(B) Situation am Kotti

Erna 17.07.2009 12:03 Themen: Repression Soziale Kämpfe
Die Situation am Kottbusser Tor in Kreuzberg spitzt sich für Drogenabhängige weiter zu. Eine "Anwohnerinitiative" bekämpft jetzt sogar deren medizinische Versorgung.
Seit 30 Jahren halten sich am Kotti Drogensüchtige auf. Manche kaufen und verkaufen Cannabis, andere Methadon, Tabletten oder Heroin. Es gibt keine Prostitution, die Beschaffungskriminalität findet meistens nicht vor Ort statt. Öffentliche Toiletten gibt es nicht, die Plätze zum Spritzen werden weniger. Viele Häuser sind von innen und aussen Videoüberwacht, manche Hausverwaltung läßt brutale Wachschützer patroulliern.
Das war nicht immer so, bis Mitte der 90er Jahre wurde die Drogenszene als erträgliches Problem gesehen. Die wirtschaftliche und kulturelle Situation der Anwohner_innen ließ keinen Bedarf aufkommen auf Menschen zu treten, die noch weiter unten stehen.
Seit einigen Jahren geht aber die soziale Säuberung am Kotti nicht vorbei. Der Wunsch nach Recht und Ordnung wird von  http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Friedrichshain-Kreuzberg.164.0.html und Milli Görüs gezüchtet, die den Anwohner_innen Angst- und Schreckensvisionen liefern.
Vor einigen Jahren gründete  http://de-de.facebook.com/ercan.yasaroglu eine Anwohnerinitiative am Kotti. Ziel ist die Vertreibung der Drogensüchtigen und seit kurzem auch der Scheibenputzer-Roma. Ein Bericht der Morgenpost  http://www.morgenpost.de/berlin/article1042465/Vaeter_kaempfen_am_Kottbusser_Tor_gegen_Dealer.html ist insoweit falsch, das Ercan Yasaroglu nicht Sozialarbeiter ist sondern Betreiber des Cafe Kotti. Dieses liegt auf der Galerie über der Adalbertstrasse.
Der Verein gegen die Junkies  http://de.dir.groups.yahoo.com/group/burgerinitiativekottbussertor/?v=1&t=directory&ch=web&pub=groups&sec=dir&slk=2 hat erreicht, das der Fixpunkt in der Dresdener Strasse vor einigen Wochen geschlossen hat. Der Fixpunkt wurde mal geschaffen um Todesfälle durch Überdosis zu verhindern, unter ärztlicher Aufsicht konnte hier konsumiert werden.
Um dennoch eine niedrigschwellige Hilfe zum Ausstieg und medizinischen Hilfe anzubieten, kamen Busse der Drogenberatung seit Jahren zum Kotti. Jetzt sind diese Ziel der Bürgerwehr geworden. Zum aktuellen Vorfall:
 http://www.tagesspiegel.de/berlin/Kottbusser-Tor-Fixerbusse;art270,2849663
Den Junkies einen Spritzentausch zu verwehren ist wirklich eine ganz erbärmliche Aktion. Die Infizierung von Drogenkranken untereinander mit HIV, durch Needlesharing, in Kauf zu nehmen, nur um den Umsatz der angeblich beeinträchtigten Läden am Kotti zu sichern, zeigt welches Menschenbild hier vorliegt. Danke auch das ihr das Zahnmobil blockiert habt! Eine große Leistung Menschen, die aus verschiedenen Gründen lange nicht zum Zahnarzt gehen konnten, auch das zu verwehren.
Besonders traurig der Werdegang von Ercan Yasaroglu. In den 80er Jahren aus politischen Gründen aus der Türkei gekommen, hatte er verbindungen zu Antifa Genclik, versuchte sich dann als Filmproduzent und Journalist bei Antifa Demos. Wandelte sich dann zu einem der an den Potentialen Kreuzbergs verdienen will. Zum Schluß bleibt nur noch der Kampf gegen die Schwächsten.
Das Drogenproblem wird sich nicht durch Repression lösen lassen. Selbst in Staaten mit Todesstrafe für Drogendelikte gibt es Dealer und Konsumenten. Das Elend läßt sich mit der legalen Abgabe von ungestrecktem Heroin an Süchtige beseitigen. Der Hass auf Kranke ist das grössere Problem. Mehr Infos hier:
 http://menschenfreundlich.blogsport.de/2009/02/
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Ergänzungen

weitere dubiose bürgerinitiativen

fx 17.07.2009 - 21:48
hier ein für springer erstaunlich sachlicher artikel zum thema "bürgerinitiativen gegen lärmbelästigung", bei denen es teilwiese parallelen zur kotti-bürgerinitiative gibt, auch wenn es hier nicht direkt um die verdrängung von menschen, sondern nur um den kampf gegen kulturelle und kommerzielle einrichtungen (mit z.T. langer tradition) geht:
 http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1120490/Ruhe_da_draussen.html

Gentrifizierung der Gentrifizierung

Hanni 19.07.2009 - 02:53
Diejenigen Neuberliner, die es derzeit nach Kreuzberg zieht, sind schon die nächste Stufe der Gentrifizierung. Es sind nicht mehr die hippen Pseudokünstler mit pseudoalternativem Habitus, sondern überwiegend konservative wohlhabende Spiessbürger aus diversen Käffern. Es gibt zahlreiche Initativen von ihnen gegen alles Mögliche, was ihnen nicht passt: gegen Wochenmärkte, gegen verkehrsberuhigte Zonen, gegen Treffpunkte von Jugendlichen (Admiralbrücke zum Bsp), gegen Graffiti, gegen Wagenburgen, usw usf. Aufhören werden sie erst, wenn Berlin wie Ulm oder Kulmbach aussieht. Das nenne ich übrigens *echten* Faschismus.

Paranoide Bürgerinitiative

Dresdos 20.07.2009 - 11:34
Alle die hier pro Bürgerwehr und gegen Süchtige argumentieren zeichnen das gleiche Bild: Junkies lassen ihre Spritzen auf Spielplätzen liegen, pissen alles voll und wollen Drogen an Leute verticken die darauf keinen Bock haben. Das ist original aus den Papieren des Quartiersmanagment zur "Konfliktsteuerung in Problemstrukturen" entnommen. Beim Quartiersmanagment geht Ercan Yasaroglu ein und aus. In seinem Cafe Kotti geben sich die Zivilfahnder die Klinke in die Hand. Kein Wunder, fordert er doch ständig mehr Polizeipräsenz.

nur Lügen,Lügen,Lügen

zum Kotzen 20.07.2009 - 13:15
@dresdos

kommt heraus aus euren Intrigen. Ercan Yasaroglu geht nicht am QM ein und aus. Es sind keine Zivile im Cafe Kotti, er fordert keinen verstärkten Polizeieinsatz. Die Bewohner gehen zu ihm mit ihren Beschwerden. Ist es denn ein Vergehen,wenn man ein Drogenkonsumentenzentrum für professionelle Hilfe fordert??? Ihr kommt mir viel paranoider vorals die BI. Dass es im sozialen Raum vor Intrigen wimmelt ist schon bekannt. Hört auf, euch hier auszukotzen, lasst eure eigenen Interessen bitte aus dem Spiel und gebt den Leuten, die hier leben, ihren sozialen Raum zurück !!!!!!!!

