Lebenslänglich für den Gebirgsjäger Josef Sch

AutorIn des Beitrags 12.08.2009 10:43 Themen: Antifa Militarismus
Lebenslänglich für den Gebirgsjäger Josef Scheungraber - Und die Gemeinde Mittenwald verweigert Gedenken an die Opfer

Am Dienstag, 11. August 2008 wurde der ehemnalige Gebirgsjäger-Offizier vor dem Landgericht München zu lebenslanger Haft verurteilt.
Gestern, am Dienstag, 11. August 2008 wurde der ehemnalige Gebirgsjäger-Offizier vor dem Landgericht München zu lebenslanger Haft verurteilt. Der damalige Kompaniechef eines Gebirgspionierbataillons hatte am 27. Juni 1944 den Befehl zu einem Vergeltungsschlag gegeben. 14 italienische Zivilisten wurden auf sein Geheiß hin in der toskanischen Ortschaft Falzano di Cortona zusammengetrieben und in einem Bauerhaus in die Luft gesprengt. Scheungraber bestritt während des gesamten elfmonatigen Prozesses, von dem Massaker gewusst zu haben.

Vor und nach dem Prozess fand vor dem Münchener Justizgebäude eine Kundgebung des AK Angreifbare Traditionspflege statt, auf der der Bürgermeister von Cortona und die aus Italien angereisten Vertreterinnen der Nebenklage sprachen. Der AK fordete nach dem Prozess:

* Anklageerhebung gegen alle in Italien wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilten deutschen Ex-Soldaten!
* Einstellung jeder finanziellen oder sonstigen Unterstützung des „Kameradenkreises der Gebirgstruppe e.V.“ durch die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium!
* Entzug der Gemeinnützigkeit des „Kameradenkreises der Gebirgstruppe e.V.“

Auf einem 2 mal 3 Meter großem Transparent forderte der AK während des Prozesses die Wiederaufstellung des Denkmals mit Steinen aus dem verwüsteten Ort Falzano di Cortona im Gebirgsjägerstandort Mittenwald. Das Denkmal wurde am 30. Mai 2009 in Mittenwald aufgestellt, um in dem Ort der Täter der Opfer ihrer Verbrechen zu erinnern. Nach wenigen Tagen wurde das Denkmal auf Anordnung des Mittenwalder Bürgermeisters Hornsteiner demontiert. Die Gemeinde weigert sich bis heute mit fadenscheinigen Begründungen, das Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz wieder aufzustellen.

Bericht von der Denkmals-Enthüllung:  http://keine-ruhe.org/node/125

Mit Offenen Briefen haben bisher verschiedenen Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen die Wiederaufstellung des Denkmals gefordert. Darunter das Auschwitzkomitee.

Unterstützt den Protest:  http://keine-ruhe.org/mittenwald/offenerbrief
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Ergänzungen

Brannenburg -Rohrdorf

IG Ro 12.08.2009 - 13:30
Gebirgsjäger wegen Kriegsverbrechen verurteilt.
München/Brannenburg. "Lebenslang wegen des Mordes in zehn Fällen", so urteilte das Landgericht München über Josef Scheungraber, ehemaliger Kompaniechef eines Gebirgspionier-Bataillons. Der heute 90-Jährige aus Ottobrunn bei München hatte im Juni 1944 den Befehl zum Töten von 14 italienischen Zivilisten gegeben.
"Bei seinem Vorgehen kam es dem Angeklagten darauf an, seinen Hass wegen des Todes seiner Soldaten abzureagieren und sich zu rächen." so Richter Manfred Götzl. 2006 wurde der Kriegsverbrecher wegen des Massakers bereits von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.
Während des Prozesses wurde bekannt, dass sich als Zeugen geladene ehemalige Gebirgsjäger am 4.12.2006 in einem Gasthaus in Rohrdorf [1]bei Rosenheim verabredeten. Der verurteilte Kriegsverbrecher ist Mitglied des umstrittenen Kameradenkreis der Gebirgstruppe, welcher sich dieses Jahr mit einem Infostand bei dem Tag der offenen Türe in der Brannenburger Karfreit-Kaserne präsentieren konnte[2]. Die infogrupperosenheim kritisiert, dass sich eine solch zweifelhafte Organisation, welche der AK Angreifbare Traditionspflege als "Selbsthilfegruppe für Kriegsverbrecher" bezeichnet [3], von der Bundeswehr eingeladen oder zumindest toleriert wird. Auch hier wird deutlich, dass die Bundeswehr
selbst eine Kontinuität zur Wehrmacht aufbaut, obwohl dieser mehr und mehr Kriegsverbrechen nachgewiesen werden. Darüberhinaus wird eine offensive Auseinandersetzung mit der Geschichte gefordert: "Auch der Gemeinde Brannenburg stünde es gut, sich mit der mörderischen Tradition der Gebirgstruppe kritisch auseinanderzusetzen," meint Michael Kurz, Pressesprecher der infogruppe rosenheim. Die baldige Auflösung der von den Nazis erbauten Kaserne biete die Möglichkeit einer "demokratischen und friedlichen Umwidmung der Räumlichkeiten: Für ein Informationszentrum über die Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger wäre dies ein optimaler Ort," erklärt Kurz abschließend.

[1] Gaststätte Stocker, Quelle:
 http://www.hinterland-magazin.de/pdf/09-62.pdf, S.66
[2] Quelle: http://brannenburg.blogsport.de/2009/07/14/umstrittener-kameradenkreis-in-kaserne-4/
[3]  http://www.keine-ruhe.org/node/81

Anwälte sind Buschenschaftler

Wittistudi 13.08.2009 - 10:10
man höre (nein sehe) und staune.
der spiegel hat ein bild verüffentlicht. dort ist herr scheungraber zu sehen, neben ihm einer seiner anwälte.  http://www.spiegel.de/img/0,1020,1625076,00.jpg

Dieser anwalt ist niemand anders als herr stünkel, in jena bekannt als mitglied der "Halle-Leobener Buschenschaft Germania".  http://jena.antifa.net/cms/Nazis/Recherche/personen/692-rechtsanwalt-christian-stuenkel

Stünkel

geht niemanden was an 13.08.2009 - 11:32
bei uns in jena wird der "fall stünkel" schon länger diskutiert...
siehe hier:  http://www.jenapolis.de/12966/gruene-jena-fordern-klaerung-zur-fdp-personalie-stuenkel/

@ Wittistudi

den kenn ich 14.08.2009 - 11:35

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Gut ist, — Zetto

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