"Ums Ganze" oder nur Ideologiekritik² ?

kuepeli.blogsport.de 14.07.2009 10:39 Themen: Soziale Kämpfe
Die linke Debatte über die Weltwirtschaftskrise bewegt sich zwischen zwei Polen. Während die radikale Linke die Ursachen für die Krise im kapitalistischen System selbst verortet und darauf verweist, dass die „Lösung“ solcher Krisen nur die Überwindung des Kapitalismus sein kann, macht insbesondere die Linkspartei falsche, nämlich neoliberale, Politiken und Institutionen für die Krise verantwortlich und schlägt mehrheitlich linkssozialdemokratische Reformen vor, mit denen das System stabilisiert und die sozialen Folgen der Krise abgefedert werden sollen.
Die aktuelle Publikation des „Ums Ganze“-Bündnisses ist eindeutig im zuerst genannten Spektrum zu verorten.
Es wird dargestellt, dass die Grundprinzipien der kapitalistischen Gesellschaft, z.B. das Privateigentum an den Produktionsmitteln und die Konkurrenz zwischen den ökonomischen Einheiten, zwangsläufig Krisen produzieren. In Ablehnung des momentan wieder stärker zu hörenden Rufs nach dem Staat wird festgestellt, dass die Krise nicht durch „zu wenig“ Staat zustande kam. Vielmehr wird die Verknüpfung zwischen der kapitalistischen Verwertung und dem bürgerlichen Staat aufgezeigt. Folgerichtig werden auch Hoffnungen, den Staat zum Agenten linker Politiken zu machen, insofern unterminiert, als darauf verwiesen wird, dass der Staat zuallererst die kapitalistischen Grundprinzipien verteidigt und alle Politiken, die im staatlichen Rahmen stattfinden, systemimmanent bleiben werden.
Auf der „idealtypischen“ (S. 8 ) Ebene wird man aus einer kommunistischen Perspektive zustimmen können. Das Problem bei der auf den ersten Blick theoretisch klaren Schrift ist die auf eine idealisierte OECD-Welt beschränkte Perspektive. Beispielhaft hierfür sind Behauptungen, im Kapitalismus sei die „ungleiche Anwendung von Recht und Gesetz“ die Ausnahme und die „Gleichbehandlung der Menschen als Bürger […] vor dem Gesetz“ (S. 28) die Regel oder der Staat würde die Menschen „nicht bzw. sehr selten einfach gewalttätig unterdrücken“ (S. 108). Doch davon lässt sich selbst im kapitalistischen Zentrum kaum sprechen. So macht etwa die staatliche Politik gegenüber den Nicht-Deutschen deutlich, dass ihnen die staatsbürgerlichen Rechte vorenthalten werden und ihre subalterne Stellung auch mit Gewalt festgeschrieben wird. Dass dies in der Publikation kaum berücksichtigt wird, könnte auch damit zusammenhängen, dass diese Formen der Ausgrenzung und der staatlichen Gewalt erst dann relevant werden, wenn sie am eigenen Leib erfahren werden. Viel deutlicher werden diese Punkte aber in der Peripherie (die sogenannte „Dritte Welt“), die die Mehrheit der Welt darstellt. Hier sind die Gleichbehandlung der Bürger und der nicht-gewalttätige Staat nur Fiktionen.
