Anquatschversuche in Hannover

Keine Aussage 23.10.2009 14:45 Themen: Repression Soziale Kämpfe Ökologie
Am Montag den 12.10.09 gegen 19.30 Uhr klingelt es bei einem jungen Menschen zu Hause an der Tür. Die Mutter des betroffenen Menschen öffnet die Tür und ein Herr Tiedemann in zivil steht davor und verlangt mit dem Betroffenen reden zu können. Er sagt nicht von welcher Behörde oder das er überhaupt von einer ist. Die Mutter erklärt die Person nach der verlangt wurde sei nicht da.
Daraufhin fragt Tiedemann nach der Handynummer und sagt er habe lediglich eine Frage und es sei nichts Schlimmes. Die Handynummer wird trotzdem nicht raus gegeben.
Drei Tage später klingelt Vormittags das Telefon und Herr Tiedemann will erneut den Betroffenen sprechen, gibt aber gegenüber der Mutter immer noch nicht zu erkennen in wessen Auftrag.
Diesmal hinterläßt er eine Handynummer. Der Betroffene rief, da er immer noch nicht wusste worum es geht, kurz darauf zurück.
Tiedemann sagt lediglich: „Ich bin in der Nähe und komme vorbei!“ 10 Minuten später klingelt es an der Haustür und über die Gegensprechanlage verlangt Tiedemann ein Gespräch unter vier Augen.
Der Betroffene geht, immer noch unwissend was das ganze eigentlich soll, runter. Dort behauptet Tiedemann erstmalig Polizist zu sein. Er fragt: „ Sind sie im Tierschutz aktiv?“ Als auf die Frage nicht geantwortet wird sagt er etwas in die Richtung, „Oder konkreter haben sie Kontakt mit den Boehringer Leuten?“ Der Betroffene antwortete, dass er dazu nichts sagen werde. Als auch auf Nachhaken nichts zu erfahren ist, verabschiedet er sich mit „Naja ist ja auch Ihr gutes Recht, hätte mich aber mal interessiert.“

Dies ist bereits innerhalb sehr kurzer Zeit der dritte bekannt gewordene Fall in dem junge Menschen in Hannover, ohne dass sie bei Boehringer Aktivitäten kontrolliert oder festgenommen worden wären, zu Hause belästigt wurden. In zwei der drei Fälle wurde nicht nach einer konkreten Straftat gefragt sondern lediglich allgemein nach Verbindungen zu Boehringer. Da zumindest im aktuellen Fall auch kein Polizeiausweis oder eine Dienstmarke gezeigt wurde, könnte es sich in Wirklichkeit auch um einen Anquatschversuch des Verfassungsschutzes handeln.
Unabhängig davon um welche Repressionsbehörde es ich nun handelt, ist es sehr wichtig derartige Vorkommnisse öffentlich zu machen und einen gemeinsamen solidarischen Umgang damit zu finden. Damit die Repressionsorgane ihre Ziele der Einschüchterung und Ausforschung nicht erreichen, ist es wichtig wie im konkreten Fall jegliche Aussage zu verweigern und derartige Anquatschversuche als Angriff auf unsere Strukturen und nicht auf Einzelne zu begreifen.
Falls ihr noch bei euren Eltern wohnt, redet mit ihnen über die Möglichkeit eines Besuchs von Bullen oder Verfassungsschutz. Mit dem Verfassungsschutz muss niemand reden und bei den Bullen haben die Eltern als nahe Angehörige auch immer ein Aussageverweigerungsrecht.
Keine Unterhaltungen mit den Repressionsorganen!
Macht jeden Anquatschversuch öffentlich!

Wenn euch ähnliches passiert ist wendet euch an die Rote Hilfe (jeden 1. Sonntag im Monat ab 16 Uhr UJZ Korn), den EA (Mittwochs 19-20 Uhr UJZ Korn) oder schreibt eine Mail mit einem Terminvorschlag an  anquatsche-hannover@web.de


Indymedia Artikel zu den zwei anderen Vorfällen:
 http://de.indymedia.org/2009/10/263620.shtml

Rote Hilfe Hannover Seite:
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Ergänzungen

V-Personen

Roland Ionas Bialke 23.10.2009 - 17:36
Nicht nur der Landesverfassungsschutz wirbt V-Personen an, die Landeskriminalämter haben für V-Personen ebenfalls spezielle Dienststellen. Aber darum geht es hier nicht. V-Personen werden nach Tarif bezahlt und hier wurde nach alter ErmittlerInnenmanier Social Engineering (d.h. es wurde einfach nach der gewünschten Information direkt nachgefragt) betrieben. Hier kann es besonders schwierig zu reagieren sein, denn wenn z.B. in der Demonstration oder bei der Party eine schöne Person mit schicken Buttons mit Dir redet, dann ist das ganz gewöhnliches Verhalten da miteinander zu reden. Wichtig ist dann zu wissen was Du willst.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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