Nazi-Outing in Mülheim/Ruhr

Antifas aus NRW 03.09.2009 20:09 Themen: Antifa
Augenzeugenberichten zufolge haben am gestrigen Nachmittag (02.09.09) sechs „Autonome Nationalisten“ Flugblätter am Kurt-Schuhmacher-Platz in Mülheim/Ruhr verteilt. Die Aktion, für die es bislang keinen Bericht o.Ä. aus Nazi-Kreisen gibt, dürfte unter Mitwirkung der neu gegründeten „Aktionsgruppe Oberhausen/Mülheim“ zustande gekommen sein. Als Reaktion darauf und im Hinblick auf die zu erwartende Teilnahme der Kameradschaft an Aktivitäten rund um den „Antikriegstag“ wurden in der Nacht vom 02. auf den 03.09. zwei ihrer Mitglieder an ihrem Berufskolleg und der benachbarten Gesamtschule durch Outing-Plakate bekannt gemacht.
Martin D. aus Mülheim-Saarn und Pierre R. aus Mülheim-Dümpten sind Mitbegründer und aktive Mitglieder der bislang vierköpfigen „Aktionsgruppe Oberhausen/Mülheim“. Die rechte Clique ist erstmalig vor zweieinhalb Monaten mit einer eigenen Internetseite in die Öffentlichkeit getreten. Auf dieser erschienen seit dem einige recht plumpe „Aufklärungsartikel“ – z.B. gegen antifaschistische Aktivitäten in Mülheim oder die hiesige islamische Gemeinde – und ein einsamer „Aktionsbericht“ über eine Flugblattverteilung. Die Verwaltung der Internetseite verteilt sich zur Zeit auf Pierre R., den Oberhausener Sebastian F. (Berufskolleg der Stadt Bottrop) und Yannik L. (Gymnasium Heißen) aus Mülheim-Heimaterde. Letzterer ist Hauptverfasser der intellektuellen Halbherzigkeiten derer sich die Gruppe in den letzten Wochen verdient gemacht hat. Gemeinsam ist den Neuankömmlingen der Wunsch nach Teilhabe an den rechtsaktivistischen Umtrieben im Ruhrgebiet. Hauptsächliche Feindbilder sind dabei vermeintliche wie tatsächliche Antifas, ZionistInnen, MuslimInnen und AusländerInnen. Bislang halten sich die Aktivitäten der Kameraden in überschaubaren Grenzen, obwohl die einzelnen Beteiligten schon seit einiger Zeit im – zumindest ideologischen – Umfeld der rechtsextremen Szene zu finden sind.

Pierre R. (18) hat kurzzeitig in die Kreise der NPD geschnuppert, ist aber recht bald ins Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ gewandert. Sein Hauptbetätigungsfeld liegt gegenwärtig primär in der Fußball-Fanszene. Rund um die Wohnung seiner Eltern (in Mülheim-Dümpten) verklebt Pierre neben Stickern aus dem „Resistore“-Bestand vor Allem das Label der „Ultras Gelsenkirchen“. Die Beteiligung an Fußballspielen und –veranstaltungen überragt bislang die Aktivitäten im rechten Spektrum. Wie auch der Rest des Mülheimer Flügels der „AG“ fiel für ihn der geplante Ausflug zum „Trauermarsch“ in Bad Nenndorf (01.08.09) wegen eines Fußballspiels ins Wasser.

Auch der 17-jährige Martin D. ist begeisterter Fußballfan, steht allerdings in Diensten der Bochumer Ultras. Auch er ist auf eine scharfe Trennung zwischen den beiden Lebensbereichen bedacht. Getreu dem Kodex „Fußball ist Fußball und Politik bleibt Politik“ beschränken sich seine rechten Aktivitäten auf die Arbeit der „Aktionsgruppe“. D. ist durchweg um ein breites soziales Umfeld jenseits seiner politischen Aktivitäten bemüht. Gemeinsam mit R. besucht er Trinkabende und Partys von SchulfreundInnen, er trifft sich mit Bochumer Fußballbekanntschaften und unterhält ein gutes Verhältnis zu FreundInnen aus seinem Fußballverein beim „SV Raadt“. Bei Letzterem ist er jeden Montag und Mittwoch zwischen 17 und 20 Uhr anzutreffen, zunächst zum eineinhalbstündigen Training einer Jugendmannschaft, danach zum eigenen Training bei den A-Junioren. Obwohl D. Bekannten zumindest teilweise sein rechtsextremes Gedankengut bekannt ist, scheint ihnen die Brisanz seines politischen Wirkens bislang noch nicht hinreichend ins Bewusstsein gelangt zu sein.