Wenn die nicht-westliche Welt in der „Ums Ganze“-Broschüre überhaupt auftaucht, dann nur als defizitär und noch-nicht-richtig-kapitalistisch. Die Kämpfe um und gegen Herrschaft und Ausbeutung seien mehrheitlich nationalistisch und dienten bestenfalls einer systemimmanenten Modernisierung.
Dagegen lässt sich argumentieren, dass in diesen Konflikten viele Lernprozesse darüber stattfinden, wie Herrschaft und Ausbeutung sich formieren und wie sie zu überwinden wären. Vielleicht sind diese Lernprozesse mindestens so wichtig wie abstrakte Analysen. Daneben ist die fehlende Auseinandersetzung mit der nicht-westlichen Welt auch eine Schwachstelle in der Analyse selbst. Denn die Peripherie ist konstitutiv für das kapitalistische Zentrum. Anders ausgedrückt: die Peripherie ist nicht einfach passiver Empfänger von Impulsen und Vorgaben, wie ein „richtiger“ Kapitalismus auszusehen hat, sondern der gegenwärtige Kapitalismus ist gerade durch die Interaktionen zwischen der Peripherie und Zentrum auf der politischen und ökonomischen Ebene gekennzeichnet. Der Einfluss der EU-Agrarpolitik auf die afrikanischen Staaten und die für die Agrarproduktion in der EU benötigte Arbeitsmigration aus Nordafrika und Osteuropa sind nur zwei Beispiele für solche Interaktionen. Diese Zusammenhänge bleiben jedoch hier unbeachtet.
Daneben werden soziale Kämpfe im kapitalistischen Zentrum als Interessenskonflikte innerhalb der Verwertungslogik gesehen, die systemimmanent bleiben müssen. Als „Hauptakteure“ werden Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände genannt und die Konflikte zwischen Arbeitern und Unternehmern werden verglichen mit Konflikten zwischen unterschiedlichen Unternehmerbranchen (vgl. S. 32-33). Es existieren jedoch zahlreiche Kämpfe, die gerade nicht gewerkschaftlich organisiert sind und von Teilen der Arbeiterklasse geführt werden, die nicht integriert sind. Ein Beispiel hierfür ist der wilde Streik bei Ford 1973, wo die streikenden Arbeiter sowohl gegen die Unternehmer als auch gegen die DGB-Gewerkschaften und den Betriebsrat agieren mussten. Das subversive Potenzial dieser Kämpfe und ihre Relevanz für eine Überwindung des Kapitalismus wird so negiert.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Grundsätzliche Kritik am Kapitalismus, die nicht bei der Bemängelung einzelner „Fehlentwicklungen“ stehen bleibt, ist ebenso begrüßenswert wie der Verzicht darauf, den „besseren“ Krisenverwalter spielen zu wollen. Insofern ist der Anspruch des „Ums Ganze“-Bündnisses sehr begrüßenswert. Allerdings macht die Publikation deutlich, dass eine kommunistische Kapitalismus-Analyse und -Kritik sich auf die sozialen Kämpfe hier in Europa und auf die zahlreichen Konflikte in der nicht-westlichen Welt beziehen muss. Sonst ist die Gefahr groß, auf einer ideologiekritischen Ebene zu verharren und gleichzeitig paradoxerweise bürgerliche Ideologien, etwa über die Klassenstruktur und das Weltsystems, zu reproduzieren.

