[B] Interview nach der Demo gegen Pax Europa
Am 03.10.09 führte die Bürgerbewegung Pax Europa eine Kundgebung in Berlin durch. Ein breites Bündnis rief zu Protesten gegen diese Kundgebung auf, um für ein offenes Europa und gegen antimuslimischen Rassismus zu demonstrieren. Da nach der Demo Kritik an dem Bündnis laut wurde, sprach stattweb mit dem Anmelder der Demonstration Biplab Basu.
Stattweb: Warum mobilisierten Sie gegen Pax Europa?
Biplab Basu: Ich halte Pax Europa nicht für einen entscheidenen Faktor in der Gesellschaft, aber sie verbreiten in der Gesellschaft gefährliche und rassistische Ressentiments. Der Islam als Religion, Philosophie und Lebensweise, die Milliarden Menschen bewegt, wird diffamierend als Gefahr für die Menschheit dargestellt. Viele Schriften von Pax Europa belegen dies. Wir wollten etwas tun, damit die Menschen, die von solchen Ressentiments angesprochen werden, merken, was sie tun, was sie da unterstützen. Wir wollten nicht schweigend zustimmen.
Stattweb: Ein breits Bündnis hat zu den Protesten gegen die Pax Europa-Kundgebung aufgerufen. Im Vorfeld haben sich jedoch verschiedene Antifa-Gruppen aus der Vorbereitung zurückgezogen, weil sie nicht mit Gruppen wie Milli Görüs zusammenarbeiten wollten. Wie beurteilen Sie diese Kritik?
Biplab Basu: Ich fand den Rückzug der Antifa-Gruppen sehr bedauerlich. Migrantinnen und Migranten sind keine homogene Gruppen, sondern haben unterschiedliche Vorstellungen über die hiesige Lebensweise. Deshalb stehe ich nachwievor zu einem Bündnis mit Milli Görüs.
Im Vorfeld hatten wir einige Diskussionen. Einige der Organisatorinnen und Organisatoren waren gegen eine Beteiligung von Milli Görüs, andere dafür. Ich persönlich sehe keinen Grund, warum Milli Görüs nicht Bündnispartner sein darf. Der Verfassungsschutz berichtet zwar, dass Milli Görüs islamistisch sei, aber ansonsten gibt es wenig sinnvolle Informationen, die gegen eine Beteiligung dieser Gruppe sprechen würde. Wenn wir den Verfassungsschutz als Grundlage für eine Beteiligung heranziehen würden, müssten wir auch auf viele andere Bündnispartnerinnen und -partner verzichten. Viele Antifa-Gruppen werden genauso wie Teile der Linkspartei vom Verfassungsschutz diffamiert. Geheimdienstberichte sind für uns kein Kriterium.
Außerdem hat Milli Görüs sehr konstruktiv und gewissenhaft die Demonstrationsvorbereitung begleitet. Es wurde sich zudem vorbildlich an alle Abmachungen gehalten.
Stattweb: Vereinzelt waren auf der Demo auch Palästina-Flaggen zu sehen. Es soll jedoch im Vorfeld Abmachungen gegeben haben, auf Nationalfahnen zu verzichten.
Biplab Basu: Ja, das war eine Abmachungen. Dies wurde im Übrigen audrücklich von dem Vertreter der islamischen Gemeinde gefordert. Er war der Meinung, Nationalfahnen von Anfang an zu verbieten, um keine Nationalismus-Debatten auf der Demo zu führen. Ein paar Einzelpersonen brachten jedoch kleine Palästina-Fahnen mit. Ich selbst vertrete da die Meinung, dass wir zwar keine Nationalfahnen sehen, aber andererseits auch keine Polizei spielen wollten. Wir wollten nicht den Teilnehmenden vorschreiben, was sie in ihrer Hand halten sollen. Es gab auch ganz vorne im Demonstrationszug vier Frauen mit Deutschlandfahnen. Das finde ich persönlich auch nicht so toll, aber wir wollten so etwas Einzelpersonen nicht verbieten. Wir haben uns aber im Vorfeld mit verschienden Gruppen getroffen, um unseren Wunsch zu äußern, dass keine Gruppen geschlossen mit Nationalfahnen und gesonderten Forderungen auftreten sollen. Wir wollten, dass diese Demonstration unmissverständlich den Eindruck vermittelt, dass sie sich gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit richtet.
