Kassel: 2.500 Teilnehmer beim Bildungsstreik

Jaguar - volle Konzentration 21.06.2009 20:45 Themen: Bildung Soziale Kämpfe
Die Aktivitäten für freie Bildung, gegen G8 und Bologna-Prozess begannen in Kassel bereits am Montag den 15.06.09 im Rahmen der "Streikwoche".

Kurzfristig wurde der Aufbau der Zeltstadt u.a. durch Dauerregen verworfen, und ein Gebäude der Uni Kassel (der sog. WiSo-Pool") besetzt.

Am 17.06.09 fand in Kassel dann wie in vielen anderen deutschen Städten die Großdemonstration mit 2.500 Teilnehmern statt, organisiert vom lokalen Bildungsbündnis (Schüler) dem AStA der Uni Kassel und unterstützt von DGB und GEW.
Kassel: 2.500 Teilnehmer beim Bildungsstreik

Die Aktivitäten für freie Bildung, gegen G8 und Bologna-Prozess begannen in Kassel bereits am Montag den 15.06.09 im Rahmen der "Streikwoche".

Ursprünglich sollten überall am Kasseler Campus (am Holländischen Platz) Zelte aufgebaut werden. Für die Woche war ein Programm entwickelt worden, welches die volle Bannbreite von Vorträgen, Workshops, Infoständen, Party, Konzerten und Aktionen bieten sollte.

Kurzfristig wurde der Aufbau der Zeltstadt u.a. durch Dauerregen verworfen, und ein Gebäude der Uni Kassel (der sog. WiSo-Pool") besetzt.

Am 17.06.09 fand in Kassel dann wie in vielen anderen deutschen Städten die Großdemonstration statt, organisiert vom lokalen Bildungsbündnis (Schüler) dem AStA der Uni Kassel und unterstützt von DGB und GEW.

Bereits morgens um 7.30 Uhr waren Aktivisten an der Albert Schweitzer Schule in Kassel unterwegs. Dort kam es zu Repression seitens der Schulleitung. Hatte der Schuldirekter beim letzten Schulstreik Schüler im Gebäude eingeschlossen (Freiheitsberaubung) wurden diesmal Schüler abfotografiert.

Gegen 9.00 Uhr sammelten sich die Schüler dann am zentralen Königsplatz in der Kasseler Innnenstadt. Ein Lautsprecherwagen war vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt waren es schätzungsweise 1.000 – 1500 Demonstrationsteilnehmer (maßgeblich Schüler).
Einige Aktivsten äußerten Bestürzung über die anwesende Menge, es war im Vorfeld mit mehr Teilnehmern gehofft worden. Als Problem hatte sich wieder einmal die starke Repression seitens Schulleitung und einzelnen Lehrern und Elternvertretern herausgestellt.
Die Polizei war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, hielt sich aber dezent im Hintergrund.

Vertreten waren meist unorganisierte Schüler, Revolution Kassel, [solid], SDAJ und einzelne Aktivisten von der SAV.

Aktivisten von der GEW waren kaum zu finden, dafür hatte die GEW im Vorfeld an die Schüler großflächig ihre Fahnen verteilt, so dass die Demonstration mit vielen GEW-Fahnen bestückt war.

Nach ca. einer halben Stunde setzte sich dann die Demonstration in Bewegung. Es ging die Untere Königsstraße entlang bis zum Campus am Holländischen Platz. Dort warteten bereits die Studenten.

Am Holländischen Platz waren weitere Stände aufgebaut, hier wartete man eine ganze Zeit lang auf Demonstrationsteilnehmern aus Witzenhausen.
Die Polizei nutzte die Situation um ausführlich die Veranstaltung zu filmen.

Nach einiger Zeit warten, stürmten ca. 100 Aktivisten einen Hörsaal und versuchten die Studenten der WVL-Vorlesung zum mitmachen zu bewegen. Dies gelang größtenteils nicht. Es konnte auch keine Diskussion entstehen, da es im Hörsaal einfach zu laut und unruhig war.

Draußen nahm der Protest teilweise groteske Züge an, als sich Schüler für ein Foto mit dem Bildungsbären (ein Maskottchen) anstellten.

Nach gefühlten zwei Stunden traf dann endlich ein Demonstrationszug aus Witzenhausen ein (ca. 150 Aktivisten). Gestärkt durch den Zusammenschluss aus Schülern, Studenten, wenigen Azubis und anderen Aktivisten aus Kassel und Witzenhausen konnte die Großdemonstration endlich richtig durchstarten.