Sticker der Bürgerinitiative

Unbefangener 23.07.2009 - 16:44
Ich wohne seit 17 Jahren am Heinrichplatz und kenne das Problem und die Beteiligten.
Die "Bürgerinitiative" gibt vor aus Sorge vor Spritzen auf Spielplätzen zu handeln. Hab mal einen ihrer zahlreichen Aufkleber hier fotografiert.
Da ist auch ein durchgestrichener Joint drauf abgebildet. Denen geht es nämlich nicht nur um die Vertreibung der Junkies sondern auch der Kiffer. Wer hier rumläuft sieht schnell, das auch viele Touristen und Normalos am Kotti und in der O-strasse kiffen. Sollen die alle weg?
Ich finde das total verlogen, weil die Leute von der "Bürgerinitiative" auch schon beim kiffen gesehen wurden. Ist wie bei den Taliban und im Iran: Todesstrafe für Drogendelikte aber selbst mit dem Zeug rummachen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 20 Kommentare

Ähnliche Auseinandersetzungen in Hamburg...

gegen staatliche Drogenverbotspolitik 17.07.2009 - 13:28
...gab es Ende der Neunziger um die Rote Flora. Dort wurde sich damals zugunsten einer Parteilichkeit für betroffene staatlicher Repression entschieden und gegen Anwohnerinitiativen die auf Vertreibungsprozesse setzten. Verschlechterte das Verhältnis damals sehr, ist heute aber wieder weitgehend wieder gekittet, da sich viele der Kritikerinnen der Drogenszene, diese fast wieder her wünschen um den Prozeß der Gentrifizierung und ausufernden Außengastronomie zu stoppen.

ergänzung

öfftersamkottiseiender 17.07.2009 - 14:03
Also was Ercan Yasaroglu auf de Seite der Bürgerinitiative schreibt klingt doch total vernümpftig:

"Jeder Mensch verdient es als Mensch behandelt zu werden!

Die Situation am Kottbusser Tor in Berlin Kreuzberg ist für alle, die hier wohnen, arbeiten und leben, nicht mehr schön. Anwohner haben Angst, um sich und ihre Kinder, Gewerbetreibende sind genervt, Durchreisende und Besucher steigen lieber woanders um oder aus...und die Junkies?

Die Drogenabhängigen am Kottbussertor werden nicht als Menschen oder Teil dieser Gesellschaft behandelt oder mit ihren Lebensbedingungen gesehen. Öffentliche Toiletten werden abgeschafft, soziale Gelder gekürzt, Sozialarbeiter vor Ort abgezogen - und das Ergebnis?

Es werden in Hausfluren Drogen konsumiert, Prostitution findet statt, es wird an Wände gepinkelt, Treppenhäuser als Toiletten missbraucht...

Die Reaktion der AnwohnerInnen und Gewerbetreibenden ist klar: Man hat keine Lust mehr das zu ertragen.

Wichtig dabei ist es, nicht zu vergessen, dass wir alle Menschen sind und einen menschenwürdigen Umgang verdient haben. Es ist Zeit umzudenken. Nur wer sich selbst als Mensch mit Würde fühlen darf, kann auch als Mensch handeln. Wenn einem aber jede Möglichkeit genommen wird, Mensch zu sein, was für Perspektiven bleiben dann? Es geht nicht, Menschen wie zu Zeiten der Pest auf isolierte Inseln zu vertreiben und wegzusperren. Jeder hat ein Recht auf ein Leben in Würde.

Eine wirklich ernst zu nehmende Lösung für die Situation kann nur gefunden werden, wenn alle mitreden, die betroffen sind. AnwohnerInnen, Gewerbetreibende, das Jugendamt, die Drogenabhängigen und die politisch Verantwortlichen."

Die ganze Situation ist unschön das sollte klar sein aber versetzt euch doch auch mal in die Lage der Menschen die da wohnen.
Mal ehrlich, ich fühle mich auch nicht wirklich wohl wenn ich Nachts aus der U8 komme und ausm Bahnhof rauskomme.
Ich kann die Menschen die dort wohnen verstehen auch wenn eine Vertreibung des Problems natürlich keine Lösung ist.

es

ist ausgefüllt 17.07.2009 - 14:23
es ist erschreckend mit welchem egoismus die anwohner vorangehen!ich kann verstehen,dass viele menschen angst vor den konsumenten und um ihre kinder habe- aber dann zieh ich nicht dorthin und vertreibe menschen,die seit langer zeit diese platz für diese zwecke beanspruchen!und behindere hilfsmaßnahmen....
diese bürgerinitiative hat auch nur von 12uhr bis mittags gedacht!
und menschen wie mr. straight edge hat leider auch nicht weiter gedacht....
man dieser ewige kampf um die akzeptanz von den leuten,die sie eigentlich besitzen müssten macht mich nur traurig und auch wütend!
zum kotzen dieses egozentrische verhalten und die verkürzte systemkritik....

ein lob und solidarische grüße an alle menschen die sich in den sozialen hilfprojekten am kotti einsetzen!



