Solidemo in Bremen

endofroad 17.10.2009 16:07 Themen: Repression
Gestern solidarisierten sich circa 100 Menschen in Bremen mit Axel, Florian und Oliver, den drei Angeklagten im Berliner mg-Prozess.
Obwohl das Wetter gestern nicht richtig mitspielte, trafen sich immerhin circa 100 Leute am Bremer Ziegenmarkt im Viertel, um sich mit den Angeklagten im Berliner mg-Prozess zu solidariseren. Nachdem Uneinigkeit über die Uhrzeit der Spontandemonstration herrschte, da es zwei Demotermine gab und schon zahlreiche Leute um 17 Uhr am Ziegenmarkt erschienen, beschloss man, sich nochmals um 20 Uhr wiederzutreffen, um eine größere Teilnehmerzahl zu erreichen.
Die Polizei bekam von der ganzen Aktion erst im Verlauf der Demonstration etwas mit, sodass man durch das ganze Bremer Viertel ohne Polizeibegleitung laufen konnte. Erst am Polizeirevier Innenstadt bemerkten die Bullen die Soli-Demo und somit wurde sie ab dem Wall die Demo von erst einem und im weiteren Verlauf von bis zu drei Polizeiautos begleitet. Warum die Polizei nicht mehr Einsatzkräfte auffuhr, bleibt ungewiss. Vielleicht hatte die Bremer Polizei alle Verfügbaren Einsatzkräfte für den Freimarkt abgestellt, weil dort ja mit Terorranschlägen zu rechnen sei oder weil die Geldmittel der Polizei nicht mehr für Einsätze reichen. Wie dem auch sei, den Demonstrierenden kann dieser Umstand nur recht gewesen sein.
Vom Wall ging die Demonstration dann über die Domsheide in die Bremer Innenstadt weiter, vorbei an einem abseits gelegenem Teil des Freimarkts. Auch hier machte die Polizei keinerlei Anstalten, sich den DemonstrantInnen in den Weg zu stellen. Durch die Sögestraße ging es zurück auf den Wall und von dort aus wieder zurück ins Viertel.
Durch Parolen, ein sehr schickes Transpi und auffallende Pyrotechnik kam es zu einigen Interessensbekundungen am Rande der Demo. Leider war das szenetypische Mackerverhalten einiger TeinehmerInnen der Teilnehmerzahl nicht angemessen.
Trotz allem ist die Demo als voller Erfolg für die Bremer Szene zu werten und es ist sehr schön zu sehen, dass sich trotz befürchteter Repression so viele Menschen mit den drei Angeklagten im mg-Prozess solidarisierten.

Wir sind alle militante gruppe!

Solidarische Grüße aus Bremen

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Ergänzungen

demokultur, ein netter blog

antifa 17.10.2009 - 17:07

Männliches Dominanzverhalten?


Immer wieder ist auf Demos zu beobachten, das – zumeist männliche Personen auch gegenüber DemoteilnehmerInnen und Außenstehenden aggressiv und dominant auftreten sowie allgemein einen „auf dicke Hose“ machen. Dies äußert sich unter anderem in Parolen wie den Erwähnten und dem Angehen von DemoteilnehmerInnen, insbesondere nach Ansprache auf das Macho- Verhalten. Es sollte klar sein, dass Sexismus und männliches Dominanzverhalten beim Kampf um eine befreite Gesellschaft aber auch „nur“ auf einer antifaschistischen Demo nichts verloren haben.
Klar ist auch, das ein solches Problem nicht auf der Demo selbst gelöst werden kann, sondern dass es gilt, ein kritisches Bewusstsein für Geschlechterverhältnisse zu schaffen. Trotzdem sollte auch ein Umgang für solches Verhalten auf Demos gefunden werden, Als erster Schritt ist ein konkretes Ansprechen, ruhig auch durch mehere zu denken. Weitergehende Konsequenzen sollten allerdings mit weiteren Personen besprochen werden.


von demokultur.blogsport .de

Bilder ergänzung

muss ausgefüllt werden 17.10.2009 - 17:16
Leider ziemlich schlechte quali, aber besser als nicht allemal.

