgen und warum sollte man den angestellten von morgen ein bewusstsein für ihr unterdrücktes darsein vermitteln.
ihr seid keine opfer, andere haben probleme einen ausbildungsplatz zu finden wo sie nicht nur verarscht und ausgebeutet werden. ihr jammerd echt auf hohem niveau

@68

neu 10.11.2009 - 14:15
inhalte sind klar erkennbar. sozialrevolutionäre tendenzen verwässern schon seit jahrzehnten den bildungsstreit , und ja - auch lehrlinge und schühler sind mit eingebunden , nur vieleicht irgendwelche maoistischen splittergrüppchen nicht - und das ist auch gut so. man möchte sich nämlich nicht gerne von irgendwelchen auf hohem niveau aggitierenden überbau-
partei und sozialrevolutions - heinis instrumentalisieren lassen . weißte doch.
bildungsblockaden einreißen !!!
macht eure uni kaputt , wir bauen uns dann eine bessere !!!
ja genau - was solls?! da ist doch eh nix mehr zu retten!!!
bevor ich aufhöhr zu studieren weils so ja nich geht , nehm ich noch ein paar bücker mit und zieh in einen höhrsaal ein!!!

@ 68 neu

"maoistisches splittergrueppchen" 10.11.2009 - 17:28
ej aber sonst gehts noch oder?
dein ganzes revolutionärkämpferisches gefasel stammt doch von dir. hast du doch einfach nur in meine aussagen reininterpretiert. so kann man natuerlich jeden leicht diffamieren.
zeig mir eine stelle wo ich nur ein wort von linksextremistischen zeug laber.
würd dir vielleicht gut ins konzept passen is aber nicht so.
und in dem artikel auf den ich geantwortet habe steht null von lehrlingen oder schülern (vielleicht maximal 13 klasse)
sorry aber da haste im eifer des gefechts echt den faden verloren

Elitäre Studis nerven...

Obdachloser Schüler 10.11.2009 - 19:59
Es ist leider ein trauriger Fakt das beim "Bildungsstreik" im Juni und auch jetzt Studierenden vor allem auf ihre eigenen Probleme (Studiengebühren) fokussieren und andere Betroffenengruppen (Schüler, Azubis, Gebäudereiniger) für ihre Anliegen instrumentalisieren. Obwohl die Mehrheit der Beteiligten am Bildungsstreik Schülerinnen und Schüler warn, kommen ihre Forderungen in der öffentlichkeit so gut wie nie vor. Es wird immer nur von "Studierendenprotesten" und "Studiengebühren" in den Medien gesprochen. Das Verhältniss der Asten und autoritären reformistischen Gruppen zu der Schülerbewegung ist ziemlich unolidarisch. Was verwundert, weil die neue Qualität der Proteste der Aufruhr an den Schulen ist, an den Unis läuft verhätnissmässig wenig (Verglichen mit 03, 98 uns 88). Die Beteiligung an den Unis ist eher mau. Jedoch können die Studenten meist besser sprechen, machen profisionellerere Pressearbeit und haben mehr politische Strukturen und Geld. Da nutzen sie um sich in den Vordergrund zu spielen. Die Mehrheit derjenigen auf der Strasse sind jedoch Schüler. Es würde dem Verhältniss sehr gut tun, wenn die Studis sich mal ein bisschen zurücknehmen und versuchen den anderen Gruppen zu helfen, statt sie als "Füllmasse" für ihre Forderungen zu missbrauchen.







@ eltäre studis nerven

68 11.11.2009 - 04:31
glückwunsch, genau meine meinung
les dier bitte meine aussagen zu dem thema dursch. wegen solchen hinweisen wurde ich als maoistischer partei ober heini beschimpft der angeblich andere leute mit aggitimation missbraucht.
traurig aber war, wenn die meisten studis auf dieser seite eins nicht vertragen ist es definitiv kritik, schon garnicht wenn sie von bildungsschwächeren gruppen kommt.
weiter ist aber auch klar dass sie sich damit ihr eigenes grab schaufeln.
des weiteren möchte ich hier ganz klare unterschiede zu rudi dutschke und der frühen bbader gruppe ziehen. die sind gezielt auf lehrölinge und so weiter zugegangen. die meisten ach so aktiven studis von heute sind sich dafür leider viel zu schick oder denken sie waeren weniger glaubwuerdig, wenn sie es mal in allgemeinere formen packen.
traurig traurig über studiengebühren jammern und sich für die belange von lehrlingen und schülern n scheiss interessiern.

selbstzufriedenes abgefeiere nervt

studi 13.11.2009 - 13:09
ihr kriegt aber schon noch in dem ganzen herbeihalluzinieren einer "sozialen Bewegung" mit, dass sich in einer "linken hochburg" wie Berlin mit derzeit ca 111000 Studenten gerade mal wenige hundert zu den Aktionen verhalten und vielleicht 150-250 die Aktionen aktiv tragen, ja?? (keine Missverständnisse: grosse Freude meinerseitas über die 250, die was machen, es geht hier nur um die inszenierte Selbstwahrnehmung auf hippiemedia)

Und es fällt schon noch jemanden auf, dass das bundesweit gerade auch nicht viel besser ausieht ??

