Ulm: Vier Bundeswehrfahrzeuge zerstört

Friedensfreunde 02.07.2009 00:30 Themen: Militarismus Repression
In der Nacht zum 29. Juni haben Unbekannte auf dem Gelände eines Autohauses in Ulm vier Bundeswehrfahrzeuge angezündet. Die Autos müssen verschrottet werden.
Drei Bundeswehr-Geländewagen und ein Bundeswehr-Transporter gingen in den frühen Morgenstunden des 29. Juni in Flammen auf. Bis die Feuerwehr anrückte, war es bereits zu spät. Drei Fahrzeuge brannten völlig aus, das vierte Auto wurde schwer beschädigt. Der Gesamtschaden liegt bei mindestens 150.000 Euro.

Die Polizei suchte vergeblich nach den Tätern. Sie ist darauf bedacht, dieser antimilitaristischen Aktion keine größere Öffentlichkeit zukommen zu lassen, um Nachahmungen zu verhindern. In den vergangenen Monaten sind wiederholt Fahrzeuge der Bundeswehr und der Bundeswehr-Logistik durch Brandsätze sabotiert worden. Erinnert sei nur an den spektakulärsten Fall in Dresden, dem insgesamt 42 Militärfahrzeuge zum Opfer fielen.

Antimilitaristische Aktionen gegen die Bundeswehr in der Bundesrepublik wachsen stetig an, seit sich das deutsche Militär mehr und mehr an Auslandseinsätzen beteiligt. Die Sabotage von Kriegsgerät sei eine angemesse Protestform in diesen Zeiten, erklärte eine Aktivistin der hessischen Friedensbewegung gegenüber Indymedia. Der Bundestag beschließt - gegen den mehrheitlichen Willen in der Bevölkerung - die weitere Ausweitung von Kriegseinsätzen. Am heutigen Donnerstag geht es um den Einsatz von Awacs-Jets, die in Geilenkirchen bei Aachen stationiert sind. Die parlamentarische Mehrheit für diesen NATO-Einsatz ist sicher.

In der Friedensbewegung macht anlässlich der Brandanschläge auf Bundeswehrfahrzeuge die Parole die Runde: "Was in Deutschland brennt, kann in Afghanistan keinen Schaden mehr anrichten."
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

eines Autohauses in Ulm?

RO 02.07.2009 - 15:03
Die Fahrzeuge standen vor einem Autohaus in Ulm? Bitte mehr Infos... hat es sich letzlich nur um private EX-BW-Fahrzeuge gehandelt? Dann wäre die Aktion ziemlich arm... die Dinger hätten einem Landwirt oder anderen Arbeitern verlässliche Fahrzeuge werden können... und die BW hätte eh schon ihr Geld am Verkauf an das Autohaus verdient.

@RO

acab 02.07.2009 - 15:21
die bundeswehr lässt ihre fahrzeuge (teilweise) beim hersteller warten, hier vermutlich also ein mercedes-autohaus

Gegen Bundeswehreinsätze

Jerry 02.07.2009 - 16:20
Der Rückgang in der Bevölkerung für den Afghanistan-Einsatz ist weiter gesunken. Nach einer Stern-Umfrage fordern 61% der Bundesbürger den Rückzug der Soldaten. Dessen ungeachtet forderte gestern der US-Botschafter bei der NATO, Ivo Daalder, Europa und Deutschland sollen personell und finanziell stärker in den Afghanistankrieg einsteigen.

Wenn Medien davon sprechen, dass die Anschläge auf Bundeswehrfahrzeuge in der BRD den Anschlägen auf die Bundeswehr in Afghanistan ähneln, freut mich das.

Mehr Infos über Aktionen der antimilitaristischen Bewegung:  http://www.bundeswehr-wegtreten.org

Polizeimitteilung

XYZ 02.07.2009 - 16:36
Ulm / Unbekannter steckt vier Fahrzeuge in Brand
Von Brandstiftung geht die Kriminalpolizei Ulm nach dem Brand von vier Fahrzeugen aus.
Gegen 2.55 Uhr meldeten sich in der Nacht zum Montag mehrere Anrufer bei der Ulmer Polizei, nachdem sie das Feuer auf dem umzäunten Gelände eines Autohauses an der Straße „Obere Bleiche“ entdeckt hatten. Polizei und Feuerwehr eilten zum Brandort, an dem sie drei Geländewagen und einen Kombi der Bundeswehr in Flammen vorfanden. Nicht mehr zu verhindern war aber, dass drei Fahrzeuge ausbrannten und eines massiv beschädigt wurde. Nach einer ersten Schätzung summieren sich die Schäden auf mindestens 150.000 Euro.
Die Ulmer Polizei fahndete in der Nacht mit zahlreichen Streifen erfolglos nach dem oder den Tätern. Hinweise auf das Tatmotiv gibt es nicht. Ein Zeuge berichtete den Beamten von einer männlichen Person, die von den brennenden Fahrzeugen weggerannt sei. Sie ist schlank, circa 170 bis 180 cm groß und hat kurze Haare. Nach dem Unbekannten sucht nun auch eine Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei Ulm, die diesen Fall bearbeitet. Dabei setzen die Fahnder neben der Spurensicherung auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung.

Das Autohaus ist eine Kfz-Reparatur-Werkstatt

Ulmer 02.07.2009 - 17:45
Das betroffene Mercedes-Autohaus in der Oberen Bleiche 2 in Ulm ist zugleich eine Kfz-Reparaturwerkstatt, in der die Bundeswehr regelmäßig ihre Fahrzeuge zur Inspektion bringt. Eventuell aus Platzmangel bei der Bundeswehr werden dort auch Autos zwischenzeitlich abgestellt. Der Autohausbesitzer profitiert von den Aufträgen des deutschen Militärs.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 12 Kommentare an

Bundeswehr angreifen! — Thadeus

@Thadeus — Karl

@thadeus — tagmata

Irrsinn... — Raul

Burn baby burn — ohne Ende

antifa ade — franzi

sad — sda

@sda — unwichtig

bgf — asd

@asd — ???

Und zahlen müssen wir alle!!! — kein Krawallbruder!!!

frew — asd