ist ausgefüllt

abgefüllt 17.07.2009 - 18:49
Komisch. Alle sind egoistisch außer die die DEINE Meinung vertreten? Das gleiche könnte jeder überall als Argument benutzen. Die Junkies müssen ja nicht so leben weil die anderen egoistisch sind. Vielleicht sind sie ja auch die Egoist_innen? Auf die Idee kommt natürlich niemand. Hauptsache alles über einen Kamm schären. Und wie lange die dort leben ist scheiss egal, das gleiche Argument akzeptiere ich im Falle Israel auch nicht. Es gibt kein Gewohnheitsrecht! Es gibt kein Besitzrecht! Das finde ich selbst nicht immer angenehm, aber wie ich feststellen muss, wird ALLES nur mit Gewalt bestimmt. Und würden die Junkies vor den Hausprojekten rumhängen würden sie wahrscheinlich noch jeden Samstag mit Pfefferspray eingenebelt werden. Für mich wäre viel mehr ein Graus wenn sie sich etablieren dürften und auf einmal junge Aktivist_innen auf den Strich schicken würden, weil sie sich sonst das Heroin nicht bezahlen können. Anstatt dafür zu sorgen dass die weiter ihre Sucht ausleben dürfen, schon mal daran gedacht die Bullen und die konkreten Rahmenbedingungen (persönliche Lebensgeschichten) aufzuarbeiten, anzugreifen und abzustellen, damit sie sich wieder in die Gesellschaft integrieren WOLLEN und sich dann auch selbst mehr Wert nehmen können? Ein Mensch der geliebt wird wird bestimmt auch Liebe ausstrahlen und auch Liebe umsetzen können und bestimmt auch darauf achten wollen dass die Kinder im Hauseingang keine Drogennadeln sehen müssen. Komplett in der eigenen Welt, immer an das eigene Schicksal erinnert, ist sicher kein Zustand von Selbstmitleid, aber eine reine Gewaltfrage, dass diese Menschen sich aus ihrem Kreislauf nicht alleine herausholen können. Da die meisten von ihnen tättowiert sind und bestimmt auch mal eine politische oder soziale subkulturelle Message in ihrer Bewegung hatten als sie angefangen haben am Kotti rumzuhängen, wäre doch mal spannend heraus zu finden was tut denn der Staat damit dieses Problem niemals gelöst werden kann? Mich nerven sie nicht, aber ich finde es auch nicht schön dort vorbei zu laufen und mir das Elend anzusehen wie die mit sich selbst und anderen Menschen umgehen, das macht einen selbst kaputt und verändert die eigene Psyche sehr zum Negativen. Die Securities machen das nicht besser, aber auch nicht schlimmer. Die nehmen einen als Person wenigstens wahr (auch wenn sie dann nur auf potentielle Platzverweise dabei schielen) und torkeln einen nicht die ganze Zeit über den Haufen.
Der Kotti hat seine Romantik längst ausgelebt. Irgendwann muss auch mal Platz für was Neues sein.

ist ja alles schon und gut

aber 17.07.2009 - 19:41
...ich bin zwar auch ein großer gegner der drogenpolitik,aber was du hier schreibst hätte mich fast zum heulen und lachen gleichzeitig gebracht.wie kannst du ernsthaft(oder auch nicht) fordern nun heroin legal und ungestreckt verbreiten zu können??? heroin ist nicht etwa cannabis,speed,ecstacy etc.! heroin ist ein reines gift,was deinen körper vom ersten konsum richtig krass gefährdet...ich glaube nicht,dass so etwas für die bewegung von nutzen sein kann.
frag doch mal heroin-abhängige,ob die wirklich heroin so cool finden und ob sie es nicht besser finden würden,wenn sie es legal und ungestreckt kriegen würden...diese menschen sind kaputt und wollen,sofern noch der geist noch nicht kaputt ist,von diesem zeug weg...
also bitte überleg in zukunft was und wo du hier was schreibst! danke

aber nun...

anarcho 17.07.2009 - 20:00
o.k. ich mag die junkies in ihrem verhalten nicht besonders... aber die waren schon einige zeit am kotti und andere menschen konnten aus verschiedenen gründen nicht unbedingt solidarisch aber menschlich mit ihnen "kommunizieren" --- die sozialen wie die "autonomen" konnten zumindest konkret und zentral grundsätzliche hilfe geben -- oft nicht mehr und sehr oft verdammt stressig
aber nun kommen die vermögenden, kaufen sich am kotti ein und klagen über die soziale verelendung "ihres" bezirkes (ist es nie gewesen und wird es hoffentlich auch nicht).. schicken ihre kinder oder zukünftigen kinder vor um mit staatlicher gewalt und privater menschenverachtung ihr besonders kiezleben zu geniessen --- grünenpolitiker, medienleute, pschyobullen mit unterstützung auch der hiesigen presse bis hin zur "berliner zeitung" bringen eine eklige wertdiskussion rein ("wir leisten was für dieses system und sind was geworden....), die zuvor nicht da war....
dagegen gilt es vorzugehen, es gibt genügend orte in der grossen stadt, wo sich diese linken spiesser einkaufen können, und sie sollten wieder daran erinnert werden, daß SIE es sind, die durch ihre Okkupation einen bezirk negativ verändern, ihn sozial und menschlich verrotten lassen.... oder sie werden teil dieses bezirkes mit den menschen die schon jahrzehnte da sind und - im gegensatz zu ihnen - nicht weggehen können

Kotti am Arsch

Anwohner 17.07.2009 - 20:25
Warum wurde der Kommentar von "gegen staatliche Drogenverbotspolitik" in den Schatten abgeschoben?
Ich finde das durchaus eine gute inhaltliche Ergänzung und es ist sehr interessant zu hören, wie das in Hamburg abgelaufen ist. Daraus sollen Yasaroglu & Co. mal Lehren ziehen.
Das was da am Kotti in letzter Zeit passiert ist nicht nur unglaublich ärgerlich in Bezug auf Gentrifizierung und Ausbau des Überwachungsstaates, es ist auch zutiefst unmenschlich und verachtenswert wie da mit hilfebedürftigen Menschen umgegangen wird.

Junkies bleiben,
Yasaroglu vertreiben!

"Café Kotti" boykottieren!

jaja so vieles muß weg

dein name 18.07.2009 - 00:33
aber fragt sich nur wohin. vielleicht das übel an den wurzeln packen?
oder solln die fixer jetzt in'n wald oder was?

Yasaroglu in den wald

anarcho romanze

langweiler 18.07.2009 - 01:06
Finde anarchos Meinung richtig, teile aber nicht die Konsequenz. Die Junkies stellen ein Problem der Gesellschaft dar, sie zeigen dass etwas nicht stimmt, wenn Menschen sich dazu entscheiden diesen Lebensweg zu gehen und an ihm festzuhalten! Einen alten Kiez wieder her zu stellen in dem dieses Problem verharmlost wird, weiter existieren darf, sich ausbreitet, kann nur einer Seite hilfreich sein, denen die Menschen kaputt gehen sehen wollen, die daran interessiert sind, dass sie kaputt bleiben und von (staatlich geförderten Drogenmafias) abhängig bleiben müssen. Wie ich schon sagte, die Geschichte mal umfangreich und aus allen Augenwinkeln betrachtet aufarbeiten. Da kommen sicher spannende Sachen bei raus und man wird schnell bemerken wer das Problem verursacht hat, am Leben erhält und für falsche Lösungen eintritt. Dein Argument dass die nicht weg können stellt doch eine gute Perspektive dar, exakt das, zu ändern anstatt sie wie ein Haustier in einen Kuschelzoo in die eigene Ohnmächtigkeit zu integrieren. Vertrieben soll niemand werden. Natürlich sollen die bleiben dürfen wenn sie wollen, das Thema weswegen und wie sie dort sind, das finde ich mehr als wichtig anzugreifen. Vor allem in Hamburg zeigt die Linke und die Anarchoszene dass sie sich diesem Thema leider ergeben hat und unheilsame Prozesse, kaputte, verfaulte Strukturen und deren Inhaber lieber aus Angst vor deren Gewalt oder dem was dahinter steht akzeptiert, integriert und zum Mythos ausgerufen hat. Die Schanze war früher sicher angenehmer, die Junkies vor und später in der Roten Flora allerdings, vermisse ich nicht. Da waren mir die Punks am Schanzenbahnhof doch lieber. Ich weiß nicht woher diese Anarchoromantik kommt aber wissen die Jüngeren hier eigentlich was "Früher" bedeutet und wie "Früher" ausgesehen hat? Oft habe ich das Gefühl, hier wird ein Bild aufgebaut, dass gar nicht existiert. Wäre schön wenn mehr Ältere ihre Berichte mal zum Besten geben könnten was dieses "Früher" eigentlich war und warum das jetzt so viel goldiger war als Heute?

