Tod in Rom - Die Angehörigen wollen wissen
Eine Woche nach dem unter so zweifelhaften wie dramatischen Umständen eingetretenen Tod des 31-jährigen Italieners Stefano Cucchi sieben Tage nach seiner Verhaftung wegen des Besitzes von 20 Gramm Hascisch in Rom übergaben seine Angehörigen der Presse Bilder von seiner Leiche und einen Katalog von Fragen an den italienischen Staat und an die Organisationen, in deren Obhut sich Cucchi seit seiner Verhaftung am späten Abend des 15. Oktober befand.
Die Echtheit der Bilder [1] wird nicht einmal von institutioneller Seite angezweifelt. Sie wurden vom Bestattungsinstitut für die Angehörigen hergestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt - wegen fahrlässiger Tötung. Dem von ihr eingezogenen Todesschein, der nicht im Besitz der Angehörigen ist, setzt die Familie die Bilder, die den Zustand Stefanos dokumentieren und die Chronik ihrer Odyssee durch - wie sich herausstellte nicht vorschriftgemäße - bürokratische Irrwege.
Nach Angaben der Angehörigen wog Stefano Cucchi vor seiner Inhaftierung 46 Kilogramm. Als er tot war, wog er 37 Kg. Dass sein Kieferknochen gebrochen war, dürfte dazu beigetragen haben.
Die Ärzteschaft der Haftanstalt hat lediglich Blutergüsse und Schmerzzustände bescheinigt. Später stellte sich heraus, dass zwei Wirbel und der Kiefer gebrochen waren.
Zur Herausgabe der Bilder an die Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz [2] entschlossen sich seine Eltern und seine Schwester nach einer langen Diskussion, die einen ganzen Vormittag dauerte. Die Schwester schilderte die ewigen Abweisungen eines Besuchsbegehrens des Vaters und weitere Details aus den Tagen des langsamen Verschwindens Stefanos [3], anschließend verlas sein Vater eine kurze Erklärung und einen Katolg von sieben Fragen:
"Stefano, wer war er? Er war ein junger Mensch wie viele andere, er war voller Leben, Bestrebungen, Pläne. Er hatte studiert und ein Diplom als Vermessungstecniker erworben, auf dessen Grundlage er eine eigene berufliche Laufbahn begonnen hatte, von der er begeistert war und in der seine Hoffnungen und Erwartungen lagen. Wie viele Jugend schlitterte er in das Drogenproblem - er hatte sich aber freiwillig in eine suchttherapeutische Gemeinschaft begeben, die er nach drei Jahren erfolgreich verließ - auf jeden Fall mit dem Bewusstsein der Gefahren, die denen drohen, die eine solcher Erfahrung durchlitten haben. Nach den Vorfällen, die sich ereignet haben, hält es die Familie füe angemessen, legitimerweise vom Staat zu verlangen, dass er über das Ableben des Sohnes Rechenschaft gibt:
a) Wir wollen wissen, warum der Anwalt seines Vertrauens, wie nach seiner ausdrücklichen Forderung am Verhaftungsabend von den Militärs [4] nicht gerufen wurde;
b) Wir wollen von den Ordnungskräften wissen, wie es möglich gewesen sein kann, dass er die Verletzungen erlitten hat;
c) Wir wollen wissen, wer sie ihm zugefügt hat, und wann;
d) Wir wollen von den Strukturen im Haftsystem wissen, warum uns das Gespräch mit den Ärzten nicht gestattet wurde;
e) Wir wollen von den Gesundheitsstrukturen wissen, warum ihm nicht die notwendigen medizinischen Maßnahmen durchgeführt wurden;
f) Wir wollen von den Gesundheitsstrukturen wissen, wieso man es über 6 Tage stationären Aufenthalts eine derartige körperliche Entkräftung hat kommen lassen;
g) Wir wollen wissen, warum man ihn ohne moralischen und religiösen Beistand [5] in Einsamkeit zurück gelassen wurde.
h) Wir wollen schließlich wissen, welcher Art sein Tod gewesen ist und welche die genuen Umstände des selben gewesen sind.
i) Wir wollen ebenfalls wissen, ob es triftige Gründe für eine derartige Verbissenheit gegen ein junges Leben.
Wir haben die Vorstellung, dass eine durch den Tod des eigenen 31-jährigen Sohnes am Boden zerstörte Familie das Recht hat, mit aller Kraft laut zu rufen, um Rechenschaft zu verlangen!"
---
Anmerkungen:
[1] Siehe:
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto1.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto2.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto3.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto4.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto5.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto6.jpg
[2] Ein Mitschnitt der Schilderungen der Schwester und der Erklärung des Vaters im eigenen Namen und im Namen seiner Frau ist hier zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=quJyhJzoI6U&feature=related
Timecodes: 1:25 - 5:02 [die Schwester Stefanos], 5:20 - 7:34 [der Vater]
[3] Siehe, in englischer Sprache:
http://de.indymedia.org/2009/10/264508.shtml
[4] Stefano Cucchi war in der Obhut von Angehörigen der "Arma dei Carabinieri", die eine - gemeinhin als Carabinieri bekannte militärische Organisation mit polizeilichen Aufgaben ist.
