Gera: 4000 Neonazis auf NPD-Fest
Größte Neonaziveranstaltung nach 1945 in Thüringen
Polizei prügelt in Antifa-Block – Bürgerbündnis boykottiert Sitzblockade
Der gestrige Tag sprengte alle Befürchtungen. Vorherige Zahlen von bis zu 1000 und später 2500 Neonazis wurden weit übertroffen. Auf dem NPD-Fest "Rock für Deutschland" versammelten sich am Ende 4000 Neonazis aus Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande, Österreich, Schweiz und anderen Ländern. Es war damit die größte Neonaziveranstaltung nach dem zweiten Weltkrieg in Thüringen und das bundesweit größte Neonazifest nach dem Deutsche Stimme Pressefest 2006.
Polizei prügelt in Antifa-Block – Bürgerbündnis boykottiert Sitzblockade
Der gestrige Tag sprengte alle Befürchtungen. Vorherige Zahlen von bis zu 1000 und später 2500 Neonazis wurden weit übertroffen. Auf dem NPD-Fest "Rock für Deutschland" versammelten sich am Ende 4000 Neonazis aus Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande, Österreich, Schweiz und anderen Ländern. Es war damit die größte Neonaziveranstaltung nach dem zweiten Weltkrieg in Thüringen und das bundesweit größte Neonazifest nach dem Deutsche Stimme Pressefest 2006.
Der Stadtteil Debschwitz glich den gesamten Tag über einer National Befreiten Zone. Ganze Straßenzüge waren voller Neonazis. Teilweise wurden diese in Hundertergruppen von der Polizei durch die Stadt zur Spielwiese eskortiert, auf der sich die NPD versammelte. Die Polizei war sichtlich überfordert, was bei der Abreise erneut deutlich wurde. Umliegende Straßen und beide Bahnhöfe waren mit Neonazis überfüllt. Kleinere Gruppen konnten bis in die Nacht hinein umherziehen und unter anderem in der Kneipe "Toto’s Treff" feiern.
Weniger zurückhaltend verhielt sich die Polizei gegenüber dem Antifa-Block auf der Demonstration des Bürgerbündnisses. Von Beginn an war dieser von einem Spalier umgeben und abgeschirmt. Später ankommende Teilnehmer(innen) wurden nicht mehr hineingelassen. Als die Demonstration auf dem Rückweg in die Stadt die Heinrichsbrücke überquerte kam es zu ersten Auseinandersetzungen. Die Aufstandsbekämpfungseinheit USK aus Bayern prügelte in den hinteren Teil des Blocks und verletzte mehrere Demonstrant(innen). Dieser Angriff zeigt, dass die Polizei alles daran setzte die Demonstration auf schnellstem Wege wieder in die Innenstadt zu treiben, um für einen störungsfreien Ablauf des Neonazifests zu sorgen. Nur entschlossene Gegenwehr konnte diese willkürliche Polizeigewalt eindämmen. Für ihre Strategie fand die Polizei willige Helfer bei den Geraer Verkehrsbetrieben (GVB). Mit aufgestellten Straßenbahnen wurde jeder Protest in Sichtweite unmöglich gemacht. Weitere Angriffe der Polizei erfolgten bis zum Ende der Demonstration. Dabei wurden mindestens 11 Personen teilweise brutal in Gewahrsam genommen. Der Polizeieinsatz war wie so oft unverhältnismäßig und martialisch.
Auf der Kreuzung zwischen Heinrichsbrücke und Südbahnhof initiierten das Aktionsbündnis Kabelbruch und das Aktionsnetzwerk Jena eine Sitzblockade, um die Anreise weiterer Neonazis zu behindern. Diese konnte jedoch durch die Unentschlossenheit des Bürgerbündnisses Gera nicht aufrecht erhalten werden. Schon bei Beginn der Sitzblockade wurden daran Teilnehmende zum Aufstehen aufgefordert und als unfriedlich bezeichnet. Noch bevor von der Polizei auch nur eine Aufforderung kam die Blockade zu räumen, riefen Verantwortliche des Bürgerbündnisses selbst dazu auf. Später entsolidarisierten sie sich erneut. Als die Polizei willkürlich Personen aus dem Antifa-Block herauszog, rieten sie sich nicht provozieren zu lassen und weiter zu laufen.
Auf der Abschlusskundgebung sprach das Bürgerbündnis von einer erfolgreichen und friedlichen Demonstration mit 700 Teilnehmer(innen). Diese hätte gezeigt, dass Gera bunt, tolerant und weltoffen sei. Auch sei es erfreulich, dass die Polizei sich auf dem Abschlusskundgebungsplatz unter die Teilnehmer(innen) mische.
Wer von bunt, tolerant und weltoffen spricht, während in Debschwitz 4000 Neonazis feiern, verkennt entweder vollkommen die Realität oder versucht sich die Situation bewusst schönzureden. Das Fest ist mittlerweile zur Pilgerstätte der Neonazis geworden, die NPD sitzt im Stadtrat und alltägliche Angriffe nehmen zu. Hätten antifaschistische und linke Gruppen aus Gera und anderen Städten nicht an der Demonstration teilgenommen, wäre diese zur reinen Makulatur geworden. Statt sich mit der Sitzblockade zu solidarisieren, wurde diese vom Bürgerbündnis boykottiert. Der gestrige Tag war wie Christian Dornbusch zuvor ankündigte ein Armutszeugnis für die Stadt.
Trotzdem Danke an alle Leute und Gruppen, die nach Gera gekommen sind, den Antifa-Block und die Blockade unterstützt haben!
Antifa Aktion Gera [AAG]
Weitere Informationen:
http://kabelbruch.blogsport.de und
http://aag.antifa.net
Weniger zurückhaltend verhielt sich die Polizei gegenüber dem Antifa-Block auf der Demonstration des Bürgerbündnisses. Von Beginn an war dieser von einem Spalier umgeben und abgeschirmt. Später ankommende Teilnehmer(innen) wurden nicht mehr hineingelassen. Als die Demonstration auf dem Rückweg in die Stadt die Heinrichsbrücke überquerte kam es zu ersten Auseinandersetzungen. Die Aufstandsbekämpfungseinheit USK aus Bayern prügelte in den hinteren Teil des Blocks und verletzte mehrere Demonstrant(innen). Dieser Angriff zeigt, dass die Polizei alles daran setzte die Demonstration auf schnellstem Wege wieder in die Innenstadt zu treiben, um für einen störungsfreien Ablauf des Neonazifests zu sorgen. Nur entschlossene Gegenwehr konnte diese willkürliche Polizeigewalt eindämmen. Für ihre Strategie fand die Polizei willige Helfer bei den Geraer Verkehrsbetrieben (GVB). Mit aufgestellten Straßenbahnen wurde jeder Protest in Sichtweite unmöglich gemacht. Weitere Angriffe der Polizei erfolgten bis zum Ende der Demonstration. Dabei wurden mindestens 11 Personen teilweise brutal in Gewahrsam genommen. Der Polizeieinsatz war wie so oft unverhältnismäßig und martialisch.
Auf der Kreuzung zwischen Heinrichsbrücke und Südbahnhof initiierten das Aktionsbündnis Kabelbruch und das Aktionsnetzwerk Jena eine Sitzblockade, um die Anreise weiterer Neonazis zu behindern. Diese konnte jedoch durch die Unentschlossenheit des Bürgerbündnisses Gera nicht aufrecht erhalten werden. Schon bei Beginn der Sitzblockade wurden daran Teilnehmende zum Aufstehen aufgefordert und als unfriedlich bezeichnet. Noch bevor von der Polizei auch nur eine Aufforderung kam die Blockade zu räumen, riefen Verantwortliche des Bürgerbündnisses selbst dazu auf. Später entsolidarisierten sie sich erneut. Als die Polizei willkürlich Personen aus dem Antifa-Block herauszog, rieten sie sich nicht provozieren zu lassen und weiter zu laufen.
Auf der Abschlusskundgebung sprach das Bürgerbündnis von einer erfolgreichen und friedlichen Demonstration mit 700 Teilnehmer(innen). Diese hätte gezeigt, dass Gera bunt, tolerant und weltoffen sei. Auch sei es erfreulich, dass die Polizei sich auf dem Abschlusskundgebungsplatz unter die Teilnehmer(innen) mische.
Wer von bunt, tolerant und weltoffen spricht, während in Debschwitz 4000 Neonazis feiern, verkennt entweder vollkommen die Realität oder versucht sich die Situation bewusst schönzureden. Das Fest ist mittlerweile zur Pilgerstätte der Neonazis geworden, die NPD sitzt im Stadtrat und alltägliche Angriffe nehmen zu. Hätten antifaschistische und linke Gruppen aus Gera und anderen Städten nicht an der Demonstration teilgenommen, wäre diese zur reinen Makulatur geworden. Statt sich mit der Sitzblockade zu solidarisieren, wurde diese vom Bürgerbündnis boykottiert. Der gestrige Tag war wie Christian Dornbusch zuvor ankündigte ein Armutszeugnis für die Stadt.
Trotzdem Danke an alle Leute und Gruppen, die nach Gera gekommen sind, den Antifa-Block und die Blockade unterstützt haben!
Antifa Aktion Gera [AAG]
Weitere Informationen:
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http://aag.antifa.net
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Ergänzungen
Links
Nazifotos:
Interview mit Christian Dornbusch in der OTZ (siehe Ergänzungen):
SPD diffamiert Linke:
Gera bundesweit zweitgrößtes Neonazifest:
kleiner inhaltlicher fehler
enttäuscht...
Niemand hätte mit so einer Dimension der Anzahl der Teilnehmer des Nazi-Festes "Rock für Deutschland" gerechnet.
Der Antifa-Block war unterbesetzt und die Initiatoren des Bürgerbündnisses vereitelten jede Aktion von einzelnen Gruppen, wie beispielsweise die Sitzblockade auf der Brücke. Diese Behinderung des Zugangs wäre nicht nur symbolisch, sondern auch praktisch effektiv gewesen.
Das Abschlusskonzert war ernüchternd mit dem Hintergedanken, dass in der gleichen Stadt momentan 4000 Neonazis ihre widerwertige Hetze zelebrierten. Von dem Bündnis "Kabelbruch" angekündigte, dezentrale Aktionen, wie der berüchtigte Kabelbruch oder ein Bootsrennen mit den brennenden NPD-Flyern blieb ebenfalls aus. Ich stand mit meiner 3-Mann starken Bezugsgruppe auf der anderen Seite des Ufers mit direkten Blick auf das Nasenspektakel...und trotz eines Anrufs beim Infotelefon kam keine Verstärkung für eine spontane Aktion. Durch unser langes Zögern und Hoffen auf eine kleine Aktion mussten wir letztendlich vorbei an Nazi-Mobs, die den ganzen Stadtteil überschwemmten. Die Heimreise war für links aussehende Menschen unmöglich, da die Züge ab 19.00 Uhr komplett braun waren...
Bis auf die starke, hartnäckige Solidariät des Antifa-Blocks mit den rausgegriffenen und festgenommenen Leuten ließ der Erfolg von antifaschistischer Präsenz in Gera zu wünschen übrig. Das nächste Jahr braucht Gera mehr Beachtung, sowie Organisation!!! Das nächste braune Fest ungenießbar machen!!!
MDR berichtet:
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Typisch!
Respekt an die Antifaschisten, macht nächstesmal was eigenes und grösseres! Dann kann das Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen ua. mal zeigen was sie mit ihren paar 100 gegen 4000 Neonazis aus ganz Europa machen will. Vielleicht wachen sie ja dann mal auf! Oder sie basteln weiter bunte Luftballons gegen Rassismus, die ja bekannt dafür sind ungeahnt wirkungsvoll zu sein!
Schade
Mein Gott, dieses pubertäre Scheiß-voll-auf-aggro-Getue kotzt doch nur an...was hätten wir gemacht,wären wir bis zum Fest gekommen? "Nazis raus" gebrüllt? Auf die Fresse bekommen? Den Dicken markiert? Rumgeprollt? Hinter Eisenzäunen große Fresse haben?
...
Scheiß Ergbenis, der ganze Tag! Nächstes Jahr auf ein Neues!
8.8. wieder Naziaufmarsch in Stolberg
Weitere Infos:
In Artikel 1 des Grundgesetzes heißt es :
"Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist die Aufgabe aller staatlichen Gewalt."
Soweit die Theorie. Die Praxis, wiederholt bestätigt durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe:
"Die Versammlungsfreiheit der Nazis ist unantastabar, sie zu achten und zu schützen ist die Aufgabe aller staatlichen Gewalt."
Gera
@mike
paranoid, mehr sag ich dazu nicht...
Duisburer Neonazi
W war federführend bei der ehemals aktivsten JN Gruppe in NRW. Nach internen Zerwürfnissen verliess W den JN Stützpunkt, blieb aber eigenen Aussagen zufolge weiterhin Mitglied der NPD und JN.
Seit Auflösung des JN Stützpunkt Duisburg hörte man von Wnicht mehr viel. Zudem, so schien es, hatte W seinen Strassenaktivismus und arbeit im "Nationalen Widerstand".
Das W doch noch aktiv sieht man auf diesem Bild. In anbetracht W's Karriere in der Naziszene ist davon auszugehen, dass er sich nach wie vor auch an faschistischen Demonstrationen beteiligt (nur fällt es in Zeiten der Kapuzen-Nazis wohl weniger auf) und im "Nationalen Widerstand" aktiv ist.
Thorsten W
Bahnhofstr. XX
47137 Duisburg - Meidereich
Wir haben ein Auge auf Dich, Thorsten!
Scheißtag
Da kommen sie im nächsten Jahr bestimmt gerne wieder, wenn sie mit so offenen Armen empfangen werden.
700 zueinander insgesamt unsolidarische Menschen (von einzelnen Gruppen abgesehen) gegen 4000 Nazis ist mehr Pseudoprotest als ernstzunehmender welcher.
Ein breites Bündnis auch und gerade mit AnwohnerInnen ist für den Widerstand gegen Nazis wichtig. Sieht das Ergebnis aber so aus, wie im Artikel beschrieben, kann darauf auch verzichtet werden.
Dann entweder subversiv die Bürgerbewegung Gera unterlaufen oder doch was ganz Eigenes auf die Beine stellen.
Trotz dieses Misserfolges für uns ein großes Dankeschön an alle, die dort waren!!
Weltoffen