HRO: Abenteuer Familienblock

Besucher 03.11.2009 16:15 Themen: Blogwire Kultur
Ein Erlebnisbericht vom gestrigen Fußballspiel in Rostock über Hemmschwellen, Neonazis und Hooliganismus.
Prolog:

Das für gestern Abend angesetzte Fußballspiel des FC St. Pauli gegen den FC Hansa Rostock barg durch das Spektakel um die beiden vorherigen Spiele im September letzten Jahres und im März diesen Jahres eine Menge Brisanz. Da in den Medien und besonders bei Indymedia immer wieder von Neonazis im Fananhang des FC Hansa Rostock berichtet wird, entschloss ich mich, mich auf den Weg nach Rostock zu machen und selbst das Spiel zu besuchen.
Die Platzwahl fiel dabei, in anbetracht der Tatsache, das ich weder zwischen rechten Hooligans noch zwischen St. Pauli-Anhängern sitzen wollte, auf den Rollstuhl-gerechten Familienblock. Als Vorbemerkung sei hier noch angemerkt, das es sich bei diesem Artikel in aller erster Linie um einen Erlebnisbericht aus eigener Sicht handelt, hier also auch nur das angesprochen werden kann, was ich selbst gesehen habe. Es fällt dabei zwangsläufig einiges unter den Tisch.

Der Hinweg...

Auf dem Hinweg gelang es mir bereits am S-Bahnhof Parkstraße einen Blick auf die ankommenden St. Pauli-Fans zu werfen, die allein durch ihre Masse einen imposanten Eindruck hinterliessen. Mehr gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu sehen, da der Bahnübergang für alle Anderen gesperrt war und der Weg zum Stadion noch relativ weit war.
Kurz vor der Ankunft auf der Nordseite des Stadions (Haltestelle Stadion) verlor ich schlagartig meine bis dahin gute Laune, durch einen ekligen Vorfall. Aus einer größeren Gruppe von Hansafans erklang immer wieder das so genannte „U-Bahn-Lied“. Durch die Dunkelheit war es schwierig auszumachen wer und wieviele Leute es gesungen haben, nach näheren Hinsehen würde ich aber schätzen das es drei oder vier Leute innerhalb einer Menge von vielleicht zwanzig Fans war. Drum herum in hörweite befanden sich zu diesem Zeitpunkt neben mir noch einige hundert andere Personen. Ich habe mich da gefragt was die wohl in dem Moment gedacht haben. Niemand schritt ein, auch ich nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies wirklich alle überhört haben doch – und dies ist keine Rechtfertigung sondern eine Erklärung – die gefühlte Hemmschwelle war sehr groß und zwar aus dem Grund, das es zumindest für mich absolut nicht einschätzbar war, wie die ringsherum stehenden anderen Fans auf solch eine Intervention reagieren würden. Ich kann ebenso wenig einschätzen, ob die anderen Anwesenden das gleiche Problem hatten oder ob es ihnen einfach nur egal war, wenn Naziparolen gegrölt werden. Wahrscheinlich war beides der Fall.

Im Stadion...

Eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn begab ich mich schliesslich ins Ostseestadion. Mein Platz war in der Osttribüne, dem sogenannten Familienblock, mit Nichtraucherzone und Plätzen für RollstuhlfahrerInnen. Günstigerweise kam ich hier bis auf Sichtweite (geschätzte 40 Meter) an den Block der Gästefans heran und war trotzdem in der Draufsicht auf den schräg gegenüber liegenden Block 27/27a, in dem sich hauptsächlich Hansa-Ultras aufhalten. Gute Sicht gab es von hier aus auch auf die Südtribüne, von der aus im letzten Jahr die Ausschreitungen gegen den Gästeblock ausgingen.
Doofer Weise hatte eine Gruppe von etwa 10 offensichtlichen Neonazis die gleiche Idee und setzte sich genau vor mir. Insgesamt machte die Gruppe einen sehr asseligen Eindruck, waren sie doch allesamt in Thor Steinar Klamotten und Bomberjacken mit hässlicher Frakturschrift gekleidet. Während sich das Stadion langsam füllte begann es in der Südtribüne und dem Gästeblock bereits zu rumoren. Während auf der einen Seite die St. Pauli-Fans bereits eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn auf der Plexiglas-Wand hockten und eindeutige Gesten zur Südtribüne machten, blieb der „Gegenseite“ diese Option verwehrt, da sie durch eine Kette aus Cops und Sicherheitsdiensten auf Abstand gehalten wurden. Drohgebärden gab es aber auch hier zur Genüge. Einige Dutzend St. Pauli-Fans machten in der folgenden Zeit durch viele kleine „We Hate Hansa“- Schilder auf sich Aufmerksam, was von der sichtlich angetrunkenen Gruppe Neonazis vor mir, mit Rufen wie: „Ihr könnt nichtmal Deutsch, ihr Fotzen!“ und ähnlichem beantwortet wurde. Kurz darauf stürzte einer von ihnen Volltrunken in die Ordnerkette. Eine lustige Szenerie.
Besonders die beiden Blöcke 16 und 15, der Osttribüne, welche am nähesten zur Gästekurve waren, füllte sich zusehends mit Publikum, welches eindeutig nicht den stinknormalen Fans des Familienblocks zuzuordnen ist. Nicht das ich jeden sportlichen Hansafan mit schwarzer Jogginghose und Windbreaker als Nazi denunzieren möchte, aber bei Thor Steinar Klamotten wäre für mich zum Beispiel eine eindeutige Grenze. Wie es in den anderen Ecken des Stadions aussah, konnte ich von meiner Position aus nicht sehen, halte es aber für möglich das es größere Unterschiede gab.

