Erfolgreich gegen den Strom: "Linke Zeitung"

Rainer Oldenbourg 28.07.2009 20:51 Themen: Medien Netactivism
Das Online Medium "Linke Zeitung" feiert den 300.000 Millionsten Zugriff. "Weder Tel Aviv noch Teheran, weder Washington noch Moskau". Artikel "von unten" gegen Kapital, Krieg und Krise; und gegen antideutschen Zeit-Ungeist. Aber auch kritisch gegenüber den jüngsten Verirrungen einiger Antimperialisten - solidarisch mit der Bewegung im Iran! Warum linke-zeitung.de ein sinnvolles Ergänzungsprojekt zu indy und linken Presseorganen ist.
Das Online Portal Linke Zeitung meldet den 300 Millionsten Zugriff seit November 2005. So lesen wir in einem Artikel unter:  http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7096&Itemid=1

"Durchschnittlich wurde die Linkezeitung in diesem Jahr 2009 monatlich von 51.222 verschiedenen Computern, also IPs gelesen. Seitenaufrufe, sogenannte Pageviews gab es 2009 monatlich im Durchschnitt 481.000." Da darf man durchaus gratulieren.

November 2005 wurde das Projekt aus der Taufe gehoben. Das war die turbulente Zeit der Gründung der WASG und ihrer Fusion mit der Linkspartei. Die Zeit der Flügelkämpfe und Fraktionsbildungen. Die Linke Zeitung unterstützte die Konkurrenzkandidatur der Berliner WASG zur Linkspartei. linke-zeitung.de ging faktisch aus der "Linken Opposition" der WASG hervor.

Mittlerweile spaltete sich die ehemalige "Linke Opposition" und Edith Barthelmus-Scholich gründete das Online-Projekt scharf-links.de.

"Weder Tel Aviv - noch Teheran"

Witzbolde aus dem Antideutschen Spektrum behaupten gerne, Linke Zeitung veröffentliche Artikel "von ganz links bis ganz rechts", es sei ein Querfrontprojekt und eine Scharnierstelle, bei der sich ...blablah.

Richtig ist, dass eine Zeitung deren Macher auch aus dem trotzkistischen Spektrum kommen, sowohl Artikel gegen den US-Imperialismus und gegen den Irak-Krieg veröffentlicht, dass die Linke Zeitung anti-imperialistisch und antizionistisch ist, aber dass die Linke Zeitung (und das verstehen die Antideutschen dann wohl unter "links") - von Anfang an - die neue soziale Bewegung im Iran unterstützt hat, dass sie, gemäß der Tradition ihrer Autoren, gegen das Mullahregime ist -UND gleichzeitig gegen jede US-imperialistische Einmischungsversuche im Iran auftritt.

Das kann man wohl am besten mit einer Ergänzung des alten Motto "Weder Washington noch Moskau" der trotzkistischen britischen SWP und ihrer Zeitung "Socialist Worker", zusammen fassen: "Weder Tel Aviv noch Teheran". Nicht von ungefähr finden sich etliche Autoren des alten "Klassenkampf" der 80er und frühen 9oer Jahre bei dem Projekt wieder.

Eine solche Position führt naturgemäß auch gegenüber der Tageszeitung "junge welt" gelegentlich zu einer kritischen Haltung: So schreibt Anton Hohlberg in einer Kritik an JW-Chefredakteur Rüdiger Göbel:

"Erklärungsbedürftig ist unter diesen Umständen weniger das besondere Interesse der bürgerlichen Medien außerhalb des Irans als vielmehr die "Zurückhaltung" gewisser linker Medien bei der Verteidigung ihrer GenossInnen und allgemein der Arbeiterklasse und ihrer potentiellen Verbündeten im Iran.

Das gilt insbesondere, wenn man bedenkt, dass diese Medien sich damit im Gegensatz zu allen linken Organisationen im Iran, von der einst moskauorientierten ‘Tudeh Partei' über die Maoisten von ‘Tofan' oder ‘Sarbedaran' bis hin zu antistalinistischen Linken von der "Arbeiterkommunistischen Partei" und der ORWI und trotzkischen Kräften befinden. Im Iran haben sie vorallem im reaktionärsten neoliberalen Teil des klerikalen Regimes Ansprechpartner."

 http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7099&Itemid=1

Linke Zeitung ist also eine Zeitung gegen den Strom und gegen jede anpasslerische Schöngeisterei etlicher linker Opportunisten.

Nicht zuletzt sind es die vielen Artikel gegen die Angriffe des Kapitals und den Sozialabbau, die "linke zeitung" so attraktiv macht. Eine Gewichtung, die sie leider vom "Bundes-Antifa-Portal" indymedia.de unterscheidet. Linke Zeitung wird "von unten" gemacht. Das Projekt ist eine Laien-Zeitung in der wirklich jeder schreiben kann, egal ob ihn die Muse geküsst hat oder nicht. Es geht hier nicht darum den Pulitzer-Preis zu erlangen, sondern darum, Menschen in schwierigen Zeiten zusammen zu bringen und ihnen politischen Rückhalt und Bestätigung, also ideologische Versicherung zu geben.

In jedem Sinne ist "Linke Zeitung" eine sinnvolle und überaus wichtige informative und ideologische Ergänzung zu indymedia.de, zur Jungle World und zur Tageszeitung "Junge Welt".
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Ergänzungen

nachtrag

auch links 28.07.2009 - 22:39
der Film, welcher für den 11.September offensiv auf der Seite beworben wird führt zu nuoviso Medien: dies ist ein erwiesener weltverschwörungs-esoterik-antisemitischer-rechtsoffener Mist sondergleichen.... alleine hier sind die Vorwürfe a la "Querfront" leider gerechtfertigt (nuoviso wurde gerade massiv bei altermedia und diversen anderen Nazi- sowie Querfrontseiten beworben) - also entweder solche Fehler einsehen und die entsprechenden Banner ausschalten - oder die "linke Netzzeitung" weiträumig meiden....

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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bla — auch links

Arbeitslose für Systemparteien eingestzt — linker Rechter oder rechter Linker

"linker" Antisemitismus — kein Anti D

@linker antisemitismus — Lew Dawidowitsch Bronstein

Traditionslinke Zeitung — Miss Mutig

IP-Adressen — Marc

Werbung?! — blogger_in

Löschen Werbung !!! — chavezz

Bewegung im Iran und soziale Frage — Kommando "Lew Davidowitsch Bronstein"