Ikea will Altona erobern - nahe Hamburg

Volker Rachow 25.09.2009 00:04
Der Möbelgigant IKEA der niederländischen Stiftung Stichting INGKA Foundation plant ein Möbelhaus mitten im Stadtkern von Altona zu eröffnen.
Nun ist es ja nicht so, dass kaum jemand von uns noch nicht bei IKEA einkaufen gewesen ist, oder gar ein Billy Regal in den heimischen Räumlichkeiten sein eigen weiß. Dieses: „Jeder kennt IKEA, hat dort auch schon gekauft und dann muss es auch gut sein“ ist auch eines der Hauptargumente der IKEA-Befürworter. Und gar nicht mal ein so schlechtes. Aber worum geht’s überhaupt?

Es geht um Altona.

Altona, dass während seiner Jahrhunderte langen Geschichte nur einen davon Bruchteil zu Hamburg gehört. Altona, dass einst dänisch war, kurz sogar schwedisch, und bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten die Hauptstadt von Holstein war. Altona, in dessen Straßen die SPD auf die Anwohner schießen ließ und die Nazis ihre ersten Hinrichtungen an zum Teil Minderjährigen vollzogen. (Léon Schirmann: Altonaer Blutsonntag 17. Juli 1932. Dichtungen und Wahrheit. Ergebnisse Verlag, Hamburg 1994) Altona, dessen Wappen im Gegensatz zu Hamburg ein offenes Tor besitzt und das sich zu allen Zeiten als offene Stadt verstanden hat. Die Frage muss allerdings lauten: Für wen?

Waren es früher noch religiöse Minderheiten oder politisch Verfolgte wie etwa die Hugenotten oder die Mennoniten und manchmal sogar aus Hamburg wirtschaftlich verdrängte und mittellos gewordene oder gemachte Menschen, so sind es in heutiger Zeit eher zahlungskräftigere Großkonzerne wie McDonalds, Mediamarkt oder aktuell IKEA.
IKEA plant in der dem Mercado gegenüberliegenden Seite der Fußgängerzone einen schicken City-Konsum-Tempel (kurz CKT) aufzubauen. In barbarischeren Zeiten wurden Länder noch von außen überfallen und ausgeraubt, heute stellt man ihnen einen Konsumtempel ins Zentrum und die Menschen geben ihr Geld freiwillig in andere Hände. Bislang hat sich IKEA einen Namen gemacht in den äußeren Stadtbezirken zu schalten und walten wie es will. Zuletzt in Schnelsen, wo bereits Bürgerinteressen innerhalb des Bezirks durch ein Evozieren seitens des Senats hinweg gebügelt wurden. (Es ging um eine Parkhauszufahrt durch eine Wohnstraße. Siehe:  http://www.abendblatt.de/hamburg/article379746/Sorgen-wegen-Ikea-Parkhaus.html und klingt wie ein Déjà-vu in kleinem Stile) Nun soll der Stadtteil Altona als Versuchskaninchen für IKEA herhalten. Sie haben schlichtweg gesagt keine Ahnung was daraus werden wird. Wie dilettantisch die Verkehrsplanung angegangen wurde lässt böses ahnen. (Später hierzu mehr)

Wem gehört IKEA?

IKEA gehört Ingvar Kamprad, dem vermutlich mittlerweile reichsten Mann der Welt. Sein Vermögen, welches er im Steuerparadies der Schweiz dank der Pauschalbesteuerung (er zahlt nur 200.000 SF Steuern im Jahr) fleißig weiter vermehren darf, wird auf rund 40 Milliarden Schweizer Franken geschätzt. Das entspricht in etwa dem Bruttosozialprodukt von Luxemburg. Rund 80 Länder auf der Welt haben sogar ein niedrigeres. Sei´s ihm gegönnt, doch irgendwie wirkt der Standardlohn der IKEA-MitarbeiterInnen von 6,70 Euro da schon wie der blanke Hohn.

Was ist mit den 250 neuen Arbeitsplätzen?

250 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Davon werden allerdings über die Hälfte mit nicht einmal 1000 Euro im Monat bei Vollzeitbeschäftigung nach Hause gehen. Wir brauchen definitiv keine 250 neuen Arbeitsplätze auf dem Hungerlohnsektor.
Die derzeit in dem Gebäude 120 arbeitenden Architekten und Künstler lassen mit Sicherheit momentan mehr Geld im Stadtteil, als die kommende Belegschaft eines Unternehmens, bei dem sich vielleicht 10% der MitarbeiterInnen eine Wohnung in Altona überhaupt leisten können. Die Zahl der Arbeitsplätze, welche durch eine Ansiedlung IKEA´s zerstört würden steht nirgends, wir gehen im nächsten Abschnitt etwas näher darauf ein.

