Coburg Antifa-Update
+++ Neues Klima in Coburg +++ Nach Drohbrief gegen Genossin: Demonstration gegen Faschismus +++ Nazis verteilen Flugblätter in der Stadt +++
Seit einiger Zeit ist es in Coburg merkwürdig unruhig geworden. Was Politik angeht hörte man außerhalb deren Grenzen nie viel aus der kleinen konservativen Stadt. Den einzigen wahrnehmbaren Ausschlag nach rechts verzeichnete der Politseismograf stets zu Pfingsten, gefolgt von einigen kleineren Unebenheiten der sonst konsequent bürgerlich-mittigen und SPD-roten Linie. Grund dafür war und ist immernoch der Pfingstkongress des Coburger Convents (CC): jedes Jahr zogen die rechten Mützenträger in Coburg ein, sorgten für Protest aber auch lauthalse deutsch-nationale Zustimmung, hinterließen einen mit Erbrochenem versehenen Scherbenhaufen aus Bierkrügen und außerdem eine meist minder heftige Diskussion um den Grad der Nazifizierung des Studentenverbindungstums. Danach war es dann aber auch immer gut. Doch dieses Jahr sollte alles anders kommen.
Schon Wochen vor dem Einmarsch des CCs war deutliche Unruhe und Spannung spürbar, die Wellen schlugen hoch und immer höher. Polizei, Presse und Stadt auf der einen Seite beschworen förmlich den Einzug der Roten Armee herauf und forderten wenn nicht eine Evakuierung der Stadt, dann zumindest höchste Sicherheitsvorkehrungen; die Grünen und die Linke auf der anderen Seite hielten dagegen, beschwichtigten die Öffentlichkeit und sahen den Skandal nicht nur im Coburger Convent sondern auch im vorauseilenden und rechtsoffenen Gehorsam der Obrigkeit.
Dazwischen, unbeeindruckt von allem Hin und Her der Massen – der Grund der Aufregung, der Fels in der Brandung, das Epizentrum: die Antifa.
Von Anfang an war es klar, dass dieses Jahr nicht wie die Vergangenen vergehen würde. Mit einer massiven Vorfeldkampagne war es das erklärte Ziel, Coburg endlich wachzurütteln. Zu lange konnten hier die rechten Ränder der bürgerlichen Tektonik Zuflucht suchen um ihr Unwesen zu treiben. Mit Aktion und Information wurde nicht nur der bourgeoise Mob der Korporierten angegangen sondern auch die Riege aus Politik und Ämtern, die den CC ohne Skrupel in ihrem roten Anstrich jährlich aufs neue mit offenen Armen empfängt. Klar war auch, dass es nicht auf Anhieb möglich sein würde, den CC ein für alle Mal zu verbannen. Ebenso ist klar, dass der CC nur die Spitze des Eisbergs darstellt. Die bürgerliche Gesellschaft ist nicht nur nicht in der Lage, derartige Auswüchse zu unterbinden - quod erat demonstrandum - sondern gleichzeitig Ursache und Wirkung der nationalistisch-elitären Gesinnung.
Aus dieser Erkenntnis entsteht die Pflicht, die antifaschistische Aktion selbst durchzuführen. In deren Rahmen geriet nach dem erfolgreichen Protest gegen den Pfingstkongress des CCs dann auch der in Coburg ansässige rechtsradikale Verlag Nation Europa in den Fokus der Arbeit. Durch selbstbewusste Intervention (
http://de.indymedia.org/2009/07/256666.shtml?c=on#c587064) und offensive Aktion (
http://www2.de.indymedia.org/2009/10/263219.shtml) entstand für alle Verantwortlichen spürbarer Druck, das antifaschistische Anliegen zur Kenntnis zu nehmen und zu würdigen oder zu verurteilen. Dass sich nicht nur die akademische und bürgerliche Rechte provoziert fühlen würden, sondern ebenso die bildungsferne rechte Szene, war zu erwarten. Dies zeigte sich zunächst an einem klar rechtsmotivierten anonymen Brief, in dem einer aktiven Antifaschistin mit „dem Schlimmsten“ gedroht wurde. Zwar möchte man die Redewendung aufgrund des aktuellen rethorischen Nazi-Schick vermeiden, aber man kann sie einfach nicht umgehen: die Aktionen haben eine neue Qualität. Auch die Flyer-Aktion der Gruppe „Nationale Sozialisten Deutschland“ ist seit Langem das Erste, was parteilose Neonazis in Coburg geschafft haben. Darin wird Pressemeldungen zu Folge dazu aufgerufen, zur Demonstration am 31. Oktober zu kommen und Fotos zu machen sowie Informationen zu sammeln.
Besagte Demonstration unter dem Motto „Solidarität gegen Naziterror – Faschisten entschlossen entgegentreten.“ wurde von CarA (Coburger Aktionsbündnis gegen rechtsradikale Aktivitäten) als Reaktion auf den Drohbrief angemeldet und wird von den Grünen, der Linken, den Jusos und der SPD unterstützt.
Weiteres pikantes Detail des Blattes der „Nationalen Sozialisten Deutschland“ ist die Ankündigung von Gegenprotesten gegen die Proteste gegen den Coburger Convent 2010. Das herbeisehnen der – so wörtlich - „Einigung des nationalen Lagers“ spricht dafür, dass zumindest die Neonazi-Szene eine Nähe zum Coburger Convent empfindet. Der CC selbst bestreitet dies seit mehreren Jahren wehement.
Mit Spannung ist somit nicht nur die Demonstration diesen Samstag zu erwarten, sondern das ganze Jahr. Vieles verändert sich in Coburg: alte Gemäuer wie die SPD-Mehrheit stürzen ein, sesshafte Eichen wie der Nation Europa Verlag suchen das Weite, alte Sicherheiten wie die Polizeidirektion sind plötzlich verloren; Und was wird erst die Finanzkrise mit sich bringen? Liegt die alte Gesellschaft bald in Trümmern?
Nur eins ist gewiss: die Antifa steht!
Kontakt : cara-info[att]safe-mail.net
Informationen : cara.blogsport.de
InformationenII: coburgerconvent.blogsport.de
Schon Wochen vor dem Einmarsch des CCs war deutliche Unruhe und Spannung spürbar, die Wellen schlugen hoch und immer höher. Polizei, Presse und Stadt auf der einen Seite beschworen förmlich den Einzug der Roten Armee herauf und forderten wenn nicht eine Evakuierung der Stadt, dann zumindest höchste Sicherheitsvorkehrungen; die Grünen und die Linke auf der anderen Seite hielten dagegen, beschwichtigten die Öffentlichkeit und sahen den Skandal nicht nur im Coburger Convent sondern auch im vorauseilenden und rechtsoffenen Gehorsam der Obrigkeit.
Dazwischen, unbeeindruckt von allem Hin und Her der Massen – der Grund der Aufregung, der Fels in der Brandung, das Epizentrum: die Antifa.
Von Anfang an war es klar, dass dieses Jahr nicht wie die Vergangenen vergehen würde. Mit einer massiven Vorfeldkampagne war es das erklärte Ziel, Coburg endlich wachzurütteln. Zu lange konnten hier die rechten Ränder der bürgerlichen Tektonik Zuflucht suchen um ihr Unwesen zu treiben. Mit Aktion und Information wurde nicht nur der bourgeoise Mob der Korporierten angegangen sondern auch die Riege aus Politik und Ämtern, die den CC ohne Skrupel in ihrem roten Anstrich jährlich aufs neue mit offenen Armen empfängt. Klar war auch, dass es nicht auf Anhieb möglich sein würde, den CC ein für alle Mal zu verbannen. Ebenso ist klar, dass der CC nur die Spitze des Eisbergs darstellt. Die bürgerliche Gesellschaft ist nicht nur nicht in der Lage, derartige Auswüchse zu unterbinden - quod erat demonstrandum - sondern gleichzeitig Ursache und Wirkung der nationalistisch-elitären Gesinnung.
Aus dieser Erkenntnis entsteht die Pflicht, die antifaschistische Aktion selbst durchzuführen. In deren Rahmen geriet nach dem erfolgreichen Protest gegen den Pfingstkongress des CCs dann auch der in Coburg ansässige rechtsradikale Verlag Nation Europa in den Fokus der Arbeit. Durch selbstbewusste Intervention (
http://de.indymedia.org/2009/07/256666.shtml?c=on#c587064) und offensive Aktion (
http://www2.de.indymedia.org/2009/10/263219.shtml) entstand für alle Verantwortlichen spürbarer Druck, das antifaschistische Anliegen zur Kenntnis zu nehmen und zu würdigen oder zu verurteilen. Dass sich nicht nur die akademische und bürgerliche Rechte provoziert fühlen würden, sondern ebenso die bildungsferne rechte Szene, war zu erwarten. Dies zeigte sich zunächst an einem klar rechtsmotivierten anonymen Brief, in dem einer aktiven Antifaschistin mit „dem Schlimmsten“ gedroht wurde. Zwar möchte man die Redewendung aufgrund des aktuellen rethorischen Nazi-Schick vermeiden, aber man kann sie einfach nicht umgehen: die Aktionen haben eine neue Qualität. Auch die Flyer-Aktion der Gruppe „Nationale Sozialisten Deutschland“ ist seit Langem das Erste, was parteilose Neonazis in Coburg geschafft haben. Darin wird Pressemeldungen zu Folge dazu aufgerufen, zur Demonstration am 31. Oktober zu kommen und Fotos zu machen sowie Informationen zu sammeln. Besagte Demonstration unter dem Motto „Solidarität gegen Naziterror – Faschisten entschlossen entgegentreten.“ wurde von CarA (Coburger Aktionsbündnis gegen rechtsradikale Aktivitäten) als Reaktion auf den Drohbrief angemeldet und wird von den Grünen, der Linken, den Jusos und der SPD unterstützt.
Weiteres pikantes Detail des Blattes der „Nationalen Sozialisten Deutschland“ ist die Ankündigung von Gegenprotesten gegen die Proteste gegen den Coburger Convent 2010. Das herbeisehnen der – so wörtlich - „Einigung des nationalen Lagers“ spricht dafür, dass zumindest die Neonazi-Szene eine Nähe zum Coburger Convent empfindet. Der CC selbst bestreitet dies seit mehreren Jahren wehement.
Mit Spannung ist somit nicht nur die Demonstration diesen Samstag zu erwarten, sondern das ganze Jahr. Vieles verändert sich in Coburg: alte Gemäuer wie die SPD-Mehrheit stürzen ein, sesshafte Eichen wie der Nation Europa Verlag suchen das Weite, alte Sicherheiten wie die Polizeidirektion sind plötzlich verloren; Und was wird erst die Finanzkrise mit sich bringen? Liegt die alte Gesellschaft bald in Trümmern?
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Guter Artikel — Pulitzter
Naziüberfall — .
offtopic — OT
HS Coburg — Coburger Student
@coburger student — xzy