Ismail Küpeli

"Ums Ganze"-Bündnis (Hg.): Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit – Zur Kritik des kapitalistischen Normalvollzugs. 2009, www.umsganze.de

Dieser Artikel ist erschienen in der trend onlinezeitung (Nr. 07/08 2009):
 http://www.trend.infopartisan.net/trd7809/t327809.html
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Ergänzungen

Release-Party Köln

(muss ausgefüllt werden) 14.07.2009 - 12:52
Am Freitag den 24. Juli findet in Köln die Vorstellung des "ums Ganze"-Textes statt.
Unter dem Motto "Kein Gott, Kein Staat … lieber was zu saufen!" gibt es
- heiße Theorie in Form der Textvorstellung
- staatsfeindliches Beisammensein
- praxisorientierte antinationale Cocktails
- sozialrevolutionären Elektrobässen!

Wohlgesinnte und skeptische KritikerInnen sind herzlichst eingeladen mit zu Diskutieren und zu trinken.

...check out www.no-racism.mobi

den text (als pdf-scan findet ihr übrigens...

HIER !! 16.07.2009 - 02:01
www.umsganze.de (.pdf, 0.35MB)

...

... 20.07.2009 - 19:58
für späteren post bitte nicht löschen

m

m 20.07.2009 - 20:21
m

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TOP meint ein paar Dinge anders als du

Aron 14.07.2009 - 12:52
im Kapitalismus sei die „ungleiche Anwendung von Recht und Gesetz“ die Ausnahme und die „Gleichbehandlung der Menschen als Bürger […] vor dem Gesetz“ (S. 28) die Regel oder der Staat würde die Menschen „nicht bzw. sehr selten einfach gewalttätig unterdrücken“ (S. 108). Doch davon lässt sich selbst im kapitalistischen Zentrum kaum sprechen. So macht etwa die staatliche Politik gegenüber den Nicht-Deutschen deutlich, dass ihnen die staatsbürgerlichen Rechte vorenthalten werden und ihre subalterne Stellung auch mit Gewalt festgeschrieben wird.
Da liegst du etwas daneben: Natürlich gewährt ein Staat Nicht-Bürgern dieses Staates keine Bürgerrechte. Das folgt doch aus der Definition. Du kannst TOP an der Stelle keinen Vorwurf machen, sondern solltest erst mal für dich die Begriffe ortnen.
Dass dies in der Publikation kaum berücksichtigt wird, könnte auch damit zusammenhängen, dass diese Formen der Ausgrenzung und der staatlichen Gewalt erst dann relevant werden, wenn sie am eigenen Leib erfahren werden. Viel deutlicher werden diese Punkte aber in der Peripherie (die sogenannte „Dritte Welt“), die die Mehrheit der Welt darstellt. Hier sind die Gleichbehandlung der Bürger und der nicht-gewalttätige Staat nur Fiktionen.
Hier stelt sich aber die Frage: Inwiefern mensch diese Staaten unter dem Begriff Kapitalismus subsummieren kann! Also nur weil ein Land Rohstofflager für die Industrienationen ist und als solches ausgebeutet wird, ist es noch nicht kapitalistisch. Insofern funktioniert das TOP Argument. Sie beziehen sich halt auf bürgerlich-kapitalistische Staaten(im Grunde also die westlichen Demokratien) und nicht auf den Trikont, wo wie du richtig anmerkst, eben dieser Kapitalismus (noch) nicht Einzug gehalten hat.

Blablah - interessiert Leiharbeiter nicht

x 14.07.2009 - 13:10
ich will sofort Veränderung nicht ein Unigelaber. Ob Linkspartei oder Linksradikale - macht endlich was. Organisiert Demos, Anschläge, egal. Aufhören mit Theoretisieren! Außerhalb eurer Subkultur ist die Hölle!

Kritik ohne System.

Kommunist 14.07.2009 - 13:24
Was für ein dummes, neoliberales Geschwafel. Immer sagen: DAS SYSTEM ist schuld.
Wir "ums-ganze"-Linken sind nähmlich so schlau, wir wissen, daß der Kapitalismus
1. ein System ist, und 2. eins, bei dem es darum geht, Profit zu machen.
Juchuu, wir haben es durchschaut! Und niemand sonst hat das bemerkt!
Und wir gehen damit jetzt hausieren, und schlagen es allen
um die Ohren, die noch so zu zurückgeblieben sind, sich zu fragen, wer sie wie und warum
enteignet hat. Aber als radikale Linke niemals DIE EIGENTUMSFRAGE STELLEN, z.B. wenn es
um die Großbanken geht, weil da geht es ja gar nicht um "das System"! Allerdings, von einem "System" wurde bislang auf der ganzen Welt noch kein Mensch enteignet.

Eure Kritk hat NICHTS mit konkreter Analyse zu tun, mit eurem geistigen Dünnschiß
ist niemanden geholfen, außer eurer vermeintlich radikalen Identität.

Warum müssen wir solche Schwachsinnsartikel von Leuten, die NULL ökonomische
Ahnung haben, ertragen?

