Anmerkung der Moderationsgruppe: Trotz der Bitte, de.indymedia.org zum Veröffentlichen von eigenen Berichten und selbst recherchierten Reportagen zu nutzen, wurde hier ein Termin, ein Aufruf, die Einladung zu einer Veranstaltung oder die Ankündigung einer Aktion reinkopiert.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia, ein möglichst umfassendes Infoportal incl. Terminkalender anzubieten. Indymedia will eine Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihren eigenen Inhalte bieten. Das Veröffentlichen von Terminen, Aufrufen und Einladungen gehört nicht zu den Zielen des Projektes. Mehr Informationen, warum sich Indymedia nicht zum Veröffentlichen von Terminen eignet, findest Du hier.    Bitte nutze stattdessen die verlinkten Terminkalender-Seiten.

Aktionswochen gegen Antisemitismus 2009

Sozialistix 05.11.2009 17:53
231 Veranstaltungen gegen Antisemitismus

Bereits seit 2004 koordiniert die Amadeu Antonio Stiftung die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus. Ziel der Aktionswochen ist, in den Wochen um den 9. November durch eine Vielzahl von Veranstaltungen auf historischen und aktuellen Antisemitismus aufmerksam zu machen, öffentliche Diskussionen anzuregen und über das Thema aufzuklären.

Was 2004 im vergleichsweise überschaubaren Rahmen von 50 Veranstaltungen begonnen hatte, entwickelte sich bis 2008 zur größten Kampagne gegen Antisemitismus in Deutschland, mit 400 Veranstaltungen die von über 160 Projektpartnern umgesetzt wurden.

231 Veranstaltungen gegen Antisemitismus - Die Amadeu Antonio Stiftung eröffnete heute die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus 2009.
“20 Jahre nach dem Mauerfall ist es wichtig, den aktuellen Antisemitismus in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Der nicht aufgearbeitete Antisemitismus in Ostdeutschland trifft auf einen neuen, gesamtdeutschen und globalisierten Antisemitismus, der sich jugendkulturell Bahn bricht und verschwörungstheoretisch nährt. Er reicht aktuell von globalisierungskritischen, antisemitischen Karikaturen über eine antisemitische Israelfeindschaft bis hin zu Hassdiskussionen über den Nahostkonflikt in den sozialen Netzwerken wie Studi-VZ und facebook. Deshalb sind wir froh, dass die Aktionswochen heute zum sechsten Mal bundesweit stattfinden um eine verstärkte Auseinandersetzung mit Antisemitismus zu ermöglichen” so Anetta Kahane, Vorsitzende der Stiftung.
Anetta Kahane wies darauf hin, dass die Aktionswochen von der Zivilgesellschaft getragen werden und sie sich mehr Engagement von staatlichen Stellen wünsche. I

n diesem Zusammenhang kritisierte sie auch die mangelnde Umsetzung des 9. November-Beschlusses des Deutschen Bundestages zur Bekämpfung des Antisemitismus vor einem Jahr: “Es sollte ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus sein. Doch es bleibt ein Zeichen ohne Folgen. Bis jetzt hat sich gerade mal ein Gremium konstituiert, mehr ist nicht passiert. Es ist peinlich, dass Bundestag und Bundesregierung so lange brauchen, um das Beschlossene zu verwirklichen. Ich bin auch sehr gespannt, wie die im Koalitionsvertrag versprochene verstärkte Bekämpfung gegen Antisemitismus aussehen wird. Das Bundesjugendministerium hat vor einer Woche die Verlängerung der erfolgreichen Modellprojekte gegen Antisemitismus in den Bundesprogrammen gegen Rechtsextremismus überraschend abgelehnt”, so Kahane.