Erste Halbzeit.

Die Erste Halbzeit des Spiels war von Seite der Spieler und auch der Fans eher ereignislos, um nicht zu sagen langweilig. Der Ultra-Block 27/27a zeichnete sich durch Lautlosigkeit aus. Die Leute neben mir meinten, das es da wohl gerade ein Stimmungsboykott gäbe, um gegen den Sicherheitsdienst des Vereins zu protestieren. Auch die Hamburger verweigerten in den ersten 20 Minuten die Stimmung. Meine sachkundigen Sitznachbarn erklärten mir das, mit einem Protest gegen den Fernsehsender DSF. Ansonsten wechselten sich die St. Pauli-Fans mit den Hansa-Fans im gegenseitigen Austauschen von „Who the Fuck is Hansa Rostock“ und „Scheiss St. Pauli“ - Gesängen ab.Erwähnenswert wäre eventuell ein großes Transparent dass in der Kurve zwischen Ost- und Nordtribüne gezeigt wurde. „Rivalität Ja, Gewalt Nein!“. Es mag zwar gut gemeint sein, aber es geht meiner Meinung nach an dem eigentlichen Problem vorbei. Fussballgewalt finde ich nicht prinzipiell problematisch, auch wenn das nicht meine Sache ist. Das Problem sind die Neonazis und Sexisten, von denen diese Gewalt unter anderem ausgeht.

Zweite Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit passierte endlich Mal was. Es wurde nämlich ein Tor geschossen. Leider für den falschen Verein. St. Pauli ging 1:0 in Führung, was die Hamburger Fans mit einer Pyroshow feierten, die eine kurze Spielunterbrechung zur Folge hatte.
Im Block 27/27a wurden im Laufe des Spiels immer wieder große Spruchbanner gezeigt, von denen gut die Hälfte mit sexistischer Kackscheisse treffend beschrieben werden kann. Der Höhepunkt der Widerlichkeit waren für mich die Banner mit der Aufschrift: „Rasiert euch mal die Beine ihr Metro-Punk-Schweine“ und „Könnt ihr uns eure Mütter ausleihen? Wir wollen zum Fasching als Hurensohn gehen“. Wer Schwule, Prostituierte und Punker als Feindbild hat, braucht sich vorher auch nicht mit dem Banner „Wir scheissen auf Politik – wir hassen euch aus Prinzip“ rausreden. Das sind definitiv politische Inhalte und zudem auch noch besonders beschissene. Die gegenüberliegende Nordtribüne komplettierte das Ganze mit „Hurensöhne“-Gesängen.
Die St. Pauli-Fans ergänzten den sowieso schon von Hooliganismus geprägten Charakter ihres Blockes durch das Werfen von Böllern in die Menschenmenge auf der Südtribüne. Nicht dass dies die politisch eindeutig rechten Parolen der Hansafans rechtfertigen würde, doch das medial vermittelte Selbstbild der St. Pauli-Anhänger von friedlichen Fussballfans, welche Gewalt nur zur Notwehr anwenden und in ihren Internetforen oft als Ziel „stets moralischer Sieger zu bleiben“ angeben, entspricht offensichtlich nicht immer der Wahrheit.
Wenn der „moralische Sieg“ jedoch dadurch definiert wird, das man sich politisch sauber verhält, dürfte – abseits der Gewaltdebatte – trotzdem St. Pauli der Gewinner sein.

