Unzureichender Strahlenschutz für Asse II

Christina Albrecht, ROBIN WOOD 21.09.2009 23:30 Themen: Atom Ökologie
Kriterienpapier des Bundesamtes für Strahlenschutz zur Asse völlig unzureichend

ROBIN WOOD, AG Schacht Konrad sowie der Verfahrenstechniker und Anwohner Dr. Frank Hoffmann und Andreas Riekeberg haben amj 21. September im Rahmen einer Pressekonferenz des Asse II-Koordinationskreises (A2K) in Hannover das Vorgehen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) im Umgang mit dem Atommüll-Lager Asse II kritisiert. Insbesondere werfen sie dem BfS vor, durch die Auswahl der Kriterien für den Optionenvergleich die Betonverfüllung der Asse zu favorisieren und das Kriterium der Langzeitsicherheit nicht ausreichend zu gewichten. Als weitere Optionen untersuchen Fachleute zurzeit die Bergung der Atommüll-Fässer sowie die Umlagerung des Mülls.
Das Bundesamt für Strahlenschutz und das Bundesumweltministerium hatten Anfang September ihre Kriterien für die Entscheidung über das Schließungskonzept für Asse II vorgelegt. Dr. Frank Hoffmann hat im Rahmen der Pressekonferenz ein Statement zur gemeinsamen Kritik am
Vorgehen des BfS abgegeben. Darin heißt es:

„Wir haben den Eindruck, dass das Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber schon eine klare Präferenz für die Schließung der Asse II hat und seine Kriterien jetzt so einrichtet, dass sie auf seine Variante hinausläuft. Dabei steht nicht die aus der Bevölkerung geforderte Langzeitsicherheit im Vordergrund, um die es bei jedem Atommüll-Endlager letztlich geht. Wenn eine langzeitsichere Lagerung am Standort Asse II nicht möglich ist, dann muss der Bund daraus die Konsequenzen ziehen und kann nicht einfach zu Lasten der hier lebenden Menschen und nachfolgender Generationen die Anforderungen abschwächen.“

Als zentrale Kritikpunkte nennt das Papier aus dem A2K:

* BMU und BfS machen nicht - wie dies bei jedem Endlager zwingend sein müsste - die Langzeitsicherheit am Standort zum zentralen Kriterium. Damit ignorieren sie eine wesentliche Forderung, die bei vielen Veranstaltungen und Diskussionen von der Bevölkerung geäußert wurde.

* Betriebssicherheit, Instabilität des Grubengebäudes und Gebirgsmechanik dürfen in der aktuellen Kriteriendiskussion gegenüber der Langzeitsicherheit nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der
Betreiber hat ggfs. durch geeignete technische Maßnahmen sicherzustellen, dass das Zeitfenster für ein ordnungsgemäßes, an der Sicherheit orientiertes Verfahren vergrößert wird.

* Revidierbarkeit des beschlossenen Konzeptes (falls sich wie beim bisherigen Vorgehen zeigt, dass es nicht funktioniert) und Überwachbarkeit als wesentliche Anforderungen aus der Bevölkerung wurden bisher ignoriert. Allerdings hat das BfS eine gewisse Nacharbeit zugesagt.

ROBIN WOOD und AG Schacht Konrad halten es nicht für einen Zufall, dass das BfS die Schließungs-Option favorisiert, die es selbst erarbeitet und die auch bei dem vom BfS mit großem Nachdruck betriebenen Verfahren in Morsleben verfolgt wird. Dabei würde der Atommüll in der Asse belassen,
obwohl dieser Standort erklärter Maßen dafür ungeeignet ist. Lediglich die Ausbreitung der Radioaktivität würde durch den Bau technischer Barrieren und die Verfüllung mit Beton verlangsamt werden.

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Ute Bertrand
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