Ihr seid ja sooo radikal, geht weiter studieren und später von Mami und
Papi erben, aber bitte hört auf, dem Proletariat gute Ratschläge zu geben,
als wärt ihr Bürgerkiddies die klassenkämpferische Avantgarde.

@Leiharbeiter

lesender Malocher 14.07.2009 - 14:39
bevor man was macht, sollte man nachdenken. Mit "draussen ist die Hölle" holt man keinen Hund hinterm Ofen hervor.

Zum Beispiel hat der Autor nicht ganz richtig nachgedacht, wenn er zuallererst die staatliche Gewalt anspricht, die Nichtdeutschen angetan wird.

Zuallererst macht der Staat nämlich einen gewalttätigen Anspruch auf seine eigenen Bürger, also die Deutschen, geltend, indem er sie zu Rechten und Pflichten verdonnert. Das sieht man sofort, wenn man einen Apfel vom Verkaufstisch nimmt, ohne Geld hinzulegen, oder wenn man sich als Leiharbeiter mal ausschläft anstatt pünktlich zur Arbeit anzutreten.

Das die Gewalt grossenteils nicht offen zu Tage tritt, verdankt sich dem interessanten Phänomen, dass das Staatsvolk sich der Gewalt fügt und die meisten sogar anfangen zu WOLLEN, WAS SIE MÜSSEN.

An "Aron"

kuepeli.blogsport.de 14.07.2009 - 14:47
Vorab: Der Herausgeber der Broschüre ist "Ums Ganze", nicht TOP. Interessant, dass du dann auch noch genau zu wissen glaubst, was TOP wie gemeint haben soll.

1) "Natürlich gewährt ein Staat Nicht-Bürgern dieses Staates keine Bürgerrechte. Das folgt doch aus der Definition.": Erstmal gewähren Staaten "natürlich" (ohnehin eine merkwürdige Formulierung im Kontext von Strukturen, die von Menschen geschaffen werden) auf Rechte an Nicht-Bürger. Auch Nicht-Bürger haben in BRD (eingeschränkte) Rechte.
Ohnehin ging mein Hinweis über die Marginalisierung der Nicht-Deutschen auf einen etwas anderen Punkt: Als Nicht-Deutscher muss ich mehr "leisten" als ein Bio-Deutscher, um die staatbürgerlichen Rechte zu erhalten. Daneben werde ich als (auch mit BRD-Pass) anders behandelt, aufgrund einer Zuschreibung von außen als Fremder. In Kurzform: Die "Gleichbehandlung vor dem Gesetz" ist eine Fiktion.

2) "Also nur weil ein Land Rohstofflager für die Industrienationen ist und als solches ausgebeutet wird, ist es noch nicht kapitalistisch": Hättest du den Text genauer gelesen, hättest du erkannt, worauf ich hinaus will. Der "Trikont" ist nicht einfach ein "Rohstofflager", sondern ein integraler Teil des weltweiten Kapitalismus.
Du versuchst die Peripherie (oder "Trikont") als "nicht-kapitalistisch" "einfach raus zu definieren". Ich halte das für ein Fehler.

@ Kommunist 14.07.2009 - 13:24

anarchist 14.07.2009 - 15:00
Danke für deine Worte! So sieht's aus!
NO WAR - BUT CLASS WAR!

