Zu den Verhaftungen in Griechenland

ABC Berlin 28.09.2009 14:32 Themen: Repression Soziale Kämpfe
Den ersten Informationen zu Folge, werden die verhafteten AnarchistInnen in Athen (Griechenland) beschuldigt, eine Vielzahl von Anschlägen verübt zu haben. Vier befinden sich momentan im Knast, sechs sind untergetaucht.Weitere hier schon im Vorfeld veröffentlichten Artikel: Anarchist Arsonists (29.8.), Bombenanschlag in Athen und Thessaloniki (2.9.), Strassenschlacht in Athen (4.9.), Weitere Riots in Athen (5.9.), Athen: Demo vs. Polizeigewalt eskaliert (25.9.)
Aktuell: Update v. 1.10, Greek police & fascists' brutality (2.10.), A. Bonanno in Griechenland festgenommen (2.10.)
Indymedia Athen
In den Abendstunden des 23. September wurden in Athen fünf junge Menschen im Alter von 20 und 21 Jahren unter dem Antiterrorgesetz verhaftet. Die Antiterroreinheiten der griechischen Polizei stürmte ein Haus in Halandri, einer Mittelklassewohngegend im Norden von Athen, im Zusammenhang mit Ermittlungen aufgrund von anarchistischen, militanten Angriffen auf Staat und Kapital. Das Haus wurden seit längerer Zeit beobachtet, da es Verbindungen zu „anti-autoritären und anarchistischen Angriffen“ geben soll und das Haus als geheimer Unterschlupf dienen sollte, es wurden angeblich Materialien gefunden, mit welchen sich Zünder und Sprengvorrichtungen bauen lassen. Von sechs weiteren Personen wurden Fingerabdrücke im Haus gefunden, die Beschuldigten konnten sich aber der Verhaftung entziehen und sind untergetaucht. Einer der fünf Festgenommen wurde später wieder entlassen, die anderen wurden angeklagt unter der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Beschaffung und Besitz von explosiven Materialien, Herbeiführen von Explosionen und Gefährdung von Menschenleben, schwerer Diebstahl, sowie kleinerer Vergehen wie Verstöße wegen Sylvesterknallern und anderem. Sie befinden sich im Knast und müssen sich am morgigen Dienstag vor dem Haftrichter verantworten, welcher über die Untersuchungshaft entscheiden wird. Bis jetzt haben sie jede Kooperation mit den Repressionbehörden abgelehnt und die Vorwürfe zurückgewiesen. Sie sollen Teil der „Conspiracy of the Cells of Fire“ sein. In den Medien wurden die Fotos und Namen der vier veröffentlicht, sowie Steckbriefe der Untergetauchten. Bei einem der Verdächtigen soll es sich um einen 25-Jährigen handeln, der bereits in der Vergangenheit als mutmaßliches Mitglied der Terrorgruppe „Sekte der Revolutionäre“ unter Polizeiverdacht stand.

Die Anklage wegen des Herbeiführens von Explosionen resultiert aus den Angriffen auf das Haus des ehemaligen Staatssekretärs im Innenministerium Panayiotis Hinofotis am 12. Juli, auf das Gebäude des Ministeriums für Makedonien und Thrakien am 2. September in Thessaloniki und die Explosion im Eingangsbereich des Apartments des ehemaligen Ministers der oppositionellen PASOK Gerassimos Arsenis und seiner Frau, der Verantwortlichen für Wirtschaftsangelegenheiten der PASOK Louka Katseli, in Kolonaki, einem Stadtteil von Athen, am Mittwoch den 23. September.

Am Freitag Abend gab es eine erste Reaktion auf die Verhaftungen. Die Polizeisperren um den Athener Stadtteil Exarchia wurden durchbrochen und die Hauptzentrale von PASOK, der sozialdemokratischen Partei, eines der momentan am bestbewachtesten Gebäude des Landes, mit Molotovcocktails und Steinen angegriffen. Während des Angriffes fing auch ein Fahrzeug des Fernsehen Feuer und brannte aus. Daraufhin wurde das Gebäude evakuiert, es gab keine Verhaftungen, die Leute zogen sich hinter brennende Barrikaden zurück.

Am 4. Oktober werden in Griechenland vorgezogenen Parlamentswahlen stattfinden, der amtierende Ministerpräsident Kostas Karamanlis sah sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem im Zuge der wirtschaftlichen Krise die Popularität immer weiter sank und sich unter den Bevölkerung Missstimmung breit machte. Mit den Verhaftungen nur wenige Tage vor der Wahl möchte die Regierung ihre Stärke und Entschlossenheit im Kampf gegen alle, die sich gegen die herrschende Ordnung aus Staat und Kapital stellen beweisen. Für den Wahltag wird mit vielseitigen Vergeltungsaktionen von Seiten der AnarchistInnen gerechnet.