Dritte Halbzeit.

Nach dem Abpfiff und dem 2:0-Sieg für die Hamburger, ging ich nach draussen auf die Nordseite des Stadions. Wer sich für Fussballrandale interessiert, dürfte hier wohl auf seine Kosten gekommen sein. Da es aber unmöglich war abzuschätzen wieviele bauchrechte Dorftrottel und tatsächliche Neonazis unter der Masse an Hansafans waren, die nun begannen sich eine Straßenschlacht mit den Cops zu liefern, begab ich mich auf den Weg nach Hause.
Unterm Strich kann ich sagen, das ich an dem Abend den Eindruck gewonnen habe, das viele der Berichte von Spielen zwischen Hansa Rostock und St. Pauli, die es immer wieder zu Hauf im Internet zu lesen gibt, die Wirklichkeit - wie ich sie erlebt habe - nur sehr ungenau wiedergeben. Aber das trifft auf meinen Artikel sicher genauso zu. Was das für die Frage nach dem Nazi- bzw. Sexismusproblem mit den Hansafans bedeutet, muss jeder für sich entscheiden. Ich fand' das Ausmaß an Regressivität und Schwachsinn unter den Fans sehr erschreckend, hatte allerdings auch nicht viel anderes erwartet.
Die einzigen die wohl zufrieden waren, dürften die Fernseh- und Zeitungsreporter gewesen sein. Hatten sie doch schliesslich die Bilder bekommen, die sie haben wollten und sehr eilig – teilweise noch während des Spiels – ihre Berichte zuende geschrieben. So kam es dass die Ostsee-Zeitung zum Beispiel schöne Randalebilder abgedruckt hat, aber nur von einer 1:0-Niederlage zu berichten weiss.

Ich würde mich freuen, wenn sich vielleicht noch andere Berichte von Besuchern des Spiels anfinden, die aus anderen Teilen des Stadions berichten.

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Ergänzungen

Auch wenn es dich stört..

ErgänzerIn 03.11.2009 - 16:44
Aber die St. Pauli Fans haben gestern von Anfang an Flaschen, Böller und Pyros geworfen... auf dem Weg zum Bahnhof in Hamburg, auf dem Weg zum Stadion in Rostock und natürlich auch im Stadion.
Und das völlig ohne Provokation von irgendwem..

Böller auf Nazis??

HansHamburg 03.11.2009 - 18:46
Die haben nicht nur Böller auf angebeliche Nazis geworfen! Dort standen/saßen auch Frauen,Kinder, Familien. Solange Pyro im eigenen Block bleibt habe ich ja auch nichts dagegen, aber wenn man anfängt die Scheiße auf umstehende Leute zuwerfen, ohne zu wissen wen man da trifft, dann finde ich das nicht mehr lustig. Oder letztes Wochenende wo sich einige "Fans" von St. Pauli am Hamburger Hbf getroffen haben um ein paar Hansa Fans die aus Duisburg kamen zu "begrüßen". Feige Affen, mit 50 Mann ein paar Leute auflauern.... . St.Pauli ist ganz bestimmt nicht besser als Rostock und schon lange nichts besonderes mehr. Wer nämlich "Gameboy Schutzhüllen" mit St. Pauli Emblem verkauft, ist genau so ein kommerzgeiler Club wie jeder andere auch.... .

