Audimax in Münster geräumt
Das seit zwei Tagen besetzte Audimax in Münster wurde heute morgen ohne vorige Warnung von der Polizei geräumt. Von etwa 50 Personen wurden die Personalien aufgenommen.
Im Juni fand bereits ein bundesweiter Bildungsstreik mit 270.000 Studierenden, Schüler_innen und Lehrenden statt, die u.a. für freie Bildung, selbstbestimmtes Lernen und öffentliche Finanzierung von Bildung demonstrierten. Die Besetzung knüpfte an den Streik an. Die Studierenden wollten vor allem ihren Forderungen nach freiem Bildungszugang und der Demokratisierung der Uni Nachdruck verleihen. Den Hochschultag, an dem 20.000 Schüler_innen aus Münster und Umgebung teilnahmen, um sich in Vorlesungen über verschiedenen Studienfächer zu informieren, nutzten sie ebenfalls, um auf sich aufmerksam zu machen und für den kommenden Bildungsstreik am 17. November zu werben.
Noch heute findet eine Soli-Demo für die Besetzer_innen statt. Treffpunkt ist der Schlossplatz um 18.00 Uhr.
Desweiteren wird dazu aufgerufen, sich am kommenden Montag um 16.00 Uhr auf dem Domplatz zu versammeln, um sich die Uni erneut anzueignen.
Mehr Infos zu den besetzten Unis in Deutschland:
www.unsereunis.de
Noch heute findet eine Soli-Demo für die Besetzer_innen statt. Treffpunkt ist der Schlossplatz um 18.00 Uhr.
Desweiteren wird dazu aufgerufen, sich am kommenden Montag um 16.00 Uhr auf dem Domplatz zu versammeln, um sich die Uni erneut anzueignen.
Mehr Infos zu den besetzten Unis in Deutschland:
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Ergänzungen
Heute Besetzung der HU Berlin
Zu Scheitern und Zukunft des Kommunismus
ab 22 Uhr dann weiträumige Besetzung der HU !
Humboldt-Universität Berlin
Unter den Linden 6 / Bebelplatz
Morgen 07.11., 14 Uhr Soli Demo ab Bebelplatz
Bildung für alle - sonst gib's Krawalle!
Nicht doch am Freitag besetzen!
Ach ja, wie mir ein Vögelchen aus der HU-Verwaltung gezwitschert hat, ging schon ein Anruf von den Cops beim Präsidium der HU ein, die sich bereitwillig als Schutz anbieten und vorschlagen, die Veranstaltung ausfallen zu lassen. Wäre ja ganz in ihrem Sinne.
Deshalb Montag Audimax besetzen und dann weiter schauen!
PM: Audimax in Münster geräumt
06.11.09, Münster. Das Rektorat der Univerisität Münster hat gegen 6.00 Uhr die Besetzerinnen und Besetzer von der Polizei räumen lassen. Die BesetzerInnen hielten den Audimax der Uni Münster besetzt, um ihren Forderungen nach Abschaffung von Studiengebühren und der Demokratisierung “ihrer Hochschule” (
“Zeichen von Schwäche”
Die BesetzerInnen bezeichnen das Rektorat der Universität Münster auf ihrer Homepage als “das uneinsichtigste Rektorat Deutschlands”.
“Die frühe Räumung ist ein Zeichen von Schwäche. Sie zeigt, dass dem Rektorat die Argumente fehlen. Statt mit uns die Uni Münster zu gestalten, setzt es auf Polizeigewalt”, zeigt sich einer der BesetzerInnen enttäuscht. Die BesetzerInnen betonten, dass die Besetzung eine offen Aktion gewesen sei. Studierenden, SchülerInnen, Lehrende, Eltern; allen war der Audimax frei zugänglich. Mit den Hausmeistern habe man in einem freudlichen und kooperativen Verhältnis gestanden.
Dies mit einer Räumung zu quittieren, sei der Beweis, dass das Rektorat keine Diskussion zwischen Gleichgestellten zulassen wolle. “Wer Argumente hat, lässt nicht räumen”, äußerte sich eine Besetzerin. “Wir haben den Verdacht, dass die Rektorin die Besetzung nicht politisch beurteilt, sondern persönlich genommen hat.”
Silja Fehn, Kustodin des Englischen Seminars, meinte, es hätte allezeit ein “entspanntes und freundliches Verhältnis” zwischen ihr und den BesetzerInnen geherrscht.
offen und demokratisch
Durch die Räumung, so die BesetzerInnen, sei einer der wenigen Räume nun verloren gegangen, in dem Menschen offen und demokratisch über Bildungspolitik sprechen konnten. Dennoch müsse die Diskussion um das Bildungssystem von morgen fortgesetzt werden — und zwar auf gleicher Augenhöhe zwischen den DiskussionsteilnehmerInnen; so wie das in den vergangenen zwei Tagen mit hunderen Studierenden und tausenden Schülerinnen und Schüler im Audimax geschah.
