Projekt: „Unsa Haus-Schule befreit“

Teo Fielmann 04.11.2009 17:52 Themen: Freiräume
Dieser Artikel berichet vom Projekt "Unsa Haus-Schule befreit"!
Eine Hausbesetzung in Wilhelmshaven.
Linke Aktivisten kämpfen um ein kulturelles Zentrum!
Projekt: „Unsa Haus-Schule befreit“

„ Dieses Haus ist besetzt!“ und „Wir bleiben alle!“ war zu lesen auf den Schildern, welche am Samstagmorgen dem 17. Oktober, an der ehemaligen Grundschule Allerstraße, befestigt waren. Schon in der Nacht waren die linken Aktivisten gekommen um die Schilder aufzuhängen und die Schule zu besetzen. „Es war ein klares Signal and die Stadt, die Missstände unserer Stadt nicht länger zu dulden!“ so die Stellungnahme der Aktivisten.
Ein klares Signal, das gaben auch die örtlichen Einsatzkräfte, welche die Besetzung erst am nächsten Morgen durch eine Polizeistreife, bemerkten, in dem sie das Gebäude umstellten und letztendlich räumten. Mehre uniformierte und zivile Polizisten sowie der Staatsschutz waren vor Ort. Zwei Personen wahrscheinlich aus dem linken Spektrum, vermutete man in dem Haus, berichtete der Einsatzleiter. Sie wären durch ein eingeschlagenes Fenster eingestiegen. Eindeutig wissen taten es die Einsatzkräfte nicht.
Jedoch verschafften sich die Einsatzkräfte Gewissheit in dem sie das Haus um 11:45 h räumten. Interessant war die Vorgehensweise der Polizei. Nicht die Einsatzkräfte selbst, sondern 5 Polizeihunde, welche aus Varel geordert wurden, schickte man in die Schule,
um die Lage zu klären. Ca gegen 12:00 h hat die Polizei jedoch feststellen müssen, dass das Haus bereits verlassen war. Eigentlich wollte man das Haus gar nicht verlassen. Jedoch sahen sich die Aktivisten angesichts der bedrohlichen Hunde, nicht in der Lage die Schule zu verteidigen. So gelang es den Aktivisten, trotz der massiven Präsenz der Polizei, dem Haus unbemerkt vor der Räumung zu entfliehen.
Es sei keine Spaßaktion gewesen, sondern ein politisches Statement! erklärten die Aktivisten.
Man wolle nicht länger zu sehen, wie viele öffentliche Gebäude dieser Stadt ungenutzt
verfallen, wenn man sie doch Sinnvoll nutzen könne. In der Tat stehen, seid der Zusammenlegung vieler Grundschulen in Wilhelmshaven, viele ehemalige Schulen ungenutzt herum und verfallen.
Es wäre schon schlimm genug, dass die Schulen überhaupt geschlossen wurden und die Schüler nun unter erschwerten Bedingungen lernen müssten. Die Gebäude jetzt aber auch noch leer verrotten zu lassen wäre nicht eine Beleidigung der Schüler sondern auch Verschwendung von Steuergeldern.
Denn auch für leerstehende Gebäude fallen natürlich Kosten für Endstandhaltung an.
Die Aktivisten hätten das Recht diese Gebäude zu nutzen, da es sich schließlich um öffentliches und damit um Volkseigentum handelte, und damit allen Bürgern gehöre und niemand sonst Verwendung hierfür hätte.
Die Stadt sah das jedoch anders. Sie erhob Anzeige, wegen Hausfriedensbruch!

Dabei hätten die Aktivisten durchaus gute Ideen für die Nutzung solcher Gebäude,
welche sie auch umsetzten, wenn man sie nur ließe. So wolle man ein selbstverwaltetes Kulturzentrum entstehen lassen. Auch wolle man gerne einen „Umsonstladen“ eröffnen, in dem alle möglichen Waren, wie z.B. Kleidung, elektronische Geräte oder Lebensmittel zum Nulltarif angeboten werden würden. Jeder könne dann Dinge, die er nicht mehr benötigte abgeben und ein anderer, welcher diese Dinge benötigte, abholen.
Ein anders Projekt wäre ein Café ohne Konsumzwang, in dem man Gertränke zum Selbstkostenpreis erwerben oder selbst mitbringen könnte. Auch eine Volksküche, kostenloser Rechtsberatung, Sprachkurse, Buchlesungen sowie viele weitere Projekte seien geplant und wären umsetzbar:
Genügend Personen, die mit machen würden, gäbe es schon. so die Aktivisten.
Es gäbe viele Probleme in der Stadt welche einer Lösung bedürften.
Die Kommunalregierung täte aber alles um diese zu vergößern.
Angesicht der Untätigkeit und Willenlosigkeit der Stadt diese Probleme anzupacken,
würden die Aktivisten es nun selbst in die Hand nehmen und rufen alle Bürger dazu auf ihnen dabei zu helfen.
Ganz nach dem Motto:
In Erwägung, dass wir der Regierung
Was sie immer auch verspricht, nicht traun
Haben wir beschlossen, unter eigner Führung
Uns nunmehr ein gutes Leben aufzubaun.
(Bertold Brecht 1935 –Resolution der Kommunarden)
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