Andere Sichtweise

Polithooligan 03.11.2009 - 19:12
Ich war im 24a, also zwischen dem Pöbel aus Hamburg und den Suptras von 27a. Trotz intensiver in Augenscheinnahme waren keinen offensichtlichen Nazis in meiner Sichtweite zu erkennen. TS-Träger konnte ich nach dem Spiel vereinzelt beobachten. Zu Beginn gab es erst einmal Polizeirandale bei die Berliner Einheiten sich wie immer besonders hervortaten. Sinnlose Prügelorgien gegen Fans die mit der Karte in der Hand um Einlass begehrten. Doch auch der Anhang des FCH zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Er flogen ein paar dutzend Flaschen gegen die Polizei und auch der ein oder andere Böller wurde gezündet und 10 Minuten später sangen dann alle im Chor 'Fussballfans sind keine Verbrecher'. Auch hier wurde versucht das U-Bahnlied anzustimmen, jedoch zischte es sofort aus allen Ecken, dass die Leute die Schnauze halten sollten - man sei hier schließlich nicht mehr in den 90er. Das Spiel fasse ich mal zusammen: Hansa hatte sich einige gute Chancen erarbeitet war aber wie schon so oft nicht in der Lage den Ball unterzubringen. St. Pauli zeigte mit dem Freistoß eine schöne Variante die auch so gleich zum Erfolg führte. Beim 0:2 fasste man sich schon ein bisschen an den Kopf und fragte sich wozu der FCH überhaupt Abwehrspieler aufstellt.
Zu den Spruchbänder: Einige fand ich witzig, wie etwa Pro Mieterhöhung Schanzenviertel, das mit Linksfaschisten war natürlich absolut daneben. Metrosexuelle Punker, die sich die Beine rasieren sollen, war jetzt sicherlich nicht die Offenbarung in Hinsicht Niveau, aber da gibt es sicher schlimmeres - was natürlich keine Ausrede sein soll. Für die größte Verärgerung sorgte aber wohl dem Vernehmen nach Geschichte mit der Puppe. Weil vor einiger Zeit ein USP'er vom Zaun gefallen ist und sich dabei wohl erheblich verletzt hat, wurde dieses Szenario mit HIlfe einer Puppe nachgestellt.
Was man bisher so aus dem St.Pauli Umfeld hört, stellten diese wohl eine deutlich niedrige Anzahl von Nazis fest als noch bei der letzten Begegnung, was auch allgemein aus Rostocker Sicht so bestätigt wird.
Anschließend gab es noch zünftige Fussballrandale wo die Polizei jedoch stehts die Oberhand behielt.
Schöner Abend, gerne wieder. Das nächste mal holen wir die drei Punkte ;)



u bahn lied

icke 03.11.2009 - 19:50
ick kannte bzw kenne dit nich, hab ma ge-googelt:

"Das Oberlandesgericht Rostock fällte im Juli 2007 ein Urteil zum U-Bahn-Lied (Aktenzeichen: 1 Ss 80/06 I 42/06). Die Richter entschieden, dass im Absingen des U-Bahn-Liedes mit dem Text: "Ihr könnt nach Hause fahrn, Ihr könnt nach Hause fahrn. Eine U-Bahn, eine U-Bahn bauen wir, von St. Pauli bis nach Ausschwitz, eine U-Bahn bauen wir," keine Volksverhetzung nach § 130 StGB vorliege."

via info riot

/ http://www.inforiot.de/artikel/erschrecken-ueber-u-bahn-lied)

Bericht aus Rostock

- 04.11.2009 - 13:08
hier auch ein sehr ausführlicher und einigermaßen differenzierter bericht aus rostocker sicht:

 http://amispecial.wordpress.com/2009/11/03/jenseits-von-gut-und-bose-oder-sie-kriegen-drei-minuten-dann-sind-sie-weg/

zum thema steinar-hotten: ich war auf der südtribüne anwesend und habe dort nicht eine von denen gesehen, was schon ein bisschen überraschend war.

Presseschau

Zugelesen 04.11.2009 - 14:46
Hier gibt es einige Anmerkungen zur Nachbereitung des Spiels in der Lokalpresse und durch die Polizei:

 http://useless.blogsport.de/2009/11/04/feindbild-links/

Nach

denken 04.11.2009 - 15:17
Es soll tatsächlich linke und antifaschistische Hansa-Fans geben, manchen ist sogar die Feindschaft zu St. Pauli zuwider. Diese haben sich nicht freiwillig ausgesucht, dass es rechte Hansa-Fans gibt und ebenfalls nicht, dass diverse Nazis aus ihren Löchern gekrochen kommen, wenn einmal im Jahr St. Pauli in Rostock aufschlägt. Einige dieser Leute haben in den letzten Jahren erreicht, dass die Nazi-Problematik an Brisanz verloren hat und die Hansa-Kurve für die örtliche rechte Szene keinen besonderen Reiz mehr ausübt. Das sollte man im Übrigen anerkennen, wenn sich Linke in so einem Umfeld versuchen zu behaupte und damit Nazis das Wasser abgraben und verhindern, dass Leute über die Fanszene ihre rechte politische Sozialisation erfahren.
St. Pauli ist mit seiner Politik-Thematisierung bei diesem Derby (Tapeten bei den letzten beiden Spielen: "Wie spielt es sich für Rassisten?" und ""Follow your leader - do it like Rieger") zwar nicht verantwortlich für rechte Vorfälle auf Hansa-Seite, aber sie machen es den linken Hansa-Fans damit schwerer: Umso mehr das Duell politisch aufgeladen wird, umso mehr nutzen es Nazis weiterhin als ihre Bühne. Abgesehen davon trifft diese Stigmatisierung aller Hansa-Fans als Nazis auch viele, die das wahrlich nicht verdient haben. Aus demselben Grund ist auch der Wurf von Feuerwerkskörpern und Bengalos in Rostock-Blöcke nicht gutzuheißen. Es ist nicht sicherzustellen, dass dadurch nur Nazis getroffen werden können.
Hier noch ein Tipp für einen interessanten Artikel:  http://www.bleib-passiv.de/beitraege/mediales/119-krawall-journalismus.html

