Gera 11.07: bundesweit zweitgrößtes Neonazifest
Demonstration und Blockade angekündigt
Antifaschistisches Aktionsbündnis ruft zur Solidarität auf
Bereits zum siebenten Mal in Folge findet am 11. Juli das bundesweite NPD-Treffen "Rock für Deutschland", angemeldet als Großdemonstration, statt. Aufgrund szeneinterner Prominenz sind in diesem Jahr mehr als 1000 Neonazis zu erwarten. Das Aktionsbündnis Kabelbruch ruft alle Menschen zur Teilnahme an der Demonstration des Bürgerbündnisses und zur Blockade des Neonazifests auf.
Antifaschistisches Aktionsbündnis ruft zur Solidarität auf
Bereits zum siebenten Mal in Folge findet am 11. Juli das bundesweite NPD-Treffen "Rock für Deutschland", angemeldet als Großdemonstration, statt. Aufgrund szeneinterner Prominenz sind in diesem Jahr mehr als 1000 Neonazis zu erwarten. Das Aktionsbündnis Kabelbruch ruft alle Menschen zur Teilnahme an der Demonstration des Bürgerbündnisses und zur Blockade des Neonazifests auf.
Unter dem Motto "Hier bleiben - anpacken!" werden sich wie in den vergangenen Jahren wieder Neonazis aus unterschiedlichsten Strukturen versammeln. Es ist von NPD-Mitgliedern, Freien Kameradschaften, Autonomen Nationalist(innen) und Sympathisant(innen) auszugehen. Aufgrund des prominent besetzten Rechtsrock- und Rednerprogramms ist zu befürchten, dass eine neue Qualität in seiner Stellung als bundesweit zweitgrößtes Neonazifest erreicht wird. So zog die angekündigte Rechtsrockband "die Lunikoff Verschwörung" 2005 über 2000 Anhänger(innen) nach Pößneck. Mit dem NPD Parteivorsitzenden Udo Voigt als Redner, werden hier gekonnt Parteipolitik und Subkultur verknüpft. Das Publikum wird somit auf breiter Fläche umworben. Der Einfluss, solch einer Ansammlung von Neonazigrößen auf bloße Sympathisant(innen) ist enorm und gleichermaßen beängstigend.
Die Brisanz des Großereignisses steigt zusätzlich mit der fortschreitenden Etablierung des Veranstaltungsortes. Es gelingt den Neonazis Jahr für Jahr aufs Neue ihre Feierlichkeiten in Gera abzuhalten. Dem entgegen stehen bspw. die Erfolge der Proteste gegen das bundesweit größte Nazitreffen "Fest der Völker". Hier wurde es geschafft den Neonazis einen permanenten Austragungsort zu nehmen. In Gera scheint die Projektionsfläche für menschenfeindliche Ideologien allerdings traurige Selbstverständlichkeit zu sein.
Dies lässt sich als Folge des allgemeinen Desinteresses betrachten, mit dem in dieser Stadt Problemen wie Alltagsrassismus und propagiertem Faschismus begegnet wird. Nationalistische Parolen und Symbole werden an Wände oder andere Orte geschmiert, Menschen die nicht ins eingeschränkte Weltbild passen werden zusammengeschlagen, mit Messern bedroht und eingeschüchtert. Allein in diesem Jahr sind über 20 Aktivitäten und Angriffe dokumentiert. Erst am 26. Juni wurde ein Jugendlicher zusammengeschlagen, sodass er mehrere Knochenbrüche erlitt.
Die Kommunalpolitik zeigt sich unfähig, Angriffe werden bagatellisiert. Tatsächliches Engagement gegen rechte Gewalt ist selbst innerhalb bürgerlicher Initiativen wie dem Runden Tisch für Toleranz und Menschlichkeit scheinbar keine Selbstverständlichkeit. Für einige Mitglieder ist die Beteiligung nur pro forma. Dieses Bündnis ist somit ein perfektes Beispiel für den Status quo in Gera. Antifaschistische Courage bleibt einzelnen überlassen.
Das alljährliche NPD-Fest stellt den Höhepunkt dieser Ignoranz dar. Anstatt einer progressiven und aktiven Positionierung gegenüber rassistischen Umtrieben, äußerte sich beispielsweise der Vize der Wählervereinigung Arbeit für Gera (AFG) Dirk Plette mit menschenverachtenden Äußerungen, die Nazivokabular in nichts nachstehen. Man müsse genau aufpassen, damit sich nicht wieder solches "Gesocks" und "Viehzeug" wie im vergangenen Jahr an der Demonstration beteilige, wird Plette zitiert.
