Hamburg: Maske auf - Elite raus!
Um den Start des demagogischen Volksbegehrens der Initiative „Wir wollen lernen“ nicht unkommentiert zu lassen, versammelten sich heute rund 60 Menschen zu einem Flashmob in der Hamburger City. Die elitären Absichten der Unterschriftensammler wurden dabei lustig karikiert.
Soziale Selektion von Kindern mit 10 Jahren – das deutsche Schulsystem sucht weltweit seinesgleichen. Dafür hat das Land seine Quittung erhalten. In PISA-Studien und diversen anderen Forschungen wurde bestätigt, dass Deutschlands Schüler im Durchschnitt nicht nur über eine schlechte Allgemeinbildung verfügen, sondern auch dass die soziale Herkunft hierzulande so sehr über soziale Aufstiegschancen entscheidet wie in keinem anderen Industrieland. Das Bundesland Hamburg, allen voran Bildungssenatorin Christa Goetsch (Grüne), hat daraus nun die Konsequenzen gezogen. Ab dem 1. August 2010 bekommt Hamburg ein neues Schulsystem. Die Grundschule, künftig „Primarschule“ genannt, soll wenigstens bis zum 6. Schuljahr gemeinsames Lernen für alle garantieren. Des weiteren werden Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu sog. „Stadtteilschulen“ zusammengefasst, die auch das Abitur nach der 13. Klasse anbieten werden. Um die CDU-Basis zu besänftigen werden jedoch die Gymnasien von der 7. bis zur 12. Klasse weiter erhalten bleiben. Das entsprechende Gesetz wurde am 7. Oktober in der Bürgerschaft von der Senatsmehrheit aus CDU und Grünen, sowie einer SPD-Stimme, gegen die restliche SPD und bei Enthaltung der Linken angenommen. (Mehr Infos:
http://www.schulreform.hamburg.de)
Es gibt jedoch Leute, die psychischen Druck auf Kinder, soziale Spaltung und Vergeudung von Talenten für so wichtige Errungenschaften halten, dass ihrer Meinung nach der Status Quo unbedingt erhalten bleiben müsse. Sie, unter anderem die FDP und die Junge Union, haben sich im Bündnis „Wir wollen lernen“ zusammen getan und sammeln nun in einem Volksbegehren Unterschriften um die Reform wieder rückgängig zu machen.( Indymedia berichtete:
http://de.indymedia.org/2009/10/264233.shtml ) Finden sie bis zum 17. November 62.000 Unterstützer, könnte es zur Volksabstimmung kommen. Die Vorstellung, dass ihre Kinder schon bald mit Menschen mit Migrations- und/oder Prekariatshintergrund in einem Klassenzimmer sitzen könnten, dürfte hier die Hauptmotivation sein. Prominenter Unterstützer der Kampagne ist der Schauspieler Sky du Mont.
Heute nun versammelten um 17 Uhr etwa 60 Aktivisten unterschiedlichen Alters zum Flashmob in der Mönckebergstraße. Gemäß dem Motto „Maske auf – Elite raus!“ wurden Sky-du-Mont-Masken verteilt, sowie Zigarren und Sonnenbrillen, um das elitäre Auftreten der Bürgerkampagne zu persiflieren. Unter der, ebenso als Satire zu verstehenden Parole „Die soziale Spaltung wollen wir – eure Kinder kriegen Hartz IV“ ging´s dann zur Kampagnenzentrale in der Lilienstraße 15. Bei einem improvisierten Golfspiel wurde dem peinlichen Vorhaben der „Wir wollen lernen“-Vertreter nochmal der nötige Hohn gezollt. Diese hatten ihr Büro vorsichthalber abgeschlossen und sich irgendwo versteckt. Erst als die meisten Flashmobber wieder abgezogen waren, trauten sich die, sichtlich der Schickeria zugehörigen, Volksbegehrer wieder in ihre Geschäftsstelle zurück. Hier konnte man noch einigen lustigen Dialogen lauschen, wie etwa: „Was waren denn das für welche?“ - „Das sind Umweltschützer“ mit Blick auf die am Boden liegenden Masken und Pappschilder. Oder etwa: „Ja, wir haben ja auch schon überlegt ins Umland zu ziehen. Aber wenn man schon immer an der Alster gewohnt hat möchte man da auch nicht mehr weg.“
http://www.schulreform.hamburg.de) Es gibt jedoch Leute, die psychischen Druck auf Kinder, soziale Spaltung und Vergeudung von Talenten für so wichtige Errungenschaften halten, dass ihrer Meinung nach der Status Quo unbedingt erhalten bleiben müsse. Sie, unter anderem die FDP und die Junge Union, haben sich im Bündnis „Wir wollen lernen“ zusammen getan und sammeln nun in einem Volksbegehren Unterschriften um die Reform wieder rückgängig zu machen.( Indymedia berichtete:
http://de.indymedia.org/2009/10/264233.shtml ) Finden sie bis zum 17. November 62.000 Unterstützer, könnte es zur Volksabstimmung kommen. Die Vorstellung, dass ihre Kinder schon bald mit Menschen mit Migrations- und/oder Prekariatshintergrund in einem Klassenzimmer sitzen könnten, dürfte hier die Hauptmotivation sein. Prominenter Unterstützer der Kampagne ist der Schauspieler Sky du Mont. Heute nun versammelten um 17 Uhr etwa 60 Aktivisten unterschiedlichen Alters zum Flashmob in der Mönckebergstraße. Gemäß dem Motto „Maske auf – Elite raus!“ wurden Sky-du-Mont-Masken verteilt, sowie Zigarren und Sonnenbrillen, um das elitäre Auftreten der Bürgerkampagne zu persiflieren. Unter der, ebenso als Satire zu verstehenden Parole „Die soziale Spaltung wollen wir – eure Kinder kriegen Hartz IV“ ging´s dann zur Kampagnenzentrale in der Lilienstraße 15. Bei einem improvisierten Golfspiel wurde dem peinlichen Vorhaben der „Wir wollen lernen“-Vertreter nochmal der nötige Hohn gezollt. Diese hatten ihr Büro vorsichthalber abgeschlossen und sich irgendwo versteckt. Erst als die meisten Flashmobber wieder abgezogen waren, trauten sich die, sichtlich der Schickeria zugehörigen, Volksbegehrer wieder in ihre Geschäftsstelle zurück. Hier konnte man noch einigen lustigen Dialogen lauschen, wie etwa: „Was waren denn das für welche?“ - „Das sind Umweltschützer“ mit Blick auf die am Boden liegenden Masken und Pappschilder. Oder etwa: „Ja, wir haben ja auch schon überlegt ins Umland zu ziehen. Aber wenn man schon immer an der Alster gewohnt hat möchte man da auch nicht mehr weg.“
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Keine Stimme für "Wir wollen lernen"
Mit der Kampagne "Wir wollen lernen" wird per „Volksbegehren“ versucht, die von der schwarz-grünen Landesregierung initiierte Reform der Hamburger Schulstruktur aufzuhalten. Jegliche Tendenz zum längeren gemeinsamen Lernen oder gar der Überwindung des mehrgliedrigen Schulsystems soll schon im Keim erstickt werden.