Stattweb: Berichten zufolge soll es aus der Demo heraus einen Übergriff auf eine Person mit Israelfahne gegeben haben. Können Sie das bestätigen?
Biplab Basu: Das kann ich nicht bestätigen. Ich sprach sofort mit dem Einsatzleiter, der mir berichtete, dass eine Person mit Israelfahne in die Demonstation gehen wollte. Die Polizisten haben die Person von der Demonstration entfernt, weil diese in keinster Weise das Anliegen der Demonstation teilte. Es gab in diesem Zusammenhang eine Festnahme. Die Polizisten meinten zu mir, dass die Person mit der Israelfahne sich mit einer anderen Person, die auch nicht zur Demonstation gehörte, stritt und es daraufhin zu Handgreiflichkeiten kam.
Stattweb: Wie beurteilen Sie abschließend die Proteste gegen Pax Europa?
Biplab Basu: Ich fand es ganz toll, dass ganz viele Menschen, die weder Muslime sind noch Christen sind, an der Demonstation und dem Friedensgebet davor teilgenommen haben. Außerdem waren sehr viele muslimische und nicht-muslimische Frauen sowie Menschen mit amerikanischer, afrikanischer oder israelischer Herkunft anwesend. Besonders bedanken möchte ich mich bei den vielen jungen Menschen, die an diesem Tag eigentlich wegen dem Tag der offenen Moschee ausgebucht waren, aber trotzdem sehr engagiert bei uns mitgeholfen haben.
Das Interview führte Sebastian Friedrich (STATTWEB)
URL zum Interview auf stattweb:
http://www.stattweb.de/baseportal/ArchivDetail&db=Archiv&Id=1206
---
Aufruf zur Demo:
http://www.stattweb.de/baseportal/NewsDetail&db=News&Id=6175
PM des Bündnisses nach der Demo:
http://www.stattweb.de/baseportal/NewsDetail&db=News&Id=6192
Biplab Basu: Ich halte Pax Europa nicht für einen entscheidenen Faktor in der Gesellschaft, aber sie verbreiten in der Gesellschaft gefährliche und rassistische Ressentiments. Der Islam als Religion, Philosophie und Lebensweise, die Milliarden Menschen bewegt, wird diffamierend als Gefahr für die Menschheit dargestellt. Viele Schriften von Pax Europa belegen dies. Wir wollten etwas tun, damit die Menschen, die von solchen Ressentiments angesprochen werden, merken, was sie tun, was sie da unterstützen. Wir wollten nicht schweigend zustimmen.
Stattweb: Ein breits Bündnis hat zu den Protesten gegen die Pax Europa-Kundgebung aufgerufen. Im Vorfeld haben sich jedoch verschiedene Antifa-Gruppen aus der Vorbereitung zurückgezogen, weil sie nicht mit Gruppen wie Milli Görüs zusammenarbeiten wollten. Wie beurteilen Sie diese Kritik?
Biplab Basu: Ich fand den Rückzug der Antifa-Gruppen sehr bedauerlich. Migrantinnen und Migranten sind keine homogene Gruppen, sondern haben unterschiedliche Vorstellungen über die hiesige Lebensweise. Deshalb stehe ich nachwievor zu einem Bündnis mit Milli Görüs.
Im Vorfeld hatten wir einige Diskussionen. Einige der Organisatorinnen und Organisatoren waren gegen eine Beteiligung von Milli Görüs, andere dafür. Ich persönlich sehe keinen Grund, warum Milli Görüs nicht Bündnispartner sein darf. Der Verfassungsschutz berichtet zwar, dass Milli Görüs islamistisch sei, aber ansonsten gibt es wenig sinnvolle Informationen, die gegen eine Beteiligung dieser Gruppe sprechen würde. Wenn wir den Verfassungsschutz als Grundlage für eine Beteiligung heranziehen würden, müssten wir auch auf viele andere Bündnispartnerinnen und -partner verzichten. Viele Antifa-Gruppen werden genauso wie Teile der Linkspartei vom Verfassungsschutz diffamiert. Geheimdienstberichte sind für uns kein Kriterium.
