Modekonzerne Escada und MaxMara unter Druck
Seit Oktober 2007 organisieren TierbefreierInnen eine globale Kampagne gegen den Pelzhandel der ESCADA AG. Im Rahmen der Escada-Campaign fanden bereits weit über 500 Aktionen statt. Zuletzt gelang es 20 AktivistInnen die pompöse Veranstaltung „Escada – A View On Fashion“ im Rahmen der Berliner Fashion Week zu blockieren und damit die Verwendung von Echtpelz durch das Münchner Luxusmodeunternehmen in den Mittelpunkt der Berichterstattung zu rücken. Aber auch der italienische Modekonzern MaxMara sieht sich mit einer Kampagne von TierbefreierInnen, der MaxMara Campaign konfrontiert.
Erstveröffentlichung eines Hintergrundtextes der Offensive gegen die Pelzindustrie
Globale Kampagne fordert sofortiges Ende des Pelzhandels der ESCADA AG
Die 'Pink Party' von ESCADA auf der Fashion Week stand im Zeichen der Proteste gegen den Pelzverkauf des Münchner Luxusmodeunternehmens. Während Escada versuchte, sich mit einer Selbstinszenierung aus den Negativschlagzeilen zu bringen, nutzen 20 Tierbefreier_innen die außerordentliche Medienöffentlichkeit, um in aller Deutlichkeit das Ende des Pelzhandels zu fordern. Mit Erfolg. Unter den BesucherInnen waren die überraschend kräftigen Proteste zentrales Gesprächsthema und auch die Fernsehberichterstattung konzentrierte sich vor allem auf die Aktion der PelzgegnerInnen.
Aber nicht nur mit spektakulären Aktionen unterstreichen Tierbefreier_innen ihre Forderungen nach einem sofortigen und unbefristeten Ende des Pelzhandels der ESCADA AG. Auf der Jahreshauptkonferenz der Aktiengesellschaft am 28. April nutzen mehrere Aktivist_innen das Rederecht und hielten der Unternehmensführung Verantwortungslosigkeit in Bezug auf die Unternehmenspolitik vor. Vor den versammelten Aktionären und der Branchenöffentlichkeit schilderten sie die Hintergründe der Produktion von Echtpelzen und berichteten über die weltweit mehr als 500 Aktionen im Verlauf der 'Escada-Campaign'. Finanzvorstand Markus Schürzholz musste bereits 2008 Umsatzeinbußen aufgrund kleinerer aber wöchentlich abgehaltener Kundgebungen vor den ESCADA-Filialen einräumen. Nach wie vor demonstrieren Tierbefreier_innen in Städten wie Hamburg, Berlin, München oder Frankfurt mehrmals im Monat vor den ESCADA-Shops. Aber auch aus vielen weiteren Ländern werden Proteste gegen den Pelzhandel bei ESCADA berichtet. Es ist keine Frage, ob ESCADA aus dem Pelzhandel aussteigt, sondern wann sie dies tun. Denn die Proteste werden solange geführt, bis das Ziel eines unbefristeten Stopps des Handels mit Echtpelzen erreicht wird. (Weitere Informationen zur Kampagne: www.antifur-campaign.org)
Zielgerichtete Kampagnen: Erfolgreiche Strategie der TierbefreierInnen
Nach erfolgreichen Kampagnen gegen Unternehmen wie C&A, Karstadt, Peek und Cloppenburg, Gerry Weber und Kaufhof gibt es kaum noch Mode- und Warenhäuser, die Pelzartikel verkaufen. Die Pelzindustrie sieht sich unter Druck. Die größte Branchenmesse, die Fur and Fashion, einst Aushängeschild der Branche, fand letztmalig im Jahr 2008 statt. Zielgerichtete Kampagnen sind ein effektives Mittel, um die Pelzindustrie mittelfristig zu beenden: Modehersteller verzichten nicht freiwillig auf Echtpelzprodukte. Hierfür bedarf es der entschiedenen Proteste der Tierbefreier_innen. Mit jeder gewonnenen Kampagne schwinden die Absatzmärkte der Pelzindustrie. Gleichzeitig ist jede gewonnene Kampagne ein Zeichen an die gesamte Bekleidungsindustrie. Wer Pelz verkauft, sieht sich früher oder später als Ziel von Anti-Pelz-Kampagnen.
Kampagne gegen italienischen Luxusmodehersteller MaxMara
Der italienische Luxusmodehersteller MaxMara wird derzeit ebenfalls durch eine Anti-Pelz-Kampagne unter Druck gesetzt. Die MaxMara-Campaign knüpft ebenfalls an erfolgreiche Proteste gegen Bekleidungskonzerne an. Nach Kampagnen und Ankündigung von Protesten gaben mehrere Unternehmen, darunter Diesel, Miss Sixty und Stefanel, 2008 den Verkauf von Echtpelzprodukten auf. Seit Beginn der Kampagne Ende 2008 kam es bereits zu weit über 200 Aktionen, auch außerhalb Italiens. (Weitere Informationen zur Kampagne: www.maxmaracampaign.net)
Auch im Sommer werden die Kampagnen gegen ESCADA und MaxMara fortgeführt, da die Pelzindustrie keine 'Sommerpause' macht: Die Tiere, deren gewaltsamer Tod im Spätherbst herbeigeführt wird, fristen jetzt ihr tristes Dasein auf den Pelzfarmen. Die Zustände sind den Unternehmensführungen bekannt. 'Ethisch vertretbare' Formen des Pelzhandels existieren zwangsläufig nicht, denn für jedes Stück Pelz wurde ein Tier ermordet.
SPAMFREI.info@offensive-gegen-die-pelzindustrie.net
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Ergänzungen
Kein ruhiges Hinterland für die Pelzindustrie
Internationale Kampagnen gegen die Pelzindustrie, wie die Escada-Campaign, bieten für Aktivist_innen, die nicht gerade aus großen städtischen Ballungsräumen kommen, wenig Beteiligungsmöglichkeiten. Nichtsdestotrotz gilt auch außerhalb von Großstädten zu intervenieren, um der Pelzindustrie keine Rückzugsräume zu bieten. Wie dies aussehen kann zeigt eine Kundgebung von Tierbefreier_innen gegen das "Pelz- und Ledergeschäft Tonke" in Stendel (Sachsen-Anhalt). Am 11. Juli versammelten sich 40 Demonstrant_innen, um gegen eine zeitgleich stattfindende "Modenschau" zu demonstrieren.