Initiator der elitären Kampagne ist Hobby-Pädagoge Dr. Walter Scheuerl, seines Zeichens Rechtsanwalt bei der Großkanzlei Graf von Westphalen aus Blankenese und Elternsprecher an einem Hamburger Gymnasium. An die Stelle einer fundierten kritischen Auseinandersetzung bspw. mit dem Für und Wider der Sortierung von Kindern auf verschiedene Schulformen, setzen die wohlbetuchten Macher Geld. Extra für die Kampagne wurde die Firma "Frank Solms Nebelung Consulting" engagiert, ihres Zeichens „Gesellschaft für Krisen- und Veränderungskommunikation“, und ein Kampagnenbüro in bester Innenstadtlage eröffnet. Mit einem Volksbegehren als demokratisches Engagement der Bevölkerung hat das nur wenig zu tun.
Mit einer kalkulierten Mischung aus Panikmache und völlig haltlosen Behauptungen betreiben Scheuerl & Konsorten billige Propaganda um ihr soziales Bildungsprivileg in Form des Heiligtums Gymnasium zu retten.
So wird z.B. in einer ekelhaften Verdrehung von Tatsachen propagiert, dass die Einführung von Stadtteilschulen die soziale Spaltung in der Stadt verschärfen würde. Das mehrgliedrige Schulsystem wird zugleich als Ausdruck erhaltenswerter "Bildungsvielfalt" dargestellt. Dabei ist in einer Vielzahl von Studien nachgewiesen worden, dass das deutsche Schulsystem eben wegen seiner Mehrgliedrigkeit weltweit eines der sozial selektivsten ist. Bereits die PISA-Studien hatten belegt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasiumbesuchs für ein Akademikerkind in Deutschland etwa siebenmal so hoch wie jene eines Facharbeiterkindes ist. (Selbst bei gleicher individueller Lese- und Mathematikkompetenz betrug dieses Verhältnis noch 4 zu 1.) In seinem Bericht als UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Bildung, stellte Vernor Muñoz 2007 fest, dass die frühe Selektion im deutschen Schulsystem sowieso schon benachteiligte Kinder zu doppelt benachteiligten macht. Kinder aus sozial schlechter gestellten Schichten, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit Behinderungen werden systematisch benachteiligt und diskriminiert. Diese massive Ungleichheit als Bildungsvielfalt zu rechtfertigen, ist schlicht zynisch!
Hier scheint die High Society angesichts einer Zusammenlegung der Schülerinnen und Schüler verschiedener Lernstufen und sozialer Herkunft geradezu angewidert zu sein. Aber diese Reaktion hat Tradition: Schon 1920 war die Einführung der gemeinsamen Grundschule an Stelle der von vornherein geteilten Vorstufen der Volksschule und des Gymnasiums mit viel Widerstand aus der elitären Schicht verbunden.
Die Überwindung des bestehenden Schulsystems hin zu einem inklusiven Schulsystems, in dem sich SchülerInnen in solidarischen Lernformen gegenseitig in der Entwicklung unterstützen und nicht aufgrund von scheinobjektiven Leistungsunterschieden selektiert werden, ist dringend erforderlich. Der Schritt, der mit der aktuellen Schulreform in Hamburg getan wird, ist zwar letztlich ein halbherziger Kompromiss zwischen CDU und GAL, bleibt aber ein – wenn auch unzureichender – Schritt in eine pädagogisch sinnvolle Richtung. Die Forderung der Initiative „Wir wollen lernen“ nach Konservierung des Status Quo gilt es daher entschieden zurückzuweisen.
Abendblatt:
sky du mont persönlich treffen
der ist zZ. mehrmals in der woche vormittags-mittags in der stresemannstraße 375 zu finden. ist son großer innehof mit irgendwelchen firmen. wahrscheinlich kommt er dort zu nem tonstudio oder so für fernsehaufnahmen. dort steht sein auto im innenhof und hat tatsächlich das nummernschild "s-ky ..."
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
elitäre strukturen zerschlagen — ame
sex mit sky auf jeden fall — danach ist zahltag
wir wollen faulenzen — thomas & seine freunde