Probleme kommen, Probleme gehen.
Die Hintergründe woher sie kommen, bleiben leider fast immer als das Gleiche bestehen.

Waren es gestern die Junkies sind es heute eben die,...
Sollen die nicht gehen, dürfen auch die...bleiben
Werden die einen vertrieben, kommen die anderen

Langweilig. Für eine neue Viertelstruktur! Und das WAR Gentrification...
der Teil der als solches wahrgenommen werden konnte. Das was hier immer gemeint ist,
konnte leider nie vertrieben werden oder/und kam danach, als Gentrification nicht funktioniert hat. Gibt leider keinen Namen dafür. Nennen wir es Egoismus. Ob von alt eingesessenen Kaputten oder von Neuen Yuppischnallen die sich dann zum genauen Gegenteil entwickeln mussten um sich abzugrenzen vom Alten.

Wird man nichts gegen machen können aber die Vorstellung dass noch meine Urenkel diese Probleme in den gleichen Gruppen, vor den gleichen Kneipen, vor den gleichen Gebäuden mit dem gleichen Gesellschaftskonstrukt erleben werden müssen, ist ein Grund keine Kinder zu kriegen! Aber auch das ist eines der Probleme weswegen sich die Geschichte wiederholen muss. Leute die Kinder kriegen bevor sie das Kind in sich selbst mal ein wenig verstanden haben. Auch das gehört dazu wenn dann eines dieser Kinder es zu Hause nicht mehr aushält und so kaputt geht daran was ändern zu müssen. Junkie wird man dann nach vielen vielen Jahren wenn man die Wahl hat aufgeben, wieder eingliedern, sterben oder als wandelnde Leiche wenigstens nervig im Weg stehen, liegen, sitzen bleiben. Mir solls recht sein.
Aber das Problem verharmlosen und zu ignorieren das geht nicht! Darum kommt es in jeder Generation zum gleichen Streit...
auch das ist langsam langweilig.

Überhaupt ist das ganze Thema langweilig. Wer entscheidet was Menschenwürdig ist, wenn die eigene Person die davon betroffen ist scheinbar keine Würde haben möchte und sich durch Drogen entmündigt? Woher nimmt man sich das Recht die Würde der Menschheit für sich selbst zu bestimmen? Deutschland eben. Oberfläche kratzen. Gewissensentscheidungen. Moralgetränktes Mitleid, keine echte Hilfe, keine echten Perspektiven.

WEG MIT DIESEM STAAT! WEG MIT DIESER GESELLSCHAFT! WEG MIT DEM ALTEN - PLATZ FÜR WAS NEUES!

Junkies Gewohnheitsrecht fordern - WIE LANGWEILIG - BERLIN ABSCHAFFEN !
DAS wär mal eine Parole! Dann können die Junkies mit uns in Kommune Unbekannt schön im Grünen unter den Sternen sitzen und ich wette dann brauchen sie auch kein Heroin mehr.


ist

das 18.07.2009 - 05:20
denn so unverständlich, dass keiner der anwohner bock drauf hat, dass in seinen hausflur gepisst wird, irgenwelche halbtoten im treppenhaus rumliegen, die kinder in irgenwelche aidsspritzen packen usw? von der beschaffungskriminalität mal ganz zu schweigen, denn das heroin fällt ja nicht vom himmel. aber schliesslich sind wir ja hier bei indymedia und da man hier aus prinzip alles ganz toll findet, was otto normalverbraucher blöd findet, alleine aus prinzip, ist natürlich mal wieder die gesellschaft, der kapitalismus, das patriarchat und was weiss ich denn was schuld. mal ein vorschlag zur güte: solidarisch sein und mal 10 von den junkies ins örtliche "wohnprojekt" einquartieren. nicht? wieso denn nicht? seht ihr, das ist der unterschied zwischen dem szenetypischen wortgeklingel und der realität, die meisten glauben das, was sie hier schreiben nämlich selber nicht...

falsche Kategorie

Jana 18.07.2009 - 09:21
Mit "Antifa" hat der Artikel aber nicht wirklich etwas zu tun...

Guter Artikel, dumme Kritik

Checks endlich mal 18.07.2009 - 10:11
ZITAT ANFANG:

ist
das 18.07.2009 - 05:20
denn so unverständlich, dass keiner der anwohner bock drauf hat, dass in seinen hausflur gepisst wird, irgenwelche halbtoten im treppenhaus rumliegen, die kinder in irgenwelche aidsspritzen packen usw? von der beschaffungskriminalität mal ganz zu schweigen, denn das heroin fällt ja nicht vom himmel. aber schliesslich sind wir ja hier bei indymedia und da man hier aus prinzip alles ganz toll findet, was otto normalverbraucher blöd findet, alleine aus prinzip, ist natürlich mal wieder die gesellschaft, der kapitalismus, das patriarchat und was weiss ich denn was schuld. mal ein vorschlag zur güte: solidarisch sein und mal 10 von den junkies ins örtliche "wohnprojekt" einquartieren. nicht? wieso denn nicht? seht ihr, das ist der unterschied zwischen dem szenetypischen wortgeklingel und der realität, die meisten glauben das, was sie hier schreiben nämlich selber nicht...