Auf Nachfrage erklärte er, damit den linksextremen schwarzen Block zu meinen, der 2008 zu "Gera bunt" auftauchte. Er befürchtet, dass dieses Auftreten Bürger abschrecke. Was er damit eigentlich sagen will ist klar. Ihm geht es um Kriminalisierung. Antifaschist(innen) werden mittels Extremismustheorie mit Neonazis gleichgesetzt. Es wird eine demokratische Mitte konstruiert, die sich vor allen extremistischen Ränder verteidigen müsse.
"Wir verurteilen Plettes Aussagen aufs schärfste" kommentiert dies Anna Schneider, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Gera (AAG). "Mit seiner Strategie sucht er nicht den Dialog, sondern verdreht und banalisiert Rassismus und Nationalismus. Will sich die AFG von dieser Stimmungsmache distanzieren, muss sie Plette ausschließen. Wir solidarisieren uns mit den wenigen konsequenten Zivilgesellschafter(innen) bei den Ortsgruppen von Unicef, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken, die es ernst meinen mit ihrem Engagement gegen Neonazis und Plettes Äußerungen verurteilten."
Daher wird sich am 11. Juli ein antifaschistischer Block an der Demonstration des Bürgerbündnisses beteiligen. Treffpunkt ist 10.00 Uhr, Auftakt zwei Stunden später auf dem Platz vor dem Kultur- und Kongresszentrum. Außerdem ruft das Aktionsbündnis Kabelbruch alle Menschen dazu auf, mit zivilem Ungehorsam das Neonazifest zu blockieren. Schneider dazu: "Wir werden uns der faschistischen Gewalt und Propaganda auf allen Wegen entgegenstellen. Unser Ziel ist es, das NPD-Fest zu stören und die alltägliche Normalität in Gera endlich zu brechen."
Antifa Aktion Gera [AAG]
Weitere Informationen zur Demo und Blockade:
http://kabelbruch.blogsport.de und
http://aag.antifa.net
Mobi-Video:
http://www.youtube.com/watch?v=wsD1uWYfEy0
Die Brisanz des Großereignisses steigt zusätzlich mit der fortschreitenden Etablierung des Veranstaltungsortes. Es gelingt den Neonazis Jahr für Jahr aufs Neue ihre Feierlichkeiten in Gera abzuhalten. Dem entgegen stehen bspw. die Erfolge der Proteste gegen das bundesweit größte Nazitreffen "Fest der Völker". Hier wurde es geschafft den Neonazis einen permanenten Austragungsort zu nehmen. In Gera scheint die Projektionsfläche für menschenfeindliche Ideologien allerdings traurige Selbstverständlichkeit zu sein.
Dies lässt sich als Folge des allgemeinen Desinteresses betrachten, mit dem in dieser Stadt Problemen wie Alltagsrassismus und propagiertem Faschismus begegnet wird. Nationalistische Parolen und Symbole werden an Wände oder andere Orte geschmiert, Menschen die nicht ins eingeschränkte Weltbild passen werden zusammengeschlagen, mit Messern bedroht und eingeschüchtert. Allein in diesem Jahr sind über 20 Aktivitäten und Angriffe dokumentiert. Erst am 26. Juni wurde ein Jugendlicher zusammengeschlagen, sodass er mehrere Knochenbrüche erlitt.
Die Kommunalpolitik zeigt sich unfähig, Angriffe werden bagatellisiert. Tatsächliches Engagement gegen rechte Gewalt ist selbst innerhalb bürgerlicher Initiativen wie dem Runden Tisch für Toleranz und Menschlichkeit scheinbar keine Selbstverständlichkeit. Für einige Mitglieder ist die Beteiligung nur pro forma. Dieses Bündnis ist somit ein perfektes Beispiel für den Status quo in Gera. Antifaschistische Courage bleibt einzelnen überlassen.
