Lüner Nazi geoutet

Antifascist Crew Lünen Süd 07.07.2009 12:32 Themen: Antifa
Am Montag, den 6.Juli 2009, verteilten AntifaschistInnen im Bereich Seelhuve/Am Triftenteich in der Stadt Lünen Flugblätter an mehrere Hundert Haushalte, in denen auf einen dort wohnenden Neo-Nazi hingewiesen wurde. Im Folgenden dokumentieren wir die Gründe der Verantwortlichen für dieses Outing.
" Am Montag dieser Woche verteilten wir, Lüner AntifaschistInnen, Flugblätter an ca. 350 Haushalte rund um den Wohnort von Andrè Machill in der Schillstraße 5, in der Siedlung „Am Triftenteich“. Auf den Flugblättern wurde auf Machills rechtsextremen Hintergrund und seine begangenen Straftaten hingewiesen, zu denen hauptsächlich das massenhafte Beschmieren von Stromkästen, Hauswänden und Bushaltestellen mit rechtsextremen Parolen in seinem Wohnumfeld gehört. Begangen wurden diese Schmierereien hauptsächlich mit Schablonen, welche vom „Nationalen Widerstand“ (NW) Dortmund bereitgestellt werden, und auf den sogenannten „nationalen Antikriegstag“ hinweisen.

Der „nationale Antikriegstag“ ist eine seit fünf Jahren jährlich stattfindende Neo-Nazi Demonstration am 5.September in Dortmund, bei der vorgeblich gegen „imperialistische Kriege“ demonstriert werden soll. In Wahrheit geht es um altbekannte Themen – verpackt in „neue“ Inhalte. Beim angeprangerten, sogenannten „US-israelischen Imperialismus“, gegen den sich die Demonstration wendet, handelt es sich bei genauerem Hinsehen um ein aus dem Nationalsozialismus der 30er Jahre bekanntes Feindbild: Das so genannte „Weltjudentum“, welches nicht nur die Fäden im Hintergrund ziehe, sondern damit auch für sämtliche Kriege, inklusive dem zweiten Weltkrieg verantwortlich sei. Es ist jedoch nichts weiter als der klassische Antisemitismus der Nazis, neuverpackt und in populäre Inhalte wie „Anti-Imperialismus“ und „Anti-Kapitalismus“ gequetscht.
Worum es den Nazis wirklich geht, wird bei einem Blick auf die „nationalen Antikriegstage“ der letzten Jahre deutlich: Oft ist die Parole „Nie wieder Krieg – nach unserem Sieg“ zu hören, was nichts anderes bedeutet als das Fortführen der Vernichtungspläne der antisemitischen NSDAP, also der Tötung sämtlicher Juden und Jüdinnen. Keine Juden, kein Krieg – so lässt sich rechtsextremer „Anti- Kapitalismus und –Imperialismus“ zusammenfassen. (siehe auch  http://s5.noblogs.org)
Doch zurück zu Andrè Machill. Machill stammt aus Hessen, wo er 1986 geboren wurde und auch aufwuchs – bis es ihn aus nicht bekannten Gründen ins westfälische Lünen an der Lippe zog. Machills Vergangenheit als rechtsextremer Skinhead lässt sich leicht anhand der szenetypischen Tätowierungen an Armen und Beinen erkennen – Spinnennetz am rechten Ellbogen, germanische Runen an den Waden. Wie der größte Rest der nordrhein-westfälischen Naziszene allerdings auch, fühlt Machill sich mittlerweile einem anderen Nazi-Trend zugehörig: Den so genannten „Autonomen Nationalisten“(AN), welche sich hauptsächlich, bzw. fast ausschließlich darüber definieren, dass sie Aussehen und Vorgehen von linken Autonomen imitieren – demonstriert wird im militanten schwarzen Block, gekleidet wird sich im Stil jugendlicher SkateboarderInnen: Kappen, Buttons, Kapuzenpullis, Tunnel in den Ohren. Ein „eigenes“ Logo haben die sog. „AN“ auch – das von der antifaschistischen Aktion seit den 30er Jahren verwendete Emblem der Doppelfahnen versehen mit dem Zusatz „Nationale Sozialisten Bundesweite Aktion“. Zur Taktik der AN gehört nicht nur das Kopieren von Kleidungsstilen, auch Symbole und Parolen werden größtenteils kopiert und mit rechtsextremen Inhalten versehen. Wie oben beschrieben verpacken sie ihre ewig gestrigen Ideen und Vorstellungen vom Nationalsozialismus in ein moderneres Gewand – die Ideologie hingegen ist gleich geblieben.
So lebt Machill nun seit einigen Monaten in Lünen, wo es mit rechtsextremen Aktivitäten abgesehen von Saufgelagen, Pöbelein und vereinzelten Schlägereien seit Jahren mau aussieht. Dank Machill wurde die Lüner Naziszene zunehmend aktiver, politischer und gewann neue Anhänger. Vor wenigen Monaten gründete er die „Freien nationalen Aktivisten Lünen“ mit eigener, von Machill verwalteter, Präsenz im Internet. Dort sind neben kopierten Artikeln des „NW Dortmund“ auch eigene „Berichte“ zu lesen – unter anderem von einer von Machill organisierten Fahrt zu einer Neonazi Demonstration in Dorsten. Auf dem Weg zu besagter Demonstration griff Machill am Lüner Bahnhof einen Antifaschisten an und versuchte dessen Kamera zu zerstören. Im „FNAL“ Bericht zu diesem Vorfall bezeichnet Machill seine eigenen Gewaltexzesse widerlicher weise als „Gewaltsport“, kurz „G.Sport“ – ein Begriff aus der Fußball Hooligan Szene. Neben Aktivitäten im Rahmen der „FNAL“, pflegt Machill auch Kontakte zum „Nationalen Widerstand Dortmund“. So war Machill dabei, als 400 Neonazis die friedliche Kundgebung des DGB zum 1.Mai in Dortmund unter anderem mit Stöcken, Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern attackierten. Bei Eintreffen der Polizei wurde diese ebenfalls angegriffen, und mehrere Streifenwagen demoliert. Auf dem Rückweg von der Demonstration betrieb Machill gemeinsam mit 2 anderen Lüner Neonazis fleißig „Gewaltsport“ – zu 3. hetzten sie einen 16 jährigen vermeintlichen Antifaschisten vom Bahnhof Preußen bis nach Horstmar.
Ca. einen Monat vorher, am 9.April 2009, fungierte Machill als Ordner auf einer „Spontandemonstration“ vor dem Amtsgericht Ahlen, in dem zeitgleich das Urteil gegen zwei führende Personen der ostwestfälischen Naziszene verlesen wurde – die Anklage lautete auf über zehn Fälle von schwerer Körperverletzung, Volksverhetzung, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbolik und Sachbeschädigung. Auf der nachfolgenden Neonazi Demonstration wurde das Ende der „Juden Justiz“ gefordert, und eine klare Drohung an die antifaschistischen ProzessbeobachterInnen ausgesprochen: „Linkes Gezeter – 9 Millimeter“. (siehe WDR Bericht:  http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/04/09/lokalzeit-muensterland-junge-rechte.xml )
Andrè Machill ist ein gewaltbereiter Neonazi, Antisemit, Rassist und Nationalist. Zudem ist er Rädelsführer der organisierten Lüner Neonazis – Anlass für uns als engagierte AntifaschistInnen Machills Nachbarschaft über seine Machenschaften aufzuklären. Schluss mit neonazistischen Aktivitäten in Lünen, ausgeführt aus der vermeintlich sicheren Anonymität. Eben diese Anonymität wollen wir den Nazis nehmen und ihnen somit die Basis für ihre Aktivitäten entziehen. Daher wird diese Verteilaktion sicherlich nicht die letzte ihrer Art gewesen sein!
Faschistische Strukturen angreifen – Nazis aus der Anonymität reißen!
Für eine befreite Gesellschaft!
Gez.
Antifaschistische Gruppen aus Lünen "
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Super — Horst

Yeah! — :)

löschen! — alfred j.k.

@alfred j.k. — jhn

Ui... — klartext