HH: Künstler besetzen Gängeviertel

Euer altes Gängeviertel... 23.08.2009 13:05 Themen: Freiräume Kultur
Gestern eröffnete das Kunst- und Kulturzentrum im Gängeviertel mit 200
Künstlern und über 3000
Besuchern. Die Initiatoren erwarten nun die Verhandlungen mit Stadt und
Eigentümern und laden
auch in den kommenden Tagen ein, die Gebäude bei einem Programm mit
Ausstellungen und
Kulturveranstaltungen zu erleben.
Gängeviertel Kunst- und Kulturzentrum:
Eröffnung mit über 3000 Gästen, nun Verhandlung mit der Stadt erwünscht

(Hamburg, 23.8.09)
Gestern eröffnete das Kunst- und Kulturzentrum im Gängeviertel mit 200
Künstlern und über 3000
Besuchern. Die Initiatoren erwarten nun die Verhandlungen mit Stadt und
Eigentümern und laden
auch in den kommenden Tagen ein, die Gebäude bei einem Programm mit
Ausstellungen und
Kulturveranstaltungen zu erleben.

Ein buntes Publikum besuchte gestern die 12 sonst leer stehenden Häuser,
in deren Räumen nun
überall Kunstwerke ausgestellt sind. Rote Teppiche führten zu den
Eingängen, neugierig und
respektvoll erkundeten die Besucher die historischen Räume. Überall
fanden spontane Konzerte
und Performances statt und wurde in fröhlicher und friedlicher
Atmosphäre fotografiert, diskutiert
und gefeiert. Neben jungem Kunstpublikum waren auch viele ehemalige
Anwohner und Nachbarn
zu Gast, Familien mit Kindern ebenso wie zahlreiche internationale
Besucher. Ihr durchweg
positives Feedback reichte von „ "Ich liebe dieses Viertel"“ bis „"Das ist
ja wie in Berlin hier!“".

Die Initiative "„Komm in die Gänge“" rettet die 12 leer stehenden
Altbauten des „Gängeviertels“. Im
Interesse der Hamburger Baukultur und Kreativ- / Kulturschaffenden
sollen die Häuser nicht
verfallen, sondern instand gesetzt und kreativ genutzt werden. Die
Initiative bietet sofortige,
nachhaltige Lösungskonzepte, die sie gerne in Gesprächen mit der Stadt
vorstellen möchte. Die
Finanzbehörde versucht seit Jahren, das denkmalwürdige Viertel im
Höchstgebotsverfahren zu
verkaufen, der jetzige Investor ist jedoch nicht zahlungsfähig und die
Stadt hat keine
Alternativlösungen als weiterhin jahrelangen Leerstand.

Kontakt:
 info@gaengeviertel.info
www.gaengeviertel.info
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Ergänzungen

Guter Anfang...

... wie geht's weiter? 23.08.2009 - 14:42
Die Besetzung gestern lief wirklich gut. Es waren von Anfang an eine Menge Leute vor Ort (ist ja auch ein großes Gelände), am Nachmittag waren es mindestens 200-300. Dann wurden die Häuser aufgemacht und mensch konnte die teilweise schon fertige, teilweise noch im Entstehen begriffene Kunst anschauen. Später kamen verschiedene Musik, Getränke, Infotische und vieles mehr dazu. Die Bullen haben sich nur einmal am Nachmittag mit zwei Cops sehen lassen, die sich ein bisschen umschauten, aber keinen gestresst haben und nur doof in die Gegend grinsten. Am Abend soll es dann nochmal einen Anruf von den Bullen gegeben haben (die Wache ist schräg gegenüber auf der anderen Strassenseite), als mehrere Personen aufm dem Baugerüst vor einem der Häuser rumturnten. Das hat den Cops nicht gepasst.
Im Verlauf des Abends waren sicherlich insgesamt um die 1000 Leute vor Ort und alles lief friedlich und gechillt hab.

Dadurch ist wirklich eine gute Aktion gelungen und ein großes Stück vom Kuchen des öffentlichen Raumes wurde in Anspruch genommen.
Für nicht-Hamburger_Innen: Das Gängeviertel liegt mitten in der Hamburger Innenstand und besteht aus mehreren Altbauten (teilweise Gewerbe- teilweise Wohnimmobilien), die seit Jahren leer und verlassen inmitten von neuen modernen Bürogebäuden in Sichtweite vom Springer-Verlag und Unilever liegen.

