ZDF Reportage - "Neue Braune Welle"

Geiselberger 27.08.2009 14:47 Themen: Medien
Das ZDF sendet eine gut recherierte Dokumentation über rechtsradikale Gewalttäter, Propaganda und die Rolle der NPD - allerdings Werktags um 0:05. Glücklicherweise ist der Beitrag in der ZDFmediathek abrufbar.

Im gesellschaftlichen Diskurs wird stets betont, wie wichtig es beim Thema Rechtsextremismus ist hinzusehen, Farbe zu bekennen und eine offene Diskussion über das Thema zu führen.
Doch dann kommt im ZDF eine dreiviertelstündige gut recherierte Fernsehdokumentation "Neue Braune Welle, die Jugend im Visier der Rechtsextremen" und wird am Donnerstag den 27. August um fünf nach zwölf gesendet, zu einer Unzeit zu der kaum einer ZDF schaut.
Als Trost lässt sich diese gelungene Reportage schnell und in guter Qualität in der ZDFmediathek ansehen; einfach auf  http://www.zdf.de/ZDFmediathek/startseite gehen und die Dokumentation "Neue Braune Welle" suchen.

Die 43 Minuten und 20 Sekunden lange Reportage von Beate Frenkel und Winand Wernicke widmet sich besonders dem "Kampf um die Köpfe" der Rechtsextremen. Ein besondere Fokus liegt dabei auf rechtsextremen Aktionen und Propaganda die ganz gezielt auf Jugendliche zielen. Aussteiger aus der rechten Szene schildern dabei, wie sie als Jugendliche sich im braunen Netz verfiengen und abgeschreckt durch ihre Gewalt unter großen Schwierigkeiten ausstiegen.
Kommentiert wird das ganze durch Heinz Fromm, dem Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, Britta Schellenberg vom Centrum für angewandte Politikforschung München und Giovanni di Lorenzo von der Zeit und Netz gegen Nazis.

Dabei wird auch auf die unterschiedlichen Aktionen, Strukturen, Akteure und Taten der Rechtsextremen in Bayern und Sachsen-Ahnhalt eingegangen, dabei wird auch das Vorgehen beispielsweiße der Polizei, Politik und Justiz ungewöhnlich kritisch hinterfragt.
So wird deutlich gezeigt,wie trotz immer stärkerer Gewaltbereitschaft der Neonazis Justiz und Polizei den Nazis auf Demonstrationen entgegenkommt und sich dabei häufig gegen angebrachten antifaschistischen Protest wendet.

Alles in allem eine sehr informative und kritische Dokumentation, die wieder vor Augen führt, wie wichtig breiter, starker und öffentlicher Protest und Wiederstand gegen die menschenverachtende Hassideologie der Neonazis ist.
Schade ist dabei nur, dass das ZDF durch die späte Ausstrahlung der Dokumentation peinlicherweiße zeigt, wie schwer es dem öffentlich-rechtlichem Sender fällt offen Farbe zu bekennen und zu die Probleme publik macht, die es in Deutschland gibt.
Die Möglichkeit eine öffentliche Diskussion zu starten und zu fördern, wurde leider zugunsten von "SOKO WISMAR" (18 - 18.50), "KÜSTENWACHE" (19.25- 20.15) und "AKTENZEICHEN XY" (20.15 - 21.45) verschenkt.
Trotz des hervorragenden Angebots der ZDFmediathek zeigt sich wiedereinmal wie schwer man sich in Deutschland tut, öffentlich und ehrlich über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu reden.

Oder man fürchtete, was schon Carl von Ossietzky wusste: "In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist als der, der ihn gemacht hat."
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Ergänzungen

buh

egal 27.08.2009 - 23:33
Das mit Gräfenberg ist offene provukation und eine Schande für alle
die sich gegen den Neo-Faschismus wehren .. niemand sollte diese Leute
im stich lassen, es ist längst Zeit dagegen etwas zu unternehmen.

 http://www.graefenberg-ist-bunt.de/
 http://apfelfrontbamberg.blogspot.com/

und dieses Thema hatten wir auch schon recht häufig hier bei indimedia !!

gequirlte Scheisse

joliroger 28.08.2009 - 01:12
Heinz Fromm, dem Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes- Hallo? Solche Hyperdemokraten sind durch ihre linksrechts- Gleichsetzung doch an vorderster Front der Verharmloser faschistischer Tendenzen, der VS ist die Institution gewordene Totalitarismusdoktrin.

Warum verdient so etwas einen Indymedia- Beitrag?

Und wo stellen die Medien es so dar, als würden nur "schwarz vemummte" etwas gg Faschos machen? Das tun sie nicht, aber sie sind oft die einzigen, die konsequent genug sind sich eine blutige Nase zu holen, um den Faschos entgegen zu treten!


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Kritisch? — communist

aber so geht es — nemo