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Ergänzungen

dpa meldet mehr

Sintrofi 29.09.2009 - 07:24
Griechenland/Terrorismus/Polizei/ Waffen und Munition im Meer vor > entdeckt

Die Sicherheitsbehörden in Griechenland haben mehrere Handgranaten, zwei Panzerfäuste, einen Granatwerfer und Munition im Meer vor der Küste > entdeckt. Es wird vermutet, dass Mitglieder einer linken Untergrundorganisation die Waffen ins Meer vor der Küste der Vorstadt Vouliagmeni warfen, berichtete das Staatsfernsehen am Montagmorgen weiter. Einwohner hatten einen Mann beobachtet, der mehrere Kästen ins Meer warf und benachrichtigten die Polizei. Von dem unbekannten Mann fehlt jede Spur. Die Versenkung der Waffen wird mit einem anderen Fall in Verbindung gebracht: Vergangene Woche hatte die griechische Polizei vier mutmaßliche Mitglieder einer anarchistischen Organisation «Konspiration der Zellen des Feuers» festgenommen und einen Unterschlupf entdeckt, indem auch Dynamit und Bestandteile einer Bombe sichergestellt worden waren. Die Behörden vermuten Kontakte dieser Organisation, mit der Terrororganisation «Revolutionären- Sekte», die in den vergangenen Monaten einen Polizisten getötet und einen anderen schwer verletzt hatte. Seitdem werden in ganz > immer wieder Hausdurchsuchungen gemacht. Es wird vermutet, dass Mitglieder der «Revolutionären-Sekte» die Waffen loswerden wollten, bevor die Polizei sie entdeckt. In Griechenland finden seit Dezember vergangenen Jahres immer wieder Anschläge statt. Sie hatten nach dem Tod eines 15-Jährigen im Dezember 2008 begonnen, der durch die Kugel aus einer Polizeiwaffe getötet worden war.

ALLE KOCHTÖPFE RAUS

TEFLON 29.09.2009 - 15:05

"Wahlkampftrick"?

bizar 29.09.2009 - 15:26
Louka Katseli, Pasok-Kandidatin und Miteigentümerin der Wohnung, die am 23/09/09 von UNBEKANNTEN angegriffen wurde - also quasi das "Opfer" - spricht von einem "Medientrick"
der Regierungspartei, der aus 20-jährigen Kids skrupellose Terroristen machen soll...:
 http://www.griechenland.net/news_details.php?siteid=7727

WAFFENFUNDE KEIN "TERROR"-HINTERGRUND

ATHEN 29.09.2009 - 15:35

Sofia Papazoglou von Nazis angegriffen

Entdinglichung 02.10.2009 - 11:06
die bekannte linke Folksängerin Sofia Papazoglou wurde gestern in Athen unter den Augen der Bullen von Chrysi Avgi-Nazis mit Säure angegriffen und zusammengeschlagen:  http://libcom.org/news/folk-singer-hospitalised-after-attack-neo-nazis-athens-01102009

HUNGERSTREIK VON 150 INTERNIERTEN

Flughafen Athen 02.10.2009 - 14:01

Alfredo Bonano in Griechenland verhaftet

Lib 02.10.2009 - 14:49
Laut Medienberichten wurde der 73 - jährige Anarchist zusammen mit einem 46- jährigen aus Griechenland in Trikala nach einem Bankraub festgenommen. Bonnao ist Stichwortgeber des Insurrektionalismus und er scheint diese Lehre auch praktisch zu leben.

Es könnte spannend werden, wie der griechische Insurrektionalismus auf diese Festnahme reagiert.


 http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&article_id=1086197

Mehr Info aus dem kurier.at

Hotte 18.10.2009 - 20:53
Zwei Bomben vor Wahl in Griechenland

Zwei Tage vor der Parlamentswahl in Griechenland sind am Freitagabend am Rande einer Wahlkampfveranstaltung von Regierungschef Konstantinos Karamanlis in Athen zwei kleine Bomben explodiert. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt. Die Sprengsätze waren in einem Mistkübel rund 200 Meter von der Stelle entfernt, wo Karamanlis wenige Minuten später zu seinen Anhängern sprechen wollte. Vor der Detonation ging ein anonymer Warnanruf bei einer Zeitung ein.

Bei der Detonation entstand Sachschaden an einem Hauseingang und an zwei geparkten Motorrädern. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In jüngster Zeit hat es immer wieder Anschläge linksextremistischer Organisationen gegeben.

Die Sicherheitsbehörden hatten bereits vor mehreren Tagen Handgranaten, zwei Panzerfäuste, einen Granatwerfer und Munition im Meer vor der Küste Athens entdeckt. Es wird vermutet, dass Mitglieder einer linken Untergrundorganisation die Waffen ins Meer vor der Küste der Vorstadt Vouliagmeni warfen. Einwohner hatten einen Mann beobachtet, der mehrere Kästen ins Meer warf und benachrichtigten die Polizei. Von dem unbekannten Mann fehlt jede Spur.

Die Versenkung der Waffen wird mit einem anderen Fall in Verbindung gebracht: Vor kurzem hatte die griechische Polizei vier mutmaßliche Mitglieder einer anarchistischen Organisation "Konspiration der Zellen des Feuers" festgenommen und einen Unterschlupf entdeckt, indem auch Dynamit und Bestandteile einer Bombe sichergestellt worden waren. Die Behörden vermuten Kontakte dieser Organisation, mit der Terrororganisation "Revolutionären-Sekte", die in den vergangenen Monaten einen Polizisten getötet und einen anderen schwer verletzt hatte. Seitdem werden in ganz Athen immer wieder Hausdurchsuchungen gemacht. Es wird vermutet, dass Mitglieder der "Revolutionären-Sekte" die Waffen loswerden wollten, bevor die Polizei sie entdeckt.

interview zu ela-berufungen

athen 24.10.2009 - 15:18

Officialy, 25 more citizens

as members 03.11.2009 - 13:26
of „Conspiracy of the Cells of Fire“ are targeted by the (anti)terrorist cop team.