Die Kunden von IKEA werden Geld in den Stadtteil bringen.

Die Kunden werden Geld da lassen. Ja und vor allem bei IKEA.
IKEA plant unter anderem ein Restaurant mit 750 Plätzen. Hier ein paar der Standardpreise aus den IKEA Möbelhäusern:

Hot Dog .-50 Cent
Lachsteller 3,80 Euro
Frühstück: 2 Brötchen, Käse, Wurst, Lachs und 1 Heißgtränk 1,90 Euro

Des weiteren gibt es in den Restaurants diverse Fertiggerichte zum Mitnehmen. Das wird der Todesstoß für die Gastronomie im Umfeld von IKEA. Hier einmal eine kurze und unvollständige Liste der Läden, die garantiert NICHT von IKEA und seinem so billigen Restaurant profitieren werden:
Kebap Connections, Side Restaurant, Bayburt Baklava, Merhaba Restaurant und Café, Akyol Imbiß, Yildiz Simit Café, Gaziantepoglu Baklava, alles türkische Läden. Denn IKEA hat nicht wirklich ein Herz für Türken, wenn man sich die aktuellen Vorfälle aus der Türkei mal ein wenig genauer anschaut. 4 Tote durch Arbeitsunfällen bei einem der größten türkischen Zulieferer und das wo IKEA die Arbeitsbedingungen noch durch einen Verhaltenskodex diktiert.  http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/lebst-du-noch-oder-schuftest-du-schon/

Die Liste ist unvollständig, weil die vielen kleinen unzähligen Kaufhäuser mit Artikeln wie Handtüchern, Geschirr, Dekorationsmaterial und Ähnlichem außen vor gelassen wurde. Ein kurzes Schlendern durch den Stadtteil wird jedem sofort aufzeigen, wer zu den Verlierern gehören wird. Nicht zu vergessen an erster Stelle natürlich die beiden Möbelhäuser Kabs direkt am Bahnhof Altona und das Dänische Bettenhaus. Der perfide Seitenhinweis, seitens eines IKEA Vertreters dass sich solche Läden gern in der Nähe von IKEA ansiedeln würden, um Kunden abzugreifen widerspricht komplett dem immer wiederkehrenden schwedischen Aufruf der Möbelhersteller, in welchem zu einem Boykott von IKEA aufgerufen wurde, um einer drohende Monopolstellung entgegen zu wirken.

Darüber hinaus werden die Gewerbemieten steigen. Wirklich sinnvoll wäre es, bei über 4000 fehlenden Wohnungen in Hamburg, dort Wohnraum zu schaffen.

Das jetzige Gebäude ist ein Schandfleck

Und das war es auch schon in den Siebzigern, als es hagelweise Proteste gegen das Frappant und den grauen Betonklotz in dem Kartstadt innewohnte regnete.
Die nächsten Bausünden ließen nicht lange auf sich warten, so wurde der wunderschöne Altonaer Bahnhof gegen einen noch bunkerhafteren Betonklotz ersetzt in dem sich Konkurrent Kaufhof ansiedelte. Ein Bahnhof von antiker Schönheit, der in den nächsten Jahren noch Tausende von Touristen in den Stadtteil gelockt hätte.
Nun ist geplant einen knapp 30 Meter hohen Schandfleck durch einen knapp 40 Meter hohen in blaugelb zu ersetzen. Allein die FDP wird’s freuen.

IKEA würde das Viertel beleben

Und zwar so sehr, dass es kochen wird. Jeder, der sich schon mal mit dem Auto nach Altona begeben oder verirrt hat, weiß wie schwierig es ist sich in dem Geflecht von Einbahnstraßen zurecht zu finden. An einem Samstag gleicht der Stadtkern heute schon einem Komplettstau. Nun sollen bis zu 8000 Fahrzeuge zusätzlich den Stadtteil "beleben". Wer die Staus in Morfleet (IKEA) und in Schnelsen (IKEA) kennt, ahnt schon welcher Supergau sich anbahnt. Das Argument, die Hälfte der Kunden würde mit dem Fahrrad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen ist schlichtweg eine falsche Vermutung. Das Beispiel, welches seitens IKEA hierfür herangeführt wurde ist IKEA in Berlin Tempelhof. Dieser Markt befindet sich unmittelbar an der Berliner Stadtautobahn A100. Der Bahnhof Südkreuz wurde als nächst dichtester Bahnhof mit einem Kilometer Entfernung genannt. Das bei IKEA Tempelhof direkt vor der Haustür aber 5 Buslinien halten wurde nonchalant verschwiegen. Taugt als Argument also rein gar nichts. In Altona sind die Busse genauso weit weg wie der Bahnhof.