Außerdem hat Milli Görüs sehr konstruktiv und gewissenhaft die Demonstrationsvorbereitung begleitet. Es wurde sich zudem vorbildlich an alle Abmachungen gehalten.
Stattweb: Vereinzelt waren auf der Demo auch Palästina-Flaggen zu sehen. Es soll jedoch im Vorfeld Abmachungen gegeben haben, auf Nationalfahnen zu verzichten.
Biplab Basu: Ja, das war eine Abmachungen. Dies wurde im Übrigen audrücklich von dem Vertreter der islamischen Gemeinde gefordert. Er war der Meinung, Nationalfahnen von Anfang an zu verbieten, um keine Nationalismus-Debatten auf der Demo zu führen. Ein paar Einzelpersonen brachten jedoch kleine Palästina-Fahnen mit. Ich selbst vertrete da die Meinung, dass wir zwar keine Nationalfahnen sehen, aber andererseits auch keine Polizei spielen wollten. Wir wollten nicht den Teilnehmenden vorschreiben, was sie in ihrer Hand halten sollen. Es gab auch ganz vorne im Demonstrationszug vier Frauen mit Deutschlandfahnen. Das finde ich persönlich auch nicht so toll, aber wir wollten so etwas Einzelpersonen nicht verbieten. Wir haben uns aber im Vorfeld mit verschienden Gruppen getroffen, um unseren Wunsch zu äußern, dass keine Gruppen geschlossen mit Nationalfahnen und gesonderten Forderungen auftreten sollen. Wir wollten, dass diese Demonstration unmissverständlich den Eindruck vermittelt, dass sie sich gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit richtet.
Stattweb: Berichten zufolge soll es aus der Demo heraus einen Übergriff auf eine Person mit Israelfahne gegeben haben. Können Sie das bestätigen?
Biplab Basu: Das kann ich nicht bestätigen. Ich sprach sofort mit dem Einsatzleiter, der mir berichtete, dass eine Person mit Israelfahne in die Demonstation gehen wollte. Die Polizisten haben die Person von der Demonstration entfernt, weil diese in keinster Weise das Anliegen der Demonstation teilte. Es gab in diesem Zusammenhang eine Festnahme. Die Polizisten meinten zu mir, dass die Person mit der Israelfahne sich mit einer anderen Person, die auch nicht zur Demonstation gehörte, stritt und es daraufhin zu Handgreiflichkeiten kam.
Stattweb: Wie beurteilen Sie abschließend die Proteste gegen Pax Europa?
Biplab Basu: Ich fand es ganz toll, dass ganz viele Menschen, die weder Muslime sind noch Christen sind, an der Demonstation und dem Friedensgebet davor teilgenommen haben. Außerdem waren sehr viele muslimische und nicht-muslimische Frauen sowie Menschen mit amerikanischer, afrikanischer oder israelischer Herkunft anwesend. Besonders bedanken möchte ich mich bei den vielen jungen Menschen, die an diesem Tag eigentlich wegen dem Tag der offenen Moschee ausgebucht waren, aber trotzdem sehr engagiert bei uns mitgeholfen haben.
Das Interview führte Sebastian Friedrich (STATTWEB)
URL zum Interview auf stattweb:
http://www.stattweb.de/baseportal/ArchivDetail&db=Archiv&Id=1206 ---
Aufruf zur Demo:
http://www.stattweb.de/baseportal/NewsDetail&db=News&Id=6175 PM des Bündnisses nach der Demo:
http://www.stattweb.de/baseportal/NewsDetail&db=News&Id=6192
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Ergänzungen
WTF
Stimmt, aber auf der PAX- Seite.
Auch waren auf Seiten der Gegendemo niemals 300 Leute, wie auf der stattweb Seite behauptet wird, eher die Hälfte.
Korrupt!
Biplab Basu benutzt Reachout!
Redebeitrag von Demo
Antisemitismus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom einer umfangreichen Vorurteilskrankheit. Antisemitismus ist ein Phänomen, das in Deutschland von Deutschen in Form einer Hölle für Juden sich äußerte.