@kuepili: Bürgerrechte sind was anderes

Aron 14.07.2009 - 15:27
Vorab: Der Herausgeber der Broschüre ist "Ums Ganze", nicht TOP. Interessant, dass du dann auch noch genau zu wissen glaubst, was TOP wie gemeint haben soll.
Vielleicht weiß ich ja, wer sie geschrieben hat und vielleicht weiß ich ja auch wie diese es gemeint haben.
1) "Natürlich gewährt ein Staat Nicht-Bürgern dieses Staates keine Bürgerrechte. Das folgt doch aus der Definition.": Erstmal gewähren Staaten "natürlich" [...] auf Rechte an Nicht-Bürger. Auch Nicht-Bürger haben in BRD (eingeschränkte) Rechte.
Ok, du verstehst die Kritik nicht, weil du nicht weißt, was Bürgerrechte sind. Es gibt ein Mal Bürgerrechte, die nur den Bürgern des Staates und eventuell anderen exklusiv ausgewählten Bürgern anderer Staaten zustehen(z.B. in Deutschland auch manche Bürgerrechte Bürgern anderer EU-Staaten), z.B. das Wahlrecht und dann gibt es Menschenrechte, die allgemeingültig sind, also allen Menschen zustehen. Ich hoffe damit wird es klarer, was TOP meinen.
Ohnehin ging mein Hinweis über die Marginalisierung der Nicht-Deutschen auf einen etwas anderen Punkt: Als Nicht-Deutscher muss ich mehr "leisten" als ein Bio-Deutscher, um die staatbürgerlichen Rechte zu erhalten. Daneben werde ich als (auch mit BRD-Pass) anders behandelt, aufgrund einer Zuschreibung von außen als Fremder. In Kurzform: Die "Gleichbehandlung vor dem Gesetz" ist eine Fiktion.
Ja natürlich, muss jemand, der eingebürgert werden will "mehr leisten", als jemand, der qua Geburt deutsch ist. Das liegt in der Natur der Sache und in der nationalstaatlichen Verfasstheit der Welt. Und natürlich sind manche vor dem Gesetz gleicher als andere, nicht umsonst charakterisieren wir die Justiz ja auch als Klassenjustiz. Nur die Gleichbehandlung vor dem Gesetz wird für Bürger und Nicht-Bürger überhaupt nicht proklamiert.
2) "Also nur weil ein Land Rohstofflager für die Industrienationen ist und als solches ausgebeutet wird, ist es noch nicht kapitalistisch": Hättest du den Text genauer gelesen, hättest du erkannt, worauf ich hinaus will. Der "Trikont" ist nicht einfach ein "Rohstofflager", sondern ein integraler Teil des weltweiten Kapitalismus. Du versuchst die Peripherie (oder "Trikont") als "nicht-kapitalistisch" "einfach raus zu definieren". Ich halte das für ein Fehler.
Da können wir ja durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Ich halte es eher für einen Fehler, alles und noch die archaischsten Länder unter dem Schlagwort Kapitalismus zu führen, nur weil die Industrienationen dort ihre Rohstoffe raustragen. Das führt in der Analyse nicht weiter.

Kommunist und Anarchist

anti 14.07.2009 - 15:36
Bekommt mal eure Beissreflexe unter Kontrolle. Hier hat jemand, der offensichtlich nicht zu Ums Ganze gehört, eine inhaltliche Kritik zu der Broschüre veröffentlicht, und ihr habt nichts Besseres zu tun, als in von mangelnder intellektueller Reife zeugenden Worten zu fragen, warum ihr solche Texte ertragen müsst. Es zwingt euch niemand! Und das Angebot, diesen sehr wohl analytischen Text zu diskutieren, richtet sich an Linke, die dazu auch in der Lage sind. Ihr beiden (?) gehört offensichtlich nicht dazu.

@Replik auf Leiharbeiter

s 14.07.2009 - 17:15
@Mit "draussen ist die Hölle" holt man keinen Hund hinterm Ofen hervor.

Jau, so´n Zitat zeigt dass ihr Studies euch einen Dreck um Leiharbeiter schert. Beschissene Arbeit überlässt man lieber Migranten und Prolls. Ihr schreibt höchstens n´schlauen Artikel über prekäre Arbeitsverhältnisse.