ZITAT ENDE


Du hast wohl NIX begriffen. Natürlich hat niemand Bock auf die von dir genannten Zustände.
Aber dadurch, dass man die Leute verdrängt, verschwindet das Problem nicht.
Was willst du denn bitte mit den Drogenabhängigen machen?
Machs doch wie Stalin und Hitler ! Einfach ab in ein KZ / Arbeitslager, oder? Das dürfte dir doch gut in den Kram passen. Aus den Augen, aus dem Sinnn. Ist doch ne feine Sache !
Du pöbelst sinnlos gegen die Argumente, ohne selber welche zu bringen.
30 jahre lang hat das geklappt, wieso sollte es nicht weiter klappen?
Drogen wird es immer geben, auch die Harten.
Das Problem ignorieren hilft da nicht weiter.
Man muß damit leben und es so gut in den Griff kriegen, wie es eben geht.
Und da ist die hin-und-her-Vertreibung der Junkies sicher KEIN Weg zur Lösung.
Ich spar mir jetzt mal eine Gentrifikations- und Juppie-Diskussion, du weißt sicher, was ich damit sagen will.

wahl des wohnorts

vorrausdenkender 18.07.2009 - 11:17
ich versteh die menschen einfach nicht. sie suchen sich eine wohnung in berlin, und denken sich die realität vor ort weg. ich zieh doch nicht in eine wohnung gegenüber vom SO36 und beschwer mich dann über partylärm. ich zieh doch nicht ans kotti, wenn ich keinen bock auf ghetto hab. (ghetto ist falsch, aber sagen wir: mitten in der soße von berlin :D). ich zieh doch nicht an die ecke rigaer / liebig, wenn ich keinen bock auf menschen mit bullenstress vor der haustür hab.

is das denn so schwer, sich einen kiez in berlin zu suchen, der einem gefällt. klar ist das verfluchte geld immer der hauptgrund, in abgefuckte ecken zu ziehn. aber ich glaube es gibt in berlin immer noch irgendwo ne wohnung, die zu einem passt.

versteht mich nicht falsch, das mit der gentrification ist nicht an mir vorbeigezogen. aber ich denke, für leute, die keinen bock auf unsaubere ecken haben, gibt es doch bestimmt ne große auswahl.

ich jedenfalls bin gern am kotti.

na du karafatma

Gift losgeworden? 18.07.2009 - 11:45
Na Karafatma, wir wissen ja, dass du persönliche Kämpfe auszutragen hast. Dass du schon immer gelogen hast, ist kein Geheimnis mehr. Da sind eher die Psychologen dafür zuständig. Mit Lügen aber anzukommen und zu versuchen, anonym eine Person fertigzumachen, indem man seine Vergangenheit falsch darstellt, ist typisch karafatma. Leute, die Ercan kennen, wissen, dass er sein ganzes Leben für die Schwächsten der Gesellschaft gekämpft hat. Da wart ihr erst in euren duftenden Windeln eingepackt. Nicht du, karafatma. Denn du weisst,was Ercan für die Menschen geleistet hat. Humanismus steht für ihn über alles. Ja, er war politisch verfolgt, ging nach Palästina und hat für das palästinänsische Volk sein Leben eingesetzt, 2 jahre lang. Immer war er da für die, denen Unrecht getan wurde. In Berlin angekommen, hat er sich solidarisch mit den Völkern der El Salvador, Nicaraqua, Patani Thailands, Moro Inseln, Iran, Irak und besonders mit der unterdrückten kurdischen Bevölkerung erklärt. Er hat in Berlin direkte Verbindungen zur Antifaschistischen Bewegung.
Gleichzeitig ist er der Gründer der Antifasist Genclik Kreuzbergs. Wo ihr in euren warmen Betten mamas und papas lagt, hat er im Winter an der Ufer Oders illegal eingereiste Frauen und Kinder eingesammelt und verholfen, sie in die Gesellschaft einzugliedern. Roma Sintis, jugoslawische Frauen, die im Krieg mehrfach vergewaltigt wurden, Bulgaren, Afhganen, Araber,usw, usw. Für die Menschen, die illegal sich aufgehalten haben und von jeglicher sozialer wie medizinischer Versorgung entfernt waren, hat er soziale Arbeit geleistet. Jahrelang, ehrenamtlich; sehr oft mit eigener finanzieller Beteiligung,wohlgemerkt.Ukrainische, russische und polnische minderjährige Frauen aus privaten Puffs, in denen sie als Sexsklaven Zwangprostitution betreiben mussten, hat er mit seinen Freunden herausgeholt und in Sicherheit gebracht.17 Jahre lang leistete er humanitäre Hilfe für die sozial schwachen Menschen am Ostbahnhof. Für den Senat waren Menschen wie Roma Sintis gerade mal 250 Euro wert. Und die sogenannten "linken" und "grünen", "Grünzeug" nach Yasaroglus Benennung,befürworteten diese "humanitäre"Lösung.
Im 3. Reich waren ähnliche Maßnahmen angewandt worden. Vergaßen darf man ja jetzt nicht mehr.
Bei der Gewaltanwendung gegen die Roma Sinti hat er sich als einziger Zeuge angeboten bei mehr als zwanzig Zuschauern. Liebe karafatma, in google kommt man auch an richtige Informationen, nicht nur an Gehetze. Er ist solidarisch bei jeglichen Ungerechtigkeiten, die er mitbekommt. Diskriminierung jeder Art, sei es gegen Homosexuelle, Farbigen, verschiedenen Glaubensrichtungen, Minderheiten,usw ist für ihn unerträglich und untragbar. Habt ihr schon einmal versucht, missbrauchte kleine Kinder aus Händen pädophiler Kinderpornohändler zu retten?? Halloo liebe Leute, Realität sieht anders aus, wa?
Zu seiner Geschichte als Journalist und Filmemacher:
Die Taz-Beilage "persembe" sollte ein Sprachrohr werden für die Migranten, die jahrelang der Alltagsrassismus und Diskriminierung ausgesetzt waren und noch immer sind. Das war eine Möglichkeit, ein Selbstbewußtsein der Migranten zu fördern und auf Augenhöhe mit Deutschen diskutieren zu können.Traurig in diesem Sinne ist, dass seine ideologischen Ansichten schon immer bequeme Gemüter gestört haben. Auch Cafe Kotti war bis vor ca 15 Jahren ein Ort, in dem sich Antifa traf, politische Diskussionen geführt wurden und nach Lösungen gesucht wurde. Genau dies wollte er wieder ins Leben rufen.
Nun zu der Drogenproblematik am Kotti. Ich denke einfach, euer Informationsstand ist nicht ausreichend, weil ihr nicht vor Ort seid und das Thema euch einfach nicht interessiert außer die steigenden Mieten. Oder seid ihr genervt von einem Migranten, der es Euch ungemütlich macht? Ich frage mich, wer die richtigen Rassisten sind. So etwas lässt sich gut instrumentalisieren, liebe karafatma. Während Yasaroglu mit Anwohner und Junkies spricht, nach Lösungen sucht, sich mit Politikern anlegt, seid ihr naiv fixiert auf eure eigenen Interessen. Kapitalismus alles Scheisse, natürlich. Geht mal hin, redet mit Leuten, fragt nach, geht in die Häuser hinein, seht Euch die Menschen an. Junkies wie Anwohner. Mir kommt eure apathische Art so bekannt vor. Es wird euch Zeit kosten und denkt doch ein einziges mal nicht an die steigenden Mieten, sondern an die sozial Schwachen. Denn ihr wollt nicht, dass Junkies Hilfe bekommen, sonst wäre die Szene nicht mehr da und eure Mieten würden steigen. Eure Szene, euer Spielzeug wäre weg.Krass.
Nochmal, damit ihr etwas aus eurer Apathie herauskommt. Yasaroglu fordert Hilfe für Junkies, Gesundheitssysteme, die 24 Stunden geöffnet haben für Junkies und Alkoholkonsumenten, Freizeiträume, medizinische versorgung, die nicht auf die paar Stunden in der Woche hinausläuft. Freie Vergabe von harten Drogen unter medizinischer Aufsicht, damit endlich die Beschaffungskriminalität und der Drogendeal aufhören. Denn genau wie die Junkies haben auch Anwohner und besonders Kinder das Recht, in Sicherheit und angenehmer Umwelt zu leben.
Seit Monaten wird mit Bezirk und Senat diskutiert, Briefwechsel findet statt, mit Podiumsdiskussion wurde versucht, auf die Problematik einzugehen. Menschen am Kotti sind es wohl nicht wert, ernstgenommen zu werden. Die Reaktion des Bezirks und Senats ist dürftig. In drei Monaten kommt der Winter an und die Junkies haben noch immer keinen Ort, an dem sie sich aufhalten können. Wie seit 30 Jahren !!!!!