Heute marschieren hier die selbsternannten Retter des Abendlandes von Pax Europa. Sie wollen uns überzeugen, dass sie keine Antisemiten und keine Rassisten sind: sie sind es aber. Sie reden vom christlich-jüdischen Abendland als einer Symbiose - als hätte es keinen Judenmord in diesem Abendland gegeben! Sie beziehen sich auf eine von ihnen erfundene- Fiktion! Sie missbrauchen uns Juden als Alibi für ihre neue Ausgrenzung einer Minderheit. Sie sind die geistigen Nachkömmlinge derer, die unsere Synagogen verbrannt haben und heutzutage wollen sie Gebetshäuser anderer Gläubigen verbieten. Wir als Juden, ich als Jüdin, können hier heute stehen, weil unsere Eltern aus nicht-christlichen Ländern stammen, meine Eltern lebten in Marokko und Palästina, als die Deutschen die Juden vernichteten. Wir können hier stehen, weil unsere Eltern mit Arabern und Muslimen zusammen lebten. Oder weil sie rechtzeitig von Nazi-Deutschland geflohen sind. Meine Tochter, die hier auch steht, ist auch ein Enkelkind von Holocaustüberlebenden, die von Deutschen - ausgegrenzt und als Zwangsarbeiter missbraucht wurden: von Deutschen, die genau so bürgerlich waren, wie die Pax Europa Leute. Pax Europa tarnt sich als bürgerliche Bewegung: aber in Deutschland haben vor 70 Jahren die Libarelen und die bürgerlichen Menschen als Täter und Mitläufer fungiert. Ein Faschist ist ein Liberaler, der noch nicht beraubt wurde, wie es Woody Ellen sagte.
Für die bürgerlichen Anhänger von Pax Europa reicht es, dass Minderheiten hier ihr Anderssein äußern: - dadurch fühlen sie sich schon beraubt.
Die Anhänger von Pax Europa verkleiden sich heute mit israelischen Flaggen. Eine Schande für beide.
Während die Israelis selber nicht zur Armee gehen wollen, während die israelische Regierung Schulen je nach Prozentanteil der Soldaten, die sie produzieren, belohnen, hetzen einige Deutsche für den Krieg im nahen Osten. Nachdem ihre - Vorfahren die Juden als das Negativbild missbraucht und sie fast ausgemerzt haben, werden die Juden in Israel von den Täterkinder und Enkelkinder noch mal instrumentalisiert. Weil sie uns immer noch nicht als Menschen sehen können, nur als Mittel zum Zweck. Es führte damals zu einer Katastrophe.
Das Symptom zeigt sich diesmal gegen den neuen „Anderen“. Die Muslimen werden zu einem Feindbild stilisiert. Israel wird von den Pax Europa Anhängern als westlicher Verbündeter gegen die Muslime gesehen – aber wir, Juden, weigern uns als euer Bild zu fungieren: weder negativ noch positiv.
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Wir: Juden und Israelis verweigern uns jeder Art von Feindlichkeit Muslimen und anderen Menschen gegenüber. Wir lebten Jahrzehnten friedlich zusammen: Im Irak, in Syrien, in Iran, in Pakistan, Afghanistan, Ägypten, Algerien, Tunesien, Libyen und Marokko.
Wir überlebten die deutsche Hölle dank der Muslimen in der Türkei, die uns ihre Türe aufmachten und uns Schutz boten. Wir Überlebten, weil die Deutschen es nicht schafften, den Maghreb zu besetzen und den nahen Osten zu besetzen.
Wir haben damals zusammen die Nazis überlebt und tragen diese Erfahrung immer noch.
Wir alle gemeinsam, Juden , Muslime und Christen, werden es nicht zulassen, uns gegeneinander aufhetzen zu lassen. Weder von Pax Europa noch von jemand anderem!
was soll das?
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
SO EINE..... — ich
Zitat — YGamma
[B] Interview nach der Demo gegen Pax Europa — Windhund
[B] Interview nach der Demo gegen Pax Europa — Pimpf
was soll das? — genervter mensch
die ethnische grenze der linken in schland — ...