Indymedia.de íst echt kein Forum mehr für Atbeitslose und Prekäre. Besser zu anderen onlinemedien wechseln.

es geht euch nicht ums ganze...

x 14.07.2009 - 18:23
Euch interessiert nur mit Linkspartei und anderen Reformisten in´s Geschäft zu kommen. Wie die interventionistische Linke in Berlin. Ihr wollt nicht eine revolutionäre oder radikale Veränderung. Das macht ihr höchstens auf einer rein theoretischen Ebene.

Die Fähigkeit des Gewerkschaftsapparats in der Krise die Klasse zurückzuhalten, ist aber auch das Resultat der politischen Schwäche, der reformistischen Orientierung und Zögerlichkeit der Anti-Krisenbewegung, die gegen die Mehrheit des Gewerkschaftsapparates entstand und mit den Demonstrationen am 28. März durchaus Potential und Mobilisierungsfähigkeit bewies.

Im politischen Zentrum dieses Bündnisses steht jedoch eine Koalition von Teilen der Linkspartei, des linken Flügels der Bürokratie, kleinbürgerlichen Reformern wie attac und Teilen der „radikalen Linken“ zentristischer und autonomer Provenienz (v.a. aus dem Spektrum der Interventionistischen Linken).

Dieser Flügel verfolgt ein etwas anderes Ziel als der sozialdemokratische Apparat in den Gewerkschaften und der SPD, er will „echten“ Reformismus, links-keynesianische Reformpolitik, die zum „Transformationsmodell“ hochstilisiert wird. Auch wenn ihre Perspektive letztlich eine der Klassenzusammenarbeit ist, so geben sie vor, gegen die Krise politisch mobilisieren zu wollen und tun das bis zu einem gewissen Grad auch.

Ihre zentrale Schwäche besteht aber darin, dass sie den sozialdemokratischen Mainstream nicht politisch bekämpfen, sondern mit ihm ins Geschäft kommen wollen.

Es geht ihnen nicht darum, die Gewerkschaftsführungen durch Forderungen und eine organisierte Arbeit in Betrieben und Gewerkschaften zu gemeinsamen Aktionen zu zwingen, sondern sie wollen diese für eine gemeinsame Strategie gewinnen.

Das ist natürlich letztlich nur möglich, wenn man sich der Strategie der Bürokratie anpasst - nicht umgekehrt.



Ergänzung

nice 14.07.2009 - 20:39
bei der ganzen Kritik und Analyse an der kapitalistischen Totalität kommt mir oftmals eine kommunistische Perspektive einer befreiten WEltgesellschaft viel zu kurz. Wie soll sie denn aussehen die libertäre Welt ohne Staat und Geldwirtschaft. Ich finde es gleichermaßen wichtig hier Perspektiven deutlich zu machen. Was nützt die beste Kritik,wenn das "gute Leben" nichts besseres zu bieten hat.

Konkret ist richtig festzustellen das jene Linke wie die > nichts anderes ersehnen als ein starken Staat, im Sinne einer Vergesellschaftlichung des wirtschaftlichen Raums und der produzierten Ware. Deren Vorstellungen einer "gerechten Welt" ohne Kapitalismus kommt dann doch dem "real existierenden Sozialismus" in der DDR ziemlich gleich. Ein volkseigener Betrieb erwitrtschaftet alles für alle. Gleichermaßen entsteht ein zentrales Tauschorgan, was dem Menschen in Wirklichkeit keinen Luxus verspricht. Den Staatssozialismus gilt es genauso gut eine Absage zu erteilen,da er kein "gutes Leben" versprechen kann.

Und wie sieht es mit der Weltgemeinschaft aus: Vergesellschaftung,Abschaffung des Privateigentums, Rätegesellschaft -wie sieht deren Perspektive aus.Wie können erzeugte Waren gleichermaßen an alle verteilt werden?Wie sehen die Probleme bei Rohstoffknappheit aus? Was verspricht uns der Luxus für alle? oder ist das mehr als eine hohle Phrase für die antikapitalistische Bewegung?
Eine Perspektive fände ich persönlich viel interessanter als die allzu oft gehörte Kritik an einer ausbeuterischen Gesellschaft?

