Karmann: das endgültige Ende!

Richard Grove 23.10.2009 14:55 Themen: Blogwire
Osnabrück: Trotz aller Beruhigungsstrategien durch die bürgerliche regionale Zeitung NOZ ist nun amtlich: beim Autohersteller Karmann werden zum 1. November werden endgültig alle entlassen.
Was in Osnabrück innerhalb des Apparates der IGM als Gerücht rum ging, wurde Wahrheit. Karmann macht endgültig dicht. Bereits seit sechs Monaten wurde gemunkelt: Ab Januar ist Schluss.

Nachdem in Salami-Taktik immer wieder neue Entlassungswellen durchgezogen wurden, sich die "Überlebenden" in Sicherheit wiegten - und gewogen wurden - ist nun endgültig Schluss!

Karmann ist am Ende - alle werden bereits zum 1. November entlassen.

Widerstand gab es zuletzt nur noch wenig, das lag nicht nur an einem Fehlen einer "kämpferischen Gewerkschaftsführung" sondern insbesondere am Fehlen einer kämpferischen Basis. Die ArbeiterInnen waren wie "vor den Kopp gehauen". Völlige Resigsnation hatte sich breit gemacht.

Für die IGM ist das eine tragische Niederlage, denn intern rechnet man damit dass bis zum Ende des Jahres 3000 Mitglieder die IGM-Osnabrück-Emsland verlassen haben werden.

Für die ArbeiterInnen selbst wird das eine schmerzliche Lehre sein. Nämlich das Stillhalten, Hoffen auf Politiker, Hoffen auf DEN AUFTRAG der alles rettet, Hoffen das man selbst schon durchkommt nicht bringt. Individuelle Überlebensstrategien der Belegschaft und Stillhalten der Gewerkschaft führten in Kombination zur Niederlage.

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft wird am Ende mit Sicherheit verlieren.
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Ergänzungen

"Heftige Vorwürfe gegen den Betriebsrat"

Es gab Ansätze der Selbstorganisation 23.10.2009 - 15:11
da sollte nicht verschwiegen werden:
Es gab ein eher halbherziges Bossnapping und das hier:

"Karmann: Heftige Vorwürfe gegen den Betriebsrat
Von Dieter Huge sive Huwe am 25.03.2008 18:45 Uhr
RHEINE In der Belegschaft des Karmann-Werkes Rheine gärt es. Im Betrieb tauchten jetzt Flugblätter ohne Absender auf, die den Betriebsrat heftig kritisieren. Dessen Mitgliedern wird vorgeworfen, geschlossen in der verbleibenden Fertigung des Renault-Verdecks weiterbeschäftigt zu sein. Offen wird gefragt, ob sich der Betriebsrat habe kaufen lassen"

 http://www.muensterschezeitung.de/lokales/rheine/Rheine-Karmann-Heftige-Vorwuerfe-gegen-den-Betriebsrat;art994,217232

Kontaktformular

qdd 23.10.2009 - 15:28
Kontaktformular

An: Wilhelm Karmann GmbH - Karmannstr. 1- 49084 Osnabrück
Tel.: 0541-581-0 - Fax: 0541-581-1900


Winfried Wolf zu Vortrag in Osnabrück

attac 24.10.2009 - 11:00
Crashtest
Weltwirtschaft und Autoindustrie in der Krise

Vortrag mit Dr. Winfried Wolf am

28.10.2009 um 19:00 Uhr
im Gewerkschaftshaus Osnabrück, 3. Etage, Hans Böckler Raum, August-Bebel-Platz 1, 49074 Osnabrück

Die Autobranche steht vor der größten Krise in ihrer gut hundertjährigen Geschichte. GM und Chrysler gingen pleite. Opel bleibt auch im Verbund mit Magna existentiell gefährdet. Karmann befindet sich in der Insolvenz. Winfried Wolf argumentiert: Man muss diese Branchenkrise in den Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise stellen, um ihre tiefe Bedeutung zu erfassen. Die Autoindustrie ist in fünffacher Hinsicht charakteristisch für die weltweite Krise:

Erstens hinsichtlich der Tiefe der Krise. 2009 werden weltweit gut 20 Prozent weniger Kfz gefertigt als 2007. Das ist ein Rekordeinbruch.

Zweitens hinsichtlich der Breite des Nachfragerückgangs. Die Autoindustrie zielt mit Massen-Pkw, mit Luxus-Pkw, mit Lkw und mit Bussen auf sehr unterschiedliche Nachfragearten. Doch in der weltweiten Krise sind alle diese Nachfragearten eingebrochen. Daher der allgemeine Charakter der Krise.

Drittens hinsichtlich der Rolle des Staates als letztem Rettungsanker für das Kapital: Nicht nur bei Finanzinstituten wie IKB, Hypo Real Estate, Commerzbank oder AIG, auch bei den Autokonzernen half der Staat mit Steuergeldern aus der Krise (bei GM, bei Opel, durch die Abwrackprämien).

Viertens hinsichtlich der Kapitalkonzentration. Die Krise mündet nicht nur im Bankenbereich (Commerzbank schluckt Dresdner Bank; Deutsche Bank schluckt Postbank und Sal. Oppenheim) sondern auch in der Autoindustrie (Fiat geht mit Chrysler, Porsche mit VW zusammen) zu noch größeren - und mächtigeren - Kapitaleinheiten.

Fünftens hinsichtlich der Klimakrise: Wir haben es weltweit mit einer Systemkrise zu tun - das auf Öl, Auto und Flugzeug basierende Mobilitäts- und Transportmodell stößt auch an stoffliche Grenzen. Der Öl basierende Kapitalismus selbst ist Hemmschuh der weiteren Entwicklung und Grundlage von drohenden Katastrophen. Die Autoindustrie steht als große Schlüsselindustrie im Zentrum dieser Systemkrise.

Der Referent Winfried Wolf (Chefredakteur von "Lunapark21 - Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie" und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac) hat mehrere Bücher zur internationalen Autoindustrie veröffentlicht - so jüngst das 500-Seiten-Standardwerk "Verkehr. Umwelt. Klima. Die Globalisierung des Tempowahns" (Wien, Promedia, 2007 und 2009). Im September 2009 erschien von ihm die Analyse "Weltwirtschaftskrise und Krise der internationalen Autoindustrie" (als Lunapark21 Extra02). Im Oktober 2009 erscheint das Buch "Sieben Krisen - Ein Crash. Ein Zwischenbericht zur Weltwirtschaftskrise" (Promedia, Wien).

Eine Veranstaltung von Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften und attac.

Die Stimmun gbei Karmann

sss 24.10.2009 - 11:53