Diese Frage als Klage: Wem gehört die Erde?

Werner May 03.07.2009 20:15 Themen: Freiräume
Künstler klagt weiter gegen den Staat.

Mit einem neuen Anlauf vor dem Verwaltungsgericht Greifswald versucht der Politische Künstler Werner May der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Nachdem er mehrfach gezwungen wurde eine Grundsteuer zu bezahlen, will er endlich die Eigentumsfrage geklärt wissen. Seiner Ansicht nach ist Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde und demnach auch der Eigentümer.
Da Gott das Gelände, für das der Künstler Steuer bezahlen soll, offensichtlich niemals an einen Menschen oder eine Regierung übergeben hat, handelt es sich weiterhin um sein Eigentum. „Keine Macht der Erde hat das Recht,“ so Werner May, „das Eigentum eines anderen ohne dessen Einwilligung zu zerstückeln, zu veräußern oder mit einer Steuer zu belegen. Offensichtlich begehen die Staatsorgane selbst mehrere Verstöße gegen das Strafgesetzbuch wie Bandenhehlerei, Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte und Betrug.“
Da die zuständige Behörde sich bisher weigerte, den geforderten Nachweis zu führen, dass Gott das Grundstück ordnungsgemäß übergeben hat, weist der Künstler den zuständigen Richter vorsorglich auf den Eid hin, den er geleistet hat: Nur der Wahrheit und der Gerechtigkeit zu dienen.
„Ich belege ausführlich aus der Bibel und neueren Kundgaben Gottes, dass er der Eigentümer seiner Schöpfungen ist und dass er einzelne Ländereien tatsächlich an Menschen übergeben hat“, meint der Künstler. „Das Gelände, das ich bewohne, gehört offensichtlich nicht dazu. Demnach handelt es sich um Hehlerware.“
Würde dies vom Gericht als Wahrheit anerkannt, wäre die gesamte Menschheit der Gerechtigkeit ein Stück näher. Alle Menschen haben dann das gleiche Nutzungsrecht an den Rohstoffen, an Wasser, an Grund und Boden. Alle Menschen sind Kinder Gottes und damit Brüder und Schwestern. Dass die Herrschenden sich selbst durch Gesetze über ihre Mitmenschen stellen und ihre Macht mit Hilfe von Beamten und der Richterschaft absichern ist nicht von Gott gewollt, so die Auffassung des Klägers.
„Ein Verwaltungsrichter, der sich nur an die bestehenden Gesetze hält, dient weder der Wahrheit noch der Gerechtigkeit. Um das festzustellen genügt ein Blick in die politischen und sozialen Verhältnisse dieses Landes“, meint der Künstler abschließend.

Die gesamte Klage finden Sie unter:  http://www.paradies-auf-erden.de/widerstand/verwalt%20eigentum%20erde.html
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Absurder religiöser Ideologe

ret marut 04.07.2009 - 12:29
Die ganze Geschichte hinkt schon an einer Sache:
Eigentümer einer beweglichen wie unbeweglichen (Landbesitz) Sache kann nur eine natürliche Person (§1 BGB, natürliche Personen können demnach nur Menschen nach Vollendung der Geburt sein) und juristische Personen sein. "Gott" ist aber weder eine natürliche noch eine juristische Person, also kann "Gott" auch nicht Eigentümer sein.

Fragen, ob es "Gott" gibt oder nicht, erübrigen sich damit. Das Gericht wird jedenfalls herzhaft über diesen Fall lachen - und vielleicht kommt der Fall künftig mal als Zusatzfrage in einer BGB-Klausur im 2. Semester vor.

@IMMER

grins 04.07.2009 - 20:48

Schaut euch doch die Klagebegründung auf der Homepage mal genau an:


"...
Dass GOTT existiert ist eine Tatsache und bedarf keines weiteren Beweises.

Dem Gericht ist offenkundig:

1.) Die Eidesformel des § 481 ZPO:

Der Eid mit religiöser Beteuerung wird in der Weise geleistet, dass der Richter die Eidesnorm mit der Eingangsformel: "Sie schwören bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden" vorspricht und der Schwurpflichtige darauf die Worte spricht (Eidesformel): "Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe."

-Gäbe es keinen allmächtigen und allwissenden GOTT, wäre dieser Eid pure Heuchelei, völlig überflüssig und reine Volksverdummung! Ein, der Wahrheit verpflichteter, Richter, kann unmöglich jemandem eine Lüge als Schwur vorsprechen! Das wäre bereits ein Meineid.-

2.) Die Präambel des Grundgesetzes, das durch Urteil des Verwaltungsgericht Greifswald (Akz.: 3 A 1952/07) rechtserheblich ist, beginnt mit den Worten: „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen...hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“

-Die verfassungsgebende Gewalt, die dieses Vorwort formuliert hat, ist sich demnach seiner Verantwortung vor GOTT bewusst. Einem nicht existierenden Wesen gegenüber kann man sich keiner Verantwortung bewusst sein. Gäbe es keinen GOTT, wären die Gesetzgeber allesamt Lügner und Betrüger und ihre verabschiedeten Gesetze wären demnach als Lug und Betrug einzustufen. Nach dem Vorwort des Grundgesetzes sind alle Gesetze in Verantwortung vor Gott erlassen worden. Ob das der Wahrheit entspricht hat die Richterschaft zu prüfen.-

3.) Der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin, alle Minister und sämtliche Richter und Beamten können den religiösen Zusatz zu ihrem Diensteid leisten: „So wahr mir Gott helfe.“

-Ein nicht existierender Gott kann niemandem helfen, unabhängig davon, ob der einzelne Mensch daran glaubt oder nicht. Die Glaubwürdigkeit der Mitglieder der Staatsorgane hängt davon ab, ob der religiöse Zusatz nur eine verlogene Heuchelei ist. Wer den Zusatz spricht, ohne an die Existenz Gottes zu glauben, hat bereits einen Meineid geleistet.-­

4.) Der Papst nennt sich unwidersprochen „Stellvertreter Gottes auf Erden“ und unsere Regierung schließt Verträge mit dem „heiligen Stuhl“, also mit dem angeblichen „Stellvertreter Gottes“ auf Erden, ab.

-Ein nicht existierender Gott kann keinen Stellvertreter haben. Entweder es gibt einen Gott und der Papst ist möglicherweise sein Stellvertreter, oder es gibt keinen Gott und das Oberhaupt der Katholischen Kirche ist ein Lügner, Betrüger und Hochstapler. Dann darf die Regierung der BRD keine Verträge mit ihm abschließen.-

Der Gesetzgeber selbst macht mehrfach aus GOTT ein existierendes Wesen und damit eine Rechtsperson! -
..."

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 12 Kommentare an

Oh Hilfe — Anarcho

agnostic front — sdgusibg

Es gibt keinen Gott — Anarcho

@anarcho — autonom

@Anarcho — auch anarcho

radical — atheist

interssanter Ansatz — ätzend

Kunst!!! — habt mal Himor

@ grins — IMMER

nix gut parolen — autonom