Berlin: Protest gegen radikale AbtreibungsgegnerInnen

Göttin 23.09.2009 17:07 Themen: Gender
Für den 26. September 2009 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BvL) zu einem „Schweigemarsch“ mit dem Titel „1000 Kreuze für das Leben“. Die beteiligten Gruppen dieses „Schweigemarsches“ bezeichnen sich selbst als Lebensschützerinnen und Lebensschützer. Dabei geht es ihnen auf der Grundlage eines christlich-fundamentalistischen Weltbildes um das Verbot und die Bestrafung von Abtreibungen.
Wir, das Bündnis Gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus, rufen dazu auf, den "Lebensschützern" laut und mit vielfältigen Aktionen entgegenzutreten.
Der Veranstalter des 1000 Kreuze Marsches, der Bundesverband Lebensrecht, behauptet auf seiner Homepage: „Im Jahr 2008 wurden 114.484 Schwangerschaftsabbrüche an das Statistische Bundesamt gemeldet. Fachleute wie Prof. Spieker, Universität Osnabrück, schätzen die reale Abtreibungszahl auf etwa das Doppelte. Das entspricht pro Arbeitstag rund 1000 Abtreibungen.“
Demnach beziehen sich die 1000 Kreuze auf die angeblich pro Tag vorgenommenen Abtreibungen.
Die „Schätzung“ von Prof. Spieker, Opus Dei-Mitglied, entbehrt jedoch jeder Grundlage. Der Bundesverband Lebensrecht agiert somit bewusst mit falschen Zahlen, um Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch wollen, ebenso wie die ÄrztInnen, die diese medizinischen Eingriffe vornehmen, zu diffamieren.
Auf dieser Grundlage fordert der BvL, der Gesetzgeber solle seiner 1993 vom Bundesverfassungsgericht festgelegten Nachbesserungspflicht nachkommen. Dies ist jedoch mit der Neufassung des Abtreibungsparagrafen 1995 längst geschehen. Diese Forderung zielt also auf eine weitere Verschärfung des §218.

Wir, das Bündnis gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus, wenden uns gegen diese Forderungen. Ein christlich-fundamentalistisches Weltbild, das Sexualität auf Beziehungen zwischen Männern und Frauen innerhalb der Ehe beschränken will, darf keine Grundlage für die deutsche Gesetzgebung sein. Wir stellen uns gegen patriarchale Ideologie und Homophobie.
Wir fordern eine Abschaffung des §218. Schwangerschaftsabbrüche sind in der BRD nach wie vor rechtswidrig und nur unter bestimmten Bedingungen straffrei. Dies schränkt das Selbstbestimmungsrecht von Frauen ein. Sarah König, Sprecherin des Bündnisses gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus, sagt: „Die Verschärfung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes im Mai diesen Jahres hat gezeigt, dass die fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen über gute Kontakte in den Mainstream der Gesellschaft verfügen. Darum ist es so wichtig, sich ihnen entgegenzustellen, wenn sie sich in der Öffentlichkeit zeigen.“

AbtreibungsgegnerInnen arbeiten kontinuierlich daran, das Recht auf Abtreibung in Deutschland weiter einzuschränken. Sie verfügen dabei auch über gute Netzwerke in Politik und Gesellschaft. So unterstützt beispielsweise der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Huber, der in der Vergangenheit mehrfach Sympathie für evangelikale Strömungen innerhalb der EKD gezeigt hat, den diesjährigen 1000 Kreuze Marsch.
Auch die Verschärfung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes im Mai diesen Jahres wäre ohne die Lobbyarbeit der AbtreibungsgegnerInnen nicht möglich gewesen. Zivilgesellschaftliche Verbände wie pro familia kritisierten an dieser Verschärfung, dass keine Verbesserungen der Beratungssituation für Frauen zu erwarten sei. Stattdessen seien Frauen wie Ärzte und Ärztinnen künftig einer größeren Verunsicherung über ihre Lage und Rechte ausgesetzt.

 http://no218nofundis.wordpress.com
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Ergänzungen

prima aber es sind mehr

ausgefüllt 23.09.2009 - 17:34
prima und auf dass es ein laut- und teilnehmerstarker protest werde, aber laut  http://wp.me/psdI6-vr rufen ein paar mehr gruppierungen zur gegenkundgebung auf...

Bündnis

1000 Kreuze in die Spree 23.09.2009 - 17:55
@ausgefüllt

Naja bei dem Aufruf der hier veröffenlicht wurde handelt es sich auch um einen Bündnisaufruf. Dieser wird von insgesamt über 35 Gruppen unterstützt!

Am 10.10.09 in München !

Protest 23.09.2009 - 18:52
Immer noch stehen sie jeden Tag im Münchner Westend vor der Klinik, in der Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden.
Frauen werden von ihnen belästigt und eingeschüchtert.
Sich selbst nennen sie geradezu zynisch „Lebensschützer“.

Diese christlichen Fundamentalist_innen um „Euro Pro Life“ (im „Mutterhaus“, Westendstraße 78) mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Hering planen für den 10.10.2009 einen neuen „1000-Kreuze-Marsch“ durch München. Sie wollen der „Kinder“ gedenken, die jedes Jahr in Deutschland abgetrieben werden. Für die Leben der „Mütter“ interessieren sie sich einen Dreck.

(....)

Nach massiven Protesten im letzten Jahr in München, Münster und anderen Städten wurde der „1000-Kreuze-Marsch“ in Ulm dieses Jahr abgesagt. Das ist ein Erfolg unserer Aktionen!
Der freie Zugang zu Abtreibungen ist ein wichtiges Element der uneingeschränkten Selbstbestimmung der Frauen über ihren Körper. Das bedingungslose Recht auf Selbstbestimmung der Frauen ist Grundvoraussetzung für die Überwindung der heterosexistischen und repressiven Gesellschaftsordnung.
Wir rufen deshalb am 10.10.2009 in München auf zu wunderschönem, buntem und energischem Protest!

Gegen Patriarchat!
Gegen Heterosexismus!
Gegen christlichen Fundamentalismus!

Fight sexism!

Für die Selbstbestimmung der Frau!
Für das Recht auf Abtreibung!

München 10.10.2009

asabm.blogsport.de 23.09.2009 - 19:37
Hier findet Ihr den ganzen Aufruf des Antisexistischen Aktionsbündnis München:

 http://asabm.blogsport.de/10oktober/aufruf/

Stuff zu den Kundgebungen in Berlin

ASV 23.09.2009 - 19:57
Geplant und genehmigt sind zwei Gegenkundgebungen:
12:30 Uhr am Roten Rathaus & 14:00 Uhr auf dem Bebelplatz.

Plakat:  http://pankow.antifa.net/TExte/1000kreuzelila.pdf
Aufruf (pdf):  http://pankow.antifa.net/TExte/1000kreuze_aufruf.pdf

Verschieden Videos zum Thema „Christlicher Fundamentalismus“ findet ihr auf dem Blog von im*moment*vorbei ( http://immomentvorbei.blogsport.de/2009/09/20/dauerwerbung-gegen-christlichen-fundamentalismus/)

Weitere Infos zu christlichen Fundis

support the scene 23.09.2009 - 21:40
Der Schwerpunkt des antifaschistischen Magazins Lotta aus NRW ist diesmal christlicher Fundamentalismus. Ein Artikel behandelt ausführlich den 1000 Kreuze-Marsch in Münster und die Lebensschützer-Szene.

 http://npd-blog.info/2009/09/20/lesetipp-lotta-36-uber-volkische-bewegung-in-ungarn-und-neonazis-in-tschechien/

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