Das alljährliche NPD-Fest stellt den Höhepunkt dieser Ignoranz dar. Anstatt einer progressiven und aktiven Positionierung gegenüber rassistischen Umtrieben, äußerte sich beispielsweise der Vize der Wählervereinigung Arbeit für Gera (AFG) Dirk Plette mit menschenverachtenden Äußerungen, die Nazivokabular in nichts nachstehen. Man müsse genau aufpassen, damit sich nicht wieder solches "Gesocks" und "Viehzeug" wie im vergangenen Jahr an der Demonstration beteilige, wird Plette zitiert.
Auf Nachfrage erklärte er, damit den linksextremen schwarzen Block zu meinen, der 2008 zu "Gera bunt" auftauchte. Er befürchtet, dass dieses Auftreten Bürger abschrecke. Was er damit eigentlich sagen will ist klar. Ihm geht es um Kriminalisierung. Antifaschist(innen) werden mittels Extremismustheorie mit Neonazis gleichgesetzt. Es wird eine demokratische Mitte konstruiert, die sich vor allen extremistischen Ränder verteidigen müsse.
"Wir verurteilen Plettes Aussagen aufs schärfste" kommentiert dies Anna Schneider, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Gera (AAG). "Mit seiner Strategie sucht er nicht den Dialog, sondern verdreht und banalisiert Rassismus und Nationalismus. Will sich die AFG von dieser Stimmungsmache distanzieren, muss sie Plette ausschließen. Wir solidarisieren uns mit den wenigen konsequenten Zivilgesellschafter(innen) bei den Ortsgruppen von Unicef, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken, die es ernst meinen mit ihrem Engagement gegen Neonazis und Plettes Äußerungen verurteilten."
Daher wird sich am 11. Juli ein antifaschistischer Block an der Demonstration des Bürgerbündnisses beteiligen. Treffpunkt ist 10.00 Uhr, Auftakt zwei Stunden später auf dem Platz vor dem Kultur- und Kongresszentrum. Außerdem ruft das Aktionsbündnis Kabelbruch alle Menschen dazu auf, mit zivilem Ungehorsam das Neonazifest zu blockieren. Schneider dazu: "Wir werden uns der faschistischen Gewalt und Propaganda auf allen Wegen entgegenstellen. Unser Ziel ist es, das NPD-Fest zu stören und die alltägliche Normalität in Gera endlich zu brechen."
Antifa Aktion Gera [AAG]
Weitere Informationen zur Demo und Blockade:
http://kabelbruch.blogsport.de und
http://aag.antifa.net Mobi-Video:
http://www.youtube.com/watch?v=wsD1uWYfEy0
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Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Jedes Jahr dasselbe
In dem Zusammenhang von einer geplanten "Blockade" zu sprechen ist irreführend. Wer oder was soll denn da "blockiert" werden? Es ist keine Demo, es ist ein open air.
Die geografischen Gegebenheiten machen selbst eine symbolische Störung zum Risiko.
1. Da wo keine Mauer ist, ist auf der einen Seite die Bullenkette, auf der anderen Seite der Fluss. Wie willst du dort reinkommen?
2. Falls du es geschafft hast auf das Gelände zu kommen, stehst du unmittelbar 1500 oder 2000 Nazis gegenüber. Es gibt kein Vorfeld, keine Gassen o.ä.
3. Die meisten Bullen sind (jedenfalls bisher immer) bei der Antifa-demo und nicht bei den Nazis. Von wem wills du also Schutz erwarten, falls dir eine kurzfristige Störung gelungen ist und du wieder weg willst?
Diese Fragen sind nicht neu sondern sie stellen sich seit Jahren immer wieder in der gleichen Weise. Und wie jedes Mal habt ihr kein Konzept.
ganz einfach
Wenns daneben geht IDF, USAF oder RAF anfordern.
@NERVENSÄGE:
in jedem fall eher als eine "mobile" demo!
ansonsten: viel erfolg den geraer genossInnen!
So so...
Ausserdem wird ja zum "zivilen" Ungehorsam aufgerufen. Also einfach auch mal Zivi sein. Dann klappts auch mit der ein oder anderen netten Begegnung auf der Strasse... Halt die kleinen Sachen, die so gehen in der Provinz und den Sommer schöner machen...
Da reicht es mit 3 Freunden und einem Auto mal zum Kaffeetrinken nach Gera zu fahren. Nur für eine Stzunde oder so. Schöne Stadt, dieses Gera. Ist mal hin und wieder einen Aussflug wert.
coole sache
danke, aber...