Makkaroni

Makkaroni 17.10.2009 - 18:15
Naja, ich finde auch, dasz das Verhalten einiger ziemlich mackerig war. Voll vermummt, böllernd und unheimlich gefährlich einen auf dicke Hose zu machen, ist bei solch kleiner Demo vielleicht nicht unbedingt angebracht und vor allem ziemlich macker-mäßig!

Auskotzen auf indy rockt!

Kommi 17.10.2009 - 22:03
Ich war auf der Demo und ich fand sie so gruselig wie bezeichnend: Eine peinliche Winz-Szene die offensichtlich nur für sich Demos macht, im eigenen Viertel Bengalos abfackelt und ansonsten durch menschenleere Straßen zieht. Anstatt Schnipsel mit zu rufenden Parolen zu machen und verteilen, wäre es vielleicht mal angebracht gewesen sich im Vorfeld einen Kopf über ne Route, Flugis oder gar Reden zu machen. Das Amtsgericht oder das BW-Hochaus in der Falkenstraße hätten Ziel einer Demo sein können, die nicht nur für sich durch die Straßen zieht. Auch wäre es vielleicht mal drin gewesen ein Paar Gruppen im Vorfeld anzusprechen; ist ja nicht so das es in Bremen an z. B. Antifa-Gruppen mangelt. Dann wäre es auch nicht nötig gewesen hier die Zahl der Teilnehmenden hoch zu lügen... Aber Hauptsache krass, spontan, herrschaftsfrei und autonom....

"Mackertum"

Ist Doch Egal 18.10.2009 - 22:04
Ich war auch da. Die Zahl stimmt leider nicht ganz, und das Macktertum war vorallem im vorderen Teil extrem.

Die Straße zu blockieren für die S-Bahn ist ja okay, aber wenn 3 Vermummte Poser an die Scheibe klopfen und sogar Mittelfinger zeigen, werden damit sicher keine Sympathisanten erworben. Die Böller habe ich auch gezündet, was auch völlig in Ordnung war und keinesfalls anderen Passansten Angst machte..

Das "Macktertum" war sehr extrem zu verspüren, als einer der "Vorreiter" am Anfang der Demo einen zivilen Wagen mit einer Wasserflasche bewarf, und dieser alte Mann ausstieg und gefragt hat, was das solle wurde von vielen Menschen Schläger-Sprüche losgelassen.

Anfangs wurde an einem Polizeiwagen geklopft und ein nicht-angezündeter Böller(?) wurde gegen die Scheibe gepfeffert.

Ansonsten war es eine kraftvolle und laute Sponti, und vorallem wurden die Bullen verjagt.

Noch mehr Soli in Bremen

oha 02.11.2009 - 16:42
"Zum Aktionstag zur Urteilsverkündung im MG-Prozess: Einrichtungen der Post und DHL in Bremen olivgrün angestrichen.

Aus Anlass des bundesweiten Aktionstages zur Solidarität mit den Beschuldigten im Berliner MG-Prozess, die Kriegsfahrzeuge unbrauchbar machen wollten, haben wir das inkriminierte Thema - Widerstand gegen Krieg - aufgegriffen. Wir haben der Post und ihrer Tochter DHL (Deutsche Heeres Logistik) in der Nacht auf Freitag mehrere Bremer Briefkästen in einem dezenten und viel besser passenderem Olivgrün angestrichen und eine Packstation verziert. Dass Post und DHL schon seit Jahren als internationale Transporteure von Kriegslogistik für Bundeswehr und US-Militär Geld verdienen, kann den Menschen jetzt auch optisch besser vermittelt werden.


Für eine offensive Kampagne gegen das militärische Engagement von Post und DHL - Comprehensive Resistance!


Solidarität mit Axel, Florian und Oliver!"

Quelle:  http://directactionde.blogspot.com/2009/10/einrichtungen-der-post-und-dhl-in.html

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Mackerverhalten? — Hamburger