Ein Leben ohne Wachstumszwang
Seit der "Krise" mehren sich außerhalb der offiziellen Parlamentspolitik und dem Mainstream die Diskussionen über ein Leben und wirtschaften ohne Wachstumszwang mit der Fragestellung, wie eine Gesellschaft soziale Gerechtigkeit/ Gleichheit beantwortet, wenn sie materiell schrumpft und ökologisch nachhaltig agiert. Vorboten einer Transformation oder Schizophrenie des Kapitalismus?
Im Dossier des Deutschlandradios (
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dossier/1026531/ ) erfuhr das Thema gestern Abend in den bürgerlich, öffentlich rechtlichen Medien eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit durch seinen Sendeplatz um 19.15 Uhr. Ganze 45 Minuten hangelte sich die Sendung am anstehenden und unvermeidlichen Ende des Wachstums als Lösung für soziale Probleme und als Problem für das Ökologische Gleichgewicht lang. Es war für die Verhältnisse eines öffentlich rechtlichen Senders eine echte Bildungsveranstaltung mit Blick nach vorn, mit klarer Kritik am Bestehenden und mit radikalen Einsichten, wie sie selbst im linken Spektrum in dieser Tiefe und Ganzheitlichkeit derzeit selten zu erleben sind.
Die Sendung ist derzeit leider auf der Homepage des Senders nicht nachhörbar.
Auffällig an der Sendung ist auch, dass sie kein Einzelfall in der Medienlandschaft darstellt, sondern in den vergangenen Monaten immer mehr Artikel, Interviews, Sendungen entstehen, die sich damit beschäftigen.
Die Kehrseite der intellektuell progressiven Überlegungen sind der politische Einheitsbrei von Linke über Gewerkschaften, Grüne, CDU bis FDP...plus Mehrheit der sonstigen Bevölkerung deren einzige Hoffnung in einem irgendwie geartetem Wirtschaftswachstum liegt, das Arbeitsplätze schafft. (Hoffnung ist aber das Gängelband der Unterwerfung!) Wie diese Hoffnung gefördert werden kann, das ist der kleine Unterschied zwischen allen, aber Wachstum wollen sie alle und damit auch eine Fortsetzung des Konsums und Verbrauchs und letztlich auch der Fortsetzung von Arm und Reich, Oben und Unten...
In der oben genannten Sendung, wurde festgehalten, dass eine menschliche Gesellschaft, die die Analyse des Derzeitigem ernst nimmt, sich völlig transformieren und zu einer ganz anderen werden muss, will sie nicht mittelfristig riskieren, dass das Prinzip des Stärkeren/ der Stärkeren, das heute oft über Geld konstituiert ist, alltäglich physisch auf der Straße etc. gelebt und dadurch Möglichkeiten zur positiven Veränderung praktisch schwinden werden. Die zukünftige Revolution wäre eine echte Transformation, so die Richtung.
Ich kann hier nicht die ganze Sendung und andere Artikel wiedergeben, aber wer offen ist und schaut, hört - kann derzeit eine Veränderung der Wahrnehmung in öffentlichen und bürgerlichen Medien wahrnehmen. Warum diese teilweise guten Ansätze in Linken Kreisen/ Bewegungen kaum eine Rolle spielen, ist für mich eine Frage von Brisanz. Die Transformation, so eine These, muss eben auf allen Ebenen des Lebens stattfinden - also auch bei uns, in der Art unseres Umgangs miteinander, unseren ökonomischen Handeln, unsere ökologische Sensibilität usw. - genau daran fehlt es aber derzeit oft. Konsumorientiert, Klamottenfixiert machen wir uns nicht selten gegenseitig eine Fassade vor, hinter der es ganz schön kriselt... und vor Kapitalismus nur so strotzt.
20 Jahre nach 1989 sind dieselben Fragen wieder Aktuell, die viele von den politischen der damaligen Zeit außerhalb späterer Parteien bewegte. Irre.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dossier/1026531/ ) erfuhr das Thema gestern Abend in den bürgerlich, öffentlich rechtlichen Medien eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit durch seinen Sendeplatz um 19.15 Uhr. Ganze 45 Minuten hangelte sich die Sendung am anstehenden und unvermeidlichen Ende des Wachstums als Lösung für soziale Probleme und als Problem für das Ökologische Gleichgewicht lang. Es war für die Verhältnisse eines öffentlich rechtlichen Senders eine echte Bildungsveranstaltung mit Blick nach vorn, mit klarer Kritik am Bestehenden und mit radikalen Einsichten, wie sie selbst im linken Spektrum in dieser Tiefe und Ganzheitlichkeit derzeit selten zu erleben sind. Die Sendung ist derzeit leider auf der Homepage des Senders nicht nachhörbar.
Auffällig an der Sendung ist auch, dass sie kein Einzelfall in der Medienlandschaft darstellt, sondern in den vergangenen Monaten immer mehr Artikel, Interviews, Sendungen entstehen, die sich damit beschäftigen.