Wo soll IKEA denn nun überhaupt hinkommen?

Es gibt mehrere Zufahrtsstraßen hinein nach Altona. Zu nennen sind die Elbchaussee, Max-Brauer-Allee, Stresemannstraße und die Louise-Schröder-Straße als Weiterführung der Simon-von-Utrechtstraße. Die Elbchausse kann zwar zweispurig befahren werden, ist aber nur mit einer Spur gekennzeichnet. Die Max-Brauer-Allee ist mal einspurig, mal zweispurig, zu den Stoßzeiten ist eine Busspur reserviert, also häufiger als Einspurig zu werten.
Die Stresemannstraße ist jetzt schon eine der am häufigsten genutzten Straßen in Hamburg und dient dem Gewerbe und LKW-Verkehr als Verbindung der Nord-Süd Autobahnverbindung A7 und A1. Die Louise-Schröder-Straße ist die einzig dreispurige Straße in ganz Altona und verengt sich auf Höhe des Altonaer Bahnhofs auf eine Spur (Zone 30 verkehrsberuhigt)
(siehe unten Bild 1 "Übersicht von Altona")


Was ist mit dem Verkehr?

Das Verkehrsgutachten wurde von der Firma Argus GMBH in Auftrag gegeben, ein Mitarbeiter war während der öffentlichen Anhörung am 16.9.2009 in der Thedestraße 100 Vorort. Ein Satz der vielen im Gedächtnis haften geblieben ist lautete: "Ich mag Zahlen nicht so gern," Aussagen wie "es geht schon" und "Die Abfertigung des Verkehrs ist ausreichend gegeben" lassen starke Zweifel über die wirkliche Kompetenz in dem Fall aufkommen. Ausreichend ist nach Schulnoten gerechnet lediglich eine Vier.
Das Gutachten wurde am 2.2.2009 erstellt. An einem Montag. Ob dies der einzige Tag war, an dem der Verkehr beobachtet wurde ließ der Mitarbeiter von Argus auch nach zweimaliger Nachfrage unbeantwortet.
Einleitend hatte er erwähnt das es so etwas wie Gefälligkeitsgutachten nicht geben würde.
Es wurde zu Stoßzeiten an einem Samstag mit 750 KFZ die Stunde gerechnet, dass ist ungefähr ein Wagen alle 5 Sekunden. Es führen aber lediglich zwei Straßen zu dem Platz an dem IKEA bauen will. Wer die Ampelphasen an der Max-Brauer-Allee oder die katastrophale Situation an der Sternbrücke mit dem Abbiegen - selbst an der Holstenstraße ist es ähnlich - kennt, der fragt sich natürlich ob hier einfach nur schlampig gearbeitet wurde oder aber die Gutachter komplett inkompetent sind. Eine Gefälligkeit kann es ja definitiv nach Aussage von Argus nicht sein.
Irgendwelche Zahlen zur Emissions- oder Lärmbelastung wurden auf der Anhörung am 16.9. komplett weggelassen, man wusste bei IKEA: Das kann nur ein Eigentor werden.

Die großen Verlierer wenn IKEA kommt:

