20.000 Tonnen könnten in Morsleben fallen

pressedienst@ag-schacht-konrad.de 24.09.2009 05:29 Themen: Atom Ökologie
Im Rahmen des Schließungsverfahrens des Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM)wird noch in diesem Herbst mit der Auslegung der Planunterlagen gerechnet. Aus diesem Anlass ist es dringend notwendig, sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gleichzeitig droht laut dem Betreiber ein neuer dramatischer Löserfall*.
Der Betreiber des ERAM, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat im Jahr 2005 seine Schließungspläne für das marode Bergwerk bei der Genehmigungsbehörde, dem Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalts eingereicht. Bislang prüft die Behörde die Unterlagen auf Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit. Für diesen Herbst wurde jetzt die öffentliche Auslegung der Planunterlagen angekündigt. Dazu Oliver Wendenkampf vom BUND: "Die unverantwortliche Verschleppungspolitik des sachsen-anhaltischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt muss endlich ein Ende haben. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Löserfalles wird überdeutlich, dass die Unterlagen zum Verschlusskonzept des Endlagers Morsleben umgehend öffentlich ausgelegt werden müssen und nicht länger unter dem Vorwand unzureichender Unterlagen aus dem BfS verzögert werden darf."

Während des Auslegungszeitraumes von 2 Monaten sind alle Bürgerinnen und Bürger per Atomgesetz dazu befugt und aufgefordert, sogenannte Einwendungen zu erheben, also auf Defizite des Verfahrens hinzuweisen. Geplant ist aktuell die weitgehende Verfüllung mit Salzbeton und die Verzögerung des Austrittes von Radionukliden. „Es bestehen allerdings bereits jetzt zahlreiche fundierte Zweifel, ob an diesem Standort die Langzeitsicherheit nachgewiesen werden kann.“ so Christina Albrecht für den Trägerkreis der ganz neu gestarteten Einwendungs-Kampagne. Dem Kreis gehören an: die AG Schacht KONRAD, der Asse-II-Koordinationskreis, BI-Lüchow-Dannenberg und die BI-Morsleben.

Laut BFS ist jetzt zu erwarten, dass aus dem größten Abbau des ERAM die komplette Decke herunterbricht. Bis zu 20.000 Tonnen Salzgestein werden ca. 45 Meter tief aufschlagen. Dies würde deutlich spürbare Erschütterungen über Tage bedeuten. Erst ein Gutachten wird Aufschluss darüber geben, wie weit auch die Standsicherheit des Bergwerks und der Zugänge zu den Endlagerstätten gefährdet sind. Dazu Andreas Fox von der BI Morsleben: „Morsleben ist akut einsturzgefährdet! Es rächt sich jeden Tag, dass auch noch in bundesdeutscher Regie 1994-1998 unter den damaligen Bundesumweltministern Töpfer und Merkel in das marode ERAM weiter eingelagert wurde. Die Rechnung wird den Anwohnern und dem Steuerzahler präsentiert.“

Laut Peter Dickel von der AG Schacht KONRAD könnte das sog. „Schließungsverfahren“ für das ERAM auch weitreichende Folgen für den zukünftigen Umgang mit Atommüll haben.“Hier wird so getan, als könne man die erforderliche Langzeitsicherheit an einem geologisch ungeeigneten Standort durch technische Maßnahmen gewährleisten. In Zukunft bräuchte man sich dann über die geologischen Standorteigenschaften eines Endlagers gar keine Gedanken mehr zu machen.“ Da das Atomgesetz kein eigenständiges Schließungsverfahren vorsieht, gilt das hier angewandte Verfahren auch als Testballon für die Schließung von Asse II.