Die Kehrseite der intellektuell progressiven Überlegungen sind der politische Einheitsbrei von Linke über Gewerkschaften, Grüne, CDU bis FDP...plus Mehrheit der sonstigen Bevölkerung deren einzige Hoffnung in einem irgendwie geartetem Wirtschaftswachstum liegt, das Arbeitsplätze schafft. (Hoffnung ist aber das Gängelband der Unterwerfung!) Wie diese Hoffnung gefördert werden kann, das ist der kleine Unterschied zwischen allen, aber Wachstum wollen sie alle und damit auch eine Fortsetzung des Konsums und Verbrauchs und letztlich auch der Fortsetzung von Arm und Reich, Oben und Unten...
In der oben genannten Sendung, wurde festgehalten, dass eine menschliche Gesellschaft, die die Analyse des Derzeitigem ernst nimmt, sich völlig transformieren und zu einer ganz anderen werden muss, will sie nicht mittelfristig riskieren, dass das Prinzip des Stärkeren/ der Stärkeren, das heute oft über Geld konstituiert ist, alltäglich physisch auf der Straße etc. gelebt und dadurch Möglichkeiten zur positiven Veränderung praktisch schwinden werden. Die zukünftige Revolution wäre eine echte Transformation, so die Richtung.
Ich kann hier nicht die ganze Sendung und andere Artikel wiedergeben, aber wer offen ist und schaut, hört - kann derzeit eine Veränderung der Wahrnehmung in öffentlichen und bürgerlichen Medien wahrnehmen. Warum diese teilweise guten Ansätze in Linken Kreisen/ Bewegungen kaum eine Rolle spielen, ist für mich eine Frage von Brisanz. Die Transformation, so eine These, muss eben auf allen Ebenen des Lebens stattfinden - also auch bei uns, in der Art unseres Umgangs miteinander, unseren ökonomischen Handeln, unsere ökologische Sensibilität usw. - genau daran fehlt es aber derzeit oft. Konsumorientiert, Klamottenfixiert machen wir uns nicht selten gegenseitig eine Fassade vor, hinter der es ganz schön kriselt... und vor Kapitalismus nur so strotzt.
20 Jahre nach 1989 sind dieselben Fragen wieder Aktuell, die viele von den politischen der damaligen Zeit außerhalb späterer Parteien bewegte. Irre.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
knallhartes Geschäft!
Die Wahrheit stirb zuerst, (dann sterbe ich) die Hoffnung stirbt zu letzt.
Die Schizophrenie der Kapitalisten ist jedenfalls ein Dauerfeuer auf alles was die Welt sonst noch zu bieten hat. Ich habe den Eindruck als wenn die BRD-Feinde in Westberlin und Westdeutschland von vor 1989 ganz andere Positionen gegenüber dem Kapitalismus beziehen (müssen!), als die zaghafte Kapitalismus-Freundlichkeit der Bürger der neuen Bundesländer aus dem ehemaligem Osten heute in den politischen Alltag suggeriert.
Das heißt, der BRD-Kapitalismus von vor 1989 hatte bereits erbitterte Feinde und deshalb geht heute so vieles aneinander vorbei.
Ja sicher ich dachte auch "in Deutschland hätte sich etwas geändert", aber das ist schon wieder viel zu lange her.
Dann die Bayern, München. 40 Jahre lang waren 12 Millionen Bayern in diesem "amerikanischen Sektor" eingesperrt. Wir aus dem Ruhrpott wollten denen ja helfen, aber die Bazis ham dat einfach nich kapiert! (stattdessen wollte F.J.Strauss die Todesstrafe in Deutschland wida etablieren, er hat sie bekommen)
Auf zum...
5.10. eine Kommentarauszug der ARD
Zitat: "Wie auch immer - hinter all dem Geschachere um Positionen und längst auch schon Personen tritt eines in den Hintergrund: Die Grundsatzfrage nämlich, wohin diese Regierung das Land führen wird. Und ob die schwarz-gelbe Wachstumsideologie tatsächlich das Zukunftsmodell ist für Zeiten, in denen global gesehen die Grenzen des Wachstums längst gesprengt sind. Wachstum war auch schon das Mantra der schwarz-roten Vorgängerregierung. Insofern kann man guten Gewissens prognostizieren: es wird sich gar nicht so viel ändern im Staate Deutschland. Allerdings bleibt die Frage, ob das denn wirklich eine gute Nachricht ist. Und ob diese Regierung am Ende nicht genau daran scheitern könnte."
Diese kritischer werdenden Absatzbewegungen einzelner JournalistInnen sind derzeit öfter hörbar und bekommen zunehmend ein Forum im öffentlich Rechtlichen. Hier gilt es von links Diskussionen an zustoßen, nicht dass am Ende eine Abkehr von der Wachstumsidiologie noch für weitere soziale Frechheiten herhalten muss, unter dem Motto weiter wie bisher nur doppelt so scheiße...
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Wo sind wir? — fragen