Sind definitiv die Anwohner und damit meinen wir die echten Anwohner. Die Bewohner der Alten Poststraße, der Lawaetzweges und die bislang immer ausgeklammerten Bewohner der Großen Bergstraße 152 bis 164. Gerade sie sind es, die eine unzumutbare Mehrbelastung von Abgasen und Lärm hinnehmen müssen. Ein Großteil der 200 Balkone stammt aus den letztgenannten Häusern der Großen Bergstraße. Sie alle sind zur Anlieferstraße hin gerichtet und hingerichtet würden die Bewohner dort über kurz oder lang. Insgesamt gibt es dort auf einer Strecke von nicht einmal 300 Metern 400 Wohnungen mit rund 1000 Menschen, die darin leben. Ich bin mir sicher, dass keiner der IKEA Befürworter Interesse hat mit jemandem dort die Wohnung zu tauschen. Gerade am Wochenende, wo das Erholungsbedürfnis größer ist, haben die Menschen dort so richtig zu leiden. Die Standardöffnungszeiten von IKEA sind zwischen 9.30 und 21uhr. Jetzt schon sind so tolle Aktionen wie ein Mitternachtsshopping angedacht und das mitten in einem Wohnbezirk.
Selbst zu Karstadts Glanzzeiten war das Parkhaus nie ganz ausgelastet und dabei nicht einmal annähernd so gigantisch, wie das von IKEA mit 900 Plätzen. Man könnte heute schon in 17 Minuten mit dem Auto aus Altona in Schnelsen bei IKEA auf dem Parkplatz stehen, doch das langt IKEA anscheinend nicht. Auch nicht, dass IKEA in Schnelsen erst im Winter 2007 mit zusätzlichen 400 Parkplätzen versehen wurde langt IKEA anscheinend nicht.
(siehe unten Bild 2: "Hier soll IKEA hin (beim Frappant)")

Warum ist IKEA so uncool?

IKEAS Methoden zur Mitarbeiterkontrolle füllen ganze Ordner von Beauftragten zur Regelung gegen Mobbing. Ein paar Beispiele:

Uniformierung
Die Uniform im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt keinerlei Kennzeichnung für eine Hierarchie. Jeder ist nach außen hin gleich und per se ist jeder erst einmal willkommen. Klingt positiv. Was dahinter steht erkennen wir gleich. Das erinnert nicht nur an die Borg und die Kraft des Kollektivs sondern ist auch so gewollt.

Dezentralisierung als Maßnahme um Arbeitnehmerstrukturen zu verhindern
Flexibilität wird groß geschrieben bei IKEA. So ist es völlig normal, wenn jemand heute an der Kasse arbeitet und morgen schon an der Reklamation. Klingt positiv. Jeder kann eines jeden Arbeit machen und hat Abwechslung im Job. Kann aber auch jederzeit ersetzt werden. Das Versetzen von MitarbeiterInnen von einer Filiale in die andere ist Usus, wer dies mehr als dreimal ablehnt kann gleich seinen Hut nehmen.

Kurze Halbwertszeit von Mitarbeitern
Weniger als 24 von 100 Mitarbeitern die im Jahr 2000 bei IKEA anfingen haben am Ende des Jahres noch dort gearbeitet. (Q.:Die 11 Geheimnisse des IKEA-Erfolges von Rüdiger Jungbluth)
Fehlverhalten wird den Mitarbeitern nicht in Form von Kritik nahe gebracht, sondern ihnen in der Regel am Ende ihrer Beschäftigung als Kündigungsgrund mit auf den Heimweg gegeben. Wer sich nicht in die Familie eingliedert hat schlechtere Karten, unabhängig jeglicher Qualifikation. Gewünscht sind JA-Sager mit einer 24/7 Bereitschaft. Das ist nicht nur krank. Das macht auch krank.

Sektenähnliche Strukturen
Ohne das "DU" darf keiner der Mitarbeiter seinen Kollegen begegnen. Identität wird klein geschrieben. Vom Chef bis zum Praktikanten, jeder wird lediglich mit dem Vornamen angesprochen. Klingt immer noch positiv? Auf den regelmäßig stattfindenden Feiern von IKEA sind Familienmitglieder unerwünscht.
Hier die Erfahrungsberichte von verschiedenen IKEA Mitarbeitern:

Ikea - ein etwas anderer Einblick in die "Sekte"
 http://www.ciao.de/Arbeiten_bei_IKEA__Test_2996279

IKEA als Steuerverbrecher?
Als Stiftung unterliegt IKEA keiner Publizitätspflicht und ist nicht verpflichtet einen kaufmännischen Jahresabschluss offen zulegen. 2004 erwirtschaftete die IKEA_Gruppe einen Jahresumsatz von 17.3 Milliarden Euro und erzielte einen Gewinn von 533 Millionen Euro, zahlte allerdings nur 19 Millionen Euro Steuern. Wie das geht? Es ist sehr kompliziert und beinhaltet Holdings in diversen Steueroasen hier ein kleines Fallbeispiel:
Die holländische Firma Inter Ikea Systems (IIS) besitzt die Rechte zu Ikeas Konzepten, Produktdesigns und der Marke Ikea. Als Franchise-Geber erhält das Unternehmen 3% der Verkäufe aller Ikea-Läden weltweit (2004: € 631 Millionen). Die Besitzer von IIS sind nicht bekannt. IIS gehört einer gewissen InterIkea Holding, registriert in Luxemburg. Diese wiederum ist im Besitz einer Unternehmung selbigen Namens mit Sitz auf den holländischen Antillen, welche ihrerseits durch eine „trust company“ in Curaçao geführt wird und so jemanden will ernsthaft irgendjemand hier in Altona eine Kaufhalle bauen lassen?