Hauptproblem ist doch, das kaum eine übergreifende linke politische Studi-Organisierung jenseits des bekloppten SDS existiert, die in der Lage wäre kontinuierlich eine politische Perspektive an den Unis zu bieten.

Meiner Meinung sind zwei Aktionswochen wie dieses Jahr 2009 einfach nicht zu wuppen. dementsprechend verpufft das ganze in Berlin gerade völlig und geht an der übergrossen Mehrheit auch potentiell kritischer und linker Studenten vorbei.

@selbstzufriedenes abgefeiere nervt

ziegenzuechter 13.11.2009 - 13:39
glückwunsch. vollkommen richtig erkannt. hab mir in heidelberg selbst mal die lage angeschaut...das soll wohl ein witz sein. der einzige grund warum dieses möchtegern gemache wahrgenommen wird sind moderne massenmedien und halt grad mal kein anschlag in absurdistan.
diese völlige kooperation mit den rektoraten.....ja ,ja natürlich herr professor wir sorgen dafür das unsere besetzung zu absolut keinen komplikationen führt...
was soll das, wie naiv kann man denn sein. wie gesgt vor 4 jahren waren die eu bildungsminister in heidelberg. auf der demo waren vielleicht 30 leute von der uni....
dann kamen die studiengebühren und jetzt wird rumgejammert.
echt leute, wenn ihr azubis und schüler haengen lasst, wundert euch nicht wenn eure aktion inh den naechsten tagen im sand verläuft. das ist sicher, da ihr euch den nichtakademischen gegenüber nicht solidarisch verhaltet und die es deshalb mit euch genau so machen werden.
viel spass noch beim abenteuerurlaub uniübernachtung

ja ich weiss ihr werdet diesen artikel auch wieder zu "stellt keine ergänzung da" rücken.
find ich echt beschissen was ihr alles für meinungen aussortiert.
aber klar so kann mans natuerlich auch machen, nur redet euch dann bitte nicht ein dass ihr irgendetwas anderes seid.

Der AStA geizt nicht mit Armutszeugnissen

Ein Parlamentarier 13.11.2009 - 15:37
Vorgestern, am ersten Tag der Besetzung des Audimax der Uni Hamburg, saß ein etwas älterer Herr auf den Rängen und gab an, das letzte mal vor 40 Jahren auf einer Uni-Vollversammlung gewesen zu sein. Damals hätten hier noch sehr viel mehr Leute gesessen, aber alles fange ja mal klein an. Er wundere sich bloß, wo denn eigentlich der AStA wäre. Der habe doch früher immer solche Aktionen vorangetrieben. Lachen und Applaus gab´s dafür von der Vollversammlung.

Auf der gestrigen Sitzung des Studierendenparlaments war es dann mal wieder möglich ein Einblick in die fabelhafte Welt des neoliberalen "Service-AStA" der Uni Hamburg zu bekommen. Kaffee habe man nach Wien geschickt, verkündet AStA-Vorsitzender Séverin Pabsch (Jusos) stolz. Und den Besetzern des Audimax habe man auch Geld gegeben, obwohl man ja nicht mit allen Forderungen d´accord wäre. Auf die explizite Nachfrage, welche Forderungen das denn wären, entgegnet Pabsch, dass man die Forderung nach einer "Abschaffung des Bologna-Prozesses" nicht mittragen könne. Zwar ist in den Forderungen der Audimax-Besetzer immer stets von "Reform des Bologna-Prozesses" die Rede, aber derartige Flugblätter werden wohl im AStA-Trakt nicht alzu aufmerksam gelesen.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt forderte die Opposition die AStA-Koalition auf, mal ihre virtuelle Kampagne gegen Studiengebühren vorzustellen, die auf der letzten Sitzung als Grund dafür herhalten musste, dass eine hamburgweite Unterschriftenkampagne gegen Studiengebühren, die selbst vom Juso- und SPD-Landesvorstand unterstützt wird, vom AStA nicht mitgetragen wird. Aber hier gibt es keinen Redebedarf seitens der AStA-Koaltion. Eine Vollversammlung auf der beide Kampagnen den Studierenden einmal vorgestellt werden sollen findet ebenfalls keine Mehrheit im StuPa. Auch der Aufruf zu einer Demonstration gegen Studiengebühren am 12.12. wird im ersten Wahlgang durch die AStA-Mehrheit abgelehnt. Erst nachdem Zweifel am Ergebnis auftreten wird ein zweiter Wahlgang durchgeführt. Jetzt stimmt die Juso-Hochschulgruppe plötzlich dafür.