Anregungen gerne....

@x

? 14.07.2009 - 20:42
Und was hat das jetzt mit Ums Ganze zutun?

Ergänzung

nice 14.07.2009 - 21:04
das hat sicherlich nichts mit "ums ganze"-bündnis zu tun, aber doch sehr viel mit einer linksradikalen Bewegung, die meineserachtens eben dies viel zu oft vermissen lässt und hier eine Diskussion mehr als nötig ist.

Sonst verkommt in meinen Augen die Ideologiekritik am Bestehenden gleichermaßen zur Ideologie,weil sie das "gute Leben" nicht aufzeigen kann.

@Replik zu Leiharbeiter

erklärender Malocher 14.07.2009 - 21:13
Warum liest du nicht den Rest von dem Beitrag. Da wird erklärt, was "die Hölle" ist. Es reicht nicht, mit starken Bildern zu beeindrucken. Da kann ich mir auch nen Holywood-film zu irgendeinem sozialen Problem (Knastaufstände, Fabrik, Krieg) anschauen.

Linkspartei

Blogger 15.07.2009 - 04:02
In der Schule haben wir in solchen Fällen vom "Fachidioten" geredet. Wer heute noch meint mit derartigen Schreib die Massen zu bewegen irrt. Kein Durchschnittsbürger versteht auch nur eine Passage von diesem Text und wenn ich dann noch daran denke, dass eine ganze Brochüre von dem Schrieb existiert, auweia...

Vom SDS gibt es ja auch die "Kapitallesekreise", alles schön und gut aber anhand der abgehobenheit der Sprache kann man schon feststellen, wie weit man schon entfernt von der Basis ist.

Was hier angestrebt wird ist eine neue Minderheitenrevolution, da der Rest der Menscheit gar nicht kapiert worum es bei unserer Bewegung überhaupt geht. Natürlich könnte ich hier nun auch mit linker Fachrethorik um mich werfen, aber das liegt mir mittlerweile sehr fern.

Es geht ums Ganze, die Systemüberwindung....

zur Partei Die LINKE. muss daher egsagt werden, dass der rechte Flügel alá Lafontaine sehr am straucheln ist. Die interne idiologische Wegfindung ist nicht abgeschlossen, natürlich kann man es nun als neoliberal betrachte, dass vor den Wahlen nun der Konsens mehr oder weniger durch die Parteispitze erzwungen wurde, aber was nun wirklich aus der Richtung der Linkspartei wird, wird der programmatische Parteitag zeigen und wer dort die Oberhand gewinnt. Wesewegen genau solche Schlauköpfe, die Zeit haben sich so einen Schrieb zusammenzuwurschteln in diese Partei gehören, um sie ideologisch auf den richtigen Weg zu bringen, den hin zur Systemüberwindung.

Nun ist noch die Chance dazu, aber diese wird man wahrscheinlich auch an sich vorrüberziehen lassen und sich am Ende nur wieder beschweren... nun ja 04:02 morgens.

Grüße ausm Nachdienst...

TOP mich nicht voll...

mit... 15.07.2009 - 11:24
...der Sehnsucht nach dem Ganzen und der Wiedervereinigung der Linken.

Systemüberwindendende Bussi-Gesellschaft

cv23e 15.07.2009 - 11:29
Aha: Systemüberwindung mit tollen Papieren. Ums Ganze, TOP , I.L. und Pankower Schleimer-Antifa zusammen mit Wechselberg und Lederer hin zur Systemüberwindung. Ich lach mich schlapp.

Euch muss man die Masken runterreissen!

Was bei euch rauskommt sieht man in der Rosa Lux Stiftung: Thomas von der Posten Ein-Sacken und andere Antideutsche setzen sich dort fest!

Doch der Weg zu eurer "Systemüberwindung" ist hart, aber mit guten Posten gepflastert. Da hält sich mancher Linksradikale zurück mit Kritik an Kürzungshaushalt und Sozialabbau in Berlin.

