Israelisches Außenministerium im Internet

AAtW Berlin 06.07.2009 01:11
Das israelische Außenministerium finanziert professionelle Kommentarschreiber, die in internationalen Medien, wie z.B. in Facebook, Blogs und "linken Websites" posten, um die Regierungspolitik Israels zu verteidigen.
In einem gestern erschienenen Artikel auf Hebräisch auf der Website der Zeitung "Yediot Akhronot" wurde das neue Programm des israelischen Außenministeriums für die Erweiterung des Propogandakampfes im Ausland, hauptsächlich in Europa und den USA, dargestellt. Laut dem Zeitungsbericht wurde dutzenden Stundenten und Ex-Soldaten ein Büro zur Verfügung gestellt um Kommentare in verschiedenen Blogs, Nachrichten Websites, Foren, Twitter, Facebook und auch in "linke Websites" zu schreiben, die die aktuelle Positionen der israelischen Regierung erklären und verteidigen.

Auf die Frage, ob die Kommentarschreiber, die im Projekt arbeiten, sich als "normale Internetbenutzer" ausgeben würden, hat der Projektsleiter geantwortet: "Klar. Unsere Leute werden nicht sagen 'Hallo, ich bin von der Hasbara (Propoganda) Sektion des israelischen Außenministeriums und ich wollte dir sagen, dass ...'. Sie werden sich auch nicht zwangsläufig als Israelis ausgeben. Sie werden schreiben wie normale Internetbenutzer und ihre Kommentare werden auch persönlich rüberkommen, aber sie werden auf einer bestimmten Linie von Botschaften basieren, die das Außenministerium vorbereitet hat".

Der Projektleiter erzählt weiter, wie dieses Projekt sich während des Überfalls auf Gaza im Januar dieses Jahres entwickelt hat. Seit dem Kriegsbeginn hat das Außenministerium viele Freiwillige aus jüdischen Gemeinden im Ausland und auch aus Israel angeworben und koordiniert. "Unser Zielpublikum war damals die europäische Linke, die unfreundlich gegenüber der Regierungspolitik Israel war. Deswegen haben wir angefangen uns in Diskussionen in Blogs in England, Spanien und Deutschland einzumischen. Sehr feindselige Umgebungen".

Die Tatsache, dass in Deutschland eine organisierte Kampagne zum Schreiben von Kommentaren und Briefen für die israelische Regierungspolitik exisitiert, ist schon längst bekannt. Die Gruppe "Honestly concerned" mobilisiert seit 2002 mittels ihre E-mail-Liste, dass Artikel, die Israel in irgendwelcher Art kritisieren, mit Kommentaren zu diffamieren oder durch Druck auf die Herausgeber_innen der jeweiligen Publikationen Kritik an der israelischen Politik zu verhindern. Jetzt scheint es aber so zu sein, dass die Arbeit der Freiwilligen nicht genug ist für die israelische Propogandaverbreitung, weshalb nun bezahlte Kräfte eingestellt werden um die israelische Politik zu rechtfertigen.

Was diese neue Entwicklung für Websites wie Indymedia bedeuten kann, soll meiner Meinung nach von den Moderator_innen diskurtiert werden. Es ist aber wirklich nicht neu, dass Kommentare, die auf Presseerklärung der israelischen Botschaft basieren oder Artikel, in denen alle Information aus israelischen staatlichen Quellen entnommen wurden, für längere Zeit auf Indymedia zu lesen waren.


Der originalle Artikel ist hier auf Hebräisch zu finden
 http://www.calcalist.co.il/internet/articles/0,7340,L-3319543,00.html
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Ergänzungen

Der Artikel auf Englisch

lkj 18.07.2009 - 16:20
Der Artikel wurde von dem Alternative Informaiton Center ins englisch uebersetzt:

 http://www.alternativenews.org/english/2013-israeli-foreign-ministry-presents-talkbacks-in-the-service-of-state-.html

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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... — ...

@ Pro Paganda — = Gegen Bezahlung?

Fuck Anti-D's — Anarcho

@anarcho — -

Sind leute bei indymod's seit lange zeit Frei — palestina libera , palestina rossa

Na klar Verschwörung — Kopfschüttel

Israel like everyone else — leuchtspur

Superschlau — sable

auch Indymedia — Sable

na und? — :-P zu spät zum Aufregen!!!