Aus Hamburger Sicht

Hamburger 04.11.2009 - 15:57
Hallo,
ich war im Sonderzug und logischerweise auch im Gästeblock. Dass auf dem Weg zur DKB-Arena gezündet wurde stimmt und ist für mich absolut okay. War schön anzusehen und hat keinen gestört, auch die Cops habens über sich ergehen lassen. Vorm Stadion mussten wir, wie in der Vorrunde, wieder Ewigkeiten warten bis sich die Ordner dazu bequemten uns zu kontrollieren. Ich wurde komplett durchgefilzt und abgeklopft, so eine gute Massage hatte ich noch nie. Danach die Treppe hoch, eine eklige Bratwurst gegessen (wobei 2,30 Euro echt okay sind und rein in den Block. Auf der Südtribüne direkt neben uns waren Massen an Cops und Sicherheitspersonal, dahinter Hansafans. Für mich eindeutig wieder das gleiche Kaliber wie bei der letzten Begegnung in HRO. Stiernacken in Windbreaker, etwas älter, fiese Fressen und der ach so geile "Scheiss St. Pauli" Schal in den Händen. Diese Gruppe von gut 40-50 Assis hat unentwegt in unsere Richtung geguckt, beleidigt und mit den Händen irgendwelche "Wichs-Gesten" gemacht. Einfach nur unappetitliche Säcke.
Zum Familienblock: Auch da für mich ab der zweiten Halbzeit ersichtlich einige kräftige Nazispacken mit Anti-Paulischals und Machogemacker.
Zu den Suptras/27a: Euer Stimmungsboykott geht wohl so ziehmlich in die Hose, was? Die Nordtribüne 8/9 stiehlt euch mit ihrem niedlichen Old School Kuttensupport doch glatt die Schau, während ihr selbstgerecht auf euren Sitzschalen hockt und eure homophoben, sexistischen Dummkopf-Tapeten hochhaltet. Kein Wunder das es so einen Braindrain bei euch gibt und statt der echt guten HDZ jetzt dieses Schweinebauernblatt "Greif zu" verteilt wird.
Zur Pyroaktion von uns im Stadion: Fand ich okay, als ich das gesehen hab. Ich gehöre nicht zu den selbstgerechten Metro-Punks die sich nicht waschen oder zu den laufenden Wessis die sich über die angebliche Nazistadt aufregen. Ich muss kein schlechtes Gewissen haben und ihr Rostocker solltet mal nicht die Unschuldslämmer spielen.
Nach dem Spiel mussten wir dann gut 45 Minuten ausharren, während ihr in eurem Kiez randaliert habt und sind dann mit guter Stimmung ab zum Zug nach Hamburg.

pyro richtung rostock-fans?!

23a besucher 04.11.2009 - 22:16
also ich (naiver st. pauli-sympatisant) stand auf der südtribüne (block 23a). ich kann bestätigen, dass einiges an offensichtlichen hools und nazis, sowie personen, die dafür sorgen, dass der örtliche windbreaker- und jogginghosen-vertrieb ein unbschwertes leben führt, zugegen waren. die große mehrheit der tribüne waren jedoch nicht solche spinner, sondern normale rostockfans oder familien, die natürlich nicht pro sankt pauli waren, aber bestimmt auch nicht ziel der überbleibsel des vorletzten silvesterfestes sein sollten. ich bin bestimmt nicht gegen pyro im stadion, aber gegen das entsorgen gezielt auf menschen. vielleicht reagiert der sankt pauli anhang das nächste mal kreativer auf den geistigen dünnschiss der ach so unpolitischen rostocker fanszene.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Who the fuck is "Moral"!? — Forza Sankt Pauli

Nazis angreifen, so what?! — Berliner Antifa

@Berliner Antifa — Auch noch

@HansHamburg — Antifa Ultrà

randalefreudiger — berliner

ic — ke

@HansHamburg — Casual Antifa FCSP

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