70. Jahrestag des Überfalls auf Polen

bohro 31.08.2009 22:52 Themen: Antifa
„… seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurück geschossen!“ Mit diesen Worten erklärte Adolf Hitler vor dem Deutschen Reichstag am ersten September 1939 den Überfall auf das östliche Nachbarland Polen. Ein angeblicher Überfall polnischer Nationalisten auf den sich an der Grenze zwischen dem Deutschen Reich und Polen befindliche deutsche Rundfunksender „Gleiwitz“, diente ihm als Vorwand für den Angriffsbefehl.
Der Beginn des Krieges.
Der vermeintliche polnische Angriff auf den Rundfunksender „Gleiwitz“ war eine Fälschung der SS, was damals so wohl nur die Wenigsten wussten. Der Krieg gegen Polen war also vom Deutschen Reich – insbesondere Adolf Hitler – von Anfang an gewollt und vorbereitet!
Mit dem Angriff auf Polen sollte das bereits lange ersehnte Ziel von der „Eroberung von Lebensraum im Osten“ verwirklicht und gleichzeitig eine Grenze zum eigentlichen Kriegsgegner – der Sowjetunion – ermöglicht werden. Mit Schüssen des Kriegsschiffes „Schleswig Holstein“ auf die polnische Westerplatte und anschließenden Angriffen von deutschen Sturmkommandos, die ebenfalls von der „Schleswig Holstein“ aus operierten, wurde der Krieg begonnen, der mehr als fünf Jahre andauern sollte. Es stellte sich als die blutrünstigste Auseinandersetzung heraus, die es bisher in der menschlichen Geschichte gegeben hat.

Zivile Opfer.
Kurz nach den Angriffen auf die Westerplatte überrannte die deutsche Wehrmacht die polnische Grenze. Mit der berüchtigten „Blitzkrieg“-Taktik eroberten die deutschen Truppen, unter ihnen bereits die ersten SS-Verbände, schon nach weniger als drei Wochen die polnische Hauptstadt Warschau. Hermann Göring Luftwaffe hatte zuvor den Befehl bekommen, Warschau „dem Erdboden gleich zumachen“. Gezielt wurden dabei jüdische Wohnviertel angegriffen, sodass die Zahl jüdischer Tote bereits vor dem Eintreffen der deutschen Wehrmacht und SS überdurchschnittlich hoch war.

Über Verrat und Taktik.
Nach nur vier Wochen – also etwa einem Monat – war Polen besiegt, nachdem alle Verbündeten es verraten hatte. Frankreich und England, die seit dem Ende des Ersten Weltkrieges die Souveränität Polens garantiert hatten, hatten Hitler-Deutschland zwar den Krieg erklärt, aber nicht aktiv in den Krieg eingegriffen. Die Sowjetunion hatte sich schließlich sogar an dem Krieg gegen Polen beteiligt, was wohl weniger aus Habgier, sondern viel mehr aus taktischen Gründen geschah. Wusste die sowjetische Führung doch bereits seit Langem, dass ein deutscher Angriff auf die UdSSR nur eine Frage der Zeit war und es sich deshalb bestmögliche Vorraussetzungen für die Verteidigung zu sichern galt. Und dennoch, es bleibt dabei und gilt für alle:

„Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen!“
Isaac Asimov

Bildquelle: www.chronik.net
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Ergänzungen

Die ruhmreiche Sowjetunion ...

Icke 31.08.2009 - 23:08
Klar, der Angriff der Sowjetunion war nur Taktik.
Deswegen wurden nach dem Einmarsch der Roten Armee auch 20.000 polnische Offiziere und Zivilisten erschossen. Alles nur Taktik!

paar Wochen alter Artikel zum Thema

antihero 31.08.2009 - 23:57

Kleine Ergänzungen

---- 01.09.2009 - 00:16
Stukas über Wielun Vergessener Luftschlag: Noch bevor Hitlers Panzer über Polens Grenze rollten, machten Stukas am 1. September 1939 die Stadt Wielun dem Erdboden gleich - militärische Ziele gab es dort nicht. Dass der erste Luftangriff des Zweiten Weltkriegs eine reine Terrorattacke war, vertuschten die Nazis.: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4821/sturzflug_in_den_totalen_krieg.html Curzon-Linie »Polens Ostgrenze soll nach dem Willen seiner westlichen Freunde nicht über das geschlossene polnische Siedlungsgebiet hinausgehen (Curzon-Linie). Aber damit wollen sich die Polen nicht begnügen. Sie dringen 1920 in die Ukraine vor... Die Bolschewisten werden weit zurückgeschlagen und opfern im Frieden zu Riga große Teile Weißrußlands und der Ukraine (1921). Polen gelangt damit weit über die Curzon-Linie hinaus.« Das ist ein Zitat aus einem westdeutschen Schul-Geschichtsbuch (Kletts Geschichtliches Unterrichtswerk für die Mittelklassen. Ausgabe B. IV Um Volksstaat und Völkergemeinschaft. Ernst-Klett-Verlag, Stuttgart, o. J., etwa 1960, S. 138). Die Curzon-Linie wurde seinerzeit von einer Völkerbundskommission unter Leitung eines britischen Politikers (Curzon) festgelegt. Sie trennte einigermaßen gerecht die polnischsprachigen von den ukrainisch- und belorussischsprachigen Siedlungsgebieten und bildete so zunächst die Ostgrenze des neugegründeten polnischen Staates. Die im Zusatzabkommen zum Nichtangriffsvertrag mit Nazideutschland festgelegte »Demarkationslinie« entsprach ziemlich genau dieser Curzon-Linie. Die Sowjetunion nahm also 1939 nur ihre westukrainischen und belorussischen Gebiete wieder in Besitz, die sich Polen 1920 in einem Raubkrieg widerrechtlich angeeignet hatte. Zu Recht kann man der sowjetischen Führung besonders vor 1941 strategische Fehler und schwerwiegende Verstöße gegen sozialistische Gesetzlichkeit vorhalten. Die angebliche Annexion »Ostpolens« gehört nicht dazu. (...)Quelle jw-lesebrief: http://www.jungewelt.de/2009/08-31/012.php weitere Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Wielu%C5%84 http://de.wikipedia.org/wiki/Curzon-Linie