Über die Kurt-Wolters Straße ging es zur Weserspitze und weiter die Weserstraße Richtung Innenstadt entlang. RTL und andere Medien filmte und interviewte Bildungsstreikteilnehmer.

An der Max Eyth Berufsschule stoppte die Demonstration. Ca. 150 Leute stürmten in den Innenhof, bewaffnet mit Megaphon und Transparenten. Die Schüler die gebannt an den Fenstern hingen wurden aufgerufen mitzumachen. Während Ordner der Demonstration versuchten die Leute wieder zur Demo zu bewegen, zeigte die Aktion Erfolg. Es schlossen sich einige Berufsschüler der Demonstration an.

An der Kreuzung „Altmarkt“ wurde diese für ca. 20-30 Minuten besetzt und ein Verkehrschaos angerichtet. Während einige Autofahrer zumindest solidarisch hupten oder grundsätzlich der Demonstration augeschlossen gegenüber standen, waren auch etliche Bürger genervt. Einige wenige Autofahrer waren sogar ausgesprochen aggressiv.

Nachdem sich die Straßenbahnen fast einen halben Kilometer stauten (Altmarkt – Stern) ging es weiter über die Kurt-Schuhmacher-Straße. Auch hier wurde die Kreuzung (Am Stern) besetzt. Mittlerweile wurde das anfänglich trübe Wetter besser und die Sonne prallte vom Himmel herunter. Nach einer Weile zog der Demonstrationszug dann über die Lutherstraße weiter, hielt auch hier ca. 5-10 Minuten die Kreuzung besetzt, bevor es über die Rudolf- Schwander-Straße weiter ging. Jetzt wurde es nochmals richtig laut und kämpferisch.

Am Ständeplatz wurde eine La Olá Welle zelebriert, bevor es weiter über die Fünffensterstraße Richtung Rathaus ging. Der eindrucksvolle, laute Demonstrationszug war auf ca. 2500 Demonstranten angewachsen. Kurz vor dem Rathaus wurde gestoppt. Auf ein Kommando fiel dann die Demo durch die Königsstraße auf den Platz vor dem Rathaus ein,
die Stadt wurde quasi gestürmt. Die Treppen zum Rathaus und der Platz wurden belegt.

Jetzt folgten Reden der Veranstalter:

Leo, Schüler für das Bildungsbündnis
Hermine Ö. für die Auszubildenden / DGB-Jugend
Katharina Horn, LandesschülerInnenvertretung
Simon Aulepp von der GEW

Zum Schluss folgte eine recht kämpferisch vorgetragene Rede eines Studentenvertreters, welche die Menge nochmals kurzfristig anheizte.

Formal beendet wurde die Demonstration dann von der AStA-Vorsitzenden Anna Hunstock gegen 13.15 Uhr.

Im Anschluss kam es dann noch auf dem Weg vom Rathaus zum Holländischen Platz zu Besetzungen der Straßenbahnschienen und einigen Kreuzungen. Auch hier zeigte sich die Polizei sehr besonnen. Es gab keine Festnahmen, kein Knüppeleinsatz, geduldig wurden immer wieder die Aufforderungen (Räumung der Kreuzung) vorgelesen. Zu einer dritten Aufforderung (und damit dann das gewaltsame Räumen durch die Polizei) kam es nicht.




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Weitere Artikel:


Besetzung Uni-Räume
 http://www.nordhessische.de/news.php?id=999&c=2&PHPSESSID=aba5d01ed046975f97fcba165f9dcd6d

Asta Kassel
 http://www.asta-kassel.de/

Protest-Blog
 http://www.protest-kassel.de/

Bildungsbündnis
 http://www.bildungsstreik2009.de/aufruf/

Artikel zur Besetzung der Uni-Räume auf Indymedia
 http://de.indymedia.org/2009/06/253621.shtml


HNA-Artikel zur Demo
 http://www.hna.de/kasselstart/00_20090617224359_Fuer_ung_auf_die_Strasse.html
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den Jaguar 98Octan 22.06.2009 - 14:18
Naja 2500 teilnehmer ist mal masslos übertrieben ziehen wir mal 1000 ab sind wir der wahrheit schon einstück näher gekommen - leider muss ich dir sagen das die autofahrer am altmarkt und die user des ÖVM nicht sehr über erfreud waren über die blockaden und staus und schon gar nicht solidarisch gehupt haben sonder einfach weiter fahren wollten und nicht im stau stehen wollten