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Menschenversuche in libyschen Krankenhäusern

no border! 02.07.2009 19:16
Die "taz" dokumentierte heute den Augenzeugenbericht eines kamerunischen Flüchtlings, der in einem libyschen Gefängniskrankenhaus grauenhafte Dinge miterleben musste. Dort werden vorwiegend schwarzafrikanische Flüchtlinge als Versuchstiere bei Menschenversuchen getötet und den Opfern anschließend die Organe entnommen.
Georges N. - er möchte nicht das sein Nachname bekannt wird - ist einer von jenen jungen Menschen, die versuchten über das Mitelmeer dem Elend in ihrer Heimat zu entfliehen.
Der studierte Betriebswirt aus Kamerun versuchte nach einer abenteuerlichen Reise durch die Sahara ein Boot nach Europa zu erreichen. Hierbei wurde er von der libyschen Polizei verhaftet und in ein berüchtigtes Gefängnis für Migranten verschleppt. Was er von dort berichtet ist einfach nur entsetzlich:

> [...] Wir wurden in ein Gefängnis gebracht, ohne weiteres Verfahren oder Anhörung. Das
> Gefängnis heißt "Zanzu", es ist berüchtigt für Folter an Schwarzen. Man muss großes
> Glück haben, dort wieder herauszukommen. Man steckte uns einfach in Zellen, und die
> Wächter warteten ab, wie es uns schlechter und schlechter ging. Es gibt nichts zu essen.
> Wer krank wird, bekommt keine Hilfe. Wer stirbt, muss von den anderen begraben werden.
> Die Wächter dort haben kein Herz. Ich weiß nur noch, dass ich bewusstlos wurde und man
> mich in das Krankenhaus brachte, wo ich einen Monat lag, ohne zu wissen, wo ich war und
> was mit mir los war. [...] Die Libyer führten an den Afrikanern Operationen durch. Ich
> sah einen aus Burkina, dem war rechts der Bauch aufgeschnitten, er konnte kaum noch
> sprechen, nach ein paar Stunden war er tot. Ein Tunesier sagte mir, es würden Organe für
> Experimente entnommen, vor allem Nieren. Ich sah Menschen, denen fehlten die
> Geschlechtsorgane [...]


Jedes Jahr sterben tausende Afrikaner beim Versuch der Migration nach Europa. Viele ertrinken im Mittelmeer. Anfang dieser Woche erst wurden wieder Leichen von Bootsflüchtlingen an der spanischen Küste angespült.
Georges N. berichtet:


> [...] Unsere Gruppe kam aus Kamerun, Nigeria, Burkina und Mali. Wir waren über 100.
> Das Wetter war gut. Das Problem war die Überfrachtung. Wir kamen nur sehr langsam voran.
> Nach einiger Zeit, ich glaube, wir waren nur noch 100 Kilometer von Lampedusa entfernt,
> holte uns die libysche Küstenwache ein, stoppte unser Boot und verlangte 50 Dollar von
> jedem Passagier. Wir hatten dieses Geld nicht, und so fing die Küstenwache an, unser
> Boot zu rammen. Wir begannen reihenweise ins Wasser zu fallen. Zum Glück kam eine
> italienische Marinepatrouille vorbei, die Libyer ergriffen die Flucht. Ich schwamm schon
> im Meer und kämpfte mit den Wellen. Einige waren bereits ertrunken. Die Italiener
> retteten uns. Sie begleiteten uns zurück nach Libyen [...]

Das Mittelmeer, ein Massengrab für Flüchtlinge! Ein Massengrab, das zwar von Libyern gefüllt wird, für das aber Europa mit seiner perversen Abschottungspolitik die volle moralische Verantwortung trägt! Europa ist der Schreibtischtäter hinter diesem Massengrab!
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Ergänzungen

link zum taz artikel

pjotr 02.07.2009 - 21:19
postet doch wenigstens den link zum taz artikel:  http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/georges-odyssee-durch-afrika/