Anmerkung der Moderationsgruppe:
Trotz der Bitte, de.indymedia.org zum Veröffentlichen von eigenen Berichten und selbst recherchierten Reportagen zu nutzen, wurde hier ein Text aus einer anderen Quelle, ein Flugblatt, eine Presseerklärung oder eine Stellungnahme einer Gruppe reinkopiert.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia ein umfassendes Infoportal mit Kopien möglichst vieler vermeintlich wichtiger und lesenswerter Texte anzubieten. Indymedia will eine Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihre eigenen Inhalte bieten. Die strategische Zweitveröffentlichung von Texten gehört nicht zu den Zielen dieses Projektes.
Bitte lest zu diesem Thema auch die Crossposting FAQ.
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4000 bei der Megaspree-Parade in Berlin
Vor knapp einem Jahr stimmten 87 Prozent der Friedrichshain-Kreuzberger bei einem Bürgerentscheid gegen eine Bebauung des Spreeufers. Doch für die Strandbars und Clubs am Spreeufer bleibt die Zukunft düster. Sie haben deshalb erneut mobil gemacht - unter anderem mit einer riesigen Megaspree-Parade.
Samstagnachmittag Berlin: an drei Standorten sammeln sich die Teilnehmer zur Megaspree Demo, in Treptow, in Friedrichshain und in Kreuzberg. Manche bunt verkleidet, wie beim Karneval der Kulturen, andere mit Demo-Plakaten wie “Nie mehr Sex on the beach – Nein Danke!” oder “Spreeufer für Alle!”. Physisches Ziel: die Abschlusskundgebung vor dem roten Rathaus. Ziel der Organisatoren: der Kampf gegen die “Mediaspree-Investoren”.
Gegen 17 Uhr 45 Uhr fahren zwei kleine Boote auf der Spree, eins mit dem schweren Styropor-Riesenbaby im Schlepptau. Das Motto: Berlin treibt ihre Kinder ab. Vier Wassschutzpolizeiboote eskortieren die 8 Organisatoren der Wasser-Aktion. An der Mühlenstraße, ca. 18 Uhr, stehen ein paar hundert Zuschauer, 16 Polizei-Mannschaftswagen sind allein hier im Einsatz, dazu einige weiße Mäuse (Motorrad-Polizei). Der Demonstrationszug nähert sich – eine bunte fröhliche Mischung von Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft und allen Altersklassen. Einige Zugwagen sind bunt verkleidet, die kleineren werden umschwirrt von tanzenden Demonstranten, die großen Wagen haben eine eigene Tanzfläche auf dem Hänger.
Erinnerungen an die ersten Jahre der Love Parade kommen auf.
Tiefe Bässe, ein satter Groove und viele chillige Sounds dröhnen über die Straße, eine Polizistin am Rande, eingepackt in eine martialische Uniform, die selbst aus einer 55kg Frau eine russische Schwergewichts-Olga mit einer Kreuzbreite von 80cm macht. Sie wippt rhythmisch mit, ich fotografiere sie, ein Kollege von ihr stößt sie an, sie hört auf und guckt dann gekonnt böse.
Rund 2000 Demonstranten ziehen auf der Mühlenstraße vorbei Richtung Alexanderplatz – am Ende werden es wohl rund 4000 gewesen sein. Die Polizei hatte ein massives Aufgebot zu Wasser und auf der Straße, am Rande wurde gar der stramme Gänsemarsch geübt, ein Dutzend Beamte parallel zur Demonstrantengruppe laufend.
Witzig: Spieglein, Spieglein an der Wand, noch bist du die geilste Stadt im Land.
Einige der Unterzeichner gegen die Mediaspree sind selber Unternehmer und wollen ihre als alternative Projekte angefangenen Clubs, Gastronomien und Biergärten retten, haben deshalb die Wagen zur Demo gesponsort. Und ihre Fans mitgebracht, die das RAW, das YAAM, den Ostrand, Cassiopeia, die Bar 25 und andere erhalten wollen.
Rund ein Jahr nach dem erfolgreichen Bürgerbescheid, der weder rechtlich bindend noch eine große Wahlbeteiligung (19,1%) hatte, wollen die Gegner des Mediaspree Konzeptes noch einmal auf sich aufmerksam machen. Und wahrscheinlich eine neue Diskussion beginnen.
Ob der Protest allerdings etwas bewirken wird, außer dem offensichtlichen Spaß (den er auch mir bereitet hat), bleibt eher fraglich. Denn die politischen Entscheidungen sind längst gefällt, und trotz Wirtschaftskrise boomt das Areal, der Verkauf der Filetgrundstücke ist weit vorangeschritten, und die meisten der Flächen, die bis Ende des Jahres fertig gestellt werden, sind schon vermietet.
