Kundgebung der ReinigerInnen an der FU Berlin

Wladek Flakin 30.10.2009 16:04 Themen: Bildung Blogwire Soziale Kämpfe
Der Betrieb an der Freien Universität Berlin (FU) kommt eigentlich erst gegen 10 Uhr in Gang. Am Dienstag war das anders. Bereits um 8 Uhr kam Stimmung auf. Streikende Reinigungskräfte und ihre UnterstützerInnen sorgten mit Trillerpfeifen und Megafon für Aufregung. Etwa 200 Menschen zogen von der Kundgebung in einer Spontandemonstration durch das größte Gebäude der FU, die Silberlaube und von dort zum Universitätspräsidium.
In einem der größten Hörsäle forderte ein Aktivist des Bildungsstreiks die Anwesenden auf, die Vorlesung zu verlassen: "Eine gute Uni bietet nicht nur anspruchsvolle Bildungsangebote für ihre Studierenden, sondern auch vernünftige Arbeitsbedingungen für ihre Angestellten." Tatsächlich erhoben sich rund 15 KommilitonInnen und zogen mit. Schließlich ging die Menge in die große Mensa, um sich mit den Beschäftigten des Studentenwerks zu solidarisieren, bei denen ebenfalls ein Arbeitskampf bevorsteht.

Beim Universitätspräsidium erklärte Kanzler Peter Lang, daß die Unileitung die Lage bei den Reinigungsfirmen wenig beeinflussen könne. Dabei waren die Beschäftigten an der FU in der vergangenen Woche massiven Drohungen ausgesetzt. Das ging soweit, daß streikwilligen Reinigungskräften damit gedroht wurde, daß ihrer Firma der Auftrag entzogen würde. "Das kann und darf nicht sein. Wir werden vor Ort sein, weil die Beschäftigten der Gebäudereinigung unsere Unterstützung brauchen", versicherte Rainer Knerler, Regionalleiter der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Berlin-Brandenburg. Wegen des Drucks sei die Teilnahme der FU-Beschäftigten an der Kundgebung eher gering, so Knerler. Er begrüßte dafür die Beteiligung der vielen Studierenden an der Aktion.

In der vergangenen Woche hatten Aktivisten der IG BAU Hausverbot an der FU bekommen, weil sie mit Beschäftigten über den Arbeitskampf diskutieren wollten. Diese seien an der Universität ausreichend durch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vertreten, so die Begründung. Immerhin mußte sich Unikanzler Lang anschließend für diese gewerkschaftsfeindliche Maßnahme entschuldigen.

Die IG BAU fordert in der Tarifauseinandersetzung für die rund 850 000 Gebäudereiniger 8,7 Prozent mehr Lohn und die stufenweise Angleichung der Osttarife an das Westniveau. Die Unternehmerverbände haben nach IG-BAU-Berechnungen lediglich zwei bzw. 1,7 Prozent jährliche Tarifsteigerungen für Ost- und West-Beschäftigte bei einer Laufzeit von 27 Monaten angeboten.

Text: Wladek Flakin, unabhängige Jugendorganisation REVOLUTION ( http://www.revolution.de.com)
Bilder: Oskar Stolz, Linke.SDS

(eine kürzere Version dieses Artikels erschien in der jungen Welt vom 28. Oktober)
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Ergänzungen

Bissel Spät

The Brain 30.10.2009 - 16:27
Bissel Spät der Artikel, da gestern ja eine Tarifeinigung erzielt wurde.

@ parteiengedöns

Streikhelfer 31.10.2009 - 10:08
Wahrscheinlich warst Du nicht bei einer einzigen Streikation dabei gewesen. Schau Dir mal lieber an, was die KollegInnen geschafft haben. Bei einer verdammt niedrigen Organisationsquote und KollegInnen, die noch NIE im Arbeitskampf gewesen sind wurde ein passables Ergebnis erreicht. Du hast keine Ahnung wie es in den Gebäudereinigerunternehmen abgeht. Massiver Druck auf die KollegInnen, Abmahnungen, Kündigungen und Sttrafversetzungen, da ist der Streik ein wichtiges Zeichen für anderen Branchen. Es war überraschend, wie entschlossen die KollegInnen zusammen gekämpft haben. Und sicher, es hätten noch mehr Studierende bei den Streikaktionen dabei sein müssen, das wird allerdings nicht passieren, wenn solche Möchtegernrevolutionäre nur sinnlos in der Gegend rumheulen. Zudem kam Solidarität nicht nur von Studierenden, allein die KollegInnen der BSR in Berlin sammelten über 2000 Unterstützerunterschriften.

Also Klappe halten und das nächste Mal mit dabei sein.

www.8komma7prozent.blogspot.com

Bullenterror bei Tempelhofdemo

Teilnehmer 31.10.2009 - 22:34
Will deshalb keinen Extraartikel schreiben und hoffe deshalb, dass alle Leute mit Interesse mit Berlin sich auch für die Tempelhofdemo interessieren. Rund 500 Mann zogen heute durch Teile von Neuköllns und entlang des ehemaligen Flughafens Tempelhof, Schritt auf Schritt begleitet von den Schlägern der 23. Hundertschaft. Bereits am Flughafen provozierten diese, ließen die Demo nicht weitergehen, schubsten, drängelten und schlugen sich schließlich ihren Weg zwischen Demo und Zaun frei. Die Lage beruhigte sich daraufhin wieder etwas, eskalierte dann aber am Hermannplatz. Plan war es ja, mit der U-Bahn zurück zum Flughafen zu fahren. Dummerweise wurde das über den Lauti durchgesagt, sodass die Bullen nun alles dran setzten, zu verhindern, dass die Demo geschlossen in die Ubahnstation kam. Wieder Knüppeleinsatz, Pfefferspray, übertriebene Härte und wohl auch eine Festnahme.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Scheiß — parteiengedöns!

(muss ausgefüllt werden) — (muss ausgefüllt werden)

wirklich — nur

und was sagt "der kanzler" dazu....? — öööööhhhm....