Zivilbullen beim Bildungsstreik

Phantomias 23.06.2009 21:24 Themen: Bildung Repression
In Bielefeld waren bei der Bildungsstreikdemonstration am 17. Juni etliche Polizisten in Zivil anwesend.
Das Aufgebot an Uniformierten Beamten war zu Beginn der Demonstration relativ zurückhaltend, fast so wenig wie bei der 1. Mai DGB-Demonstration. Eine Streifenwagen am Anfang und ein VW-Bulli am Ende des Demonstrationszuges. Es waren allerdings Einsatzhundertschaften in Bielefeld unterwegs. Vor der Commerzbank stand ein Staatsschutznerd mit Knopf im Ohr.und bewchte den Eingang. Beim Jahnplatz (einem zentralen Verkehrsknotenpunkt in der Bielefelder Innenstadt) blieb der Demonstrationszug stehen. Es war ursprünglich als Endpunkt für den Sternmarsch geplant. Die Polizei hatte dieses nur per Eilantrag gerichtlich verbieten lassen, da sie auf einmal doch mit einer höheren TeilnehmerInnenzahl gerechnet hatte. Etliche DemonstrantInnen haben sich dann auf den Boden des Jahnplatzes gesetzt. Die Polizei wurde sichtlich nervös und der Anmelder der Demonstration wurde gezwungen durchs Mikrofon die TeilnehmerInnen aufzufordern den Jahnplatz zu verlassen. Die DemonstranInnen blieben trotzdem auf dem Jahnplatz stehen. Ein sehr junger Polizist in Zivilkleidung und auf einem Fahrrad, aber mit einem Knopf im Ohr sagte: „Friedhelm ich mach jetzt den Verkehrsfunk fertig, soll ich irgendwelche besonderen Vorkommnisse melden ?“ (Anmerkung: Friedhelm heißt einer der PressesprecherInnen der Polizei)

Zwei ältere Zivilpolizisten liefen aufgeregt am Rande des Jahnplatzes entlang. Es schien so als ob der Polizei von Oben verordnet wurde erstmal abzuwarten und nicht einzugreifen.
Nach ca 20 Minuten kam eine SKA-Band auf einem Lastwagen an und fuhr dann langsam Richtung Rathhausplatz, wo auch offiziell die Abschlusskundgebung stattfinden sollte. Die meisten gingen dann der Band hinterher, aber etliche blieben auch auf dem Jahnplatz sitzen. Beim Rathaus kletterten dann einige Kinder und Jugendliche auf das Dach des Rathaussaales. Diese wurden dann von zwei Mitarbeitern des Ordnungsamtes angemacht, dass sie da runter kommen sollen. Wenn nicht würden sie für die Kratzer auf dem Glas zahlen müssen (Anmerkung: Die Kratzer waren Scratching und bei sonstigen Gelegenheiten stört sich niemand da dran wenn dort welche sitzen).
Ein weiterer Zivilbulle oder Staatschützer kuckte von einem Balkon des Rathauses auf die Abschlusskundgebung.

Zwischenzeitlich hatten einige die Stadtbahn besetzt. Auch hier griff die Polizei erst nicht ein. In der Umgebung des Demonstrationgeschehens waren auch keine Bullis in irgendwelchen Seitenstrassen zu sehen. Die Straßen wurden nur durch zwei/drei Polizisten abgesperrt. Bei einer Absperrung stand auch ein Staatsschützer mit dabei. Jedenfalls war der mir auch auf der 1. Mai Demonstration aufgefallen, wie er sich auffällig unaufällig die Infostände von irgendwelchen kommunistischen Parteien anschaut (eigentlich die Aufgabe des Verfassungschutze).

Die Stadtbahn wurde dann relativ früh geräumt, wobei die Polizei nicht unbedingt zimperlich war. Mit der Räumung des Jahnplatzes wurde dann bis ca 16 Uhr gewartet um dann mit Einsatzhundertschaften aus dem Ruhrgebiet die Straße zu räumen. So konnte die Verantwortung für gewaltätige Übergriffe auf die Auswertigen abgeschoben werden.
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Ergänzungen

rasender reporter statt polizist...

ist egal 24.06.2009 - 11:57
"Ein sehr junger Polizist in Zivilkleidung und auf einem Fahrrad" ... ist vermutlich keiner, sondern als außendienst-reporter unter anderem mit verkehrsinformationen beschäftigt gewesen. hat öfter mal über seine freisprechanlage von sendeplatz und sendezeit geredet. wenn nicht: gute schauspielerische leistung ;-)

Nächstes mal besser

E.G.A.L. 24.06.2009 - 12:41
Ausnahmsweise unterstütze ich mal die Löschung der Fotos. Der ganze Artikel ist eine große Kinderei! Wer eine solche "Recherche" betreibt, sollte vor der Veröffentlichung vielleicht mal mit Leuten reden, die Ahnung von der Materie haben. Dann könnte mensch
* verantwortungsvoller zuordnen,
* die Richtigen (Staatsschutz) outen,
* den einen oder anderen Namen publik machen,
* gemeinsam überlegen, welches die richtige Plattform für eine Veröffentlichung ist.
Diese Kritik ist solidarisch gemeint, den Ansatz (und vor allem den Mut, die Fotos zu machen - ich hoffe unerkannt) unterstütze ich voll und ganz.
@den Autor: Hör dich einfach mal an der Uni um, dann wirst du schon die richtigen Ansprechpartner finden.

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