Fakt ist, das wirklich viele Arbeitsplätze auf dem Gelände entstehen.
Bedauerlich, dass weder der Bezirksbürgermeister, noch die Investoren und die Gegner es geschafft haben, ein gemeinsames Konzept für alle zu entwickeln.
Denn wie mir ein Teil-Sympathisant der Demo heute sagte:“Ich finde, das Gelände sollte für alle da sein, die Bewohner der Stadt, dazu gehören die Alternativen, die kleinen gewachsenen Clubs und auch die, die die anderen nur Yuppies oder Dinks nennen.”
Da hat er Recht, denn in dieser Stadt ist (noch) Platz für alle, für bunte Demos, tolle schräge Clubs am Ufer und schicke/öde Glas-Stahl Paläste. Und eine Gentrifizierung findet zumindestens in diesem Areal nicht statt, da es ja neu bebaut wird und niemand wegziehen muss. Und die jetzt ansässigen Clubs und Gastronomien sind nicht gerade mit volkstümlichen Preisen ausgestattet.
Immerhin ist das Ziel erreicht, dass ein breiter Uferstreifen an fast allen Stellen eine durchgehende Promenade am Spreeufer ermöglicht, und zwar bald von Stralau bis zur Jannowitzbrücke. Erst vor ein paar Wochen wurde ein weiterer Abschnitt von der Oberbaumbrücke bis zum Oststrand eröffnet.
Gegen 17 Uhr 45 Uhr fahren zwei kleine Boote auf der Spree, eins mit dem schweren Styropor-Riesenbaby im Schlepptau. Das Motto: Berlin treibt ihre Kinder ab. Vier Wassschutzpolizeiboote eskortieren die 8 Organisatoren der Wasser-Aktion. An der Mühlenstraße, ca. 18 Uhr, stehen ein paar hundert Zuschauer, 16 Polizei-Mannschaftswagen sind allein hier im Einsatz, dazu einige weiße Mäuse (Motorrad-Polizei). Der Demonstrationszug nähert sich – eine bunte fröhliche Mischung von Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft und allen Altersklassen. Einige Zugwagen sind bunt verkleidet, die kleineren werden umschwirrt von tanzenden Demonstranten, die großen Wagen haben eine eigene Tanzfläche auf dem Hänger.
Erinnerungen an die ersten Jahre der Love Parade kommen auf.
Tiefe Bässe, ein satter Groove und viele chillige Sounds dröhnen über die Straße, eine Polizistin am Rande, eingepackt in eine martialische Uniform, die selbst aus einer 55kg Frau eine russische Schwergewichts-Olga mit einer Kreuzbreite von 80cm macht. Sie wippt rhythmisch mit, ich fotografiere sie, ein Kollege von ihr stößt sie an, sie hört auf und guckt dann gekonnt böse.
Rund 2000 Demonstranten ziehen auf der Mühlenstraße vorbei Richtung Alexanderplatz – am Ende werden es wohl rund 4000 gewesen sein. Die Polizei hatte ein massives Aufgebot zu Wasser und auf der Straße, am Rande wurde gar der stramme Gänsemarsch geübt, ein Dutzend Beamte parallel zur Demonstrantengruppe laufend.
Witzig: Spieglein, Spieglein an der Wand, noch bist du die geilste Stadt im Land.
Einige der Unterzeichner gegen die Mediaspree sind selber Unternehmer und wollen ihre als alternative Projekte angefangenen Clubs, Gastronomien und Biergärten retten, haben deshalb die Wagen zur Demo gesponsort. Und ihre Fans mitgebracht, die das RAW, das YAAM, den Ostrand, Cassiopeia, die Bar 25 und andere erhalten wollen.
Rund ein Jahr nach dem erfolgreichen Bürgerbescheid, der weder rechtlich bindend noch eine große Wahlbeteiligung (19,1%) hatte, wollen die Gegner des Mediaspree Konzeptes noch einmal auf sich aufmerksam machen. Und wahrscheinlich eine neue Diskussion beginnen.
Ob der Protest allerdings etwas bewirken wird, außer dem offensichtlichen Spaß (den er auch mir bereitet hat), bleibt eher fraglich. Denn die politischen Entscheidungen sind längst gefällt, und trotz Wirtschaftskrise boomt das Areal, der Verkauf der Filetgrundstücke ist weit vorangeschritten, und die meisten der Flächen, die bis Ende des Jahres fertig gestellt werden, sind schon vermietet.
Fakt ist, das wirklich viele Arbeitsplätze auf dem Gelände entstehen.
Bedauerlich, dass weder der Bezirksbürgermeister, noch die Investoren und die Gegner es geschafft haben, ein gemeinsames Konzept für alle zu entwickeln.
Denn wie mir ein Teil-Sympathisant der Demo heute sagte:“Ich finde, das Gelände sollte für alle da sein, die Bewohner der Stadt, dazu gehören die Alternativen, die kleinen gewachsenen Clubs und auch die, die die anderen nur Yuppies oder Dinks nennen.”
Da hat er Recht, denn in dieser Stadt ist (noch) Platz für alle, für bunte Demos, tolle schräge Clubs am Ufer und schicke/öde Glas-Stahl Paläste. Und eine Gentrifizierung findet zumindestens in diesem Areal nicht statt, da es ja neu bebaut wird und niemand wegziehen muss. Und die jetzt ansässigen Clubs und Gastronomien sind nicht gerade mit volkstümlichen Preisen ausgestattet.
Immerhin ist das Ziel erreicht, dass ein breiter Uferstreifen an fast allen Stellen eine durchgehende Promenade am Spreeufer ermöglicht, und zwar bald von Stralau bis zur Jannowitzbrücke. Erst vor ein paar Wochen wurde ein weiterer Abschnitt von der Oberbaumbrücke bis zum Oststrand eröffnet.
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Ergänzungen
Spaltung - Tiere auf Demonstrationen
Traurig war, dass ein Wagen von zwei Pferden gezogen wurde. Die Tiere zwischen so lauter Musik, das ist ganz sicher nicht artgerecht. Zudem war das auch ein bisschen gefährlich, ich habe mich jedenfalls neben den Pferden sehr unwohl gefühlt.
copy & paste
Fotos bei...
Flickr 02
Flickr 03
Bilder und mehr
Bevor das große Zahlenraten beginnt, die Meute war unübersichtlich und daher nicht einfach zu zählen. Die Bullen labbern was von 2000, die Veranstalter von 8000. Die Mitte dürfte es gewesen sein. Ganz egal ob nun 2000, 5000 oder 8000 (oder sogar 10000) auf der Strasse waren. Die Parade war FETT und LAUT.
Und nicht vergessen:
Am 6.9.2009 findet auf der Berliner Oberbaumbrücke wieder die diesjährige Wasserschlacht statt!!!
@Marni
Aber: Natürlich muss von den Brachen des "Areals" keiner wegziehen, aber was ist mit schon erwähntem "Schwarzen Kanal" und Co.?
Was ist mit den Leuten, die sich die (eh schon mächtig gestiegenen) weiter steigenden Mieten nicht mehr leisten können? Das gehört alles zu "Mediaspree".
Fakt ist, Mediaspree wird (nicht nur) Friedrichshain-Kreuzberg kaputt machen! Denn die Leute die den Bezirk zu dem gemacht haben, weswegen er so beliebt ist, können sich das Leben dort schon lange nicht mehr leisten! Und die Kreativen, die noch (überwiegend) bezahlbare Alternativ-Kultur organisieren werden dann entweder gezwungen die Preise so zu erhöhen (nen Bier in z.B. Bar25 is jetzt schon ganz schön teuer!), dass normale Menschen sch das kaum noch leisten können, oder müssen irgendwo in wesentlich weniger attraktive Bezirke umsiedeln...
Also übedenk das nächste Mal, wenn du schreibst es wird niemand vertrieben!
Titel der Ergänzung
Teilnehmerzahlen
Beim Start am O-Platz sah es noch etwas dünn aus, aber bis zum SO36 am Heinrichplatz waren schon jede Menge Leute dazu gestoßen.
Dort wurde auch eine erfreulich politische, kurze Rede gehalten, die klar machte, daß es eben nicht nur um Party party hyper hyper geht, sondern um knallharte Gentrifizierung wie aus dem Lehrbuch.
Daß eben Hausbesitzer lieber ruhige Yuppies als Schmuddelclubs wollen um ihre Immobilien aufzuwerten, Migranten und Hartz-empfänger gerne austauschen wollen um noch reicher zu werden mit ihren 30 Häusern! Findet seit schon viel zu langer Zeit massiv in Kreuzberg 36 statt.
Dann gabs bis zur Köpi wieder nur viel Musik (zum Glück nicht nur wumwummtechno) dort einen weiteren kleinen Redebeitrag und dann bis zum Treffpunkt an der Jannowitzbrücke.
Die Botschaft kam vermutlich bei den meisten Passanten und Anwohnern nur bedingt rüber aber immerhin gab es ja aussagekräftige Transparente.
Ob sich von der Parade allerdings dieselben Politiker beeindrucken lassen, die auf Volksentscheide oder Petitionen pfeifen... bleibt leider fraglich!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
4000? — da
aha — Olga