[5] Seine Angehörigen haben ihn nicht sehen und damit auch nicht beistehen können. Religiösen Beistand könnte er gewünscht haben - fest scheint zu stehen, dass er um eine Bibel bat, als er begonnen hatte zu spüren, dass er am sterben war.
Nach Angaben der Angehörigen wog Stefano Cucchi vor seiner Inhaftierung 46 Kilogramm. Als er tot war, wog er 37 Kg. Dass sein Kieferknochen gebrochen war, dürfte dazu beigetragen haben.
Die Ärzteschaft der Haftanstalt hat lediglich Blutergüsse und Schmerzzustände bescheinigt. Später stellte sich heraus, dass zwei Wirbel und der Kiefer gebrochen waren.
Zur Herausgabe der Bilder an die Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz [2] entschlossen sich seine Eltern und seine Schwester nach einer langen Diskussion, die einen ganzen Vormittag dauerte. Die Schwester schilderte die ewigen Abweisungen eines Besuchsbegehrens des Vaters und weitere Details aus den Tagen des langsamen Verschwindens Stefanos [3], anschließend verlas sein Vater eine kurze Erklärung und einen Katolg von sieben Fragen:
"Stefano, wer war er? Er war ein junger Mensch wie viele andere, er war voller Leben, Bestrebungen, Pläne. Er hatte studiert und ein Diplom als Vermessungstecniker erworben, auf dessen Grundlage er eine eigene berufliche Laufbahn begonnen hatte, von der er begeistert war und in der seine Hoffnungen und Erwartungen lagen. Wie viele Jugend schlitterte er in das Drogenproblem - er hatte sich aber freiwillig in eine suchttherapeutische Gemeinschaft begeben, die er nach drei Jahren erfolgreich verließ - auf jeden Fall mit dem Bewusstsein der Gefahren, die denen drohen, die eine solcher Erfahrung durchlitten haben. Nach den Vorfällen, die sich ereignet haben, hält es die Familie füe angemessen, legitimerweise vom Staat zu verlangen, dass er über das Ableben des Sohnes Rechenschaft gibt:
a) Wir wollen wissen, warum der Anwalt seines Vertrauens, wie nach seiner ausdrücklichen Forderung am Verhaftungsabend von den Militärs [4] nicht gerufen wurde;
b) Wir wollen von den Ordnungskräften wissen, wie es möglich gewesen sein kann, dass er die Verletzungen erlitten hat;
c) Wir wollen wissen, wer sie ihm zugefügt hat, und wann;
d) Wir wollen von den Strukturen im Haftsystem wissen, warum uns das Gespräch mit den Ärzten nicht gestattet wurde;
e) Wir wollen von den Gesundheitsstrukturen wissen, warum ihm nicht die notwendigen medizinischen Maßnahmen durchgeführt wurden;
f) Wir wollen von den Gesundheitsstrukturen wissen, wieso man es über 6 Tage stationären Aufenthalts eine derartige körperliche Entkräftung hat kommen lassen;
g) Wir wollen wissen, warum man ihn ohne moralischen und religiösen Beistand [5] in Einsamkeit zurück gelassen wurde.
h) Wir wollen schließlich wissen, welcher Art sein Tod gewesen ist und welche die genuen Umstände des selben gewesen sind.
i) Wir wollen ebenfalls wissen, ob es triftige Gründe für eine derartige Verbissenheit gegen ein junges Leben.
Wir haben die Vorstellung, dass eine durch den Tod des eigenen 31-jährigen Sohnes am Boden zerstörte Familie das Recht hat, mit aller Kraft laut zu rufen, um Rechenschaft zu verlangen!"
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Anmerkungen:
[1] Siehe:
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto1.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto2.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto3.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto4.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto5.jpg
http://www.cnrmedia.com/Portals/0/foto6.jpg [2] Ein Mitschnitt der Schilderungen der Schwester und der Erklärung des Vaters im eigenen Namen und im Namen seiner Frau ist hier zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=quJyhJzoI6U&feature=related Timecodes: 1:25 - 5:02 [die Schwester Stefanos], 5:20 - 7:34 [der Vater]
[3] Siehe, in englischer Sprache:
http://de.indymedia.org/2009/10/264508.shtml [4] Stefano Cucchi war in der Obhut von Angehörigen der "Arma dei Carabinieri", die eine - gemeinhin als Carabinieri bekannte militärische Organisation mit polizeilichen Aufgaben ist.
[5] Seine Angehörigen haben ihn nicht sehen und damit auch nicht beistehen können. Religiösen Beistand könnte er gewünscht haben - fest scheint zu stehen, dass er um eine Bibel bat, als er begonnen hatte zu spüren, dass er am sterben war.
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Ergänzungen
Obduktion
Ein Transpi für Stefano in Rom
noch mehr solid bzw. action
2: fußballspiel lecce-empoli
3: rom - flyer mit infos zu den todesumständen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
noch ein bild — ...