Was können wir tun?
IKEA bekräftigt so unaufhörlich, dass man es kaum noch glauben mag (Gekauft haben sie das Frappant nun ja schon), dass sie NICHT gegen den Willen der Anwohner und der Menschen die dort leben dort bauen werden. Also lasst es ihnen unaufhörlich ins Gesicht sagen, schreiben, schreien, beten, dass sie hier nicht erwünscht sind!

Das Minimum: Macht das Kreuz gegen Gentrefizierung und gegen eine Politik über die Köpfe des Volkes hinweg am Sonntag an der richtigen Stelle. Die Politik des Bezirks hat die Bürger bereits verlassen. Das ist deutlich zu sehen im BNQ  http://www.no-bnq.org, bei der Moorburgtrasse, die auf gelogenen Tatsachen hin durchgepeitscht wurde  http://de.indymedia.org/2009/09/260104.shtml und wurde auch am 16.9. sehr deutlich.

Unterschreibt die Liste des Bürgerbegehrens gegen IKEA.

Unterstützt die Initiative Kein Ikea in Altona.
 http://www.kein-ikea-in-altona.de

Werdet selbst aktiv.



Klingt trotzdem immer noch alles positiv?
IKEA hat dich!
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Ergänzungen

Das

Tut 25.09.2009 - 01:26
Doch weh... Erst wird die Vertreibung von religiösen Minderheitenderen, deren "Herkunft", bewusst verschwiegen wird (sie war Nazis auch nicht wichtig, genausowenig wie die Religion an Sich) mit der Verdrängung alteingesessener Betriebe gleichgesetzt, dann wird Arbeit durch Scholle, Boden und Authenzität begründet... nicht durch altdeutsche, hanseatische Authenzität (was nicht besser wäre), sondern über eine Auflistung irrelevanter Betriebe, die im Konkurenzkamf, natürlich, nicht mithalten können (das sie das bisher konnten, liegt an den Arbeitsbedingungen). Eine Ethnisfizierung findet nicht statt.
Es folgt Outing im Antifatypischen Stil, ohne allerdings einen legitimen Treffer zu landen. Die verfehlung des Chefs beläuft sich darauf, wie alle Chefs zu sein (außer die autochthronen, die sin anders), die Preise sind (Überraschung) zu niedrig, um die schon immer als die besseren Gesellschafter, und damit als die besseren Kapitalisten auftretenden "Linken" zufrieden zu stellen, und nur der Verweis auf fehlende Bauhygiene kann das noch retten: "Das jetzige Gebäude ist ein Schandfleck...Die nächsten Bausünden ließen nicht lange auf sich warten, so wurde der wunderschöne Altonaer Bahnhof gegen einen noch bunkerhafteren Betonklotz ersetzt in dem sich Konkurrent Kaufhof ansiedelte..." "Blos kein Ikea! Die bauen... )bedeutungsschwangeres Schweigen )... mit Lego!!!"
Nach vielen Überlegungen zu Stadtplanung und CO, die man sonst lieber dem Gegener überlässt, um ihn dann Gentrification zu nennen, und die eigene Rolle entweder auszublenden oder rückblickend herunterzuspielen, werden dann sogar einige relevante Aussagen getroffen. Etwa über die Unmöglichkeit gewerkschaftlicher Organisation in Betrieben wie Ikea, etc... Da das allerdings als Strategie begriffen wird, fehlt nicht nur die Erklärung dazu, warum die ach so bösen Betriebe die Strategie nicht schon zu den Hochzeiten des Manchersterkapitalismus entwickelt haben, sondern natürlich auch jede Stellungnahme zu Arbeiterorganisation in Familienbetrieben und anderen kleinkapitalistische Rackets wie "Kebap Connections, Side Restaurant, Bayburt Baklava, Merhaba Restaurant und Café, Akyol Imbiß, Yildiz Simit Café, Gaziantepoglu Baklava". Darauf, dass das "alles türkische Läden" sind (als hätten sie sonst nichts gemeinsam), hin zu weisen, fällt übrigens nur dem Linken antirassisten ein. Wie dem auch sei.