Ungestrecktes Heroin

@ aber 18.07.2009 - 12:21
Ich glaube nicht, dass du von soetwas Ahnung hast, sonst würdest du nicht behaupten, dass Heroinabhängige was gegen ungestrecktes Heroin hätten.

Menschen mit viel Geld können sich reineres Heroin leisten, was gesundheitlich weniger schädlich ist. Denn du weißt nicht, was da alles drin sein kann. Wenn Menschen versuchen, einen normales Leben mit ihrer Sucht zu führen (was möglich ist!), dann bekommen sie erst einmal ein paar Tage lang übelste körperliche Entzugsschmerzen NUR von dem Zeug mit dem gestreckt wurde. Danach ist dann erst das Heroin dran.

@Vorrausdenkender

das übliche bla 18.07.2009 - 15:41
Ist es zu schwer zu verstehen dass die Welt nicht dir alleine gehört und jeder da hin ziehen darf wo sie/er es will? Geht das endlich mal in den Kopf rein, dass die Leute die die Rigaer bewohnen, die das SO36 nutzen das auch nicht immer seit Jahren tun sondern auch Neuankömmlinge sind und sie oft auch nicht verstehen wie der Kiez funktioniert.

Zum Dritten Mal es geht auch nicht darum bestehende Zustände am Leben zu halten, sie zu reproduzieren und fortzuführen. Die Realität des Kapitalismus muss angegriffen und verändert werden! Junkies einfach zu dulden ist KEINE Lösung! Denn sie werden nicht vertrieben weil sie Junkies sind, sondern weil sie auf andere keine Rücksicht nehmen. Und die gleichen die sie jetzt bevormunden NUR WEIL sie Junkies sind, sind doch auch die, die andere vorurteilhaft ignorieren,ablehnen,wegprügeln,wegschieben,vertreiben wenn sie nicht in ihre eigene Norm passen. Hier wird nur von Junkies geredet. Das sind doch Menschen!
Demnach sollte man sie vielleicht nicht nur nach dem beurteilen was sie konsumieren, sondern auch danach wie sie sich verhalten und warum sie sich so und nicht anders verhalten. Also noch einmal, die Junkies sollen bleiben dürfen, aber nicht mit den Argumenten, nicht um ihre Sucht zu akzeptieren und auch nicht um die Verhältnisse die sie überzeugen Drogen zu konsumieren, aufrecht zu erhalten! Ich habe das Gefühl die die sich für die Junkies einsetzen und die die sie weg haben wollen sind aus dem gleichen Holz geschnitzt: Beide wollen einfach nur ihre Ruhe und am wenigsten Stress.

Ein Problem zu ignorieren und es zu dulden halte ich für politisch falsch!

Diese ganze Schnöse hier ist in seiner Gesamtheit zum Kotzen. Der ganze Rahmen in dem sich diese Diskussion bewegt ist völliger Blödsinn! Es macht keinen Sinn sich in diesem Rahmen immer wieder zu wiederholen. Der Rahmen an sich muss abgestellt werden. Ansonsten bleibt man und die Probleme immer ein Quadrat im Kreis. Diese Situation ist nicht veränderbar.
Es spielt keine Rolle ob die Junkies vertrieben werden, da das Problem dann wo anders wieder auftaucht. Daher macht es keinen Sinn sie zu vertreiben! Es spielt aber auch keine Rolle ob die Junkies dort jetzt genau am Kotti weiter rumsitzen und rumnerven dürfen,
weil sie auch rumnerven würden, wenn sie keine Junkies wären. Das hat damit nämlich nichts zu tun. Und die Tatsache dass sie schon immer rumgenervt haben zeigt nur dass man sehr wohl endlich mal was dagegen tun kann/darf. Es aber auch nicht muss, wenn man sich von ihnen nicht nerven lässt. Also tatsächlich, wäre doch eine Lösung, den Rahmen um diese Menschen herum zu verändern. Kapitalismus abschaffen?!

Egal ob die "Vierteltradition", "die Dauerwiederholung von gesellschaftlich konstruierten Auseinandersetzungen wie Straßenschlachten um die Rigaer, laute Punkkonzerte in der SO36 ODER die faschistische Yuppi-Einstellung, alles was, nach gewonnenen Straßenschlachten, nach erfolgreicher Kommerzialisierung des Punkerladens, nervt, alles was da nicht rein passt, scheisse zu finden, nur den eigenen Hoffrieden zu wollen und alles was einen selbst nervt, was die eigene Harmonie angreifen könnte (oder meistens doch das anerzogene Feindbild dass schon per Trigger aktiviert wird bevor es einen berührt), vertreibt und sich als die Herren der Welt fühlt. BEIDE SEITEN NERVEN: Die Yuppis und die Kleinbürger aus deren Haltung sie einst enstanden sind. Alle denken doch nur an sich, ihr Geld, ihren Kiez, ihren Frieden, ihre Lebenseinstellung. Darum müssen ALLE weg! So muss das in Berlin laufen! Sozialismus anstatt Kapitalismus! Reisst die türkischen Läden, die Yuppiläden, die Freiräume, die Punkerladen, reisst das alles ab. Braucht kein Mensch! In allen drei Kategorien dreht es sich nur ums Geld! Es gibt kein Wohlfühlfaktor. Es gibt keinen Raum für Auseinandersetzungen, für Veränderung, für Miteinander, für sich selbst. Alles nur reine Konsumschutzräume. Alles nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen öder Bestandtteil der eigenen menschlichen Verwertungslogik, die anderen Generationen und der Bewegung aus der sie entstand den den Platz wegnimmt. Aus Straßenschlachten entstandene Freiräume verhindern Straßenschlachten um neuen / mehr Freiraum. Aus legendären Konzerten enstandenen Konzertläden verhindern neue/mehr legendäre Festivals! mythische Bands verhindern neue / mehr frische Wege in der Unterhaltung. Türkisch eingesessene Familien halten ihren Platz gegen (bspweise kurdische) andere Familien die dafür vertrieben bleiben,
in ihrer Existenz angegriffen werden und keinen Platz finden einen Imbiss aufzumachen in dem es nicht nur um den Konsum geht und die sich auch politisch wehren wenn Bullen jemanden vom Klo rupfen. Und die Yuppis? Pf wer nimmt die denn ernst? Diese zugedröhnten Coffeinjunkies die sich aus allen dieser Gesellschaftsschichten raustherapiert haben lassen und jetzt in ihrem Tunnelblick in schicken Restaurants sitzen und diese drei Sparten als Herrschende von der Fußgängerübergangsbrücke beobachten, während sie ihren alten Kontakten Hallo sagen und dafür mal hier und da was billiger zugesteckt bekommen und sich deswegen die teuren Mieten, teuren Plätze in den Restaurants leisten können. Alles der gleiche menschliche Schlag. Egost_innen! Kapitalisten!