Aktionswochen in 75 Orten mit 231 Veranstaltungen

Die Aktionswochen gegen Antisemitismus finden in 75 Orten mit 231 Veranstaltungen in allen Bundesländern statt. Beteiligte Initiativen setzen sich in Gedenkveranstaltungen, Theater- und Filmaufführungen, Zeitzeugengesprächen und Lesungen mit historischem und aktuellem Antisemitismus auseinander. So wird es beispielsweise vom Sportverein Roter Stern Nordost Berlin e.V. einen Vortrag zu “Antisemitismus im ostdeutschen Fußball” geben, im ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. in Drochtersen-Hüll ein Seminar zu “Antisemitismus & Antiamerikanismus in DDR und BRD”, in der Evangelischen Kirche Sterkrade in Oberhausen eine Theateraufführung des Stücks “Ein ganz gewöhnlicher Jude” und in Leipzig lädt die “Gruppe Gedenkmarsch” alle Bürger dazu ein, in Gedenken an die Reichspogromnacht alle Stolpersteine zu putzen.

Antisemitismus ist nicht nur eine Bedrohung für Jüdinnen und Juden, sondern auch für die Demokratie. Diesen Konsens gilt es immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Das zeigen gerade die jüngsten antisemitischen Übergriffe, wie beispielsweise in Hamburg Ende Oktober: dort konnte ein Film von Claude Lanzmann über Israel nicht gezeigt werden, weil linke Demonstranten den Eingang zum Kino blockierten und Besucherinnen und Besucher mit Gewalt und Beschimpfungen wie “Judenschweine” von der Vorführung fern hielten.

Auch finden sich wieder verstärkt antisemitischen Schmierereien an Häuserwenden in deutschen Städten: Beispiel Eschwege. Dort wurde im Oktober an eine Hauswand in Großbuchstaben “Jude” und “Huso” (für Hurensohn) gesprüht. Auch die Schändung von “Stolpersteinen” ist an der Tagesordnung, wie beispielsweise im August in Berlin Pankow oder im September in Bremen. Sogar Beleidigung oder Bedrohung jüdischer Menschen sind keine Seltenheit: Ende August wurde ein jüdischer Mann und sein Begleiter in Berlin Zehlendorf mit Bierflaschen beworfen und beschimpft und eine Gruppe von Jugendlichen aus Israel in Waren an der Müritz vor wenigen Tagen angegriffen.

Alle Termine der Aktionswochen:  http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/gegen-as/was-tut-die-stiftung/aktionswochen-gegen-antisemitismus/2009/

Infos zur Aktionswochen:  http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/gegen-as/was-tut-die-stiftung/aktionswochen-gegen-antisemitismus/

Die Aktionswochen 2009 bei Facebook:  http://www.facebook.com/Aktionswochen

[Gegen Antisemitismus und Rassismus vorgehen]
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Gedenken an Novemberpogrome in Berlin

Antifa 05.11.2009 - 20:35
Zu den Novemberpogromen gibt es in Berlin mehrere Veranstaltungen:

7. November, 11 Uhr, vor dem Ehemaligen Jüdischen Waisenhaus (Berliner Straße 120/121, nahe U-/S-Bahnhof Pankow): Rundgang zu Stätten ehemaligen Jüdischen Lebens in Pankow. [vvn-bda]

8. November - 12 Uhr - Konrad-Wolf-Straße Ecke Simon Bolivar Straße:
Rundgang in Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome in Hohenschönhausen.
[Antifa Hohenschönhausen]

9. November, 15.30 Uhr, Rathaus Pankow (Breite Str. 24A, 1. Etage): Präsentation der
überarbeiteten Wanderausstellung "Jüdisches Leben in Pankow - Vom Anbeginn zum Neubeginn". Eröffnende Worte und Führung der Ausstellungsmacherin Inge Lammel. [vvn-bda]

9. November, ab 17 Uhr, alljährliche antifaschistische Gedenkdemo in Moabit
(Treffpunkt Mahnmal Levetzowstr.) [AIM]

9. November, 16:30, alljährlicher Schüler_innen Schweigemarsch im Grunewald.
(Treffpunkt Erdener Str./Koenigsallee)
[zum ersten mal mit linken Aufruf von jawuc & jusos CW]

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 6 Kommentare an

@antifa — egal

@antifa — antifa

supi — ...

is schon geil — dan