Da alles hier mit Slogan und Ausrufezeichen zu enden hat: FÜR DIE ENTWICKLUNG DER PRODUKTIONSMITTEL. UND KOMMUNISMUS WÄR` AUCH NICH SCHLECHT! GEGEN REGIONALISMUS, DIE MAU MAU UND TURNVATER JAHN. FUCK NOT FUCKING. THATS IT. AUSRUFEZEICHEN.

P.S.: Ich werde noch nichtmal die Rechtschreibung korregieren. Desintresse oder Freiheitswille?

Altonaer Blutsonntag

Richtigstellung 25.09.2009 - 11:13
"Altona, in dessen Straßen die SPD auf die Anwohner schießen ließ..."
Beim Altonaer Blutsonntag am 17.07.1932 marschierten vor allem SA-Mitglieger durch das damalas als "rot" geltende Altona. Nach gewaltätigen Auseinandersetzungen zwischen Nazis und sich gegen diese wehrende Anwohner schossen Polizisten etliche Anwohner nieder.
Im April 1932 war die NSDAP bei der Bürgerschaftswahl mit knappem Vorsprung als stärkste Fraktion ins Rathaus eingezogen, die SPD knapp dahinter als zweitstärkste. Hab das Buch von Schirmann leider nicht gelesen, aber nun zu behaupten, die SPD ließ auf die Anwohner schießen, ist mehr als an den Haaren herbei gezogen.
Soll trotzdem nicht vom eigentlichen Inhalt des Artikels ablenken, denn: Kein IKEA in Altona!

Wer verbreitet eigentlich die Mähr....

Termite 25.09.2009 - 13:16
...dass das Frappant-Gebäude in der Altstadt von Hamburg-Altona hässlich ist?


Zitat von Invar Kamprad - einem der reichten Menschen auf unserem Planeten - , dem Gründer vom IKEA:

"Es ist nicht wichtig, was einer einnimmt oder verdient. Du kannst reich werden, obwohl du arm bist. Du darfts bloß nichts unnötig ausgeben."


Kamprad denkt nach

Postbud 25.09.2009 - 16:22
Hmm...,

da behaupten also diese Altonaer Bürgerinnen und Bürger, dass mein IKEA zusätzlichen Lärm in das Viertel bring. Hmm, kann ich mir gar nicht so richtig vorstellen. Aber ich muss ja schliesslich zu einer Lösung kommen... Soll ich oder soll ich nicht in Altona bauen.

Bekomme gerade von meinem Postbud die Nachricht, dass am
Donnerstag, 8. Oktober 2009,
zwischen 16.30 und 20.30 in der
Max-Brauer-Allee 83-85, im
"Gymnasium Allee"
das Lärmforum Altona statt findet.

richtigstellung zur richtigstellung

vr 30.09.2009 - 21:05
Otto Eggerstedt (SPD) war zu dem Zeitpunkt amtierender Polizeipräsident und hatte den sonnenklar gewaltätig werdenden Aufmarsch genehmigt und sich im Anschluß auf Wahlkampfreise begeben. Seinem Stellvertreter gab er zusätzlich Wochenendurlaub. Diese `92 in Lichtenhagen kopierte Methodik und deren Initiatoren tragen in meinen Augen die Hauptverantwortung für die vielen Toten. (In Rostock glücklicherweise ohne Tote)
Das spätere Schicksal von Otto Eggerstedt ist ein anderes und ebenfalls sehr trauriges Kapitel.

@das tut doch weh:
holländisch Reformierte, Juden, Adamiten, Gichtilianer, Separatisten und die bereis genannten, was auch immer mit dem "bewußt verschwiegen" gemeint war.
Den Sarkasmus beim Vergleich des offenen Tores Altona´s von FRÜHER und HEUTE auszublenden ist sicherlich kein Fehler, aber definitv ein Irrtum.
Darauf hinzuweisen das es sich um türkische Läden handelt war in der Tat ziemlich panne, manchmal läuft einem halt die Zeit davon. Ob deren Betreiber gegen IKEA sind WEIL sie Türken sind müssen sie naürlich selbst entscheiden. Ich hab sie jedenfalls gern an meiner Seite, spreche aber nur ein paar Brocken türkisch.
Das antifatypisch nehm ich mal als Kompliment. Die dort engagierten und zum größten Teil sehr jungen Leute bewältigen eine mutige Aufgabe im Angesicht der Erblast ihrer Gesellschaft.
Mit Ethnifizierung setz ich mich ein andernmal auseinander, solange langt mir mein Name.

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