waffen ss?

ich 01.09.2009 - 00:27
im september ´39 gab es noch keine waffen ss, sondern nur die ss - verfügungstruppe. dementsprechend kann auch keine waffen ss am polenfeldzug beteiligt gewesen sein.

dkfksgasgikna

kein scheiß erzählen 01.09.2009 - 02:00
"Die Sowjetunion hatte sich schließlich sogar an dem Krieg gegen Polen beteiligt, was wohl weniger aus Habgier, sondern viel mehr aus taktischen Gründen geschah. Wusste die sowjetische Führung doch bereits seit Langem, dass ein deutscher Angriff auf die UdSSR nur eine Frage der Zeit war und es sich deshalb bestmögliche Vorraussetzungen für die Verteidigung zu sichern galt."
Das ist falsch. Vielmehr war Stalin völlig überrascht vom Überfall 41 und hielt die Meldung anfangs für ein Komplott um ihn von seinem Verbündeten Hitler zu spalten. "Habgier" ist vielleicht etwas vereinfacht formuliert, aber mehr zutreffend als irgendwelche taktischen Gründe, die sich der linientreue Autor wohl selbst zusammengereimt hat - ich kann derartige nämlich nicht erkennen.
Keine Geschichtsverdrehung, auch nicht von uns.

Habgier?! Taktik?!

moi 01.09.2009 - 10:16
Natürlich ist es auch heute noch erschütternd, dass sich das "Mutterland des Antifaschismus" auf einen Pakt mit dem faschistischen Deutschland eingelassen hat - aus welchen Gründen auch immer. Ein Schritt übrigens, der schon damals in der Kommunistischen Internationalen für starke Kritik gesorgt hat.

Trotzdem sollte man - gerade wenn man moralisch argumentiert - die historischen Hintergründe nicht ausser Acht lassen:
Die junge Sowjetunion war geschwächt aus dem Ersten Weltkrieg hervorgegangen. Sie hatte bereits grosse Gebiete an das Deutsche Reich verloren; dazu wütete im Land ein Bürgerkrieg. Diese Schwäche nutzte Polen aus, indem es 1921 unter Marschall Pilsudski in die Sowjetunion einmarschierte - sein Ziel war ein "Gross-Polen" in den Grenzen von 1772 (!). Die polnische Armee war erfolgreich; die Sowjetunion musste grosse Gebiete abtreten, die polnische Grenze wurde 250 KM nach Osten verschoben.

Genau diese völkerrechtswidrig annektierten Gebiete hat sich die Sowjetunion 1939 zurückgeholt.
Der sowjetische Einmarsch vom 17.09.1939 stoppte exakt an jener "Curzon-Linie", die 20 Jahre zuvor als völkerrechtlich verbindliche Grenze zwischen Polen und der Sowjetunion festgelegt worden war.

Rolle der Sowyetunion

chavezz 01.09.2009 - 11:06
Vielleicht sollte der Autor sich an der Realität orientieren und die "Kommunistische Brille" absetzen. Die UDDSR hat ganz klar mit Hitler Deutschland paktiert, nicht nur aus "taktischen" Gründen, sondern um sich Land zu sichern. Vor einem Angriff von Nazi Deutschland hatte da niemand Angst, siehe Stalins Reaktion (Unglauben) als Deutschland 1941 wirklich angegriffen hat.
Die Ermordung von 15.000 polnischen Soldaten durch die UDSSR (Massaker von Katyn) sollte vielleicht auch mal erwähnt werden......