Dann folgt ein Antrag der Opposition, eine Solidaritätserklärung mit den Audimaxbesetzern in Wien zu verabschieden. Doch der AStA hat auch hier wieder Probleme mit gewissen Formulierungen. Auch hier heißt es wieder, eine "Abschaffung des Bologna-Prozesses" käme für den AStA nicht in Frage, obgleich auch in der vorliegenden Solidaritätserklärung diese Formulierung nirgendwo auftaucht. Statt dessen gibt es einen Gegenantrag der AStA-Koalition in dem höchst schwammig "Solidarität mit allen Menschen auf der Welt, die für eine bessere Bildung eintreten" bekundet werden soll. Die den Gegenantrag vorstellende AStA-Vorsitzende Aleksandra Szymanski (WiWi-Liste) muss bei dieser Formulierung selbst lachen. Als die Opposition darüber eine Debatte führen will, wird der Gegenantrag plötzlich zurückgezogen und der Antrag auf eine Solidaritätserklärung mit den Audimaxbesetzern in Wien wird letztlich durch die Mehrheit der AStA-Koalition abgelehnt.

Es folgt ein weiterer Tagesordnungspunkt, in dem die Opposition beantragt das Uni-Kino aufzufordern, den Film "Die Feuerzangenbowle" künftig nicht mehr zu zeigen. Der Film ist eine Produktion des Dritten Reiches, verhöhnt in klassisch faschistischer Manier das humanistische Bildungsideal und seine Aufführung dient an der Uni Hamburg alljärlich zu einem öffentlichen Auftreten von Burschenschaftern. Mit großer Empörung weist der AStA-Kulturreferent Timo Hempel (Jusos) den Antrag zurück und deutet "Die Feuerzangenbowle" zu einem subversiven Film gegen das Naziregime um. Dass es seinerzeit der Führer persönlich war, der den Film autorisierte wird hierbei bewusst oder unbewusst ignoriert. Auch der Antrag gegen die Feuerzangenbowle wird duch die Mehrheit der AStA-Koaltion, bestehend aus Jusos, Liberalen, RCDS, WiWi-Liste, Mediziner-Liste, Jura-Liste und Sprachgeist abgelehnt.

Ein zwar absehbares, aber immer wieder erschütterndes Armutszeugnis des AStA der Uni Hamburg.

Bildungsstreik ist nunmal nicht "links"

Sprengnudel 13.11.2009 - 16:58
Was hier in den Ergänzungen heraussticht, ist mal wieder die viel zu hohe erwartung an den Bildungsstreik! Man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass der Bildungsstreik in irgendeiner weise eine "linke" Bewegung sei, auch wenn einige Leute, wie auch die meisten der initiatoren und -innen wohl diesem Spektrum zuzuordnen sind.
Tatsächlich bewegt sich das ganze irgendwo zwischen bürgerlich-spießigem weltverbeserertum und liebchen-alternativem Posthippietum. ABER DAS IST AUCH OKAY SO. Natürlich wäre es mir auch lieber, wenn an den Unis die Revolution ausbrechen würde, dennoch ist es begrüßenswert, wenn aktionsformen wie besetzungen in der Mitte der Gesellschaft ankommen.
Absolute Basics wie Basisdemokratie und Selbstverwaltung werden so praktisch erfahrbar gemacht und das was hier geringschätzig "Abenteuerurlaub" genannt wurde, stellt für viele ein zentrales Erlebnis ihrer politischen sozialisation und evtl. Radikalisierung dar. Das tolle an diesen Besetzungen ist doch, dass zutiefst bürgerliches Gedankengut und radikalstes anarchistisches Denken wie selbstverständlich in einen Austausch geraten.

Das ist doch die eigentliche Chance des Bildungsstreiks: Studierende zu politisieren und zu radikalisieren. Und wenn dazu eine polizeiliche Räumung notwendig ist, auch gut. Und wenn man dazu man einen Schlagstock abkriegen muss auch gut. Mir hat das im nachhinein nicht geschadet.

Und im Ernst: Es werden dauernd Menschen abgeschoben, halb tot geprügelt, für nichts jahrelang eingesperrt, existenzgrundlagen entzogen usw.usw. Ist das deutsche Bldungssystem wirklich das Böse an sich?