Wie es nun weiter geht, liegt an uns. Es gibt eine Menge Platz im Viertel, es gibt durchaus noch bewohnbare Wohnungen (teilweise noch mit komplett eingerichteten Küchen inklusiver Herd usw.), es gibt riesige Gewerberäume für Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte usw. Das Gängeviertel wird sich nur halten lassen, wenn wir es auch nutzen und jeden Tag aufs Neue unseren Anspruch auf diese Stadt reklamieren. Kommt vorbei, bringt euch ein, setzt euch fest. Holen wir uns dieses Stück Stadt zurück.

presse

prespres 23.08.2009 - 15:23
Hamburger Abendblatt: 200 Künstler besetzen Abrisshäuser in der Neustadt Hamburg. Fast 200 Künstler haben in Hamburg ein Dutzend leerstehende Häuser des sogenannten Gängeviertels in der Innenstadt besetzt. Unter der Schirmherrschaft des Malers Daniel Richter drangen sie am Sonnabend in die seit Jahren verrammelten Gebäude ein und richteten Galerien, Ateliers und Kunsträume ein. Sie wollten damit „auf dringend benötigten Raum für Hunderte von Kreativen“ aufmerksam machen. Außerdem wollen sie die historischen Gebäude vor dem Verfall retten. Der Sprecher der Initiatoren, Darko Caramello, sagte, die Häuser blieben so lange besetzt „bis wir rausfliegen oder bis die Stadt mit uns geredet hat“. Die mehrstöckigen Gebäude in der Innenstadt stehen seit Jahren leer. Bei ihrer Aktion stellten die Künstler in den Häusern ihre Werke aus. Hunderte Menschen besuchten schon am Nachmittag das Areal, auf dem auch DJ's Musik auflegten und kleine Bars aufgebaut waren. Ähnliche Aktionen gab es bereits in London. „Es kann nicht sein, dass das hier alles abgerissen wird“, sagte Caramello. Bei der Hausbesetzung hätten sich zwei Gruppen gefunden: die eine, welche die Gebäude erhalten möchte, und die andere, die auf fehlende Ateliers aufmerksam machen möchte. Denn viele Künstler und Kreative der Stadt fühlten sich vernachlässigt. „Die Stadt brüstet sich gerne als Kulturstadt, tut aber nichts“, sagte Caramello. In einem offenen Brief der Künstler an den schwarz-grünen Senat heißt es: „Wir erwarten nun von Ihnen als Senat, dass Sie (...) die Verantwortung für die kulturelle und soziale Vielfalt der Stadt übernehmen und mit uns konstruktiv zusammenarbeiten.“ Ziel müsse die Gestaltung eines „neuen, öffentlich zugänglichen und finanziell unabhängigen Kunst- und Kulturzentrums im Herzen der Stadt sein“. Derzeitiger Eigentümer der Gebäude ist der niederländische Investor Hanzevest. Er hat das gesamte Gelände in der Hamburger Innenstadt von der Stadt gekauft, um dort Büros und Wohnungen zu bauen. Rund 80 Prozent der historischen Gebäude sollen dabei abgerissen werden. Das Häuser-Ensemble ist nach Angaben der Initiatoren jedoch das letzte Zeugnis der Gängeviertel, die früher das gesamte Stadtbild bestimmt haben, „und veranschaulicht alle Zeitphasen seit 1650“. Die Hamburger Gängeviertel wurden bis 1900 vornehmlich von Hafen- und Gelegenheitsarbeitern bewohnt. Es war die am dichtesten besiedelte Fläche der Hansestadt. Auf einem Hektar lebten durchschnittlich 1500 Menschen. Damit standen jedem Bewohner rund 6,2 Quadratmeter zur Verfügung. Wegen der zunehmenden Verslummung und hohen Kriminalität in den Gängevierteln wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst das Hafen-Gängeviertel der Neustadt-Süd abgerissen, dann folgte die Altstadt-Ost und schließlich unter der Nazi-Diktatur die nördliche Neustadt. http://www.abendblatt.de/hamburg/article1151055/200-Kuenstler-besetzen-Abrisshaeuser-in-der-Neustadt.html dpa: Künstler besetzen Hamburger Gängeviertel Hamburg (dpa/lno) - Fast 200 Künstler haben in Hamburg ein Dutzend leerstehende Häuser des sogenannten Gängeviertels in der Innenstadt besetzt. Unter der Schirmherrschaft des Malers Daniel Richter drangen sie am Samstag in die seit Jahren verrammelten Gebäude ein und richteten Galerien, Ateliers und Kunsträume ein. Sie wollten damit «auf dringend benötigten Raum für Hunderte von Kreativen» aufmerksam machen. Außerdem wollen sie die historischen Gebäude vor dem Verfall retten. Der Sprecher der Initiatoren, Darko Caramello, sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa, die Häuser blieben so lange besetzt «bis wir rausfliegen oder bis die Stadt mit uns geredet hat». http://newsticker.welt.de/?module=dpa&id=22175916

Verwaltung hat die Hose voll

spanier 24.08.2009 - 13:04
Verantwortlichen der saga und sprinkenhof sind seit heute morgen da. sind mit ein polizist, ein elektriker und 2 schlosser unterwegs. haben stromzähler abgebaut und schlösser geknackt und gewechselt. lassen niemand rein unter drohung auf hausfriedensbruch anzeige.

ca 50 künstler, passante und 2 hunde draussen. bringen protest transparente an.





SAGA mauert besetzte Häuser wieder zu

Abendblatt 24.08.2009 - 13:29
Abendbaltt schreibt gerade, dass die Häuser just wieder dicht gemacht werden.

 http://www.abendblatt.de/hamburg/article1151055/SAGA-mauert-besetzte-Abrisshaeuser-wieder-zu.html

hier gibt es auch infos

kommt in die gänge 24.08.2009 - 14:06

Pressekonferenz Gängeviertel

Feuerloescher TV 25.08.2009 - 12:39
Pressekonferenz Gängeviertel vom 24.08.2009

mit Statement vom u.a. Bezirksamtsleiter Schreiber,
den SprecherInnen der Initiative "Komm in die Gänge"

 http://www.youtube.com/watch?v=8GbvZANBM2Q

Länge 6 Minuten
via youtube gucken
hamburg 2009©feuerloescher-tv.com

aktuelle (unvollständige) Presselinksammlung

bitte vervollständigen 26.08.2009 - 23:01
Hamburger Abendblatt:

 http://www.abendblatt.de/hamburg/article1151057/Hausbesetzer-im-Gaengeviertel.html
 http://www.abendblatt.de/hamburg/article1151055/SAGA-raeumt-die-besetzten-Abrisshaeuser.html
 http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1151467/Ein-Kampf-fuer-kulturelle-Identitaet.html
 http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1152630/Hausverwaltung-verschliesst-historische-Kuenstler-Haeuser.html
 http://www.abendblatt.de/hamburg/article1152969/Hausverwaltung-raeumt-historische-Gebaeude.html
 http://www.abendblatt.de/hamburg/article1153188/Wie-eine-Stadt-ihre-Geschichte-wegsaniert.html
 http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1153847/Richter-Der-Senat-foerdert-abgeschmackten-Konsum.html
 http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1154583/Kulturbehoerde-bietet-den-Kreativen-eines-der-Haeuser.html
 http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1154894/Kuenstler-duerfen-vorerst-im-Gaengeviertel-bleiben.html
 http://www.abendblatt.de/leserbriefe/article1155439/Wie-eine-Stadt-ihre-Geschichte-wegsaniert.html
...

Mopo:

 http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090824/hamburg/politik/200_kuenstler_als_hausbesetzer.html
 http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090824/hamburg/politik/hausbesetzung_in_der_neustadt.html
 http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090825/deutschland-welt/kultur/senat_will_besetzern_kunstateliers_anbieten.html
 http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090825/hamburg/panorama/senat_geht_auf_besetzer_zu.html
 http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090826/hamburg/panorama/star_kuenstler_attackiert_senat.html
...

Taz:
 http://www.taz.de/regional/nord/hamburg/artikel/1/kreative-besetzen-leere-raeume/
...

Ndr online:

 http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/gaengeviertel102.html
 http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/gaengeviertel104.html
...

Welt.de

 http://www.welt.de/hamburg/article4383541/200-Kuenstler-besetzen-Haeuser-im-Gaengeviertel.html
 http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article4384323/200-Kuenstler-besetzen-Haeuser-im-Gaengeviertel.html
 http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article4391561/Gaengeviertel-Erste-Raeumung-nach-Besetzung.html
 http://www.welt.de/die-welt/kultur/article4399254/Maler-Daniel-Richter-kritisiert-Hamburgs-Kulturpolitik.html
 http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article4399402/Star-Maler-Daniel-Richter-kritisiert-Behoerde-Das-ist-keine-Kulturpolitik.html
...

Bild.de

 http://www.bild.de/BILD/regional/hamburg/dpa/2009/08/22/kuenstler-besetzen-hamburger-gaengeviertel.html
 http://www.bild.de/BILD/regional/hamburg/dpa/2009/08/24/erste-raeumung-im-von-kuenstlern-besetzten.html
...

Zeit.de

 http://www.zeit.de/newsticker/2009/8/25/iptc-bdt-20090825-556-22202312xml
 http://www.zeit.de/newsticker/2009/8/25/iptc-bdt-20090825-136-22197442xml
...

Spiegel online:

 http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,644706,00.html
...

Sueddeutsche.de

 http://www.sueddeutsche.de/F5B38s/3020087/Gaengeviertel-wird-geraeumt.html
...

youtube:
 http://www.youtube.com/watch?v=BXuOORXP2do
 http://www.youtube.com/watch?v=8GbvZANBM2Q
...

Wikipediaartikel zum Gängeviertel (letztens geändert am 21.8.2009)
 http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4ngeviertel

Adresse der Initiative:
 http://www.gaengeviertel.info/




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Mo: Kundegung in HH

solidarität ist eine waffe 23.08.2009 - 17:10
Solidarität ist eine Waffe, Aufstand ist ein Argument!

Montag, 24.08.09 – 20:00 Uhr
Solidaritätskundgebung Valentinskamp / Neue ABC- Straße

Freiheit für Thodoris Iliopoulos,
Freiheit für alle politischen Gefangenen,
in Griechenland, in Deutschland und überall!

Am Montag den 24.08.09 wird Thodoris Iliopoulos in den 45. Tag seines Hungerstreiks treten und seine körperliche Verfassung verschlechtert sich täglich. Um den Druck auf die griechischen Behörden zu erhöhen wird es an diesem Tag internationale Solidaritätsaktionen geben, so auch in Hamburg!
Iliopoulos wurde im Rahmen der Dezember-Riots am 18.12.08 in Griechenland festgenommen. Seit dem 22.12. befindet er sich in Untersuchungshaft im Knast Korydallos in Athen. Er wird beschuldigt, Steine und Molotowcocktails geworfen zu haben, dazu gibt es nur sehr widersprüchliche Bezeugungen von zwei Riot-Cops. Zeugenaussagen von BürgerInnen, die seine Unschuld bestätigten, wurden vollständig ignoriert.

Unabhängig von den vermeintlichen Beweisen, halten wir militanten Widerstand gegen eine herrschende Ideologie, die mit Sicherheit nur die Sicherheit von Herrschaft und Unterdrückung und die Sicherheit von weltweiter Ausbeutung meint, überall für notwendig und legitim! Diese herrschende Ideologie meint mit Sicherheit eben nicht das Recht auf globale Bewegungsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Zugang zu allen menschlichen Grundbedürfnissen, wie Nahrung, Bildung, gesundheitliche Versorgung, Wohnraum, etc.

Iliopoulos wehrt sich auch während seiner U-Haft vehement gegen die staatliche Repression. An ihm soll ein Exempel statuiert werden, denn alle anderen im Dezember Inhaftierten mit ähnlichen Beschuldigungen, wurden bereits wieder aus der U-Haft entlassen. Nachdem sein Antrag auf Entlassung am 08. Juli abgewiesen und seine U-Haft um fünf Monate verlängert wurde, trat er zwei Tage später in den Hungerstreik.

Seit dem 12.08. befindet er sich im Knast-Krankenhaus, entgegen der ärztlichen Ratschläge, ihm angemessene medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Das Gutachten vom 41. Tag seines Hungerstreiks attestiert ihm ein Gewicht von 47,7 kg, ein Verlust von mehr als 21% seines Körpergewichts.

Noch immer wird ihm die Verlegung in ein normales Krankenhaus mit fachkundigem Personal verweigert und eine Entlassung aus der U-Haft steht für die griechische Justiz außer Frage.

Kriminell ist das System und nicht der Widerstand

Wow

Beeindruckend 23.08.2009 - 17:54
"Die Initiatoren erwarten nun die Verhandlungen mit Stadt und
Eigentümern und laden"

Wieso sprecht ihr eigentlich von "Besetzung" wenn ihr eh vorhabt euch langfristig an die gesellschaftlichen Strukturen von Miete und Verträgen zu binden.

Das ist keine Besetzung, das ist etwas auf den Putz hauen um später weniger Miete zahlen zu müssen, unglaublich "alternativ" dieser "Freiraum".

An "Wow"

gängler 23.08.2009 - 18:49
An den Schreiber über mir:

Was ist wohl besser: eine Besetzung, die aufgrund verhandlungsunwilliger Leute früher oder später geräumt wird, damit die geplanten Luxusneubauten kommen können oder eine wie die des Gängeviertels, die erreichen will, dass diese Neubauten nicht kommen? Im Gängeviertel haben sich hunderte Menschen unglaublich kreativ 12 (!) Häuser angeeignet. Vermutlich werden sie damit mehr erreichen, als mit allen Krawall-Besetzungen, von denen du zu träumen scheinst.

ich bin nicht...

mir doch egal 24.08.2009 - 01:37
deutschland, linke szene, was-auch-immer-für-ein-spektrum.

und mir ist es scheiß egal, ob das jetzt "true", "real" oder "p.c."ist, was die da in hamburg machen. es gefällt mir, die leute machen was sie denken, nicht das was die szene toll finden würde. viva la autonomia - egal was andere autonome - selbsternannt oder veteran - davon halten. genau das ist der punkt.

ich bin mir darüber im klaren, dass die künstlerszene nicht immer produktiv ist, wenn's um revolution geht. ein Tacheles macht Berlin wowereit-"sexy", eine "künstlerhaus bethanien gmbh" eine neubesetzung unmöglich. dennoch: links-linksradikale haudrauf/amok/märtyrer-aktionen find ich noch viel schlimmer, denn festnahmen sind eigentore und verlierer braucht das system.

ich finde die sache äußerst spektakulär und äußerst progressiv. man kann nicht "scheiß yuppies" schreien und dann hoffen dass die auf einmal anfangen schwarze kapuzen zu tragen und gekettet sich in die demo reihen. natürlich auch nicht das gegenteil: auch pöbelei muss sein, genauso provokation finde ich wichtig und richtig. aber auch eklige öko-studenten gehören zum widerstand, egal ob sie mit ihrer kreuzberg-WG gentrifizieren oder nicht. that's life.

aber das wichtigste ist, dass wir anfangen aufzuhören eine homogene szene mit homogengen mitteln udn zielen zu sein. oft genug muss ich mich von "hast-du-n-problem-antifas" distanzieren wenn ich mal wieder irgendwo am diskutieren bin. aber solange am ende alles doch irgendwie das selbe und die selben sind werd ich und alle anderen freundinnen und freunde mit in die schublade gesteckt. und so kommen wir der revolution auch kein stück näher.


ES IST ALLES NICHT MEHR SO SCHÖN, WIE ES NOCH NIE WAR, v e r f l u c h t nochmal!


lassen wir sie doch ihre bilder malen, ihre roten teppiche ausrollen und ihre verhandlungen machen. es ist nicht, was sie sind, es ist, was sie machen. und im moment besetzen sie, im moment erobern sie, sie stiften chaos, sie sorgen für aufmerksamkeit. und wenn's am ende n schuppen wird, in dem chickes und trendiges augustiner für viel zu teures geld verkauft wird, meine güte, dann war's halt n griff in's klo, sie zu supporten.

ich hab genauso wenig bock auf läuse in eckel-squats - auch die gab's und gibt's.



lasst uns die bewegung sympathischer machen, ohne die wurzeln zu vergessen. und damit mein ich widerlcihen militanz-fetisch genauso wie die wunderschönen bilder von blutenden nazi-fressen. jeder macht halt was anderes, und das ist gut so.



grüße an alle die mich scheiße finden ;-)

PS: es geht um *



*hier bitte deine eigene Idee einfügen




Komm in die Gänge

Picasso 24.08.2009 - 17:13
Ich fände es jammerschade, wenn diese tollen Häuser abgerissen würden. Das Happening am Samstag war super, viele Leute haben sich ne menge Mühe gemacht. Jetzt, wo die Türen wieder verschlossen wurden, muß man sie wieder aufmachen. Man muß zeigen, daß man ein ernsthaftes Interesse an diesem Ort hat. Aber zu glauben, man hat bessere Karten in etwaigen Verhandlungen, wenn man deeskalativ und lieb ist, ist ein wenig naiv. Nehmt euch (Künstler_innen) den Raum den ihr braucht, ob mit oder ohne Militanz. Übrigens, am Besten hats immer geklappt, wenn sich unterschiedliche Aktionsformen gegenseitig unterstützt haben, anstatt sich spalten zu lassen. Heute nach der Kundgebung vor dem griechischen Konsulat in die Gänge kommen, wäre doch super.