Darum noch mal zum Mitschreiben für ALLE die die bestehende Ordnung verteidigen wollen:

NIEMAND (außer Faschist_innen und Hohlköpfe die Deutschland mit dem verbinden was gar nicht Deutschland ist) hat mehr Lust auf die Fortführung von Deutschland! Zu Deutschland gehört ALLES egoistische, eingefahrene, ewig gestrige! Yuppiläden UND Freiräume!

Was Neues muss her! Völlig umdenken! Kein neuer Staat ist angesagt, eine neue Gesellschaft, ein NEUES SYSTEM ist angesagt!

Dann wird es auch diese Probleme und die Diskussionen hier nicht mehr geben! Dann können die Junkies Gründe finden aufzuhören ODER falls es sie doch noch gibt in Fixeinrichtungen sich zudröhnen bis sie alt sind. Falls einige wenige darauf keine Lust haben weil sie sich davor schämen dass sie das immer mit den Gleichen machen, lernen wir alle anderen eben mit ihnen umzugehen, so dass wenn sie vor unserer Haustür aufkommen sagen können "Ey du kannst ja machen was du willst aber piss mir hier nicht in die Ecke sonst schick ich dich in die Fixeinrichtung oder piss dir mal ans Bein". Bestimmt werden sie lachen, ok sagen, und sich ein wenig mehr benehmen. Und als Dankeschön lässt man sie dann bei sich aufs Klo. Dann ist auch das Problem abgestellt. Ich finde die Lösung nicht immer in den Dingen die uns vertreiben, angreifen wollen, sondern in denen die das Problem (nicht) lösen wollen oder akzeptieren. Wenn sie dazu bewegt werden könnten, wenn sie sich anders verhalten würden, dann hätten diejenigen die uns mit der oben genannten Logik angreifen, vertreiben, weh tun wollen, keine Chance dazu! Dann hätten sie nicht die Macht über uns, die sie jetzt haben.
Dann könnten da Millionen Bullen stehen und wenn Millionen Bürger auch aufstehen,
naja dann was? Dann müsste es keine Straßenschlachten geben. DAS ist Deutschland! Ein Land in dem das nie verstanden wurde.

Warum fällt es denn allen Junki-Solidarischen so schwer einfach mal mit ihnen zu REDEN,
ihnen klar zu machen was Sache ist, was gewollt ist und was nicht und wenn das Problem dann aus eigenem Antrieb gelöst wurde, werden die Bullen keine Angriffsfläche mehr gegen sie haben. Das doch viel produktiver als tausende Demos für sie zu machen und zuzukucken wie sie dann weggeprügelt werden und das als Grund für Riots zu nehmen die erst recht verhindern dass sie weiter dort sitzen werden.

Und das Cafe am Kotti zu boikottieren, ja schon, aber vielleicht einfach Stammgast werden und den Chef so gesellschaftlich isolieren dass er sich verpissen muss, wäre doch auch eine Lösung.

Irgendwie führen diese ganzen "Viertel", "Autonom gegen Yuppi und böse Umstrukturierung" - Diskussionen hier auf Indy nichts. Darum will sich niemand daran beteiligen. Es ist doch alles gesagt, es fehlen doch nur die Menschen die auch wirklich mal was umsetzen wollen und das konzentriert hinter verschlossenen Türen vorbereiten. Die Themen sind uralt, älter als die Autoren hier, älter als die kapitalistische Geschichte. Das führt zu nichts. Es ist ein Kreislauf der nie unterbrochen wird. Und genau DAS zu thematisieren finde ich wichtig.

Kapitalismus und die in ihm anerzogenen Verhaltensweisen (wie Etikette und oberflächliges Verhalten) abstellen, das ist die Lösung aller unserer Probleme. Das schafft man auf vieler Art Wege. Aber nicht in dem man bereits gegangene Wege reproduziert.

Solidarität mit allen von Repression Betroffenen! Auch am Kotti natürlich.
Das betrifft die Genervten von der Pisse UND die Menschen auf Junk.

Das greift alle an die zulassen dass beide Seiten dieses Problem haben müssen, weil sie beiden Seiten nicht helfen wollen sondern nur mit "Bor ich will meine Ruhe vor dem Problem" reagieren anstatt mitzuhelfen es zu lösen. Und lösen können es nur diejenigen die in Berlin am Kotti leben wollen. Ich gehöre da nicht dazu.
Die Indymedia-Communitiy auch nicht.

@checks mal endlich

checker 18.07.2009 - 15:47
"Drogen wird es immer geben, auch die Harten."

ist das so? vor vierzig oder fünfzig jahren hat es das in der form definitiv nicht gegeben. das haben sich eine paar lebemänner ihr koks reingepfiffen aber das wars. eine drogenszene im heutigen sinne gab es früher schlicht und einfach nicht. das lagen einfach keine versifften gestalten am hbf rum. es würde sich meiner meinung nach mal lohnen, der frage nachzugehen, wo dieser ganze mist eigentlich herkommt. soweit ich weis wird ein erheblicher teil des drogenhandels vom cia organisiert, um finanziell vom us kongress und dessen bewilligungen unabhängig zu sein.