*Löserfall:  http://idw-online.de/pages/de/news330940 und

 http://www.bfs.de/de/endlager/morsleben.html


Für Rückfragen:

- Julia Wendenkampf (BUND) 0170-7996497

- Christina Albrecht (Morsleben-Kampagne) 0151-50194026

- Andreas Fox (BI-Morsleben) 05351/41861

- Peter Dickel (AG Schacht KONRAD) 0531-895601

www.morsleben-kampagne.de

BUND Sachsen-Anhalt e.V. und Morsleben-Kampagne


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Mit freundlichen Grüssen

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Ergänzungen

Atommülllager Morsleben

kirsten neubig 25.09.2009 - 12:54
Medieninformation von
Kirsten Neubig 30.08.2009




Wie lange ist die Atommüllkippe in Morsleben noch sicher ?

Morsleben. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte, könnte es voraussichtlich zu einem Löserfall von ca. 20.000 Tonnen in der Kammer 4s
der 4a-Sohle über der 4. Sohle im Zentralteil des ehemaligen Bergwerks in
Morsleben, in dem Atommüll eingelagert ist, kommen, der dabei 40
bis 45 Meter nach unten fällt. Das heißt, ein Brocken von derartiger Größe
könnte sich von der Decke lösen, beziehungsweise die gesamte Decke der
hallengroßen Kammer könnte einstürzen. Den Aufprall und eine dadurch
möglicherweise ausgelöste Kettenreaktion wird mensch im Raum Morsleben
wahrnehmen können, Gläser werden wackeln. Die Kammer 4s ist
ca. 100 Meter lang, ca. 40 - 45 Meter hoch und 50 -60 Meter breit. Über der
Kammer 4s beträgt die Schwebe, das heißt der Zwischenboden, nur 7 Meter bis zur 3a Sohle. Diese wurde im Zuge der Gefahrenabwehr bereits mit Salzbeton verfüllt; woraus das Überschusswasser in die Kammer 4s durchgelaufen ist und an der Decke sogar
schon Stalaktiten gebildet hat. Unter der Kammer 4s befindet sich eine
Erkundungsstrecke ca. aus den Jahren 1930 – 1940 und darunter wieder eine
Kammer. Bis in diese Kammer könnte der Löser aufgrund der durch die immense
Masse entwickelnden Durchschlagskraft stürzen. Auf dem Boden der Kammer
4s, die sich im Kontrollbereich befindet und somit unter das Atomgesetz fällt, sind
radioaktive Eigenabfälle aus dem Atommüllendlager Morsleben unter einer
Salzabdeckung gelagert. In der Kammer 4s kam es Ende März schon einmal zu
einem Löserfall von ca. 500 Tonnen. Als erste Sicherung der Kammer 4s hat das
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veranlasst, dass eine Ytongwand zur
Kammer 4s mit Stahlseilen abgespannt und Salzkrus vor einen Stahlzaun zur
Kammer 4s geschoben wurde.
Informationen zu diesem aktuellen Entwicklungen gab es heute bei dem an jedem 5. Sonntag im Monat wiederkehrenden Sontagsspaziergang atomkritischer Menschen um die Atommüllkippe in Morsleben.
Dabei wurde festgestellt, dass dieses erneut in die Öffentlichkeit geratene Sicherheitsrisiko daran zweifeln lässt, wie lange die Lagerung von gefährlichem Atommüll im Salzstock unter Morsleben überhaupt sicher sein wird.
Die Forderung, den Atommüll schnellst möglichst aus dem Salzstock zu bergen sowie alle Atomkraftwerke weltweit sofort abzuschalten, würde durch den offenbar bevorstehenden Löserfall gestützt.





Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0151/17529919 oder im Internet
unter www.steine -fuer-morsleben.kulturserver.de



Infos im Netz:
Kunstprojekt: www.steine-fuer-morsleben.kulturserver.de
Morsleben-Netzwerk: www.morsleben-stillegung.de
BI gegen das Atommüllendlager Morsleben: www.bi-morsleben.de
Betreiber der Atomüllkippe: www.bfs.de

Kirsten Neubig, Dorfstraße 11, 39638 Zobbenitz

039056-51039
0151-17529919