Urbane Gärten in Barcelona: Gärten der Stadt
Hort del Camí de la Torre Melina

Es sind 30 Pensionierte, die seit April 2009 ihre Freizeit in diesem Garten am Dreieck zwischen dem Viertel Les Corts und den Städten Hospitalet und Esplugues de Llobregat verbringen. El entrevistado se enteró del sorteo que se hizo ya en 2006 en el periódico. »Ich hatte nie in meinem Leben etwas gewonnen«, lächelt die einzige Frau unter den NutzerInnen. Zuerst hatte man ihnen Parzellen weiter oben gegeben, aber auf Grund von Bauarbeiten mussten sie umziehen, was sie ein Jahr ohne Garten gekostet hat, dass ihnen nicht von den fünf Jahren abgezogen werden wird.
Vorher wurden auf diesem Grundstück derribos verkauft, danach enteignete es die Stadt und im verlassenen Zustand bewohnten es Obdachlose, bis schließlich 31 Parzellen – die letzte wartet auf ihre NutzerInnen mit mentalen Krankheiten -, 31 Schließfächer um sich umzuziegen und Kleidung und Werkzeuge zu lassen, ein WC, Bänke uzm Ausruhen, Wasserhähne, um Schläuche anzubringen und Platz für den Kompost geschaffen wurden.
Sie kannten sich vorher nicht und unternehmen auch keine Aktivitäten gemeinsam. Jede/r einzelne widmet sich seiner Parzelle und es sind bislang auch keine Kindergruppen zu Besuch gekommen. Aber vom Gleis der Straßenbahn, die nebenan vorbeifährt, werden sie bestaunt und von alten Leuten beraten, was die NutzerInnen ein wenig stört. Genauso wie es die anderen stören mag, dass sie nicht gewonnen haben...
Garten des Bauernhofes Can Mestre

Bis 1997 bauten hier die BewohnerInnen des Hofes Can Mestre an. Zwei Jahre später nutzte die Stadt die Ländereien, die von ihr enteignet wurden, um 51 Parzellen zu konstruieren, von denen eine für Personen mit Behinderungen aus dem Distrikt Sants-Montjüic reserviert ist und in denen auch vier pensionierte Frauen anbauen.
Eine von ihnen erzählt, dass, als sie im Radio von der Verlosung gehört hat, sie ihrem Mann vorgeschlagen habe daran teilzunehmen, »weil ich dachte, dass wir Frauen da nicht zählen würden«. Jetzt ist es sie selbst, die seit drei Jahren pflanzt, was sie schon zuvor auf ihrem Balkon getan hatte, weil es ihr gefällt, ihre eigenen natürlichen Tomaten zu haben und weil es ihre Freizeit mit Leben füllt.
Ein anderer erzählt euphorisch, wie sehr er dank dem Programm der Stadt seine freie Zeit genießt und wieviel er dank der neuen Freundschaften, die er hier schließt, gelernt hat, da er vorher nie einen Garten zu Gesicht bekommen hatte. Außer dem Anbau seiner Parzelle, widmet er sich auch der Parzelle für die Kinder, die mit dem Programm der Umwelterziehung kommen.
So gibt es auch Freiwillige, die sich um die Tiere und ihre Käfige kümmern, die dort sind, um dem Anwesen, in dessen Gebäude jetzt einige der Büros der Urbanen Gärten angesiedelt sind, ein wirkliches Bauernhof-Ambiente zu geben. Die Verantwortliche beschreibt die Schwierigkeiten, die sie mit den Opas und Omas hat: »Wie ich manchmal mit ihnen schimpfen muss, damit sie das Wasser richtig und nur in der einen Stunde, die jedem Dienstag oder Freitag zusteht, nutzen und damit sie nicht die freien Parzellen besetzen«. Sie hebt hervor, dass es ein Luxus sei, in einer so engen Stadt wie Barcelona einen Garten zu haben.
Hort de l'Avi

Mit einem Ausmaß von 400m², die von 19 pensionierten Herren und Damen genutzt werden, ist der Garten Hort de l`Avi im Waldteil des Park Güell der älteste, der von der Stadt Barcelona verwalteten Gärten. Der Interviewte baut – da, wo früher die Ländereien eines vor langer Zeit abgerissenen Anwesens kultiviert wurden – schon seit 14 Jahren ohne Pestizide an.
»Die Anfänge dieses urbanen Gartens, der erste von Barcelona, liegen im Jahr 1986, als eine Gruppe alter Menschen des Viertels, indem der Garten liegt, den Distrikt um einen Raum für den Anbau gebeten haben. Die anfängliche Gruppe übernahm die Konstruktion der Wege, der Sitzbänke, der Tische und einer Laube«. Dieses Zitat der Internetseite der Stadt macht den Unterschied des Programms der urbanen Gärten – zu dem dieser Ort jetzt auch gehört – sehr deutlich.
Die NutzerInnen entschieden was und wie sie es machen wollten und die Parzellen gehören ihnen auf unbestimmte Zeit. »Das mit den fünf Jahren ist weder gut für die Erde noch für die Leute«. Der Garten hat ihnen nicht nur eine Freizeitbeschäftigung gebracht, sondern auch viele Kindergruppen (denen sie jede Woche beibringen, was anbauen bedeutet), Freundschaften, die sich zum Beispiel in den ´Bruderschaftsessen` ausdrücken, die organisiert werden und außerdem Wissen, da nicht alle vorher einen Garten hatten.
Gärtchen des Lochs

Dieser spezielle Fall, in dem ein besetzter Garten sich in eine Stadteinrichtung verwandelt hat, begann im Jahr 2000, als das Viertel La Ribera sich in ein Objekt urbanistischer Pläne verwandelte. Mit dem Pflanzen einer Pinie, tauften die NachbarInnen das, was nach dem Abriss einiger Gebäude geblieben war, auf ´Forat de la Vergonya` (´Schandloch`) und sie begannen in dem Loch einen Garten anzubauen.
Nach langen Verhandlungen und der Zerstörung des Platzes, den die NachbarInnen geschaffen hatten, lenkte die Stadt schließlich ein, die Zone auszustatten. Auf dem aktuellen Platz hat auch das Gärtchen eine Ecke gefunden, nicht mehr besetzt, aber dennoch von der Versammlung selbstverwaltet, obwohl sie die Stadt schon um einige Zusatzbudgets gebeten haben. Die aktuellen NutzerInnen nehmen mit dem Garten an Aktivitäten des Viertels teil und bieten Volxküchen an, wenn genügend einer Sache geerntet wurde.
Laut der Interviewten muss man die Geschichte dieses Gartens als einen Erfolg eines Nachbarschaftskampfes sehen, da seitdem viele Personen kommen und den Raum nutzen und ein Garten immer besser sei als ein Parkplatz. Es waren die Kinder des Viertels, die das meiste Gemüse anpflanzten, sowie es auch sie waren, die den Zaun gebaut haben, dessen Tür immer offen steht: »Ein urbaner Garten sollte wirklich gemeinschaftlich sein, ohne Eigeninteressen. Auf diese Weise würden mehr öffentliche und grüne Räume geschaffen werden, dort kultivierend wo man ist und nicht nur auf dem Land«.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen