Berlin: Räumung durch Kinderschutzbund Unna

Liebig14 13.08.2009 12:40 Themen: Freiräume
Wir bezweifeln die Glaubwürdigkeit und die Gemeinnützigkeit eines Kinderschutzbundes, wenn sein Unnaer Repräsentant Edwin Thöne noch nicht einmal Mindeststandards einhält und ein ganzes Wohnhaus auf die Straße setzt.

Profitstreben auf Kosten der Bewohner !

Das alternative Hausprojekt Liebigstraße 14 in Berlin Friedrichshain ist aktuell von der Räumung bedroht.Die Lila GbR kaufte das Haus Liebigstraße 14 1999 und will nun die Hausbewohner_innen auf die Straße setzen. Die beiden aktiven Lila-Gesellschafter sind Edwin Thöne und Suibert Beulker. Weitere Objektesind die angrenzende Rigaerstraße 96, 95 und 941.Edwin Thöne ist Vorsitzender des Kinderschutzbundes Unna e.V., der laut Präambel seines Vereins als soziale Lobby für Kinder fungieren will. Als Akteur im Berliner Immobilienmarkt hingegen setzt er andere Akzente. Ende letzten Jahres wurde er in Kenntnis gesetzt, dass in seinem vermieteten Wohnhaus in Berlin mehrere Kleinkinder wohnen. Daraufhin erbat er sich Bedenkzeit, verfolgte aber während dessen sämtliche Räumungsklagen weiter. Ein Angebot der Bewohner_innen, das Haus von der Stiftung Edith Maryon abkaufen zu lassen, wurde ignoriert.

Die Kündigung

Dies ist ein klassischer Fall von Spekulation! Da ein leeres Haus gegenüber einem bewohnten Haus beim Verkauf einen höheren Gewinn abwirft, liegt es im Interesse, die Immobilie schnellst möglich zu entmieten,um sie dann als luxussanierte Eigentumswohnungen teuer wieder zu verkaufen.So wurde erst versucht die Rigaerstraße 94 und danach die angrenzende Liebigstraße 14 zu entmieten.Im Fall der Liebigstraße 14 wurde der Wunsch einer Umsetzung der mietvertraglich festgelegten “Nachmieterbestimmungsklausel“ mit der Kündigung aller Mieter_innen beantwortet. Diese wurden in jedem Schreiben der Hausverwaltung wiederholt, wahlweise fristlos oder fristgerecht. Die Begründungen waren äußerst zahlreich und reichten von dem Heraushängen politischer Transparente bis zur politischen Gesinnung der Mieter_innen. Als hauptsächlicher Kündigungsgrund des Amtsgericht musste eine seit 1990 bestehende Zwischentür im Treppenhaus herhalten. Tatsächlich sollte die Tür das Haus gegen Angriffe rechter Hooligans schützen und das kollektive Zusammenleben ermöglichen. Bei 4 von 9 Mietverträgen wurde dieses Urteil bereits in zweiter Instanz vom Landgericht bestätigt. Die anderen Prozesse werden dort bis zum Ende des Jahres verhandelt.

Die Lila GbR als Hauseigentümerin

Nachdem die Hauseigentümerseite mit ihrem Konzept einer schnellen Entmietung nicht voran kam, setzte sie auch auf unkonventionelle Methoden. So wurde den Bewohner_innen der Rigaerstraße 94 im September 2007 von der Hausverwaltung Oliver Rohr als Bedingung zum Kauf ihres Hauses die Räumung der Liebigstraße 14 genannt. Den Bewohner_innen der Liebigstraße 14 ließ die Eigentümerin bereits 2007 die Schlösser der Haus-, Zwischen- und Hoftür ausbauen, wodurch zwischenzeitlich das gesamte Haus nicht mehr abschließbar war. Solche Praktiken haben schon in der Vergangenheit einen Gesellschafter in Verruf gebracht.Bereits 2003 wandte sich die ehemalige Sekretärin des Vermieters an die Presse und bezichtigte ihren damaligen Arbeitgeber u.a. des Vorhabens einer “feurigen Entmietung“ durch Anschluss des Wohnhauses an den Baustellen-Starkstrom.

Der Inhalt der gescheiterten Unterlassungsklage des Gesellschafters gegen seine Sekretäringibt einen guten Einblick in die Vermietungspraxis der Lila GbR und ist im Internet nachlesbar.Gerichtlich mussten Teile der Lila GbR schon mehrere Niederlagen hinnehmen – gelang mal eine Räumung, legte ein Gesellschafter der Lila GbR auch schon persönlich Hand an und zerstörte schreiend mit einer Axt Öfen und anderes Inventar. Zur Spitze des Eisberges der Schikanen zählt ein 2003 vom Vermieter engagierter Wachschutz, der im Hausflur der Rigaerstraße einquartiert wurde. Er ließ weder Freund_innen der Mieter_innen, einige der Mieter_in noch den Postboten ins Haus.Aufgrund nicht bezahlter Anwaltsschulden von 3500 Euro der Hauseigentümerin wurde das Haus Liebigstraße 14 und die Rigaerstraße 96 im November 2008 zweiwöchentlich zwangsverwaltet. Nach Aufhebung der Zwangsverwaltung setzten die Schikanen wieder ein.

Der Kinderschutzbund sitzt mit im Boot

Soziale Arbeit ist mit sozialer Vertreibung und Wohnraumspekulation unvereinbar. Deshalb werde wir dies in Zukunft einer breiten Öffentlichkeit kommunizieren. Wir bezweifeln die Glaubwürdigkeit und die Gemeinnützigkeit eines Kinderschutzbundes, wenn sein Unnaer Repräsentant Edwin Thöne noch nicht einmal Mindeststandards einhält und ein ganzes Wohnhaus auf die Straße setzt. Da besteht der Verdacht einer privaten Bereicherung. Spätestens zur angestrebten Räumung könnte dadurch auch der Kinderschutzbund im Gesamten in ein schlechtes Licht gerückt werden. Ebenso wie Edwin Thöne als einer der beiden Gesellschafter der Lila GbR mit seinem privaten Eigentum im Falle eines Bankrotts haftet, steht er in der vollen Verantwortung für das gesamte Wirken der Lila GbR. Weder durch das Verlassen der Gesellschaft noch durch das Verstecken hinter seinem Freund und Mitgesellschafter Suitbert Beulker kann er sich seiner Verantwortung entziehen. Dies würde ihn nicht nur als Familientherapeut unglaubwürdig erscheinen lassen!

Schluss mit den Schikanen – für eine einvernehmliche Lösung am Verhandlungstisch!

http://liebig14.blogsport.de - liebig14.squat.net
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Ergänzungen

Kinderschutzbund

herb 13.08.2009 - 16:19
Der deutsche Kinderschutzbund hat sich auch schon bei der Diskussion um die Internetsperren nicht auf die Seite der Kinder sondern auf die Seite der Industrielobbyisten (zb. Videothekenverband) gestellt:

 http://www.heise.de/newsticker/Kinderschuetzer-fuer-schaerfere-Internetsperren--/meldung/137908

Ich glaube nicht das es diesem Verein wirklich um das Wohl irgendwelcher Kinder geht, die werden von dem Verein maximal als Mittel genutzt um fragwuerdige politische Forderungen durchzusetzen.

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leider normal

Isabel 13.08.2009 - 17:09
Pädagogen sind doch die schlimmsten überhaupt (mit Außnahmen es gibt n paar wirklich bemühte )Jugendamt / Kinderschutzbund und Kindeswohl haben miteinander wenig zu tun. Es gibt genug Beispiele dafür.

Kinderschutzbund als Häuserspekulant

Gorbi 13.08.2009 - 18:21
Es ist unglaublich und ich möchte es nicht glauben! Der Chef des Kinderschutzbundes in Unna will Leute auf die Straße setzen und teuer wieder verkaufen? Warum sollten die BewohnerInnen hier die Unwahrheit sagen? Wenn das stimmt , dann muß der Verein auf seine Gemeinnützigkeit hin überprüft werden! Ein Brief an das Finanzamt des betreffenden Bezirkes in Berlin täte das Seinige dazu. Jedenfalls wird die Sache Publik gemacht!

Kinder ins Haus!!

Kinderfreund 13.08.2009 - 23:29
In einem anständig saniertem Gebäude herrschen nunmal eindeutig bessere Bedingungen für Familien mit Kindern als in einem vom Verfall bedrohten Altbau.
In den sogenannten "Luxusobjekten" in F'hain leben massenweise Kinder. Ein Funktionär des Kinderschutzbundes würde sich unglaubwürdig machen, wenn er nicht alles dafür täte, dass in seiner Immobilie möglichst bald mehr Kinder leben können als es der derzeitige bauliche Zustand zulässt.