Auch halbe Wahrheiten...

eberhard 01.09.2009 - 11:38
sind ganze Lügen.Der Hitler-Stalinpakt, bekannter als Rippentrop-Molotowpakt hatte erst den Zweiten Weltkrieg ermöglicht und den Deutschen die Angst vor einem Eingreifen der Roten Armee genommen. Der Rücken war frei und so konnte gegen Polen, wenig später gegen Frankreich marschiert werden.
Das geheime Zusatzabkommen regelte nicht nur die neuerliche Teilung Polens entlang der Curzonlinie, sondern auch die gewaltsame Annektion der baltischen Staaten durch die UdSSR, Bessarabiens ebenso. Es kann nicht die Rede davon sein, dass die UdSSR geraubte Gebeite zurück geholt hatte. Teil des o.g. Paktes war auch die Auslieferung deutscher Kommunisten und Juden an die SS. ES war ein Bündnis zweier hegemonialer Mächte. Dazu gehörtdavor scheuten, den deutschen Expansionismus zu beschweigen und ausgerechnet GB, die einzig in Europa noch verbliebene und notgedrungen antifaschistische Nacht zu verleumden.

chavez, du weißt mal wieder nix

anna 01.09.2009 - 11:44
Die Anmerkungen zu den 20- ziger Jahren stimmmen, und der damalige polnische Sieg ging auf das Konto vom Josef, der militärtaktisch eine Niete und verwantwortlich für die Niederlage war. Trotzki wollte Stalin damals für seine Handlungen vor das Kriegsgericht stellen. Stalins persönlicher Haß auf die Generäle rote Armee und die polinische Politik rührt aus dieser Zeit, und Katyn war eine spätere Rache für die alte Demütigung.

Etwas anderes ist aber auch wichtig in diesem Zusammenhang. Ohne den schamlosen Verkauf der Tschechoslowakei und das Diktat von München 1938 durch Deutschland und die westlichen Allierten (die Polen sind später auch in die "Resttschchoslowakei" einmarschiert und haben Gebiete für sich erobert) hätte es keinen Hitler Stalin Pakt gegeben. Ab diesem Zeitpunkt galt in Europa das Motto "Jeder gegen Jeden".

Die gesamte, strukturelle Sicherheitsarchitektur, welche nach dem ersten Weltkrieg, gegen einen erneuten Krieg geschaffen worden waren, waren mit dieser Politik Frankreichs und GB hinfällig. Das hat Stalin auch so erkannt und seine Schlußfolgerungen daraus gezogen. Stalin ging von einem Krieg ab 1943 mit Deutschland aus, und hat versucht, sich Zeit für die eigene Modernisierung der Armee zu diesem Krieg zu erkaufen.

Polnische Politik und das Olsagebiet

anna 01.09.2009 - 12:15
 http://de.wikipedia.org/wiki/Olsagebiet


Nach der Beendigung des Polnisch-Sowjetischen Krieges und der durch die Schlesische Aufstände erkämpften Erlangung Ostoberschlesiens rückte das der Tschechoslowakei zugesprochene mehrheitlich polnisch besiedelte westliche Olsagebiet wieder stärker in den Blickpunkt der stabilisierten Zweiten Polnischen Republik. Dort erfolgte bis 1926 die Deportation einiger Tausend Polen aus dem Gebiet und zum Teil die Konfiskation ihrer Habe[2], so dass die Spannungen zwischen Polen und der Tschechoslowakei weiter anwuchsen und in Polen die militärische Lösung des Problems nicht ausgeschlossen und ab 1934 generalstabsmäßig vorbereitet wurde.

Am 30. September 1938, nach dem Abschluss des Münchner Abkommens, stellte Polen ein Rückgabeultimatum, das am 1. Oktober ablief, und konzentrierte Kräfte an der Grenze unter General Władysław Bortnowski[3]. Zusätzlich wurde in Kattowitz die Legion Zaolziański gegründet. Die tschechoslowakische Regierung gab nach und zwischen dem 2. und dem 11. Oktober 1938 besetzten polnische Truppen Zaolzie[3]. Gleichzeitig besetzte Deutschland die im Münchner Abkommen zugestandenen Gebiete des Sudetenlandes und das Hultschiner Ländchen. Kurz danach verließen rund 30.000 Tschechen, vor allem diejenigen, die sich dort nach 1920 niederließen, und rund 5000 Deutsche das Olsagebiet.[3].

Anna oh je

eberhard 01.09.2009 - 13:00
Anna, Du verteidigst den sowjetischen Angriff auf Polen und stellst die SU als Opfer der Westmächte dar. Du schweigst zum Baltikum, zu Bessarabien - solltest Du mir da zustimmen, dann ist deine gesamte Argumentation hinüber.
Wer Spanien verraten hat, es waren nicht allein die Westmächte, sondern inbesondere auch die von dir so innigst verteidigte SU. Deine Argumentation erinnert mich an die Ausdünstungen eines Fritz Teppichs.
Polen war und ist nicht der einzige Staat bzw. die einzige politische Formation, welche Ansprüche gegenüber anderen Staaten hatte und hat, aktuell bsp. die ETA, deren Euskal Herria gleich Navarra und Teile Südfrankreichs einbezieht. Oder zuzrück zur Sowjetunion: die Aggression gegenüber Georgien, die bolscho-kemalistische Koalition gegen die junge armenische Republik?
Zu der kollabrorationistischen Politik der KPs (Frankreich, Großbritannien und Deutschland z.B.)schweigst Du. Ist selbst für eine Freundin des Stalinismus wohl zu peinliche Angelegenheit.

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