D., R. und Co geben sich strategisch und vermeiden daher die direkte Konfrontation ihrer Umgebung mit rassistischen und antisemitischen Ideologemen. In Bewusstsein um die Brisanz ihrer Ideologie „ködern“ sie neue AnhängerInnen überwiegend über vermeintlich unverfängliche Themen wie soziale Armut oder Kindesmissbrauch. Vor einigen Monaten führte R. und D. rechtsextremer Habitus in ein Zwangsgespräch mit Lehrern ihrer Schule. Auch wenn beide sich bislang unbeeindruckt von den Interventionsversuchen der Schulleitung geben, dürfte ihnen der Ausblick auf ein politisch öffentliches Leben jenseits von „autonomer“ Spaß- und Anonymitätskultur das Wirken deutlich erschweren. Antifas aus der Region werden es sich nicht nehmen lassen, ihr Treiben auch in Zukunft unter Beobachtung zu halten. Sollten sich ihre antisemitischen, nationalistischen und rassistischen Aktivitäten in und um Mülheim mehren, wird sicherlich auch ihr anderes soziales Umfeld davon erfahren. Auch die anderen – auch die angehenden – Mitglieder der Gruppe sollten sich darüber im Klaren sein, dass ihr politisches Dasein nicht länger dem Schutz von Kapuzen- und Sonnenbrillenanonymität untersteht. Werden in Mülheim oder Oberhausen zukünftig Graffitis, Flyer, Aufkleber oder andere propagandistische Äußerungen aus dem Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ entdeckt, werden diese in direkter Konsequenz der „Aktionsgruppe Oberhausen/Mülheim“ zugeschrieben.

Es bleibt dabei: Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Antifaschistische Aktionsgruppen aus NRW
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Ergänzungen

Mehr infos

hamburg süd 03.09.2009 - 21:39
Ergänzung zu Martin:

Sein Vater ist It-Beschäftitgter bei der TAS Mülheim, Mainstrasse 1, des weiteren besucht er regelmäßig die Spiele des VFB Speldorf, wo er kontakte zu den young boys pflegt, welche man dem rechten spektrum zu ordnen kann.

Der Beitrag scheint erfunden

Heinz 03.09.2009 - 22:03
Die Aussagen dieses Textes sind frei erfunden. Die genannten Namen sowie Adressen werden HIER mit purer Unwahrheit in Verbindung gebracht. Wer auch immer diesen Beitrag geschrieben hat, hat die dazugehörige E-Mail Adresse, ist auch heute am Donnerstag den 3. September 2009 im Internet aufgetaucht.

Des weiteren befinden sich die 3 genannten in keiner gemeinschaftlich gegründeten Organisation.

Die ebenfalls genannten "Hassgespräche" mit Lehrern oder bekehrungsversuche der Schulleitung haben zu keiner Zeit stattgefunden.

Mein Hauptaugenmerk hierbei liegt auf Pierre, da ich ihn persönlich kenne, aber nicht durch irgendwelche Fußballerische oder gar rechtsextremistische Aktionen mit ihm in verbindung zu bringen bin. Kann zu seiner politischen einstellung nur sagen: Desinteresse,
Unwissenheit und keine politische Richtung!

An anderer Stelle möchte ich den Fußball aufgreifen, durch weitere Bekanntschaften kenne ich mich ein wenig in der Fußballszene aus. Kann auch hier nur sagen: Der verfasser dieses Textest hat keine Ahnung. Es gibt "Ultras-Gruppierungen" welche politische Ziele verfolgen, aber dazu gehört die Gruppe der Fanszene Gelsenkirchen sicher nicht.

Um euch Leser auch nochmal deutlich zu machen was zu einem Glaubwürdigen Text gehört:

Als Aller ersten und WICHTIGSTEN Punkt setzt der Author eines solchen Berichtes seinen vollständigen Namen unter den Text. Der nächste Punkt wären die aufgestellten Thesen welche nicht durch Quellen belegt werden (Hier das Beispiel der Internetseite aus dem zweiten Absatz). Ein weiterer Punkt wäre der in dem Text generierte Fokus auf die Zwei personen. Zur näheren erläuterung: Findet ihr es nicht komisch das von 4 "Neo..." die Rede ist, aber nur von zwei die Adresse genannt wird. Zum anderen soll der Text gegen Neonazis sein, aber zwei weitere angebliche Neonazis fallen in den Hintergrund.

Für mich sieht es vielmehr so aus, das sich irgendwelche "Feinde" der beiden einen bösen Schertz erlauben, um deren Namen in verruf zu bringen oder ihnen gar mit solchen Äußerungen Körperlich schaden wollen. Wenn man drüber Nachdenkt würden einem einige potentielle Täter einfallen.

Ich möchte im allgemeinen Interesse an euren gesunden Menschenverstand appelieren und bitte euch nicht solchen Schwachsinn Glauben zu schenken.

Ich für meinen Teil werde hinter Pierre stehn, genau wie der erweiterte Bekanntenkreis

hallo?

AntifaMH 03.09.2009 - 23:02
Das ein Nazifake es gibt keine AG in MH!

Schon länger bekannt

Azzoncao, ein Polit-Cafè 04.09.2009 - 07:29
Schon länger bekannt war, dass sich bei den Neuzugängen der Bochumer Ultras ein AN aus Mülheim befindet.
Klar war nicht genau, um wen es sich da handelt.
Danke somit erst einmal für die Infos.
Und an die Ultras von Bochum. Entsorgt das Miststück, bevor ihr da über das Nichtstun eine jugendliche Crew kriegt, die Euren Karren in den braunen Sumpf zerrt. Die Fangesänge letztens gingen ja schon in die Richtung. Daran merkt Ihr, das einem durch Nichtstuen das Ganze gut aus dem Ruder nach Rechts laufen kann.

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