Die BesetzerInnen erklärten, ihre Arbeitskreise aufrechtzuerhalten und Arbeit fortsetzen zu wollen. Der aktuellen zunehmend marktgesteuerten Bildungspolitik wollen sie ihre eigenen Ideen und Konzepte entgegenhalten. Die Bildungspolitik, so schrieben sie bereits in ihren Forderungen, müsse darauf ausgerichtet sein, Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft zu verhindern. Der Bildungsprozess müsse hürdenlos ausgestaltet sein und dürfe nicht zu Überlastung und “Bulemielearning” führen. Das Bildungssystem müsse endlich ausreichend öffentlich finanziert werden. Eine Privatisierung der Bildungskosten, so die BesetzerInnen sei keine Lösung, sondern Teil des Problems. Die Vielfalt von Forschung und Lehre sei dringend zu erhalten, weil diese den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess grundlegend ermögliche.
Homepage der BesetzerInnen
Homepage des Bildungsstreiks
Solikundgebung
Freitag (heute), 18 Uhr: Soliaktion (Schlossplatz)
Montag, 16 Uhr: Aktion zur Unianeignung (Domplatz)
Solidarität mit den BesetzerInnen - überall !
Der Bolognaprozess hat es geschafft, den gesellschaftlichen Paradigmenwechsel
einer wild um sich schlagenden neoliberalen Politik nun auch auf die Hochschulen zu übertragen. Universitäten werden hierbei immer mehr zu Humankapital produzierenden Fabriken umstrukturiert, sei es durch eine gesellschaftliche Spaltung in Bildungsklassen, in Form von drastisch steigenden Selektionskriterien oder wirtschaftlich diktierten Interessen in Forschung und Lehre durch eine alarmierende Abhängigkeit von Drittmitteln. Von einem demokratischen, emanzipatorischen und barrierefreien Bildungsanspruch ist nicht einmal im Ansatz die Rede. Der Fehlerkatalog Bologna lässt sich ad infinitum führen.
Doch unsere Kritik ist nicht eine quantitativ begründete Auflistung aller Punkte, die einfach nur falsch oder unzureichend umgesetzt wurden, sondern eine inhaltliche und fundamentale Kritik an einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Unser Kampf gilt somit nicht aussichtslosen Reformen, eines bereits im Ansatz gescheiterten Bildungsprodukts, sondern der kompromisslosen Umwälzung der herrschenden Verhältnisse hin zu einer libertären Gesellschaft, die selbstbestimmtes und solidarisches Lernen, Lehren und Leben ermöglicht. Bedingungen, die Bildung nicht auf einen instrumentalisierten Warencharakter zur Reproduktion bzw. Prekarisierung des gesellschaftlichen Status Quo, reduziert. Daraus resultierend, lehnen wir jegliche Form des Elitismus zur vermeintlichen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit kategorisch ab. Bildung, der nicht ein gesellschaftlich emanzipatorischer Anspruch zugrunde liegt, widerspricht grundsätzlich unserer Vorstellung von freier und somit kritischer Bildung. Nationalstaatliche Grenzen dürfen nie die Grenzen der Solidarität definieren, denn auch wenn es an anderen Orten nicht Universitätsrechts-Änderungsgesetz heißt, sind es die gleichen systematisch
gesellschaftszerstörenden Strukturen, gegen die wir nur gemeinsam solidarisch Widerstand leisten können.
Deshalb erklären wir hiermit unsere uneingeschränkte Solidarität mit den Forderungen der Besetzer_innen insbesondere in Wien und natürlich überall dort, wo der Kampf für ein besseres Leben als ein Kampf gegen den kapitalistisch-menschenverachtenden Normalzustand verstanden wird.
Beste und solidarische Grüße aus Bremen,
Studierende der Uni Bremen
Soli Demo in Innsbruck
Weitere Soli Aktionen werden folgen.
solidarische gruesse
die Sowimax-Besetzer_innen
... auf geht's!
