Menschenrechtsbeobachtung beginnt in Negros

Johannes Richter 04.08.2009 18:31 Themen: Blogwire Globalisierung Weltweit
Aufgrund der Menschenrechtsverletzungen gegenüber Kleinbauern und Landlosen in den Philippinen ist ein Team von drei Menschenrechtsbeobachterinnen auf der Zuckerrohrinsel Negros angekommen. In Negros kommt es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen gegenüber Menschenrechtlern.
An dieser Stelle (vgl.  http://de.indymedia.org/2009/05/249365.shtml) berichten regelmäßig IPON-Observer über die Menschenrechtslage und ihre Arbeit als MenschenrechtsbeobachterInnen in den Philippinen. Nach gut einjähriger Vorbereitungszeit, die eine Vorortstudie von über drei Monaten einschließt, kann das erste Team aus Menschenrechtsbeobachter_innen mit der konkreten Arbeit beginnen. Dies begleitet die MenschenrechtsverteidigerInnen der Gruppe TFM (Task Force Mapalad), um Menschenrechtsverletzungen abzuwenden, die denen beim legalen Kampf ums Land alltäglich wiederfahren. In einem ersten persönlichen Erfahrungsbericht berichten die Studentinnen Jacqueline Andres (21 Jahre aus Kassel), Sarah Kirst (26 Jahre aus Marburg) und die Schweizerin Luca Martin (23 Jahre) über die Tücken und Schwierigkeiten die der Anfang mit sich bringt. Die Drei arbeiten derzeit für 3 ½ Monate ehrenamtlich als MenschenrechtsbeobachterIn im Observer-Team in Negros.


Wohnungssuche auf philippinische Art
„House for Rent“-, auf der Suche nach Schildern mit dieser Aufschrift streifen wir durch die Straßen Bacolods. Diese Art der Wohnungssuche sei, so wurde uns gesagt, die effektivste, da von Wohnungsanzeigen in der Zeitung nur äußerst selten Gebrauch gemacht werde. Wir finden, dass diese Art der Wohnungssuche bei tropischer Hitze oder Platzregen vor allem die anstrengendste ist. Die Anstrengung kann unsere Motivation jedoch nicht mindern, da wir so auch Stadt und Leute kennenlernen. Zwei Wochen und einige enttäuschende aber auch kulturell bereichernde Wohnungsbesichtigungen später finden wir schließlich ein geeignetes Haus und machen uns motiviert ans Einrichten des neuen IPON-Büros auf Negros. Durch regelmäßige Treffen mit unserer Partnerorganisation TFM und einige Hacienda-Besuche ist sogar bereits der Grundstein für die inhaltliche Arbeit gelegt. Auch bei einigen öffentlichen Ämtern haben wir IPON vorgestellt. Besonders bezeichnend für diese Vorstellungen waren viele interessante Einladungen. Schwer fiel es uns vor allem die Einladung der Polizei zu ihrem offiziellen Karaoke-Wettbewerb sowie zum wöchentlichen Fitness-Training (dienstags und donnerstags um 16 Uhr) auszuschlagen.
Nun hoffen wir, dass wir nach abgeschlossenem Büroaufbau bald an unserem Schwerpunkt des Menschenrechtsschutzes arbeiten können.


Interessierte an den Ergebnissen zur Menschenrechtslage aus Negros, können sich in den UnterstützerInnenkreis der BeobachterInnen eintragen lassen und bekommen dann regelmäßig Infos geschickt. Alternativ kann an den Vorbereitungsseminaren teilgenommen werden, die auf die Arbeit als MenschenrechtsbeobachterIn trainiert. Laufend sucht IPON AktivistInnen, die sich für die MenschenrechtlerInnen einsetzen wollen.
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Ergänzungen

weitere Weblinks zum Thema

Entdinglichung 05.08.2009 - 11:29
 http://www.europe-solidaire.org/spip.php?rubrique26 ... am 5. Juni wurde Ka Rene Peñas, Sprecher der BäuerInnenorganisation Pambansang Kilusan ng mga Samahang Magsasaka ermordet, siehe  http://www.europe-solidaire.org/spip.php?article14057