Konkrete Forderungen nach einem Mindestlohn von 10 Euro und 500 Euro Hartz IV stören nur die Ausarbeitung der Theorie zur Systemüberwindung. Fordern ist schließlich verkhärt - und wir wollen ja das ganze.

...Ne tolle Karriere in der Linken oder im Antirassismusbereich wäre ne echt geile Utopie, gelle?

Ach, und: Der "rechte" Flügel alá Lafontaine strauchelt also. - Mag sein. (Wird sich aber verfestigen wenn die Leute kapieren was "der linke Flügel" in Berlin und im Osten an der Regierung macht und was ihr für Drecksopportunisten seid.)

"Die interne idiologische Wegfindung ist nicht abgeschlossen, natürlich kann man es nun als neoliberal betrachten, dass vor den Wahlen nun der Konsens mehr oder weniger durch die Parteispitze erzwungen wurde, aber was nun wirklich aus der Richtung der Linkspartei wird, wird der programmatische Parteitag zeigen und wer dort die Oberhand gewinnt. "

Jaja, aus einer schrecklich neoliberalen Forderung nach einem Mindestlohn von 10 Euro wurden 7.50 "der schrittweise erhöht werden soll".

Das war der Kompromiss der "linken" PDSler der gegen den "rechten" Lafontaineflügel durchgessetzt wurde. Ohne Lafontaine hätten die Realos längst 5 Euro draus gemacht.

"Links" heißt für Berliner Linksradikale die "Realpolitik" Lederers ideologisch gegen den "rechten" Flügel unterstützen, konkrete Forderungen nach Mindestlöhnen zu delegitimieren, um damit die Förderung ihrer individuellen Projekte voranzutreiben. Selber will man ja nicht in Leiharbeit oder ins Callcenter rutschen.

"Weswegen genau solche Schlauköpfe, die Zeit haben sich so einen Schrieb zusammenzuwurschteln in diese Partei gehören, um sie ideologisch auf den richtigen Weg zu bringen, den hin zur Systemüberwindung."

Aha, und der "linke" Flügel der Linken um Klaus Lederer und andere "Systemüberwinderer" des Regierungsflügel aus Berlin und dem Osten - mit denen macht ihr Systemveränderung.

"Rot-Rot" in Berlin ist der Vorreiter der "Systemveränderung"!

Die korrupten Granden der Berliner Antifaszene, Ums Ganze usw und Lederer und Co. das ist die linksradikale Bussigesellschaft.

Denn lieber Lafontaine! Das verstehen auch die Arbeiter. Wir wollen Konkretes - Híer und Jetzt.
Und 10 Euro Mindestlohn statt eurer Gequatsche!

Weder eurer Gelaber über "Systemveränderung" - noch die Kürzungen in Berlin machen uns satt.

@Blogger

Bloss nicht denken 15.07.2009 - 17:20
"Vom SDS gibt es ja auch die "Kapitallesekreise", alles schön und gut aber anhand der abgehobenheit der Sprache kann man schon feststellen, wie weit man schon entfernt von der Basis ist. Was hier angestrebt wird ist eine neue Minderheitenrevolution, da der Rest der Menscheit gar nicht kapiert worum es bei unserer Bewegung überhaupt geht. Natürlich könnte ich hier nun auch mit linker Fachrethorik um mich werfen, aber das liegt mir mittlerweile sehr fern."

1. Schon mal daran gedacht das wenn man das nach plapert was alle sagen alles bleibt wie es ist.

2. Wenn so einfach wäre ohne Wissenschaft die Welt zuveränderen (zum guten)dan wäre längst schon geschehen, oder?

3. Finde ich krass das genau die Leute die sich als Anwalte der Hartz IV Leute aufspeilen glauben das sie zu blöd sind die 100 Seiten zu verstehen die Ums Ganze geschrieben hat. Kommisch oder?