Portugal: Salazar lebt weiter
Portugal: Salazar lebt weiter
1995: Der neue Generaldirektor der portugiesischen Gefängnisse, Marques Ferreira, verkündete, dass er nach eigener Untersuchung die Situation im Knast als "unerhört, korrupt und ungerecht" empfinde. Er rief zu einem "Kreuzzug der Moral" und war Anfang 1996 gezwungen, das erste Opfer zu entlassen......
1995: Der neue Generaldirektor der portugiesischen Gefängnisse, Marques Ferreira, verkündete, dass er nach eigener Untersuchung die Situation im Knast als "unerhört, korrupt und ungerecht" empfinde. Er rief zu einem "Kreuzzug der Moral" und war Anfang 1996 gezwungen, das erste Opfer zu entlassen......
1996: Die portugiesischen Gefangenen sind unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht, wo sie Opfer von Bestechung- und Ungerechtigkeit werden. Die nationalen Gefängnisse sind zu 247% überbelegt, die regionalen sogar zu 503%. Die Sterblichkeitsrate (durch Selbstmord,…) ist erschreckend: 106 Tote (auf 10.000 Gefangene), die meisten davon Jugendliche in guter Gesundheit.
Am 23. März 1996 lehnten es im Gefängnis Caxias 180 Gefangene nach dem Spaziergang ab, dass sie zu mehreren in eine Zelle zurückkehren sollen. Als Antwort auf diesen ganz legalen Antrag (das Gesetz sieht nämlich ausdrücklich eine individuelle Zelle vor) schickten der "Justiz"-Minister Vera Jardim und der neue Generaldirektor der Gefängnisse Celso Manata ihnen Aufstandsbekämfungstruppen. Diese griffen die Streikversammlung mit Gummigeschossen an und zerschlugen sie systematisch unter Anwendung größter Gewalt.
Alle Klagen, die von den Gefangenen gegen ihre Peiniger erhoben wurden, sind eingestellt worden.
2009: 13 Jahre nach den Taten, die ihnen vorgeworden wurden, wurden 25 der 180 Gefangenen, die ihre Rechte eingefordert hatten, nun vom portugiesischen Staat wegen Rebellion vor Gericht angeklagt!
Der Gipfel war, dass der Gefängnisdirektor Celso Manata seit 2005 Mitglied des Europäischen Rates zur Verhinderung von Folter ist. (vielleicht wegen seiner tollen "Erfahrung").
Schließlich wurden am 04. August 2009 die 24 Angeklagten (der 25. ist mittlerweile verstorben) alle von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen. Ein gegenteiliges Urteil wäre überraschend gewesen...
Trotzdem geht der Kampf gegen Knäste weiter - mit einer feinen Nase im Wind den Rauch des letzten Gefängnisses erwartend.
Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Portugiesischen IAA-Sektion:
(
http://www.ait-sp.blogspot.com/), sowie auf :
http://www.presosemluta.org
Am 23. März 1996 lehnten es im Gefängnis Caxias 180 Gefangene nach dem Spaziergang ab, dass sie zu mehreren in eine Zelle zurückkehren sollen. Als Antwort auf diesen ganz legalen Antrag (das Gesetz sieht nämlich ausdrücklich eine individuelle Zelle vor) schickten der "Justiz"-Minister Vera Jardim und der neue Generaldirektor der Gefängnisse Celso Manata ihnen Aufstandsbekämfungstruppen. Diese griffen die Streikversammlung mit Gummigeschossen an und zerschlugen sie systematisch unter Anwendung größter Gewalt.
Alle Klagen, die von den Gefangenen gegen ihre Peiniger erhoben wurden, sind eingestellt worden.
2009: 13 Jahre nach den Taten, die ihnen vorgeworden wurden, wurden 25 der 180 Gefangenen, die ihre Rechte eingefordert hatten, nun vom portugiesischen Staat wegen Rebellion vor Gericht angeklagt!
Der Gipfel war, dass der Gefängnisdirektor Celso Manata seit 2005 Mitglied des Europäischen Rates zur Verhinderung von Folter ist. (vielleicht wegen seiner tollen "Erfahrung").
Schließlich wurden am 04. August 2009 die 24 Angeklagten (der 25. ist mittlerweile verstorben) alle von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen. Ein gegenteiliges Urteil wäre überraschend gewesen...
Trotzdem geht der Kampf gegen Knäste weiter - mit einer feinen Nase im Wind den Rauch des letzten Gefängnisses erwartend.
Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Portugiesischen IAA-Sektion:
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Ergänzungen
Quelle: