Zelayas Rückkehr nach Honduras
Am Samstag den 04.Juli kündigte der Präsident von Honduras Jose Manuel Zelaya seine Rückkehr nach Tegucigalpa an.
Tausende SymphatisantInnen versammelten sich bereits am Samstag Abend am Flughafen um ihren Präsidenten willkommen zu heißen. Dabei setzten sich die DemonstrantInnen friedlich gegen die Polizei durch, die Ihnen den Zugang zum Flughafen verweigern wollten. Die Putschisten um Micheletti kündigten schon am frühen Morgen an das die argentinische Präsidentenmaschine keine Landeerlaubnis für Honduras erhalten würde.
Internationale Beobachter, die katholische Kirche in Honduras und Teilnehmer der sozialen Bewegungen in Honduras befürchteten ein Blutbad.
Unter der Woche fanden Zwangsrekrutierung von jungen Männern statt. Beobachter gehen davon aus, dass die Zwangsrekrutierungen eine Reaktion auf zahlreiche Vorfälle von Fahnenflucht sind. Weiterhin werden Journalisten und Symphatisanten Zelayas verfolgt und gefoltert. Das ganze Wochenende kontrollierte das Militär die Zufahrtstraßen zur Hauptstadt um potentielle Demonstranten an der Weiterfahrt zu hindern.
Am Sonntagmorgen kamen trotz der Repression Menschen aus allen Landesteilen und vor allen aus der Hauptstadt zusammen um bei der Ankunft von Zelaya am Flughafen zu sein. Obwohl die Putschregierung am Mittwoch zentrale Grundrechte wie das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf friedliche Versammlungen außer Kraft gesetzt hatte versammelten sich Tausende rund um den Flughafen. Während die Anhänger Zelayas mit starker Represseion seitens desMilitärs und der Polizei rechnen mussten versammelten sich die AnhängerMichelettis (gezwungenermaßen) zu Propagandaveranstaltungen um Videomaterial für das offizielle Staatsfernsehen und ausländische Medienanstallten anzufertigen.
Radio Progresso und Radio Liberada sowie viele andere lokale Radios berichteten mit mobilen Einheiten direkt von der Demonstration rund um den Flughafen. Schon vor den großen Demonstrationen berichtete Kaos En La Red von Unternehmern die der Regierung Michelettis die Gefolgschaft verweigern würden und ihm zu Verhandlungen mit Zelayas raten.
Um 15:30 Uhr in Honduras (11:30 MESZ) meldete Telesur das zehntausende von Demonstranten den Flughafen umschlossen haben der zu dieser Zeit noch immer von Soldaten und Polizisten besetzt war. Quellen aus Honduras sprachen von 50 000 Demonstrierenden.
Währenddessen forderte Zelaya via Telesur die Streitkräfte zum Rückzug auf. Er bat seine Anhänger auf Gewalt zu verzichten und sich verbal mit den Soladten und den Polizisten auseinanderzusetzen um diese von seiner Legitimität zu überzeugen. Zu dieser Zeit befand sich der Präsident kurz vor dem Eintritt in den Luftraum von Honduras.
Eine halbe Stunde später begannen die Repressionsorgane mit Tränengas und scharfen Waffen die friedliche Demonstration anzugreifen. Bereits bei den ersten Auseinandersetzungen wurden mindestens zwei Menschen vom Militär erschossen und dutzende verletzt. Laut Telesur waren insbesondere Journalisten Ziel der Aggressionen.
Um 17:30 Uhr lokale Zeit (01:30 Montag, MESZ) kreiste die Maschine mit Zelaya über dem Flughafen. Die Militärregierung verhinderte die Landung der Maschine indem sie die Landebahn blockierte und über Funk androhte die Maschine abzufangen. Der Präsident gab in einem Interview mit Telesur bekannt, dass sich die Maschine einen Ausweichflughafen außerhalb von Honduras suchen werde. Von dort aus wird er mit den PräsidentInnen von Argentinien, Ecuador und Paraguay in Kontakt treten um das weitere Vorgehen zu besprechen. Zelaya forderte von der internationalen Gemeinschaft und insbesondere von den USA eine starke Reaktion um gemeinsam die Militärherrschaft in Honduras zu beenden.
Gerüchte über die Rolle der USA als stiller Unterstützer der Putschisten werden immer wieder von verschiedenen Seiten in die Disskusion mit eingebracht. Der Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel zeigte sich in einem Interview mit ALERüberzeugt, dass die USA ein doppeltes Spiel in Honduras betreiben undmit Absicht sehr schwammige Erklärungen zum Thema abgeben.
Angesichts derartiger Repression gegen die Bevölkerung in Honduras erscheint es geradezu sarkastisch, wenn eine Bundestagspartei in Deutschland weiterhin die Putschisten verteidigt.
Noch immer behaupten deutsche Medien bei jedem Beitrag über Honduras, dass Zelays die Verfassung ändern wollte um wieder gewählt werden zu können. In Wahrheit wollte Zelaya am vergangenen Sonntag das Volk lediglich darüber Abstimmen lassen, ob am Tag der nächsten Präsidentenwahl, bei der er schon gar nicht mehr angetreten wäre, darüber abgestimmt werden soll ob im Jahre 2010 eine verfassungsgebende Versammlung einberufen werden solle. Die verfassungsgebende Versammlung hätte also zu einem Zeitpunkt stattgefunden an dem Zelaya schon gar nicht mehr Präsident gewesen wäre. Zelaya hat niemals versucht das Wiederwahlverbot in der Verfassung aufzuheben um wieder kandidieren zu können.
In den letzten Jahren haben Venezuela, Bolivien und Ecuadorin Lateinamerika eine verfassungsgebende Versammlungeneinberufen und in allen drei Ländern wurde die neue Verfassung in einemVolkentscheid angenommen. Die demokratische Neuordnung die mit einerneuen Carta Magna einhergeht ist meist mit Machtverlusten für traditionelle Eliten verbunden und ist ein Schritt von der repräsentativen Demokratie hin zur partizipativen Demokratie.
"Redaktionsschluss" Montag 2 am (MESZ)!
Weitere Artikel auf linksunten:
- 04.07 - Der Tag vor der Rückkehr des Präsidenten
- 01.07 - Honduras: 4 Tage nach dem Staatsstreich
- 29.06 - Staatstreich in Honduras
Weitere Berichterstattung auf Deutsch:
Berichterstattung auf Spanisch:
- Kaos En la Red (Barcelona, España)
- Telesur (America Latina / Venezuela)
- La Jornada (Mexico)
- Indymedia Honduras (Honduras)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Versammelt euch vor der Botschaft
Weitere Nachrichtenquellen
- ANRed:
- Socialismo o Barbarie:
- gesammelte Presseartikel zu Honduras auf ESSF:
¡ABAJO EL GOBIERNO GOLPISTA!
¡HUELGA GENERAL HASTA QUE CAIGA!
Botschaft der Popular Resistance Front
Wir senden der nationalen und internationalen Gemeinschaft folgende Botschaft:
1- Dass wir die Tatsache verurteilen, dass in den frühen Morgenstunden des 28. Juni 2009 ein brutaler und inhumaner Miltärputsch gegen die legal konstituierte Regierung von Manuel Zelaya Rosales, Präsident der Republik Honduras, verübt wurde.
2- Dass es nicht wahr ist, dass Präsident Manuel Zelaya Rosales und sein Kabinett auf ihre Positionen verzichtet hätten. Dieses "Argument" wird vom Nationalkongress verwendet, um die Absetzung von Präsident Zelaya und dessen Ersetzung durch Roberto Micheletti Baín legal erscheinen zu lassen.
3- Dass die Bevölkerung von Honduras und die internationale Gemeinschaft nur Manuel Zelaya Rosales als den aktuellen und einzigen Präsidenten der Republic Honduras anerkennen.
4- Dass wir die Popular Resistance Front dauerhaft und auf nationaler Ebene sowie koordiniert mit allen Bezirken des Landes organisiert haben, um aktiven und friedlichen Widerstand zu leisten, damit die verfassungsmäßige Ordnung wiederhergestellt und die Einhaltung der Menschenrechte erreicht wird.
5- Dass die Verantwortlichen für den Putsch ein Klima der Bedrohung, der Unsicherheit und des Terrors geschaffen haben, der das Leben der honduranischen Bevölkerung und aller unserer Frauen und Männer bedroht, die für die partizipative Demokratie demonstriert haben.
6- Wir rufen die nationale und internationale Gemeinschaft zur Solidarität auf, um die verfassungsmäßigen Rechte und die Souveränität der Bevölkerung von Honduras wieder herzustellen.
7- Dass wir mit Würde und Achtung die Belagerung durch Gerüchte und Lügen zurückweisen, mit denen mächtige Gruppen und die Täter des Putsches versuchen, den Willen der Bevölkerung für Demokratie zu lähmen.
8- Wir rufen die gesamte Bevölkerung auf, wachsam zu bleiben und alle zur Verfügung stehenen öffentlichen Plätze friedlich zu besetzen, einschließlich der Umgebung des Präsidentenpalastes in Tegucigalpa, Symbol der legal verfassten Demokratie.
Tegucigalpa, 28. Juni 2009
Popular Resistance Front
Übersetzung: Wilfried Hanser-Mantl
UTube sperrt Video zum Tod von Isis Obed
Sein Name erscheint gerade in vielen Blogs und in der Twitter Comnmunity, wie man googlen kann.
Tod von Obed: Audio mit Augenzeugen
Video der letzten Minuten Isis Obeds
Zelaya.....
Andres Conteris auf democracy now
Stimmen zu Honduras
Weshalb Zelayas Handlungen in Honduras sowohl legal als auch verfassungsmässig waren
Anmerkung des Herausgebers von welcome-back Rebel Reports: Rebel Reports veröffentlicht diesen Original-Artikel als Antwort an jene, die behaupten, dass der Coup in Honduras legal und/oder verfassungsmässig war und an die Berichte jener Medien, die beständig falsche Charakterisierungen von dem honduranischen Gesetz und den Handlungen Präsident Zelayas wiederholen. Jeremy Scahill
Reflektionen über Honduras
Dienstag, 7. Juli 2009 | Thema: Politik, Seht hin!, Ticker
Von Nemetico | – Für viele ist die Entwicklung in Honduras überraschend gekommen, und es scheint auf den ersten Blick etwas schwierig, die dort laufenden Spiele zu durchschauen.Ich werde jetzt einfach mal einige vorläufige und noch zu prüfende Gedanken dazu formulieren.
junge welt:
Dramatische Stunden
Armee in Honduras vereitelt Rückkehr Zelayas: Hunderttausende zum Empfang am Flughafen. Militär feuert in die Menge und droht mit Abschuß der Präsidentenmaschine
wsws:
Truppen töten Anti-Putsch-Demonstranten am Flughafen in Honduras
Von Barry Grey
7. Juli 2009
aus dem Englischen (6. Juli 2009)
Honduranische Truppen haben am Sonntag vor dem Flughafen der Hauptstadt auf demonstrierende Anhänger des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya geschossen und dabei mindestens zwei Menschen getötet und viele verwundet. Tausende waren vor dem schwer bewachten Flughafen zusammengeströmt, um ihre Unterstützung für den abgesetzten Präsidenten zu zeigen, der im Verlauf des Tages von Washington, DC, aus per Flugzeug versucht hatte, wieder in Honduras einzureisen und seine Machtposition wieder einzunehmen.
labournet:
arbeitermacht:
Nieder mit dem Militärputsch!
Dave Stockton, Infomail 435, 1. Juni 2009
Am 28. Juni putschten die Generäle der honduranischen Armee mit Unterstützung des obersten Gerichts gegen den amtierenden Präsidenten Jose Manuel Zelaya Rosales und wiesen ihn nach Costa Rica aus.
Jugendliche, ArbeiterInnen und Arme, also der Großteil der Wahlbevölkerung, gingen auf die Straße, um gegen die Amtsenthebung des Präsidenten zu protestieren. Der honduranische Gewerkschaftsführer Angel Alvarado rief aus Protest gegen den Staatsstreich für den 29.6. zum Generalstreik auf.
Honduras: Deutsche Partner der Putschisten
Von Harald Neuber
Hintergrund.de (07.07.2009)
amerika21:
Wie die Friedrich-Naumann-Stiftung die Verantwortlichen für den Staatsstreich unterstützt
Es hätte ein Befreiungsschlag für die Oberschicht im kleinen mittelamerikanischen Honduras werden sollen: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni umstellten mehrere Einheiten der Armee das Wohnhaus des Präsidenten Manuel Zelaya. Ein Kommando schwer bewaffneter und maskierter Soldaten drang bis ins Schlafzimmer des linksliberalen Politikers vor. Der 57-jährige wurde aus dem Bett gezogen und auf eine Militärbasis nahe der Hauptstadt Tegucigalpa verschleppt. Wenige Stunden später schoben ihn die Putschisten nach Costa Rica ab, von wo aus er sich über den lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur an die Öffentlichkeit wandte.
Honduras, die Putschisten und der Vatikan
Von Harald Neuber
amerika21.de
In der zweiten Woche nach dem Militärputsch in Honduras demonstrieren wieder Hunderttausende gegen die Machthaber in Tegucigalpa. Die Menschen fordern eine Rückkehr zur Demokratie, nachdem der gewählte Präsident des Landes, Manuel Zelaya, am 28. Juni von einem schwer bewaffneten und maskierten Kommando der Armee aus seinem Bett gezerrt und verschleppt wurde.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
@fab
Damit kein Rassismus entsteht. Suedamerika wurde kolonisiert.
Katholische Kirche, das Video sagt "La Conferencia Episcopal de Honduras".
Wir europaer sind haben ja unsere fäden dort drin. Kirche ist ein Zeichen der Assimilierung und des genozid der Europaer.
Eine bestimmte Organisation Christlichen Ursprung kann sich distanzieren und emazipiert entwickeln
La Conferencia Episcopal de Honduras ist nich die ganze katholische Kirche!!!
d
@nnn
Zum Tod von Isis Obed Murillo