Schanze HH: Polizeigewalt gegen Unbeteiligte

Barbesucher 05.07.2009 06:36 Themen: Repression
Die Polizei schießt abseits des Schanzenfests mit Wasserwerfern mitten in den Außenbereich einer Bar. Viele Unbeteiligte kommen zu Schaden.
Nachdem wir es leid waren, jedes Jahr das gleiche Ritual am Schulterblatt mitzuerleben, da wir in einer angrenzenden Straße wohnen, haben wir uns diesmal an den Neuen Pferdemarkt in die Sofabar "zurückgezogen". Allerdings blieben wir nicht von den Auswirkungen des Schanzenfestes verschont, im Gegenteil:
nachdem ein Proll eine Flasche in Richtung der Polizisten warf und anschließend in den Außenbereich der Sofabar rannte, drehten zwei Wasserwerferbesatzungen komplett durch und beschossen die rund 50-60 unbeteiligten Barbesucher und die der nebenan liegenden Bar ohne Vorwarnung und aufs Heftigste mit Wasser. Sowohl die die nachweislich Unbeteiligten Leute mals auch die Bareinrichtung wurde dabei ziemlich in Mitleidenschaft gezogen.

Als wir am Rande stehenden Polizisten darauf ansprachen, wurden wir mit dem Spruch "Selber Schuld" abgespeist und uns wurde mit Platzverweis gedroht.

Wenn jemand hierzu Fotos oder Videos hat, bitte veröffentlichen. Wir haben überlegt, ob man in so einem Fall (Handy naß usw) den Schaden gegenüber der Stadt geltend machen kann. Hat jemand da Erfahrungen???
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Ergänzungen

@barbesucher

xxy 05.07.2009 - 10:19
Wasserwerfereinsätze müssen vor ihrer Ausführung drei Mal angekündigt werden. Laut und deutlich und immer mit Ansage der Uhrzeit. Zwischen den Ansagen und dem Einsatz muss genügend Zeit liegen, damit sich alle Menschen entfernen können. Sonderregelungen für ganz besonders schlimme Fälle gibt es natürlich auch, dann darf sofort losgeschossen werden.
Leider hat die Polizei während des Schanzenfestes häufig von dieser Ausnahmeregelung Gebrach gemacht, meistens völlig unberechtig. In Einzelfällen gab es Ansagen und manchmal blieb Unbeteiligten auch Zeit, sich zu entfernen. Zu späterer Stunde wurde jedoch ohne Vorwarnung auf alles und jeden mit Wasser gezielt. Zeugen gibt es dafür genug, nur dürfte eine Anzeige ziemlich aussichtslos sein. Wenn ihr es dennoch versuchen wollt: Viel Erfolg.

Erlebnisberichte und Anzeigen

Tipgebender 05.07.2009 - 11:54
Guten Tag,

eine Möglichkeit sich gegen Maßnahmen der Polizei zu wehren besteht im Nachhinein immer darin, Anzeigen zu stellen oder zumindest Erlebnisberichte zu schreiben.
Es ist sehr sinnvoll, ein sog. Gedächtnisprotokoll möglichst zeitnah nach den Vorfällen zu schreiben.
Das Gedächtnisprotokoll kann eine große Hilfe sein, wenn es doch zu einem Prozeß kommen sollte.
Mehr Infos gibt es hier:
 http://www.ea-hh.org/protokolle.htm
Kontakt etc. hier:
www.ea-hh.org

Viele Grüße

war

da 05.07.2009 - 12:00
naja, all die macker die sich jetzt hier aufregen sollten mal nen bischen runterkommen. ich war auch vor den beiden bars mit einigen genossen (stellt euch vor, wir wollten mal verschnaufen) und der besagte wawe einsatz war schon ziemlich heftig. es klirrte kurz irgendwo, und ein wawe, der schon vorher provokativ die barbesucher mit seinem scheinwerfer belendete, schoss völlig unvermittelt und ohne ansage auf die volle terasse der einen bar. anschliessend wurde auch die gegenüberliegende bar und terasse ohen jegliche provokation heftigen beschuss genommen. das ganze war sehr unangenehm, die bierbänke machten ein ausweichen sehr schwierig, etliche menschen stürzten und wurde unter den meterhohen sonnenschirmen begraben, die die wawes zusammenschossen. nicht das schlimmste was ich gesehen hab an dem abend, aber war schon ne dreckige nummer gegen passanten...

Mmmmh, krass

Die_Insel 05.07.2009 - 17:12
Tja, ich konnte das Vorgehen der Polizei diesmal am eigenen Leibe erleben: Gegen 23.15 Uhr hat mir ein Wasserwerfer aus gefühlt 3-5 Metern direkt ins rechte Auge geschossen. Ob ich jetzt ein Unbeteiligter war oder nicht, kann ich nicht sagen, da die Poliezi keine wirklichen Angaben gemacht hat, dass mensch diesen Platz verlassen zu hätte. Gewalt ging von mir aber weder aktiv noch passiv aus. Tja, was mit meinen Auge wird, keinen Plan, momentan seh ich nix..., aber dennoch kann ich alle Menschen nur bitten denen ähnliches wiederfahren ist oder sie Augenzeuge von solchen Übergriffen geworden sind, diese zur Anzeige zu bringen oder sich zumindestens mit einem Gedächtnisprotokoll beim EA zu melden.

Ich bin jetzt seit Jahren an verschiedenen Demonstrationen beteiligt gewesen, hab sicherlich eine Menge erlebt, aber dass die Staatsmacht wahllos Menschen attackiert, sie gar zu Freiwild erklärt und "Headshots" aus nächster Nähe mit Wasserwerfern ausführt ist mir in dieser Form noch nicht untergekommen. Ich hab nix dagegen für meine Meinung oder Aktionsformen mal einen auf die Mütze zu bekommen, aber das is mir dann doch eine Nummer zu hart und dies sollte definitiv auch politisch aufgearbeitet werden, ansonsten wird solch ein überzogenes Vorgehen bald Standard bei den Bullen.

Ich möchte mich auch auf diesem Wege (mir fällt kein anderer ein, weil ich ansonsten keinen Kontakt zu euch habe) nochmals ganz dolle bei den Menschen bedanken, die sich nach meinem kleinen Maleur sofort um mich gekümmert haben und mich ins Krankenhaus gebracht haben.

Ansonsten an alle Verletzten (und ein Blick ins Krankenhaus hat gezeigt, dass es viele gab) gute Besserung...

Und an die Hamburger Polizei- und Pressevertreter, die hier ja auch immer gerne mitlesen. Schämt euch...

Stop-Police

Pig 06.07.2009 - 10:55
Solltet ihr Übergriffe als Zeugen beobachtet haben stellt doch mal Anzeigen damit wenigstens eine Statistik aussagekräftig ist.

Den Betroffenen kann ich nr raten, wartet noch so ca. 2 Wochen oder 3 denn Polizisten müssen ihre Anzeigen direkt nach gelaufenen Einsätzen schreiben ihr jedoch habt wenn ich mich nich irre 6 Monate Zeit

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