Schlechte Recherchen, beschissene Politik

Olga Groschen 18.07.2009 - 16:26
Der Beitrag ist leider schlecht recherchiert, strotzt vor Halb- und Unwahrheiten und dient mehr dazu Feindbilder zu behaupten als zur Lösung eines Konfliktes beizutragen!
Vorab, auch weil meine Ergänzung sonst ja von der Indymediazensur als irrelevanter Beitrag bezeichnet wird, auch ich bin Anwohnerin und kenne die Situation am Kotti seit vielen Jahren. Auch in meinem Haus wurde gedrückt, gedealt und gestorben. Kann sein, dass einige Schlaumeierinnen dass für eine Klasse Alternative gegen Gentrifizierungstendenzen halten, für uns Anwohner war es nicht aushaltbar.
Auch ich und viele andere finden es falsch, die Fixer alternativlos zu vertreiben. Allerdings wünschen wir Veränderungen, die es für uns und die Süchtigen erträglicher machen hier zu leben.
Es ist auch keinesfalls so, dass sich in den letzten Jahren nichts verändert hätte.
Tatsächlich haben sich die angezeigten Straftaten nicht wesentlich verändert. Was sich verändert hat, ist die Zusammensetzung der Fixer-Dealer-Szene -viele Drogenabhängige dealen auch und etliche davon kommen aus so verzweifelten und auch "fertigen" Situationen, die sie - freundlich ausgedrückt- nicht eben rücksichtsvoll zur Nachbarschaft werden lassen. Während es lange Jahre tabu war, Leuten Drogen anzubieten, die keine haben wollten, werden heute selbst Jugendliche angequatscht und aggressiv angegangen wenn sie sich das verbitten. Was sich auch geändert hat, sind die Drogen selbst, viele der "Nur-Heroin-Fixer" sind längst polytoxikoman, schlucken und drücken alles was knallt und dazu gehören auch Substanzen, die erhebliche Aggressionen freisetzen. Was sich geändert hat, sind die Bedingungen vor Ort -mag sein, dass es als gemeine Repression empfunden wird, wenn Häuser abgeschlossen und Spielplätze dicht gemacht werden, viele Anwohner -ich auch- empfinden es schlicht als angenehmer wenn ihnen die Hauseingänge nicht mehr zugepisst werden, keine Fixer sich den nächsten Druck setzen und man und vor allem Frau vor dem Spielen der Kinder keine Spritzen aus dem Sand pulen muss. Was sich auch geändert hat, ist die Schließung eines Parkhauses. Weil keine mehr da geparkt hat weil dort gedealt, gedrückt, gepisst, geprügelt und auch gestorben wurde, ist das Haus dicht gemacht und die Probleme sind sichtbarer geworden. Was sich geändert hat, sind die Bedingungen in der Dresdner Straße, die inzwischen nicht mehr abgehängte Nebenstraße sondern attraktiver, lebendiger und teurer geworden ist –Gentrifizierung nennt sich das- und auch die ehemals senatseigene Wohnungsbaugesellschaft, die jahrelang kein Problem mit dem Suchthilfeprojekt Fixpunkt hatte, hat sich „attraktivere“ Mieter gewünscht und Fixpunkt deshalb gekündigt, bzw. den Vertrag nicht verlängert. Diese Kündigung Ercan Yasaroglu vorzuwerfen ist schlicht Unsinn, so viel Einfluss hat er auch nicht. Was sich nicht geändert hat, aber leider im schlecht recherchierten Artikel nicht erwähnt wird, ist dass das zweite Fixpunkt –Projekt „Idefix“ ein Haus weiter noch existiert und dass die Busse um die es jetzt geht, seit vielen Jahren den Kotti anfahren. Was umstritten ist, ist der Platz an dem die Busse exakt stehen sollen, auch deshalb weil die Anwohner auf der anderen Seite des Platzes fürchten, dass der auch zugemüllt und gepisst wierd. Eine ziemliche Frechheit ist es, wenn die Bedenken der Anwohner in einen Topf mit Vertreibungsplänen großer Wohnungskonzerne oder auch Stadtplanungsämter geworfen werden.
Schlecht recherchiert sind auch die Angaben zu Ercan Yasaroglu, was den meisten zwar egal sein kann, aber in die aufgeheizte Feindbildproduktion passt. Jeder, der sich im Stadtteil auskennt und engagiert, weiß dass und wo Ercan als Sozialarbeiter arbeitet, weiß von seiner Verfolgungsgeschichte in der Türkei und seinen Aktivitäten hier.
Nicht nur ich finde die Aktivitäten und die Zuspitzung durch die Bürgerinitiative nicht richtig, es lässt sich aber leider eben nicht bestreiten, dass die BI mit dem Problem umgeht, dass zwei Gruppen „sozial schwacher“ –nämlich überwiegend Migranten und Arme in prekären Wohnverhältnissen, die sich den Wegzug nicht leisten können und Fixer, auch prekär und in beschissener Situation- „aufeinander losgelassen werden. Die BI in Verbindung zu bringen mit den rassistischen Angriffen durch BVG Wachpersonal –übrigens auch prekär arbeitend und auf noch Schwächere gehetzt- gegen Roma ist allerdings dreist gelogen. Rassistisch wird der Artikel spätestens dann, wenn er die Aktivitäten von Anwohnern –die ich persönlich für falsch, bzw. in die falsche Richtung gehend halte, aber auch als Symptom für Leute, die keine Hilfe mehr von „oben“ erwarten, wenn diese Aktivitäten mit denen von Islamfaschisten wie Milli Görüs in einen Topf geworfen werden. Was will „Erna“ uns damit sagen? Den Terror von Islamfaschisten relativieren und damit diese Gruppe als eine beliebige darzustellen, vergleichbar mit Altlinken, die vielleicht einfach keinen Bock mehr haben, ständig im Dreck zu sitzen?
Gibt es eigentlich noch radikale Linke, die an dem was wir hier mal versucht haben, Konflikte und Auseinandersetzungen solidarisch und im Sinne eines an den Mainstream nicht angepassten gemeinsamen Lebens zu bearbeiten? Wie kaltschnäuzig gegenüber den Bedürfnissen „kleiner Leute“ ist diese Szene eigentlich geworden? Was hat Indymedia eigentlich noch für eine Aufgabe, außer ein Forum für selbstgerechte, allwissende, immer auf der richtigen Seite, der schwarz-weißen Welt stehende Sektierer zu sein? Was ist daran emanzipatorisch, wo sind linke Utopien??


indymedia

was ist denn das 20.07.2009 - 13:22
"Indymedia ist ein basisdemokratischer Nachrichtenkanal. Indymedia will den emanzipatorischen Umgang mit Informationen und Medien fördern. Wir arbeiten aus Liebe und Respekt gegenüber Menschen, die sich für eine lebenswertere, bessere Welt einsetzen. "

Woawww!!!!!

@indymedia

mit der Frage 20.07.2009 - 13:41
Was hat Ernas Lügenbeitrag mit sozialen Kämpfen zu tun oder mit Antifa?? Ergänzende Beiträge mit richtigen Informationen stellt ihr sowieso in den Schatten, den Beitrag von Erna lässt ihr da stehen. Indymedia wird zu einem Plattform mit Kotzbeiträgen, das für eigene Interessen instrumentalisiert werden kann.