WIR SOLLTEN DEN BILDUNGSSTREIK BESSER NUTZEN, UM POTENTIELL WEITREICHENDER INTERESSIERTE ZU ERREICHEN, ANSTAT NUR ZU MOTZEN UND IHN SCHLECHT ZU MACHEN!

Solidarische Grüße
Sprengnudel

Rechtschreibung

Peter 15.11.2009 - 18:47
Der Plural von Hörsaal lautet Hörsäle.
Streikt doch einfach weniger, dann habt Ihr mehr Zeit zum Lesen!

revolutionärer block

revblock 16.11.2009 - 14:41

Hört auf zu studieren, fangt an zu begreifen!

Aufruf zum revolutionären Block auf der Bildungsstreikdemo am 17. November ’09 in Bielefeld

In diesen Tagen werden in ganz Deutschland Unis oder zumindest Teile der Uni besetzt. Auch in Bielefeld fand dies statt. Die Studierenden kritisieren Studiengebühren, das Ökonomisieren der universitären Inhalte und den Mangel an demokratischer Mitbestimmung in der Uni. In diesem Kontext wird oft ein Bildungsideal beschworen, welches nie Leitfaden für die Realität war. Ideale taugen nur wenig die gesellschaftlichen Zustände zu begreifen, um daraus eine Kritik zu formulieren. Übersehen wird die Tatsache, dass Ausbildungsstätten, wie es die Universität eine ist, einem gesellschaftlichen Zweck dienen: Schaffung von leistungsfähigen Arbeitskräften für den Arbeitsmarkt. Die derzeitige Organisierung von Studium und Schulwesen sind durch die Politik sind ein deutliches Zeugnis dafür. Weil dem Staat die Ausbildung in Schule und Uni zu lange dauerte und deswegen zu viel kostete, kürzte er die Ausbildungsdauer und komprimierte die Lehrinhalte. Das Ergebnis ist das derzeitige Bachelor/Master System und die Verkürzung der Schulzeit. Die für die kapitalistisch organisierte Gesellschaft notwendige Konkurrenz der Interessen wird folgerichtig auch in der Uni umgesetzt. Die Studiengebühren sind dabei nur ein weiterer Beleg für die Selektion von künftigen Arbeitskräften. Eine Kritik des Bildungswesens sollte sich nicht auf die derzeitigen Ausformungen desselben beschränken. Beim Erfassen der Funktion, die Bildung in der gesellschaftlichen Verfasstheit einnimmt, wird deutlich, dass das Problem fundamental und das heißt gesamtgesellschaftlicher Natur ist. Wenn überhaupt Forderungen gestellt werden, dann müssen sich diese als organisierte Interessenkonflikte äußern. Wer auf die Einsicht der Herrschenden setzt, kann nur scheitern. Forderungen können nur durchgesetzt werden, wenn ihnen in sozialen Kämpfen durch organisierten Widerstand Nachdruck verliehen wird.
Leute, die das Bildungssystem nicht nur wegen Studiengebühren oder seiner Abschlusssysteme kritisieren, sind dazu aufgerufen sich in einem revolutionären Block auf der Demo zusammenzuschließen, um deutlich zu machen, dass wir die Freiheit zum kapitalistischen Verwertungszwang immer noch scheiße finden.

17.11.09/15:00/Rathaus Bielefeld

Unis selbst schuld

teddy77 26.11.2009 - 15:01
ich weiss nicht, irgendwie kommt mir die ganze diskussion etwas zu spät. wo waren denn die proteste vor ein paar jahren als die neuen studiengänge eingeführt wurden? und warum haben sich die rektoren und studentenvertreter damals nicht stark gemacht für eine bessere praxisnähere umsetzung der neuen studiengänge. warum wird erst jetzt bei schwarz gelb demonstriert?
am grundproblem der mangelhaft finanzierten bildung und vor allem der chancengleichheit, auch was die bildungsfernen schichten angeht, hat sich seit 20 jahren nichts getan.


Message of solidarity from France

French students 26.11.2009 - 19:09
To our brothers and sisters from all over Europe
For the students who occupied their universities

We, students, who have participated in various social movements that have shaken our country in recent years.
We wish to express our admiration and our solidarity in the struggle in which you are engaged.
We know that the struggle in which you are involved is difficult and the worst is certainly coming.
We do not have much to teach you on how to lead your struggle. The only thing that is really important now is to use your movement to build solidarity and friendship between you.
Victory or defeat of a social movement is not an end in itself. This is the beginning of something else, another look at the world around us. What each student learns mobilized on the picket line or in the street, nothing will ever be erased.
What is important is not so much what happened during our struggles but that does not happen.
It is for you to achieve what we attend to be put under construction.

We love you, we're with you,
Dare to struggle, dare to win ...

Some French students