Radiotipp für den 26.10 und 28.10.

Radio Flora 23.10.2009 21:48 Themen: Gender Medien Repression Weltweit
Im Februar starb Yessie Macchi in Montevideo an den Folgen einer Krebserkrankung. Radio Flora, das Webradio aus Hannnover, sendet eine einstündige Sendung über die Kämpferin für soziale Revolution und Frauenrechte.
Radiosendung zu Yessie Macchi. Das Leben einer Tupamara
Hommage an eine Kämpferin für soziale Revolution und Frauenrechte
Yessie Macchi, 1946 in Montevideo, Uruguay, geboren, gehört ab Mitte der 1960er Jahre zum harten Kern der legendären Stadtguerrilla MLN-Tupamaros, die neben zahlreichen Waffen- und Geldbeschaffungsaktionen u.a. 1970 Dan Mitrione, einen CIA-Experten für Folter und Counterinsurgency entführt. Der Film Der unsichtbare Aufstand von Costa Gavras mit Yves Montand in der Hauptrolle stellt diese Aktion und ihre Hintergründe eindrücklich dar. Yessie Macchi wird mehrmals verhaftet und zweimal gelingt ihr in spektakulärer Weise die Flucht aus dem Gefängnis. Im Juni 1972 wird Yessie Macchi nach einem Feuergefecht mit der Polizei zum dritten Mal verhaftet, sie ist schwanger und verliert ihr Kind durch gezielte Tritte in den Unterleib. Nach dem Militärputsch in Uruguay 1973 gehört Yessie zu den politischen Gefangenen, die in Militärkasernen bestialisch gefoltert und als Geiseln unter barbarischen Bedingungen in winzigen Verliesen gehalten werden. Erst 1985 tritt die Militärregierung ab und die Gefängnistore öffnen sich - auch für Yessie Macchi, die sich nun in verschiedenen sozialen und politischen Projekten engagiert und zunehmend feministischen Themen zuwendet. 1988 übernehmen die Tupamaros, mittlerweile als legale Organisation konstituiert, das Radio CX44 Panamericana und machen daraus das „la radio de la gente“, Radio von unten, Radio der einfachen Leute. Yessie gestaltet ein feministisches Programm und gründet nach der erzwungenen Schließung des Radios 1994 mit anderen GenossInnen die linke länderübergreifende online-Nachrichtenagentur COMCOSUR, in der sie bis zu ihrem Tod für COMCOSUR MUJER zuständig ist.
Yessie Macchi arbeitet aktiv an der internationalen Vernetzung von alternativen Medien, Frauengruppen und ehemaligen politischen Gefangenen. So besucht sie RAF-Gefangene in Deutschland und beteiligt sich an einem Film- und einem Buchprojekt über ehemalige politische Gefangene und soziale Aktivistinnen in Uruguay und Deutschland. Der Film „Und plötzlich sahen wir den Himmel“ wird 1997 uraufgeführt. Das Buch „Aber wir haben immer auf das Leben gesetzt“ erscheint 1998.
Yessie Macchi starb am 2. Februar 2009 in Montevideo an den Folgen einer Krebserkrankung.
Montag, 26.10.2009, 23-24 Uhr, Sendeplatz “Nachtflug” Radio Flora live stream
Wiederholung: Mittwoch 28.10.2009, 15 Uhr, Radio Flora live stream
Webradio Radio Flora aus Hannover per Livestream: www.radioflora.de
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Ergänzungen

Interview mit Yessie Macchi

pjotr 23.10.2009 - 22:40
Hier könnt ihr euch ein Interview mit Yessie Macchi aus dem Dokumentarfilm
"plötzlich sahen wir den Himmel" ansehen. Wirklich lohnenswert!
 http://www.youtube.com/watch?v=mR_816yg-Fs