Schade das die Uni Münster ihren Studierenden nicht einen selbstverwalteten Raum gönnt, neben der Baracke (die vom Rektorat ja weiterhin als Dorn im Auge betrachtet wird). Ich hoffe die Betroffenen haben den Mut weiter zu machen und das der Bildungsstreik so weiter geht, wie die Demonstration heute Abend. Die ja laut, kraftvoll und vor allem eine klare Absage an die Ordnungskräfte (Rektorat und Polizei) gewesen ist. Ich hoffe auch, dass jetzt bei den Studierenden, das Bild geschärft worden ist, dass ein Dialog mit dem Rektorat nicht zu einer Verbesserung der Lage der Studierenden beiträgt. Sondern sie sich im Zweifel für den Erhalt des Status Quo einsetzt, ohne dass man ihr das wirklich zur Kritik machen könnte. Ich hoffe der Bildungsstreik geht laut und kraftvoll weiter und die Studierende werden sich ihrer Lage bewusster und solidarisieren sich ihrerseit mit (prekär eingestellten) Arbeiter_Innen, Schüler_Innen, (illegalisierten) Migrant_Innen und sehen ihre individuelle Lage in einem globaler Kontext und schaffen somit eine Basis für eine soziale Bewegung, die dann auch über die Uni hinausgehen kann und vor allem die es schafft gemeinsame Forderungen durchzusetzten.
HER MIT DEM SCHÖNEN LEBEN!
Rektorat blockiert die eigene Universität
Kastrophales Fehlverhalten des Rektorats
Diese Ankündigung hat offensichtlich dazu geführt, dass die Universitätsleitung ihren eigenen Betrieb lahmlegte. Ab 14h war das gesamte Schloss geräumt, die Türen abgeschlossen und alle Veranstaltungen verlegt. Aus MitarbeiterInnenkreisen war zu hören, dass diese Maßnahmen aus Angst vor einer Schlossbesetzung ergriffen wurden. Der Lehrbetrieb wurde durch diese Kurzschlussreaktion wesentlich massiver gestört als es eine friedliche Besetzung jemals vermag. Wir stellen mit Bedauern fest, dass das Rektorat anstelle von Dialog auf unverhältnismäßigen Polizeieinsatz und Konfrontation setzt. So wurden unnötigerweise gegen 16 Uhr auch sämtliche Zufahrtswege zum Domplatz von mehreren Mannschaftswagen der Polizei bewacht. Man hat augenscheinlich Angst vor der offenen Diskussion mit den eigenen Studierenden.
Mangelhafte Dialogbereitschaft
Ein Beispiel: Obwohl Studiengebühren nachgewiesener Maßen junge Menschen vom Studium abschrecken und das Menschenrecht auf Bildung im UN-Sozialpakt festgeschrieben ist, wich die Rektorin im Gespräch mit BesetzerInnen aus: „Über Studiengebühren diskutiere ich nicht.“ „Das ist ein Armutszeugnis“ , so eine Audimax-Besetzerin. „Wenn wir keine Chance haben, in der Uni mitzubestimmen, müssen wir zu Maßnahmen wie der Besetzung von Hörsälen greifen, um uns überhaupt Gehör zu verschaffen“. Die Studierenden sind in allen entscheidungsbefugten Gremien der Universität hoffnungslos unterrepräsentiert und werden konsequent ignoriert.
Die Unianeignung heute
Am heutigen Montag fand entgegen aller Befürchtungen des Rektorats „lediglich“ eine temporäre Besetzung des Hörsaals PC4 für wenige Stunden statt. Sinn dieser „Unianeignung“ war es, Raum zu schaffen für einen konstruktiven Workshop, der den Vorstellungen von freier Bildung gerecht wird. Dass Studierende der Universität die Räume ihrer Hochschule in ihrem Sinne nutzen können, ist eine Selbstverständlichkeit.
Die Forderungen der Besetzung vom Mittwoch bleiben gültig. Polizeigewalt kann die Protestierenden weder einschüchtern noch beschwichtigen. Studierende und ihre Interessen werden auch in Zukunft zentraler Bestandteil des Hochschullebens sein und können nicht übergangen werden.
Eine Lösung der Probleme an den Hochschulen kann nur im uneingeschränkten Dialog auf Augenhöhe mit den Studierenden gefunden werden.
Am Donnerstag, dem 12. November um 18 Uhr treffen sich Interessierte auf dem Domplatz, um sich einen Hörsaal anzueignen. Dies wird so oft und so lange passieren, wie es nötig ist. Unianeignung: Phase 2.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
... — ...
Weiter so! — Bildungsclown
sitzblockade oder randale für besetztes haus? — so streiken sie woanders
schönes leben erkämpfen — etwasmehrrevoltebitte
@ HU Berlin-Vorhaben — Roter Herbst
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@ roter Herbst — Kontroverso
Twitter Vögelchen — Gell
@ Bailan — dein Lehra
Öffentliche Informationspolitik — Bildungsstreik